Analyse: Immer mit der Ruhe

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Auch im sechsten Spiel des Frühjahrs konnte Sturm Graz wieder keinen Sieg erringen. Diesmal gelang es den Grazern zwar zum ersten Mal in dieser Halbsaison nach dem 9. Saisontreffer von Daniel Beichler (gleichzeitig das erste Sturm-Tor im Frühjahr vor der Pause) in Führung zu gehen, der Aufschwung, der in Ansätzen bereits gegen Ried zu erkennen war und in den ersten 37 Minuten gegen Austria Kärnten seine Fortsetzung fand, hatte aber keinen Bestand.
Im Gegenteil – die 2:4-Niederlage gegen die südwestlichen Nachbarn hinterlässt tiefe Spuren, hat Sturm doch zu Beginn konzentriert und überzeugend agiert. Umso lauter werden neben den mittlerweile berechtigten “Wir wollen Sturm sehen!”-Rufen nun auch bereits die Kritiker von Trainer Franco Foda, um dessen Verbleib die Sturm-Familie noch vor einigen Tagen gebangt hat, als der Deutsche als neuer Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft im Gespräch war.
Foda hat in den letzten Wochen, aber auch bereits im Herbst, als in Graz noch alles Eitelwonne war, mit Sicherheit Fehler gemacht. Fehler, wie sie im Laufe einer Saison jeder Trainer macht. Viele haben das Glück, dass sie für die Fans auf den Rängen nicht sichtbar werden, Foda bezahlt im Moment jedoch bitter für sein Handeln als Coach. Nichtsdestotrotz bliebt er ein hervorragender Trainer, an dessen Rauswurf nicht einmal gedacht werden sollte. Um dem Schwaben einen wirklichen Vorwurf zu machen, besteht nämlich nur ein begrenzter Anlass. Zu sehr ist er von Faktoren abhängig, die er nur bedingt beeinflussen kann.
Auch wenn Foda nach dem Abgang von Walter Hörmann kurzzeitig als Sportdirektor fungierte, lag etwa die Kaderplanung, die ohnehin durch die beschränkten Mittel des Vereins eingeschränkt ist, nicht in seiner Hand. So ist etwa der Konkurrenzdruck in der Verteidigung aufgrund der Kaderzusammensetzung einfach zu gering. Der Verdacht liegt nahe, dass die etablierten Abwehrspieler, aufgrund der mangelnden Herausforderung im Training nicht das Optimum aus ihren Möglichkeiten herausholen können. Mit Fabian Lamotte gibt es gerade mal einen ernstzunehmenden Ersatzspieler und der hat sich erst vor kurzem wieder von seinen zahlreichen Verletzungen in dieser Saison erholen können. In den bisherigen sechs Spielen dieses Frühjahrs war es gerade die so stark eingeschätzte Abwehr, die Sturm zahlreiche Punkte gekostet hat. Wenn eine Mannschaft wie Austria Kärnten mit ihren ersten drei Torschüssen nicht weniger als drei Tore erzielen kann, dann wird auch die beste Offensivabteilung nicht in der Lage sein, Spiele für die eigene Mannschaft zu entscheiden.
Ebenso muss man Foda zugestehen, die Erfahrung einer tiefgreifenden Krise durchstehen zu dürfen. Jeder erfolgreiche Trainer musste in seiner Karriere schmerzhafte Erfahrungen machen, ehe schlussendlich große Siege und Titel eingefahren wurden. In einer Situation, in der sich Sturm derzeit befindet, wäre eine Überreaktion aller Beteiligten – und das inkludiert auch die Fans – vollkommen falsch, denn eine Krise bringt nicht nur Schlechtes, sondern auch die Chance, dass die Mannschaft durch das gemeinsame Überwinden dieses Tals noch enger zusammenrückt und so die Einheit bildet, die in den nächsten Jahren unter den richtigen Umständen in der Lage ist, Titel für den SK Sturm zu gewinnen.
In Happy Peppi-Zeiten, wie sie in Graz seit der Rettung des Vereins im Jahr 2007 vorgeherrscht hatten, werden keine Champions geboren. Wahre Champions müssen zunächst lernen, Tiefschläge wegzustecken.
Austria Kärnten – Sturm Graz 4:2 (2:1)
Wörtherseestadion, Klagenfurt, 13.200 Zuschauer, SR: Lechner
Tore
0:1 Beichler (26.)
1:1 Schumacher (38.)
2:1 Bubenik (45.)
3:1 Schumacher (46.)
3:2 Kienzl (74.)
4:2 Sandro (89.)
Austria Kärnten
Schranz – Riedl, Chaile, Salvatore – Hinum, Junuzovic, Weber (57./Hierländer), Sandro – Bubenik (46./Bukva), Schumacher, Sand (64./Prawda)
Sturm Graz
Kobras – Lamotte (60./Hassler), Feldhofer (46./Sonnleitner), Shashiashvili, Kandelaki – Hölzl, Hlinka, Kienzl (84./Jantscher), Beichler – Muratovic, Haas
Gelbe Karten
Riedl, Sand, Schumacher bzw. Haas, Sonnleitner, Jantscher (auf Ersatzbank)
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Selbstzerstörung in Kärnten – 2:4
Pressestimmen zu Kärnten gegen Sturm
Zum Nachlesen: Liveticker Austria Kärnten – Sturm Graz
Kommentare ( 1 )
Berichte & Analysen zur Pleite in Kärnten…
Kärnten – Sturm 4:2
Wörthersee Stadion, 18.3.2009, 13.200 Zuseher, Schiedsrichter: Lechner
Tore: 0:1 Beichler (26.), 1:1 Schumacher (38.), 2:1 Bubenik (45.), 3:1 Schumacher (46.), 3:2 Kienzl (74.), 4:2 Sandro (89.)
Spielbericht von District Six:…
SturmTifo.com .:. offizielle Foto & Videosite der Fangruppen des SK Sturm Graz am 19. März 2009 um 21:04Kommentar schreiben
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