Ohne Glanz in die dritte Cup-Runde

Wattens - Sturm

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Nur drei Tage nach der 0:1-Niederlage zum Europa League-Auftakt gegen Dinamo Bukarest, traf Sturm Graz in der zweiten Runde des ÖFB Cups auswärts auf die WSG Wattens. In einem über weite Strecken unattraktiven Spiel mit wenigen Torszenen gingen die Grazer in der 11. Minute durch ein Elfmeter-Tor von Neuzugang Klemen Lavric mit 1:0 in Führung. Trotz einer kämpferisch hochwertigen Leistung gelang es dem Tiroler Regionalligisten im Laufe der verbliebenen Spielzeit nicht mehr, die Partie zu ihren Gunsten zu drehen.

Foda überrascht mit Aufstellung
Dass einige Reservisten im ÖFB Cup die Gelegenheit erhalten würden, dringend notwendige Spielzeit zu sammeln, war bereits kurz nach dem Spiel gegen Dinamo Bukarest von der sportlichen Leitung durchgedrungen. Dennoch überraschte Sturm-Trainer Franco Foda mit seiner Startformation, die neben einigen personellen Veränderungen auch zahlreiche taktische Umstellungen vorsah. Hinter der einzigen Spitze Klemen Lavric, der zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für Sturm von Beginn an kam, rückte Foda die Flügelspieler Jakob Jantscher und Andreas Hölzl nach innen. Dahinter agierte Manuel Weber als einziger defensiver Mittelfeldspieler, da Petr Hlinka zwar die Reise nach Tirol mitmachte aber mit Nebenhölen-Problemen passen musste. Die Flügelzange bildeten diesmal Ilia Kandelaki (links) und Haris Bukva (rechts). In der Abwehr rückte Mario Sonnleitner wieder auf seine angestammte Position als Innenverteidiger, während Martin Ehrenreich zum seinem ersten Einsatz als Rechtsverteidiger kam. Sein erstes Pflichtspiel für Sturm absolvierte Ersatzkeeper Andreas Lukse.

Wattens musste zwei prominente Ausfälle hinnehmen. Spielertrainer Roland Kirchler strich sich selbst aus dem Kader, um möglichst vielen seiner Schützlinge die Chance zu geben, bei diesem besonderen Spiel dabei zu sein. Herbert Ramsbacher verzichtete ebenfalls auf einen möglichen Einsatz, da bei seiner Frau knapp vor dem Spiel die Wehen einsetzten.

Wattens von Anfang an energisch
Vor 1.700 Besuchern (darunter auch rund 50 mitgereiste Sturm-Fans), die bei angenehmen Temperaturen von rund 23 Grad den Weg ins Alpenstadion gefunden hatten, präsentiert sich Wattens von Anfang an als unangenehmer Gegner. Besonders im Mittelfeld macht die Mannschaft von Roland Kirchler die Räume immer wieder geschickt eng und setzt den Sturm-Akteuren zudem mit kompromisslosem Zweikampfverhalten zu.

In der 7. Minute sorgen die Gastgeber auch für die erste nennenswerte Torchance des Spiels. Nach einem langen Pass in die Spitze hat Armin Hobel plötzlich freie Bahn aufs Tor. Der Goalgetter schießt aber zu früh und verzieht zudem deutlich.

Lavric mit Premieren-Tor
Nur drei Minuten später kommt Sturm zu seiner ersten Möglichkeit. Der Ball kommt zu Lavric, der seine Physis geschickt einsetzt, um das Leder abzuschirmen. Wattens-Goalie Markus Egger geht etwas zu energisch in den Zweikampf und bringt seinen slowenischen Gegenspieler schließlich zu Fall. Schiedsrichter Bernhard Brugger entscheidet auf Elfmeter, der Gefoulte verwandelt selbst und plötzlich führt Sturm mit 1:0. Für Lavric war es das erste Tor in Schwarz-Weiß, für Sturm der fünfte Cup-Treffer der Saison.

Wer nun erwartet hätte, dass Sturm nun besser ins Spiel finden würde, der wurde – wie bereits in der ersten Cup-Runde gegen den TSV St. Johann/Pongau – enttäuscht. Auch diesmal überlassen die Grazer das Spielgeschehen dem Aussenseiter. Zwar ist die technische Überlegenheit von Sturm in vielen Aktionen augenscheinlich, die Tiroler können diese aber mit ihrer physischen Präsenz und der taktisch guten Ausrichtung wettmachen.

Kurzer Schock für Sturm
In der 26. Minute jubelt das Stadion bereits über den verdienten Ausgleichstreffer, bevor es wenige Augenblicke später zu Kenntnis nehmen muss, dass Schiedsrichter Brugger auf Abseits entschieden hatte.

