Analyse: Europa – ja, aber…

© Sturm12.at

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Sturm Graz hat sich trotz der 2:3-Niederlage in Ried für das internationale Geschäft qualifiziert und spielt ab Mitte Juli um die Teilnahme an der neuen Europa League. Eigentlich sollte die Sturm-Familie mit dem Erreichten zufrieden sein und sich entspannt in die bevorstehende Sommerpause begeben.

Nichtsdestotrotz hinterließ das Spiel in Ried ein flaues Gefühl in den Mägen vieler schwarz-weißer Fans. Die Leistung der Blackies am letzten Bundesliga-Spieltag war schlichtweg zu symptomatisch für die abgelaufene Saison. Zum insgesamt vierten Mal in dieser Spielzeit (Rapid (H – 2:2), Austria Wien (H – 2:2), Kapfenberg (A – 3:3), Ried (A – 2:3)) gab die Mannschaft einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand. Sturm verspielte auf diese Art insgesamt nicht weniger als neun wertvolle Punkte.

Jede Mannschaft kann bekanntlich einen schlechten Tag erwischen oder in eine Formkrise rutschen. Die Ursache für verspielte Führungen liegt aber wesentlich tiefer und lässt Skepsis beim Gedanken an die neue Saison aufkommen. Zwei-Tore-Führungen kommen im Normalfall nicht durch Zufall zustande, sondern deuten auf eine gewisse Klasse hin. In zumindest drei der vier erwähnten Spiele (mit der Ausnahme Ried) war Sturm über weite Strecken der Partie die deutlich überlegene Mannschaft, musste aber am Ende dann doch den Platz ohne Sieg verlassen – gerade wegen der, noch wenige Minuten zuvor gezeigten, Leistung absolut unverständlich.

Jeweils ab dem ersten Gegentreffer, der im Fußball wahrlich keine Abnormalität darstellt, wirkte die Mannschaft total verunsichert, zaghaft und in weiterer Folge unkonzentriert. Anstelle des Gegners, der sich angesichts des deutlichen Rückstands aufgeben hätte sollen, gab sich Sturm auf. Besonders augenscheinlich wurde dies am vergangenen Sonntag. Das Spiel hätte aus Sicht der Rieder nicht schlechter laufen können. Die angestrebte Qualifikation für den Europacup war bereits mit dem 0:1 durch Sturm-Kapitän Mario Haas in aussichtslose Ferne gerückt. Spätestens nach dem zweiten Treffer der Grazer war die Saison für die Rieder endgültig gelaufen. Sturm war auf dem besten Weg den Innviertlern ihre erste Heimniederlage zuzufügen, doch es dauerte ganze 20 Minuten ehe aus dem 2:0 ein 2:3 wurde.

Die Gründe für diese Tendenzen sind schwer auszumachen. Für psychische Ursachen sprechen die Umstände, unter denen Sturm diese deutlichen Führungen aus der Hand gab. Hatten die Grazern im November gegen Rapid die Möglichkeit, Tabellenführer zu werden, bestritt die Truppe von Trainer Franco Foda gegen die Austria, Kapfenberg und Ried jeweils entscheidende Partien um den ersehnten internationalen Startplatz. Dennoch könnte auch der konditionelle Zustand eine Rolle spielen. So präsentierte man sich in allen angesprochenen Partien gegen Ende der zweiten Halbzeit kraft- und energielos. Anstatt eine Führung zu verwalten und über Konter – eigentlich eine bekannte Stärke von Sturm – gefährlich zu werden, zog sich die Mannschaft zurück und igelte sich ängstlich im eigenen Strafraum ein.

Gleichgültig, ob die Ursachen für die Probleme im psychischen oder physischen Bereich oder einer Kombination daraus zu suchen sind, Trainer Franco Foda wird sich mit diesem Thema während der Sommerpause eingehend befassen müssen. Wie es der Deutsche selbst nach seiner Entscheidung, bei Sturm zu bleiben, treffend analysiert hat: “Sturm hat noch eine Menge Potential nach oben.” Die Erwartungen des Umfelds werden mit jedem weiteren Transfer steigen. Foda wird in der nächsten Saison erstmals unter Druck stehen, etwas Nennenswertes erreichen zu müssen. Nochmals neun Punkt ohne Not zu verschenken, wird unter diesen Umständen nur schwer möglich sein.

Ried – Sturm Graz 3:2 (0:1)
Fill Metallbau Stadion, Ried – 7.400 Zuschauer – SR: Schörgenhofer

Tore
0:1 (15.) Haas
0:2 (68.) Haas
1:2 (70.) Salihi
2:2 (77.) Nacho
3:2 (94.) Drechsel (Elfmeter)

Ried
Gebauer – Stocklasa, Glasner, Burgstaller – Brenner (78./Hadzic), Hackmair (59./Mader), Kujabi (88./Yeray-Ortega) – Lexa, Drechsel, Nacho – Salihi

Sturm Graz
Gratzei – Lamotte, Feldhofer, Sonnleitner, Kandelaki – Hölzl (84./Shashiashvili), Hlinka, Kienzl, Jantscher – Haas (90./S. Foda), Hassler (63./Kaufmann)

Gelbe Karten
Kujabi, Drechsel, Lexa, Mader bzw. Hassler, Kienzl

SturmTifo.com
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Zum Nachlesen: Liveticker: Ried – Sturm Graz
Die Schwarzen in Europa
Audio: Stimmen nach dem Saisonfinale in Ried


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Kommentare ( 3 )

Genau so ist es! Nächste Saison muss dass besser werden. Damit wir vielleicht in den nächsten Jahren mit ein wenig Glück einen Titel holen (Cup oder MS). Dazu muss aber ein Mannschaftskern über ein paar Jahre gehalten werden und ein paar junge integriert werden die dann später statt einem Kandelaki, Lamotte, Muratovic oder Haas spielen.

mfg

Chrisi am 3. Juni 2009 um 16:04

achja eins hab ich noch vergessen! GROßES LOB an das Team von Sturm12! Nur weiter so!!!

mfg

Chrisi am 3. Juni 2009 um 16:06

jedoch muss auch gesagt werden, dass Sturm in den letzten beiden Saisonen fantastische Herbstsaisonen gespielt hat und auf den Plätzen 1. und 2. überwinterte!!!

Trotzdem habt auch ihr recht!!!

Hochitom am 3. Juni 2009 um 18:42

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