
© 2009 GEPA/Josef Bollwein
Nachdem das Aufeinandertreffen von Sturm Graz und Rapid Wien der ersten Bundesligarunde der Saison 2009/2010 auf 25. November (19:00 Uhr, Hanappi-Stadion) verschoben wurde, treffen die beiden Mannschaften nun kommenden Sonntag (15:30 Uhr, Stadion Liebenau) im Topduell der elften Runde erstmals in der laufenden Spielzeit aufeinander. Sturm12.at bringt dazu ein Kaderportrait der Hütteldorfer.
Tor
Helge Payer ist trotz seiner hohen Rückennummer 24 die unumstrittene Nummer eins im Tor des SK Rapid Wien. Am aktuellen Stammkeeper des österreichischen Nationalteams kommen die Ersatzgoalies Raimund Hedl und Lukas Königshofer derzeit nicht vorbei. Das musste vergangenen Sommer auch Sturm-Ersatztormann Andreas Lukse feststellen und verließ den SCR. Payers Stärken sind vorallem das Spiel auf der Linie und das Einleiten mehrerer Angriffe durch schnelle Auswürfte und -schüsse sowie das Eins-gegen-Eins-Spiel. Anfällig ist das Rapid-Urgestein das ein oder andere Mal bei Flanken. Für das Sonntags-Spiel ist er allerdings fraglich.
Sollte Payer ausfallen wäre Raimund Hedl sein Ersatz. Der 35-Jährige ist die ewige Nummer zwei in Hütteldorf, bringt aber immer gute Leistungen, wenn er spielt. Hedl weist keine gravierenden Schwächen auf.
Verteidigung
Innenverteidigung: Jürgen Patocka und Ragnvald Soma
Jürgen Patocka spielt seit 2007 bei Rapid und ist wohl der Schwachpunkt der Mannschaft. Der 32-jährige Nationalspieler weist Schwächen im Tempo und im technischen Spiel auf.
Der norwegische Nationalteamspieler Ragnvald Soma ist einer der Neuzugänge dieser Saison (kam von Viking FK) und schaffte es auf Anhieb zum Stammspieler. Der 30-Jährige ist der Ruhepol und Regisseur in der Abwehr und hilft oftmals bei Fehlern seiner Mitspieler aus. Auch Soma ist nicht der technisch beste Spieler und ein wenig langsam, kann dies aber durch sein hervorragendes Stellungsspiel kompensieren.
Außenverteidigung: Markus Katzer (links) und Andreas Dober (rechts)
Markus Katzer (30) spielt seit 2004 in den Reihen der Grün-Weißen und ist Teil des erweiterten Teamkaders. Der Wiener ist geplagt vom Verletzungspech, so erleidete er 2007/2008 einen Kreuzbandrisses und eine Blinddarmentzündung. 2008/2009 folgte ein zweimaliger Außenbandriss im Sprunggelenk sowie ein zweifacher Kahnbeinbruch bei der Hand. Katzers Stärken liegen nicht im Offensivspiel, er liefert aber immer wieder gute Flanken ab.
Ebenso im erweiterten Nationalteamkader steht Katzers Außenverteidiger-Pendant Andreas Dober, der oft die Doppelbelastung spürt, wenn sein Kapitän Steffen Hofmann sein Spiel in die Mitte verlagert. Der 23-Jährige verfügt über eine exzellente Schusstechnik und ist vorallem bei Freistößen gefährlich.
Backup: Hannes Eder
Der geborene Innsbrucker Hannes Eder ist seit 2007 Teil des SK Rapid. Zu Beginn noch mit überhartem Einsteigen aufgefallen, besserte sich der Tiroler merklich. Trotz seiner kleinen Größe scheut Eder kein Kopfballduell, weswegen er als Kämpfer angesehen wird.
Mittelfeld
Defensives Mittelfeld: Yasin Pehlivan und Markus Heikkinen
Nationalteamspieler Yasin Pehlivan ist der klassische 6er im Mittelfeld des Rekordmeisters. Der 20-Jährige gilt als eines der Supertalente im österreichischen Fußball. Er ist sehr kampfstark, ballsicher und kann den tödlichen Pass spielen. Erst im Februar gab Pehlivan sein Bundesliga-Debüt gegen Red Bull Salzburg und ist nun Stammspieler.
Markus Heikkinen spielt seine dritte Saison in Grün-Weiß. Der Finne ist ebenso spielstark, oft unauffällig aber effizient. Er ist der Staubsauger in der Mannschaft und ein läuferischer Aktivposten. Heikkinen wirkt oftmals ungelenk, macht seinen Gegenspielern aber genauso oft das Leben schwer.
