Analyse: Ohne Gegentreffer keine Niederlagen

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Nach dem 2:0-Heimsieg gegen den LASK, ist Sturm Graz nun bereits seit 461 Minuten Nettospielzeit, also etwas mehr als fünf Spielen, ohne Gegentreffer. Am Samstag konnte sich die Grazer Defensive nochmals steigern. Gegen einen – zugegebenermaßen in allen Belangen inferioren – LASK bot man über 90 Minuten eine äußert konzentrierte Leistung und ließ keine einzige echte Torchance der Linzer zu. Erstaunlich für eine Mannschaft, die in den ersten fünf Frühjahrspartien nicht weniger als zwölf Gegentore einstecken musste und keines dieser Spiele ohne Verlusttreffer beenden konnte.
Nominell hat sich seit der Negativserie in den Monaten Februar und März nicht viel verändert. Mit Georgi Shashiashvili wurde lediglich einer aus der Stamm-Viererkette auf die Bank verbannt. Für den Georgier, dessen Vertragsoption für ein weiteres Jahr in Graz von Seiten des Klubs wohl nicht gezogen werden wird, rückte Fabian Lamotte in die Stammformation von Trainer Franco Foda. Der Deutsche befand sich nach zahlreichen Verletzungsproblemen im Herbst bereits auf dem Abstellgleis und galt als heißester Kandidat für einen Abschied aus Graz, läuft sein Vertrag doch nach Ende der laufenden Saison aus.
In Anbetracht der vom Georgier in der letzten Saison gezeigten Leistungen als Innenverteidiger, sowie seiner Bereitschaft sich auf der rechten Abwehrseite neuen und für ihn ungewohnten Herausforderungen zu stellen, verwundert die schnelle Demontage des 29-Jährigen doch ein wenig. Entsprechend liegt die Vermutung nahe, dass in diesem Zusammenhang nicht nur sportliche Gründe Ursache für Shashiashvilis Verbannung auf die Bank waren. Viel mehr dürften finanzielle Gründe eine entscheidende Rolle spielen, wie auch Sportdirektor Oliver Kreuzer in der Kronen Zeitung von Freitag anklingen ließ. Der Deutsche erklärte, dass Sturm durch den Abgang von Shashiashvili mehr finanzieller Spielraum für die Kaderplanung zur Verfügung stehen würde – sprich, der georgische Nationalspieler im Verhältnis zu seinen gezeigten Leistungen für Sturm einfach zu teuer ist.
Der Erfolg in den letzten Spielen gibt der sportlichen Führung Recht. Lamotte, der in der Saison 2007/2008 als einziger Sturm-Spieler alle 36 Bundesliga-Partien von Beginn an bestritten hat, weist zwar mit Sicherheit in den Bereichen Antritt und Schnelligkeit markante Defizite auf, kann dies aber immer wieder durch seine Spielintelligenz und Übersicht wettmachen. Zusätzlich kann der Deutsche auch in der Offensive Akzente setzen und gelegentlich sogar für Torgefahr sorgen – Fähigkeiten, die bei Shashiashvili nur sehr vereinzelt zu sehen waren.
Desweiteren hat auch die Innenverteidigung von Sturm zuletzt wieder zu ihrer Form gefunden, nachdem die Verteidigung bereits im Herbst zusammen mit Austria Kärnten die wenigsten Gegentreffer der Liga zuließ und damals vor allem das Abwehrzentrum einen äußerst stabilen Eindruck hinterließ. Während viele Beobachter Veränderungen in der mit Ferdinand Feldhofer und Mario Sonnleitner besetzten Innenverteidigung gefordert hatten, hielt Foda an beiden Akteuren fest. Besonders Sonnleitner hatte zu Beginn des Frühjahrs massive Probleme und kostete Sturm mit zahlreichen Stellungs- und Individualfehlern einige Punkte. Eine Rückkehr von Shashiashvili auf seine Stammpositionen im Abwehrzentrum wäre demnach auf der Hand gelegen, wurde kurzzeitig auch versucht, jedoch schnell wieder verworfen. Der erfahrene Ferdinand Feldhofer strahlt wieder die Sicherheit aus, für die man ihn im letzten Sommer nach Graz geholt hatte. Zusätzlich nimmt er hinter Peter Hlinka eine immer bedeutendere Rolle im Spielaufbau der Schwarz-Weißen ein.
Auch Mario Sonnleitner hat sein Formtief überwunden und lieferte in den letzten Wochen unauffällige Leistungen, was nach den katastrophalen Patzern wie etwa gegen Kapfenberg oder Austria Kärnten bereits als Erfolg zu werten ist. Nichtsdestotrotz hat der 22-Jährige mittlerweile ein Alter erreicht, in den man von ihm einen deutlichen Schritt nach vorne erwarten muss. Eine Formschwäche wie in dieser Saison darf sich der immer noch junge Verteidiger in Zukunft nicht mehr erlauben, wie er den Erwartungen, die man seit Jahren in ihn setzt, gerecht werden.
Sturm Graz – LASK 2:0 (2:0)
Stadion Liebenau, Graz – 10.027 Zuschauer – SR: Hofmann
Tore
1:0 (27.) Jantscher
2:0 (33.) Hölzl
Sturm Graz
Gratzei – Lamotte, Feldhofer, Sonnleitner, Kandelaki – Hölzl (68. Scherrer), Kienzl, Hlinka, Jantscher – Hassler (71. Muratovic), Haas (90. Salkic)
LASK
Zaglmair – Wisio, Baur, Hoheneder, Chinchilla – Klein, Piermayr (46. Majabvi), Hamdemir, Salmutter (54. Saurer) – Mayrleb (73. Kragl), Wallner
Gelb-Rot
Wallner (in der Pause, Undiszipliniertheit wegen Zuschauerbeleidigung)
Gelbe Karten
Haas, Hlinka, Jantscher, Muratovic bzw. Salmutter, Hoheneder, Klein
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Zum Nachlesen: Liveticker Sturm Graz – LASK
Souveränes 2:0 gegen den LASK
Audio: Stimmen zum 2:0 gegen den LASK
Pressespiegel: Sturm gegen LASK
Leichtes Spiel gegen angeschlagenen LASK?
Kommentare ( 1 )
DerA... am 29. April 2009 um 22:54Feldhofer eine große Rolle im Spielaufbau zuzugestehen ist in dieser Analyse der einzige (und kapitale) Fehler. Bitte den Ferdl einmal genauer beobachten, er räumt gut ab, strahlt Sicherheit aus, aber nach vorne passiert kaum was. Seine Pässen gehen zu Sonnleitner (50%), auf den Außenverteidiger (25%) zum Goalie (12,5%) oder hoch irgendwie nach vorne. Von kreativem Spiel aus der Verteidigung heraus ist aber nichts zu sehen.
Sonnleitner versuchst das zumindest, auch wenn’s ihm nicht immer gelingt.
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