12 Meter: Warum Mattersburg ein Schwachsinn war

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“Ich bin [...] kein Spezialist und ich kenne die Situation innerhalb der Mannschaft nicht” sagt Brigata-Mann Oliver Parfi hier auf Sturm12.at an anderer Stelle. Mit dieser Aussage hätte er sein Statement beginnen und auch gleich wieder beenden sollen. Was da sonst noch alles zu lesen ist, ist mehr als entbehrlich. Mit diesem soliden Fundament schließt Parfi nämlich darauf, dass die Spieler nicht alles geben und in der Mannschaft etwas nicht stimmt. Gratuliere, sag ich da. Das ist mal eine Analyse mit Hand und Fuß.
Aufgrund einer solchen Expertise dann eine Aktion wie in Mattersburg letzten Samstag zu starten entbehrt jeder Grundlage und ist einfach nur als unnötig und mehr als überzogen zu bezeichnen. Klar ist man nach den Ergebnissen und Leistungen der letzten Wochen enttäuscht. Aber mit einer Busblockade und dem Auftritt einiger Fans am Samstag erreicht man genau zwei, wenig wünschenswerte, Dinge: Die Mannschaft wird noch verunsicherter als sie ohnehin schon ist und der Sturm-Anhang, der sich seit dem Abgang vom dicken Hannes so wohltuend von jenem in Rest-Österreich abgehoben hat, reduziert sich selbst auf ein äußerst gewöhnliches Niveau.
Selbst die Rapid-Ultras, die ja bisher hoffentlich nicht die Benchmark der Grazer Kurve waren, haben sich seinerzeit erst nach dem Rückfall auf den letzten Platz zu solch plumpem Aktionismus (Platzsturm) hinreißen lassen. Und bei Sturm blockieren wir den Bus auf Platz vier liegend, Platz drei in absoluter Griffweite? Das kann’s ja wohl nicht sein. Oliver Parfi würde (ohne es nur annähernd belegen zu können) sagen, dass sich aber ja die Spieler untereinander nicht mögen und außerdem haben ein böser Sturm-Spieler und Austrias Milenko Acimovic doch tatsächlich gemeinsam auf dem Platz gelacht, da kann man schon mal den Bus blockieren, eh klar.
Orientiert man sich an den Fakten, kommt man auf folgende Tatsache: Wer sich noch erinnern kann – vor der Saison wurde Sturm irgendwo in den unteren Tabellenregionen vermutet. So viele Abgänge, kaum zu kompensieren, hieß es. Wieder bildete sich aber nach kurzer Zeit, mit den nachrückenden Spielern, eine spielstarke Mannschaft, die an guten Tagen in Österreich jedes andere Team schlagen kann. Und schon in den Jahren zuvor war die Ausgangsposition für Franco Foda alles andere als einfach. Beinahe-Konkurs, immer wieder musste er mit sehr jungen Spielern ein neues Team formen. Es ist ihm noch jedesmal gelungen, dass der Mann kurz die Fassung verlor ist genauso nachvollziehbar wie die Enttäuschung der Fans nach einer schlechten Serie.
Trotzdem war es Fodas Initiative das Treffen zwischen Fanvertretern und Klubführung am Montag zu veranstalten. Das ist ihm, nach meinem Dafürhalten, hoch anzurechen und es bleibt zu hoffen, dass diese Aussprache eine Entspannung der Situation bewirkt. Es gibt eben keinen Titel im Jubiläumsjahr – verglichen mit den Prognosen vor Saisonbeginn ist Platz vier aber immer noch ein Erfolg. Platz drei und ein internationaler Startplatz sind realistische Ansprüche, das ist das neue Ziel, welches es zu verfolgen gilt. Die richtige Antwort wären 2000 Sturm-Fans in alter Form am Ostersonntag in Hütteldorf.
