Fanproteste von Mattersburg – eine Chronologie

Den 6.900 Zuschauern im Pappelstadion wurde beim 0:0 zwischen Mattersburg und Sturm Graz sportlich nur wenig geboten. So wird das Spiel gegen den Tabellenletzten wohl hauptsächlich wegen der Fanproteste des Sturm-Anhangs in Erinnerung bleiben. Sturm12.at war vor Ort und lässt…

© 2009 SturmTifo.com
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Den 6.900 Zuschauern im Pappelstadion wurde beim 0:0 zwischen Mattersburg und Sturm Graz sportlich nur wenig geboten. So wird das Spiel gegen den Tabellenletzten wohl hauptsächlich wegen der Fanproteste des Sturm-Anhangs in Erinnerung bleiben.

Sturm12.at war vor Ort und lässt die emotionalen Geschehnisse von Samstag Abend nochmals in chronologischer Reihenfolge Revue passieren.

Vor dem Spiel: Bereits 30 Minuten vor Anpfiff und noch vor dem Eintreffen der Fanbusse aus Graz war der Auswärtssektor im Pappelstadion gut besucht. Bis zum Anpfiff um 18:00 Uhr sollte er schließlich mit über 1.200 mitgereisten Grazer Fans bis auf den letzten Platz gefüllt sein.

1. Halbzeit: Während sich auf dem Rasen wenig Sehenswertes ereignet, unterstützen die Sturm-Fans ihre Mannschaft von Beginn an lautstark. Nachdem die Blackies jedoch auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit das Spiel gegen den Tabellenletzten nicht unter Kontrolle bekommen, wird auch der Support von den Rängen etwas leiser.

2. Halbzeit: Je länger das Spiel dauert, desto leiser wird der Grazer Sektor. Unterbrochen von vereinzelten Zwischenhochs wird der Unmut der Sturm-Anhänger immer spürbarer. Wenige Minuten vor dem Spielende fliegt erstmals ein bengalisches Feuer auf das Feld.

Spielende: Sollten es die Sturm-Spieler bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bemerkt haben, so wird es ihnen nun deutlich gemacht – die Fans sind unzufrieden und sauer auf die Mannschaft. Aus dem Gästeblock fliegen Feuerwerkskörper aufs Spielfeld.

Kabinengang: Die Blackies ziehen sich mit hängenden Köpfen in die Kabine zurück. Nur Präsident Hans Rinner, Trainer Franco Foda und Daniel Beichler stellen sich den Medien. Angesprochen auf die Reaktion der Fans, zeigen Rinner und Foda vollkommen unterschiedliche Reaktionen. Während Rinner meint: “Es ist vielleicht ganz gut, dass einige Spieler mal sehen, dass die Fans nicht alles mitmachen”, fehlt Foda das Verständnis für die Fanproteste.

Busparkplatz: Ca. 15 Minuten nach dem Spiel versammeln sich immer mehr Sturm-Fans am Busparkplatz. Mit Sprechchören wie “Ihr solltet arbeiten gehen!” oder “Wir geben alles, was gebt ihr?” machen schließlich rund 250 Schwarz-Weiße ihren Unmut über die gezeigte Leistung lautstark kund. Die Polizei ist zwar präsent und bildet ein Spalier zwischen Spielerausgang und Mannschaftsbus, als Beobachter hatte man aber nicht das Gefühl, dass die Situation eskalieren konnte. Gefahr für die Spieler bestand aus unserer Sicht zu keinem Zeitpunkt.

Mit versteinerten Minen legen die Sturm-Spieler – begleitet von einem Pfeiffkonzert – die wenigen Meter zum Bus zurück. Kurz darauf stellt sich Trainer Franco Foda aus dem Bus lehnend erstmals den Fans und verliert – für ihn untypisch – die Fassung. “Ihr seid die besten Fans Österreichs, also benehmt euch auch so”, ruft er den Fans zu, die den Bus an der Abfahrt hindern. Die Fans reagieren auf den emotionalen Zuruf Fodas ungehalten uns setzen ihre Blockade fort. Erst als sich einige Minuten später Foda – zusammen mit Kapitän Mario Haas – nochmals zu den Anhängern kommt (auch Präsident Rinner und Ehrenpräsident Hans Fedl sind anwesend), entspannt sich die Situation etwas. Es entwickelt sich ein rund zehnminütiger Dialog zwischen dem Trainer auf der einen und den Fangruppen auf der anderen Seite. Während die Anhänger ihren Ärger über den mangelnden Einsatz der Spieler bekunden, fordert Foda eine sachliche Analyse der sportlichen Situation: “Emotionen bringen uns hier nicht weiter.” Betroffen reagierte der Deutsche, der bereits 13 Jahre für Sturm Garz tätig ist, allerdings auf die Äußerung eines Fans, der meinte, dass Spieler und Trainer kommen und gehen, während die Anhänger bleiben. Insgesamt gibt sich Foda im Gespräch deutlich diplomatischer als zuvor und bietet schließlich den Fans ein Treffen für die kommende Woche an, wo die aktuelle Krise besprochen werden und nach Lösungen gesucht werden soll. Die Busblockade wird daraufhin aufgelöst.

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