Auch in weiterer Folge müssen die Grazer so manch brenzlige Situation überstehen. In der 34. Minute landet ein eigentlich als Flanke gedachter Freistoß von Matej Stanic beinahe im Kreuzeck. Auf der Gegenseite zeigt Sturm zwar immer wieder sehenswerte Einzelaktionen, scheitert jedoch regelmäßig am entscheidenden Pass.

Erst mit der Einwechslung von Daniel Beichler, den Foda in der 63. Minute für Haris Bukva ins Spiel bringt, kommt wieder etwas Schwung in das Offensivspiel der Grazer. In der 64. Minute schießt Lavric aus der Drehung knapp am langen Eck vorbei – die erste nennenswerte Torszene der Grazer. Nur drei Minuten später hat Mark Prettenthaler die Vorentscheidung auf dem Fuß. Mit einem traumhaften Pass spielt Beichler den Augsburg-Rückkehrer frei, dem aber im Abschluss die Kaltschnäuzigkeit fehlt – sein Schuss geht über das Tor.

Fehlender Tiroler Mut
Trotz ihrer guten Leistungen fehlte den Tirolern aber vor allem nach der Pause die notwendige Entschlossenheit, um Sturm Graz tatsächlich gefährlich werden zu können. Die Wattener erwecken den Eindruck mit dem knappen Resultat zufrieden zu sein und nehmen wohl auch deshalb nicht das notwendige Risiko.

Erst vier Minuten vor Schluss kann Wattens Sturm zum ersten Mal in Verlegenheit bringen. Mit einem präzisen Pass auf Armin Hobel wird in der 86. Minute die Sturm-Abwehr kurzfristig ausgehebelt. Der Routinier wartet aber zu lange. Nur wenige Sekunden später abermals Gefahr im Strafraum der Grazer. Eine Flanke legt Hobel per Kopf ab, Lukse kann sich den Ball gerade noch vor den heraneilenden Wattens-Angreifern schnappen und den Aufstieg in die dritte Cup-Runde endgültig fixieren.

WSG Wattens – Sturm Graz 0:1 (0:1)
Alpenstadion, Wattens – 1.700 Zuschauer – SR: Brugger

Tor
0:1 Lavric (11.)

Gelbe Karten
Weissenbrunner (18. – Foulspiel)
Prettenthaler (25. – Foulspiel)
Steinlechner (69. – Foulspiel)
Durmic (87. – Foulspiel)

WSG Wattens (3-5-2)
Egger – Weissenbrunner (64. Scheiber), Eller (81. Wurzer), Grlic (74. Durmic) – Samwald, Steinlechner, Perktold, Hörtnagl, Stanic – Krismer, Hobel

Ersatz
Wörndle – Scheiber, Wurzer, Durmic

Sturm Graz (4-4-1-1)
Lukse – Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner (88. Feldhofer), Prettenthaler – Bukva (63. Beichler), Hölzl, Weber, Kandelaki – Jantscher (81. Hassler) – Lavric

Ersatz
Gratzei – Feldhofer, Muratovic, Hassler, Beichler

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Kommentare ( 4 )

also ein 1:0 sieg gegen Wattens da hatten wir ja noch glück aber meiner meinungsweise nach wird sturm spiel zu spiel schwächer da hatten wir ja nochmal verdammt glück das wir nicht rausgeflogen sind gegen wattens, an foda wirds nicht liegen aber die Jungs sollten sich echt mal wieder anstrengen !!

sexychef am 20. September 2009 um 22:32

@ sexychef: ich nimm nicht an, dass du das spiel gesehen hast, oder?
sturm hat auf absoluter sparflamme gespielt und der sieg war nie wirklich gefährdet!

RayDonas am 20. September 2009 um 23:55

Also die schwarzmalerei nach 2 nicht so guten Spielen ist ja echt zum kotzen..

ich hoffe wir steigen net ab, weil eigentlich sind wir ja auf Regionalliga niveau, laut den meisten in der letzten Woche..(natürlich ironie..)

another am 21. September 2009 um 10:08

bei den fürchterlichen Fehlpasses ist es auch nicht nötig die Spiele durchgehend gesehen zu haben. Ein Fehlpaß nach dem andern, unpräzises, unkonzentriertes Zweikampfverhalten, ein fast 1:1 gegen Wattens, 2 verlorene Punkte genen den Lask, eine kathastrophale 1.Halbzeit gegen die Rumänen – wie schlecht muß Sturm eigentlich noch spielen, damit man auch als Fan unzufrieden sein darf???
Die Salzburger und die Türken werden bestimmt schon zittern vor Angst!(natürlich ironisch gemeint!)Und ich liebe Sturm trotzdem!!!
Die Mannschaftsumstellung als Experiment fand ich als einziges gut! Schließlich haben wir einen großen Kader!

beatrice am 21. September 2009 um 14:01

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