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Spielerprofil
Geboren 1978 im Spannungsfeld von DSV Alpine und KSV in Bruck an der Mur. Mit den ortsansässigen Fußballvereinen allerdings nichts anzufangen gewusst und bald nach Graz gestürmt. Dort den Fußballklub des Herzens entdeckt und, obwohl die Farbe der Liebe rot ist, war der Verein doch der Schwarze. Nach dem Ausscheiden im Finale des AHS-Cups fünf Jahre als CAD-Techniker Beton angerührt. 2005 wieder in die Offensive gegangen, gereift und aus politischen Gründen einen Vertrag bei Uni Wien unterschrieben. Seither Exil-Schwarzweißer, dafür momentan auf einem UEFA-Cup-Platz in der Uni-Liga, der Meistertitel in greifbarer Nähe. Auch als Rasenpfleger vermehrt aktiv und seit Frühjahr 2008 Redakteur beim Fußballmagazin Null Acht. An dieser Stelle schließlich kehrt die Seele heim und man lässt ihn einmal wöchentlich nur über die in Graz zurückgelassene Liebe schreiben.
Kommentare ( 12 )
FLEURQUIN am 8. April 2009 um 18:0312 Meter: das interpretiere ich heute als einen
Meter daneben! Wer den SK STURM GRAZ nach Ende der
Transferzeit im hinteren Tabellenbereich erwartete,
hatte sich schon damals wenig Gedanken gemacht.Die
Abgänge von Säumel, Prödl, Prettenthaler, Krammer
und Salmutter wurden durch die Zugänge von Hlinka,
Feldhofer, Kandelaki, Hölzl, Scherrer, Sereinig recht
ansprechend wettgemacht und schon die Kaderanalysen
vor Saisonbeginn konnten nur ein (realistisches) Ziel
ergeben: sich mit Austria und Lask um Platz 3 “matchen”
und im Cup den Möglichkeiten entsprechend weit vordringen.
Über die Samstag-Aktion kann man denken wie man will -
die Leistungen in den zwei Mattersburg-Spielen erforderten
(berechtigte) Kritik und einige Entwicklungen im Verein
trugen lange im “Untergrund” schwellend auch einiges zur
“aktionistischen Entladung” bei (siehe meine Anmerkungen
zum Kommentar von CH!)
Mattersburg war an sich der richtige Ort für so eine
Aktion – am SO in Wien kann und wird der STURM-Mob wohl
bei nur einigermaßen engagierter Leistung zur gewünschten
“alten Form” auflaufen. mswg
schwarzer am 8. April 2009 um 18:57Warum dieser Beitrag ein Schwachsinn war
Gerald am 9. April 2009 um 10:05“Orientiert man sich an den Fakten, kommt man auf folgende Tatsache: Wer sich noch erinnern kann vor der Saison wurde Sturm irgendwo in den unteren Tabellenregionen vermutet…. wie die Enttäuschung der Fans nach einer schlechten Serie.!
Stimme dem ganzen Artikel voll und ganz zu, zu ergänzen wäre meiner Meinung nach noch: Erinnert euch noch zwei Jahre zurück, der Konkurs saß uns im Nacken, von der Vereinsführung gar nicht zu sprechen, ein Jahr davor spielten wir gegen den Abstieg. Klar, wir wollen wieder international spielen, aber meiner Meinung nach sind die Erwartung in dieser kurzen Zeit viel zu hoch gestiegen. Begutachtet das ganze länger sichtig, auf Dauer ist es der richtige Weg.
lg,
Geri
jp am 9. April 2009 um 10:10das mit dem beinahe-konkurs stünde eh auch im gleichen absatz, aber ja, stimme dir sonst zu…
Nightey am 9. April 2009 um 11:51Bla, bla … immer diese Schönreder. Jahr für Jahr sind wir im Herbst mit Salzburg und Rapid auf einer Stufe (vllt. sogar eine über Rapid) und da darf man nicht von hohen Erwartungen reden?? Ohne Erwartungen läuft im Leben nichts. Und haben nicht ein Herr Rinner und Foda vor gar nicht allzu langer Zeit verlautbart, dass ein Titel zum Hunderter ihr Ziel ist? … Na wo ist denn nun der Meistertitel?
