100 Jahre Sturm Graz – Platz 6 | Karl Assmann

Karl Assmann. © SturmEcho-Archiv

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12 Persönlichkeiten
Er war der “Anführer” der Assam del negro, jener Gruppe, die sich am 1. Mai 1909 dazu entschied den Grazer Fußballclub “Sturm” zu gründen. Vorbild war der Deutsche-Ballsportclub “Sturm” Prag, federführend bei der Gründung war der damals 19-jährige Karl Assmann. Ebenso wie bei Fritz Longin würde es den SK Sturm Graz heute ohne ihn wohl nicht geben.

Karl Assmann wurde aufgrund seines selbstlosen Einsatzes für “seinen”  SK Sturm zum ersten Ehrenobmann auf Lebenszeit ernannt. Im Sturm12.at-Ranking der zwölf einflussreichsten Persönlichkeiten in 100 Jahren Sturm Graz belegt er Platz sechs.

Platz 6: Karl Assmann

Der erste Obmann

„Es war im Mai 1909, als sich an einem wunderschönen Sonntag eine Schar fußballbegeisterter Mittelschüler und Lehrlinge im städtischen Augarten gegenüberstanden, um ein Wettspiel auszutragen. […] Einer von uns Jungen machte den Vorschlag, eine Mannschaft zu gründen und sofort für einen Ball zu sammeln. […] In kurzer Zeit war das Vermögen zur Anschaffung eines Balles (damals 12 Kreuzer) aufgebracht. […], ein Name war notwendig. […], auf einmal machte einer den Vorschlag, die Mannschaft ‚Sturm‘ zu benennen. Ohne viel Überlegung wurde diese Anregung verwirklicht.“ Mit diesen Worten erinnerte sich Karl Assmann im November 1919 im „Sportblatt für Anfänger“ an die Gründung des Grazer Fußballklubs “Sturm”. Assmann war die federführende Figur im Gründungsprozess und trug Sturm auch später immer wieder seinen Stempel auf.

Gründung des Grazer Fußballclubs „Sturm“
Gemeinsam mit Fritz Longin, Richart Ott, Rudolf Jäger, Hugo Weiß und den Brüdern Schönbacher zählt Karl Assmann zum engsten Gründungskreis des Klubs, der schon vor 1909 als Jungenmannschaft unter dem Pseudonym „Assam del negro“ (Die Schwarzen um Assmann) auftrat. Von Beginn an fungierte er als (inoffizieller) Obmann. Am 31. März 1912 gründete er gemeinsam mit Arnold Schmidt und den Brüdern Schönbacher im „Hotel Goldene Birn“ (heutiges „Parkhotel“ in der Leonhardstraße) Sturm als offizielles Mitglied des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes. Assmann war damals Mannschaftskapitän sowie Schriftführer des Vorstands. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges spielte der Mittelfeldspieler noch selbst für Sturm.

Assmann pusht Sturm
Karl Assmann, in weiterer Folge noch zwei Mal Obmann des Klubs, war es zu verdanken, dass Sturm nach dem Krieg im Frühjahr 1919, mit Unterstützung des Cafétiers Anton Berghaus, über eine überaus schlagkräftige Mannschaft verfügte, der Assmann selbst – inzwischen promovierter Dr. jur. und beim Land Steiermark angestellt – kriegsbedingt nicht mehr angehörte. 1919 leitete der Sturm-Mitgründer die Zehn-Jahres-Feier und zeichnete einmal mehr dafür mitverantwortlich, dass sein Klub eine Wiese an der Ecke Klosterwiesgasse/Jakominigürtel pachtete – die Gruabn. Der Fußballclub „Sturm“ hatte nach zehn Jahren eine Heimat gefunden. Assmann erinnerte sich: „In dankenswerter Weise erhielten wir […] finanzielle Unterstützung zum Platzausbau. […] Heute, wo wir unser Ziel von 1909 fast erreicht sehen, […] haben wir nur noch eine Aufgabe: Mitzuwirken, den Sportgedanken zu verbreitern. […] Das Geheimnis liegt nur in dem Wort Treue zu den Klubfarben Schwarz-Weiß!“

