Analyse: Moral bewiesen

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Es ist vorbei. Das Abenteuer Europa League endete für Sturm Graz aber vesöhnlich. Mit einem 1:0-Erfolg über Galatasaray heimste man nicht nur den ersten Sieg, sondern auch Punkte für Österreich in der UEFA 5-Jahres Wertung und die beträchtliche Summe von 120.000 Euro ein. Entscheidend war aber eines: Man bewies Moral und stärkte das Selbstvertrauen. So lässt es sich einigermaßen beruhigt in die Pause gehen.
Man denke an die üble mediale Nachrede, die man sich die ganze Winterpause anhören hätte müssen. Wäre am Mittwoch das Spiel nicht gewonnen worden, wäre man seit dreieinhalb Monaten sieglos in die Frühjahrssaison gestartet. Demenstprechend euphorisch ging man nach Schlusspfiff auch in die Ehrenrunde. Besonders ausgelassen feierten Daniel Beichler und Jakob Jantscher, die auch ihr Trikot treuen Fans in der Nordkurve schenkten. Diese Tatsache sowie auch Beichlers Torjubel nach dem 1:0 lassen erneut einige Gerüchte aufkommen. War es das letzte Treuebekenntnis der Nummer 28? Es scheint so.
Den Blacky of the Match gab es diesmals für den Fan in der Nordkurve. Bittere Kälte, Partie in der es um nichts mehr geht – egal. Die Fangruppen sorgten noch einmal mit einer prächtigen Choreographie für einen schönen Jahresabschluss.
Galatasaray nahm dieses Spiel natürlich nicht so ernst wie Sturm. Mit lediglich 16 Spielern und vielen Umstellungen in der Startelf ging man in die Partie. Dennoch ist das Spiel der Grazer zu loben. Ohne echten Druck klappte in einigen Phasen das langvermisste Kurzpassspiel im Mittelfeld. Seine gute Form bestätigt hat der von Franco Foda wieder eingesetzte Mario Sonnleitner. Mit seiner Leistung zeigte er Franco Foda ganz klar, wer neben Gordon Schildenfeld im Frühjahr in der Innenverteidigung spielen möchte.
Die richtige Antwort auf letzten Sonntag gab auch Klemen Lavric. Die vergebene Chance gegen die Austria kurz vor Schluss spornte den Slowenen so richtig an. Tor wollte ihm zwar keines glücken, aber durch starke Aktionen konnte er das Publikum von seinen Qualitäten überzeugen. Abschreiben darf man Lavric sicher noch lange nicht. Im Frühjahr darf er sich mit Mario Haas, Dominic Hassler und auch eventuell Marvin Weinberger um einen Platz in der Startelf matchen.
Vier Punkte, drei Tore, sechs Gegentore – Platz vier. Eine erste echte Europacupsaison nach langer Zeit ist Geschichte. Man bezahlte Lehrgeld, agierte mit Pech aber auch ein wenig Unvermögen aber holte sich viel Erfahrung. Man zeigte, dass man im europäischen Vergleich durchaus mithalten kann. Bleibt abzuwarten wie bald sich den Blackies wieder diese Chance bietet.
Sturm Graz – Galatasaray 1:0 (1:0)
Stadion Liebenau, Graz – SR: Darko Ceferin (Slowenien)
Tore
1:0 (20.) Beichler
Gelbe Karten
Hölzl (43.)
Lavric (54.)
Schildenfeld (77.)
Sturm Graz (4-4-2)
Gratzei – Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner, Kandelaki – Hölzl, Weber, Hlinka, Jantscher (91. Weinberger) – Beichler (92. Foda), Lavric (70. Bukva)
Ersatz
Kropfhofer – Lamotte, Feldhofer, Prettenthaler, Foda, Bukva, Weinberger
Galatasaray (4-3-3)
Aykut Ercetin – Alparsian Erdem (66. Cetin Güngör), Emre Asik, Servet Cetin (74. Balta), Caner Erkin – Bans Özbek, Ayhan Akman, Linderoth (63. Sarp) – Keita, Aydin Yilmaz, Serdar Eylik
Ersatz
Ufuk Ceylan – Mehmet Topal, Mustafa Sarp, Hakan Balta, Cetin Güngör
Kommentare ( 5 )
Berichte & Analysen zum Sieg gegen Galatasaray…
Sturm – Galatasaray Istanbul 1:0
16.12.2009, Liebenauer Stadion, 14.800 Zuseher, Schiedsrichter: Darko Ceferin (SLO)
Tor: 1:0 Beichler (20.)
Spielbericht von District Six: LESEN
Analyse von Sturm12.at: LESEN…
wirbelsturm am 18. Dezember 2009 um 19:40
gehen beichler und jantscher wirklich fix in der winterpause? wird ja so gut wie überall geschrieben. naja, wäre wenigstens genügend zeit, ohne riesendruck andere an ihrer stelle an die stammelf heranzuführen, um wirklich viel geht es im frühjahr zumindest in der meisterschaft wohl nicht mehr. außerdem würde man wohl einiges im zuge der transfers einnehmen, das man dann hoffentlich in vertragsverlängerungen der anderen spieler sowie vielleicht einmal nicht unbedingt ablösefreie transfers investieren könnte. sehr schade wäre es trotzdem.
jd am 18. Dezember 2009 um 20:13Es gibt gewisse Vermutungen oder Anzeichen, aber keine eindeutigen Tendenzen. Auch offizielle Meldungen gibt es keine.
frankieboy73 am 18. Dezember 2009 um 21:08Wie viel man Gerüchten, voreiligen Meldungen und Lippenbekenntnissen der Spieler Glauben schenken kann, hat man in der Vergangenheit nur zu oft gesehen. Ich lass mich überraschen was da alles auf uns zukommt.
antitalent am 21. Dezember 2009 um 09:55Man braucht eigentlich nur auf die Spielerberater schauen um zu sehen wer bleibt und wer geht: Jantscher hat mit Rob Groener einen Mann der versucht das Beste für seine Spieler harauszuholen und auch auf ihre Entwicklung schaut. Daher denke ich dass es schon ziemlich wahrscheinlich ist, dass Jantscher zumindest bis zum Sommer bleibt.
Beichler hat mit Max Hagmayer einen Egoisten der sobald sich irgendwie die Möglichkeit ergibt sofort einen Wechsel durchdrücken will. Das haben wir ja schon mit einigen Sturm Spielern erlebt. Was für die Entwicklung des Spielers gut ist ist ihm egal. Hauptsache abkassieren und das so schnell wie möglich! Daher wird der Daniel Beichler wohl schon ziemlich sicher weg sein.
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