Warum unsere Schwarzen im Frühjahr so einen Hundskick abliefern, weiß keiner so recht, sie sollten sich aber mal gehörig an der Nase packen (das Transparent daheim ggn. Mattersburg war eh schon überfällig, nächstes Spiel bitte ein direkteres). Dass noch dazu ein Sonnleitner, der außer unnütz rennen nichts kann und ein Feldhofer, den wir von Wacker geholt haben (und die sind ja bekanntlich abgestiegen … “Abwehrchef”? Ts …), spielen setzt dem ganzen sowieso die Krone auf, aber das tut hier nichts zu Sache.
Die Aktion in Westungarn war mehr als nur gerechtfertigt. Der Trainer und die Spieler sollen sich wirklich mal ander Nase nehmen und Fehleranalyse betreiben. Sonst wirds in Hütteldorf zweistellig …
Achim am 9. April 2009 um 13:33Ja sicher, mach ma wieder Schulden, um uns einen Titel im Jubiläumsjahr zu erkaufen und gehen 2 Jahre später endgültig in Konkurs. Manche – und hier meine ich Fans – scheinen ja überhaupt nichts dazugelernt und sich nicht mit dem Großteil der Kurve, der sich im Übrigen nicht vor den Bus geworfen hat, mitenwickelt zu haben. Ihr habt keine Ahnung von Sturmgeist und Tradition.
Die Mannschaft erreicht vielleicht ihr Ziel nicht, sofern sie sich nicht schlechter als Platz fünf einreiht und kontinuierlich weiter und nach oben entwickelt – und so lautet nun mal die Prämisse eines Ausbildungsvereines – werde ich dem Verein positiv gegenüber stehen.
Klar spielen wir im Moment schlecht, nur den Spielern den Willen und was weiß ich noch abzusprechen, ist gelinde gesagt ein Witz. Ohne “schön zu reden”.
FLEURQUIN am 9. April 2009 um 21:56In Mattersburg standen mit Beichler und mit Abstrichen
Kienzl zwei sogenannte “Eigengewächse” am Platz – sogar
bei Matersburg mehr! Daneben mit Muratovic, Shashiashvili,
Kandelaki, Hölzl vier aktuelle Teamspieler aus versch.
Herren Länder, mit Hlinka und Haas zwei Ex-Teamspieler usw.
Ich bitte darum, nicht immer von der JUNGEN Mannschaft bzw.
dem AUSBILDUNGSVEREIN zu sprechen. Davon ist man mittler=
weile ein wenig abgekommen (was sogar Peter Pacult einmal
richtigerweise kritisch anmerkte!) – inzw. spricht man
laut dieswöchigem KLeine Zeitung-Artikel schon davon
vom biederen Provinzklub zum professionellen Verein mit
internationalem Touch zu mutieren… Da kommt man doch
einigermaßen vom Weg ab, und nur wenige scheinen es zu
merken! mswg
jp am 9. April 2009 um 22:48come on fleurquin, du checkst die sachen ja sonst auch recht gut… was is denn zb mit der bank bei sturm? wo sind die leute her?