Stabilität dank Karl Assmann
Wie sehr Karl Assmann sein Verein, der sich 1920 zu „Grazer Sportklub Sturm“ umbenannte (man gründete eine eigene Handballsektion, später sogar auch eine Box- und Tennissektion), am Herzen lag, bewies er wieder einmal 1926/27. Zu dieser Zeit bedrohte sowohl die VAFÖ-Krise als auch die finanzielle Situation den Verein. Der VAFÖ (Freie Vereinigung der Amateur-Fußballvereine Österreichs) forderte aufgrund politischer Unstimmigkeiten in Österreich alle Amateurspieler auf zu ihm überzutreten. Der damalige Sturm-Sektionsleiter Fritz Klima befürwortete diesen Schritt, doch Karl Assmann verwehrte sich dem Ansinnen. Aufgrund seiner Initiative änderte man „einstimmig und mit lautem Beifall“ die Vereinsstatuten dahingehend, dass der Verein frei von politischen Tendenzen blieb. Assmann sorgte einmal mehr für Stabilität im Klub.

Karl Assmann war bis zu seinem Tode am 10. November 1958 mit „seinem“ Fußballclub Sturm verbunden. Mehrmals rettete er den Verein vor dem Aus beziehungsweise sorgte dafür, dass man eine ordentliche Grundlage für die Ausübung des Fußballsports hatte. Nicht ohne Grund wurde er 1927 zum Ehrenobmann auf Lebenszeit gewählt.

Ein Porträt von Jakob Dohr

Dieses Porträt ist Teil der Sturm12.at-Serie “Wer war in hundert Jahren wirklich wichtig?”. Von 25.12. bis 05.01. wird täglich eine Person vorgestellt. Gewählt wurden die zwölf Spieler, Trainer und Funktionäre von einer hochkarätig besetzten Jury.

Karl Assmann wurde auf Platz sechs gewählt.

100 Jahre Sturm Graz – 12 Persönlichkeiten
Platz 12:
Franco Foda
Platz 11: Helmut Senekowitsch
Platz 10: Hans Gert
Platz 9: Bozo Bakota
Platz 8: Hans Fedl
Platz 7: Fritz Longin
Platz 6: Karl Assmann
Platz 5: Mario Haas
Platz 4: Gernot Jurtin
Platz 3: Hannes Kartnig
Platz 2: Ivica Vastic
Platz 1: Ivica Osim


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Kommentare ( 6 )

[...] Karl Assmann (1909-1910, 1912, 1914-1919, 1922-1923): Der Mittelfeldspieler und Augarten-”Boy” ist einer der Urväter des SK Sturm. Insgesamt übte er in den stürmischen Jahren nach der Gründung – die auch durch den Ersten Weltkrieg und die Nachkriegswirren geprägt waren – vier Mal das Präsidentenamt aus. Dabei rettete Assmann den Verein mehrmals vor dem Aus. Assmann sorgte für Kontinuität und Stabilität. Nicht ohne Grund wurde er 1927 zum Ehrenobmann auf Lebenszeit gewählt. [...]

Sturm12.at | Rinners schillernde Vorgänger am 16. August 2010 um 17:04

Ui, habe heute was gelernt aus der SK Sturm-Geschichte, daher gute Wahl – für mich zumindest!

leoman am 31. Dezember 2009 um 12:30

Hieß es nicht “Assam del negro”? ;)

Benny am 31. Dezember 2009 um 13:16

In Anbetracht des Portraits vom Karl Assmann, müsste er denn dann nicht weiter vorgereiht sein?

leoman am 31. Dezember 2009 um 17:30

ich muss jetzt beschämt zugeben, dass das der erste in der rangliste war den ich nicht gekannt habe! ^^

aber wenn ich mir das so durchlese ist es eine gute wahl!

thomi27 am 1. Januar 2010 um 12:09

…na dann aber schnell auf die Nummer EINS mit Karl Assmann, sonst gäbe es ja Sturm vielleicht gar nicht!

beatrice am 4. Januar 2010 um 01:32

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