Zentrales Mittelfeld: Kapitän Steffen Hofmann
Herz und Hirn der Mannschaft ist der 29-jährige Steffen Hofmann, der – bis auf einen kurzen, halbjährigen Ausflug nach München zum TSV 1860 – seit 2002 Teil der Rapidler ist. Der Deutsche ist der Freistoßschütze des SCR und kann auch ein Spiel alleine entscheiden. Der laufstarke Hofmann kommt meist im rechten oder zentralen Mittelfeld zum Einsatz.
Flügel: Veli Kavlak (links) und Branko Boskovic (rechts)
Veli Kavlak spielt sich aktuell zu seiner alten Stärke zurück, nachdem er nach dem gescheiterten Transfer zu Hertha BSC einen Durchhänger hatte. Dabei kann der junge Österreicher sowohl rechts, als auch links am Flügel spielen. Kavlak spielt unter Didi Constantini im Nationalteam.
Branko Boskovic ist ein technisch starker Spieler, der meist rechts zum Zug kommt, wenn Steffen Hofmann den Platz im zentralen Mittelfeld einnimmt. Wenn es im Spiel beim Montenegriner läuft ist er kaum zu stoppen, wenn das Gegenteil der Fall ist kann er aber auch mal in der Versenkung verschwinden. Der 29-Jährige lässt sich oft zu Undiszipliniertheiten hinreissen und wird gerne als als bester Spieler in Hütteldorf bezeichnet.
Backups: Christopher Trimmel, Stefan Kulovits und Christopher Drazan
Christopher Trimmel (21) ist einer der Shooting-Stars bei Rapid Wien und kam heuer, ebenso wie Yasin Pehlivan, eher überraschend in die Kampfmannschaft, schaffte aber bereits im August 2009 den Sprung ins Nationalteam. Der junge Wiener ist stark im Zweikampf und abgebrüht im Abschluss.
Stefan Kulovits ist seit 2002 bei Rapid, schaffte den Durchbruch aber nie. Er gilt als klassischer Ergänzungsspieler und ist auch seit Jahren immer wieder vom Verletzungspech geprägt. Wenn er spielt zeigt er sich als zweikampfstark.
Dritter Backup ist Christopher Drazan, der Shootingstar bei Rapid des Vorjahres. Nach einem kleinen Durchhänger kämpfte sich der 19-Jährige heuer wieder zurück. Drazan gilt als technisch stark und ist als schneller Flügelspieler oftmals nicht zu stoppen. Außerdem besticht der junge Wiener durch seine Flankenstärke.
Angriff
Nach den Abgängen von Stefan Maierhofer und Erwin Hoffer blühte Nikica Jelavic auf und wurde zum Stammspieler. Der Kroate ist vorallem in der Luft eine Macht, weswegen er auch “Die fliegende Festung” genannt wird. Jelavic, der im Sommer bekanntlich beinahe ins Sturm-Trikot geschlüpft wäre, gilt als ballstarker, durchschlagskräftiger Stürmer, der allerdings mehrere Torchancen benötigt, um einen Treffer zu landen.
Hamdi Salihi kam erst zu Rapid, als Maierhofer in Wolverhampton unterschrieb. In vier Spielen erzielte der Albaner bereits vier Tore. Er kommt entweder als zweite Spitze, oder als Joker in einem 4-5-1-System zum Einsatz und hat einen starken, rechten Fuß. Salihi stand seit Jahren am Wunschzettel von Trainer Peter Pacult.
Backup: Mario Konrad
Der Rapid-Nachwuchsspieler Mario Konrad kam erst 2009 von Altach wieder zu seinem Heimatverein zurück. Bislang wurde er einmal eingewechselt und erzielte dabei ein Tor. Konrad gilt als Ergäzungsspieler und klassischer Mittelstürmer.
Fazit:
Mit Rapid Wien kommt – ebenso wie Sturm selbst – eine extrem spielstarke Mannschaft mit starken Einzelakteuren nach Graz. Besonderes Augenmerk wird man, wie üblich, auf Steffen Hofmann legen müssen. Zusätzlich sollten Nikica Jelavic, Veli Kavlak und Branko Boskovic so gut wie möglich ausgeschaltet werden. Interessant ist das taktische Dilemma der Wiener. Sollte sich Peter Pacult für einen Zwei-Mann-Angriff mit Jelavic und Salihi entscheiden wandert Hofmann automatisch nach rechts. Aufgrund des Zuges ins Offensivzentrum, den der Deutsche immer wieder entwickelt, entsteht auf der rechten Flanke oft ein Vakuum, das meist durch Außenverteidiger Andreas Dober aufgelöst wird. Hier könnte Sturm Graz in personam Jakob Jantscher Profit schlagen.
Sturm12.at
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Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Sehr netter Überblick…
Zwar nicht so, dass hier nicht die Meisten Leser soweit Bescheid wüssten, aber wirklich löblich für jene, die sich nicht so sehr mit dem aktuellen Fußballgeschehn auseinandersetzen (können?).