FLEURQUIN am 10. April 2009 um 07:31Ja- wenn es das Ziel eines sogenannten und zu
Zeiten des Aufbruchs als “STURM NEU” explizit
propagierten AUSBILDUNGSVEREINS mit REGIONALEN
WURZELN ist, talentierte Spieler für die Bank
auszubilden ( Kröpfl, Kaufmann, Prutsch, Klem,
um nur ein paar zu nennen) sie dann dort mglw.
zu lange “reifen” zu lassen, ihnen per Transfers
a la Ehrenreich, Bukva gerade auf “breit besetzten”
Positionen wieder Spieler vor die Bank zu stellen,
dann habe ich das “gecheckt”. Um ein für alle Mal
Mißverständnisse auszuräumen – ich schätze zugespitzte
Subjektivität in Kolumnen durchaus, meine aber doch,
dass beim SK STURM GRAZ der ursprünglich eingeschlagene
Weg, Schritt für Schritt verlassen wird. Mglw. -und
ich hoffe das im Sinne eines Vereins meines Herzens sogar
– liege ich falsch: Aber sowohl verbale Töne als auch
kadertechnische Realitäten lassen mich ein wenig zweifeln.
PS: Aber vielleicht wird mit dem neuen Mann für die
Akademie – Didi PEGAM – ab Sommer wieder eine Auffrischung
des STURM NEU- Weges erfolgen; ist Pegam doch auch als
weitere Kraft an der Schnittstelle vom (ewig(en) warten=
den) Talent zum Stammspieler gedacht. Möge die Übung ge=
lingen!
mswg
Philipp am 11. April 2009 um 23:35Muss jetzt jeder Fellow Schwarz-Weisse seinen Senf dazugeben, ob der mattersburg Auftritt “gerechtfertigt” war?
Hier wird so getan als haette es sich um eine kuehl geplante, rational durchkalkulierte Aktion von Parfi und Konsorten getan, und dann vorgerechnet, wie sich die fanclubs eben “verkalkuliert” haben.
Wenn die emotionale realitaet in kurve (und mannschaft) tatsaechlich so einfach waere, dann haetten wir die cause ja schnell geklaert.
Aber aktionen wie solche sind ein konglomerat aus situativen, subjektiven und vielleicht auch bierigen aspekten des fan- und vereinslebens. Und bis aufs bierige trifft dasselbe auf kommentare wie diesen zu. Auch diese kolumne ist ein mosaikstein des Sturm-Seins. Und sollte nicht mehr, und nicht weniger, sein wollen. Sie sollte auf jeden fall nicht beanspruchen, ein urteil ueber einen vorfall wie in Mattersburg mit argumenten zu faellen, dass sowas nur wenn man Rapid und am letzten tabellenplatz ist eventuell “gerechtfertigt” sein koennte.Und abgesehen davon: ein bisschen weniger honeymoon schadet Sturm eh nicht.
ich weiss nicht ob die proteste eine “gute idee” waren, und weiss nicht mal wie ich das denn beurteilen wuerde. Aber ein bisserl frische luft sind sie auf jeden fall. Und das halten wir schon aus. Oder?
FLEURQUIN am 12. April 2009 um 09:09Freie Meinungsäußerung ist ein Gut, das man nicht
(zu) gering schätzen sollte! Ansonsten kann ich PHILIPPS
Argumenten einiges abgewinnen – besonders dem ” konglo=
merat aus situativen, subjektiven und vielleicht auch
bierigen aspekten des fan- und vereinslebens “, die in
Summe die emotionale Realität erzeugt, die sich mitunter
auch nicht “gutbürgerlich artikuliert” Gehör verschafft.
Dabei geht es weniger um die Frage, ob das gerecht=
fertigt sei, als um den Versuch auf seine Weise etwas
(zum Besseren) zu verändern. Mglw. bei einigen mit mehr
Herzblut als Hirnschmalz – aber sicher im ehrlichen
Bemühen um/ für “seinen” Verein !
PS: Was ist ein FELLOW SCHWARZ-WEISSER?
Philipp am 12. April 2009 um 19:36“Aber mit einer Busblockade und dem Auftritt einiger Fans am Samstag erreicht man genau zwei, wenig wünschenswerte, Dinge: Die Mannschaft wird noch verunsicherter als sie ohnehin schon ist…”
Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Steirerwadln heute in Wien so furchtbar geschlottert haetten…
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