Regen, Hagel, Sturm und Spartak – ein Sturm12.at-Wetterbericht

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Nicht einmal 30 Minuten nach dem enttäuschenden 0:0-Unentschieden gegen Gyeongnam FC aus Südkorea absolvierte die erste Garnitur des SK Sturm Graz bereits das nächste Testspiel. Gegner war der russische Hochkaräter Spartak Moskau. Doch Probleme bereiteten den Grazern nicht die Russen – das Wetter sorgte dafür, dass von einem regulären Match nicht zu sprechen ist.
When you walk through a storm …
Nachdem gegen die Südkoreaner eine “B-Elf” von Trainer Franco Foda aufs Feld geschickt wurde, bot dieser gegen Spartak Moskau eine Mannschaft auf, die jener vom Spiel gegen Red Bull Salzburg (ÖFB-Cup, 10. Februar 2010, 20:30 Uhr, Stadion Liebenau) sehr nahe kommen könnte. Wieder im 4-4-2-System angetreten, zeigten die Grazer gegen den russischen Spitzenklub eine starke Leistung und war ihm absolut ebenbürtig.
Bereits zum Start des Sturm12.at-Livetickers spielte das Wetter verrückt. Sturmböen sorgten für mehr als nur unangenehme Arbeitsbedingungen für Spieler und Redakteure. Passenderweise streikten auch zu Beginn sowohl die Sturm12.at-Server, als auch jene von Spartak Moskau, die das Spiel live auf ihrer Homepage übertrugen.
Obwohl die Windverhältnisse unfassbare Verhältnisse annahmen, wurde das Spiel gestartet. Zu berichten gibt es jedoch nichts über die erste Halbzeit, denn der Wind machte ein regulär geführtes Spiel unmöglich. Versuchten die Grazer – die in den ersten 45 Minuten den Vorteil des Rückenwindes genossen – einen Pass in die Tiefe, hätten die Flügelspieler Andreas Hölzl oder Haris Bukva schon einen Turbo zünden müssen, um ihn auch zu erreichen. Auf der anderen Seite hätte Spartak-Goalie Dmitry Homich unmenschliche Kräfte gebraucht, um einen Abstoß oder Ausschuss in die andere Hälfte des Spielfeldes zu bringen. Meist legte der Ball nicht einmal die halbe Distanz bis zur Mittellinie zurück. Kaum verwunderlich, dass es nach 45 windigen Minuten 0:0 stand. Dennoch boten beide Teams ein gutes Spiel. Im Gegensatz zu den anderen Testspielen lag das gewisse Etwas in der Luft. Man merkte: Hier trafen zwei gute Mannschaften aufeinander. Vorallem Sturm wirkte trotz der Belastungen der letzten Tage deutlich konzentierter, als noch beim 1:2 gegen Astra Ploiesti und dem 0:0 gegen Gyeongnam.
Walk on, through the wind, walk on, through the rain …
Wind und Wetter sollten sich auch in der zehnminütigen Pause nicht bessern – im Gegenteil. Pünktlich zu Beginn der zweiten Hälfte spürte man auch auf der überdachten Tribüne des Cornelia Sportcomplexes erstmals Regentropfen im Nacken – dafür sorgte der von hinten kommende Wind dafür. Ob es die Witterungsverhältnisse waren oder nicht – auch die Internetverbindung streikte, weswegen der Sturm12.at-Liveticker in der zweiten Halbzeit auf telefonischem Wege mit Verbindung nach Graz weitergeführt werden musste.
Um 17:42 Uhr österreichischer Zeit kam kurzzeitig nochmals Hoffnung auf: “Wir sind wieder live aus Belek.” Die Verbindung stand, auch wenn neben dem Tippen immer öfter der Bildschirm vom Regen getrocknet werden musste. Um 17:43 Uhr folgte noch ein kurzes Update über die Wetterverhältnisse: “Es schüttet mittlerweile aus sämtlichen Eimern.” Danach war Schluss.
Neben heftigen Windböen, die den Platzregen waagrecht auf die Tribüne peitschten, setzte zusätzlich Hagel ein. Das Spiel wurde unterbrochen, die Akteure flüchteten unter die Tribüne. Nur ein einzelner Spartak-Spieler blieb alleine am Spielfeld, die Arme weit ausgebreitet. Man verstand das “Warum spielen wir nicht weiter?” auch ohne Russischkenntnisse.
Als das Spiel wieder fortgeführt werden konnte, war in den Gesichtern der Zuschauer, darunter auch Abgang Mark Prettenthaler und Sturm-Legende Hannes Reinmayr, der fragende Blick nach dem “Warum?” zu sehen. Von den äußeren Verhältnissen unbeeindruckt, reagierte Sturm-Trainer Franco Foda auf seine Weise. In der 65. Minute brachte er Neuzugang Roman Kienast für Klemen Lavric. Am Spielverlauf ändere dies wenig. Wie bereits seit Beginn der zweiten Halbzeit konnte keine der beiden Mannschaften für Druck nach vorne sorgen und sich Torgelegenheiten herausspielen.
At the end of the storm, there’s a golden sky …
Das Spiel geriet zur Nebensache. Dass Denis Borjarinzew in der 81. Minute nach einem Gestocher im Strafraum das 1:0 erzielte interessierte kaum einen mehr. Die Mehrheit der Zuschauer war ins nahegelegene Cornelia Diamond-Hotel geflüchtet. Jene, die zurückgeblieben waren, waren zumindestens auf der Rückseite komplett durchnässt. Doch auf das türkische Wetter war wie immer Verlass. Zwei Minuten vor Spielende enden Regen und Wind schlagartig. Man hätte meinen können, es hätte nie geregnet.
Passiert ist bis zum Schlusspfiff nichts mehr, weswegen das letzte Testspiel für Sturm Graz gegen Spartak Moskau mit 0:1 verloren ging. Doch, ein reguläres Spiel sieht anders aus. “Du kannst bei Regen spielen, du kannst bei Schnee spielen, aber der Wind macht Fußball praktisch unmöglich”, kommentierte Andreas Hölzl die Witterungsverhältnisse. Auch Christian Gratzei wird dieses Spiel wohl kaum vergessen: “Ich habe ja schon einiges erlebt, aber diese Anekdote erzähle ich einmal meinen Kindern.”
Im Fokus
Der unbekannte Kameramann

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Im heutigen Fokus steht jener unbekannte Kameramann von spartak.com, der beinahe bis zum Spielende auf dem Turm am Spielfeldrand durchhielt. Selbst bei windstillen Verhältnissen erfordert der Kameraturm Schwindelfreiheit. Bei Verhältnissen, wie sie heute in Belek vorherrschten, verlangt er absolute Furchtlosigkeit.
Kein Fußballfan, der solche Umstände nicht miterlebt (hat), vermag es sich auszurechnen, was das Arbeiten auf diesem Turm bedeutet. Würde Sturm12.at in Testspielen einen Blacky of the Match vergeben – der Gewinner wäre heute unser Kameramann von spartak.com.
Statistik
Sturm Graz – Spartak Moskau 0:1 (0:0)
Cornelia Sportcompelex, Belek – 50 Zuschauer
Tor
0:1 (81.) Borjarinzew
Sturm Graz
Gratzei – Lamotte, Schildenfeld, Sonnleitner, Kandelaki – Hölzl, Hlinka, Weber, Bukva (84. Weinberger) – Lavric (65. Kienast), Beichler
Spartak Moskau – Startformation
Khomich – Parshyvilyk, Jirankek, Suchy, Chodriev – Jakobelev, Sabitov, Pavlenkov, Prudneikov – Gorbatenko – Dzuba
Sturm12.at
Liveticker zum Nachlesen
Kommentare ( 3 )
Philipp am 3. Februar 2010 um 00:56Liveticker of the year award ist jetzt schon vergeben..
Hurricamo am 3. Februar 2010 um 09:12Viele wüsten sicher nicht was sie nach so einem Spiel berichten sollen, ihr schreibt hier einen Bericht bei dem man wirklich herzhaft lachen muss. Vorallem über den im Sturm12 stehenden Kameramann hab ich mich köstlich amüsiert!
Vielen Dank!
hans henny jahnn am 3. Februar 2010 um 14:08ihr seid wahre helden.
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