Analyse: 45 ungebremste Offensivminuten reichten

Sturm Graz - SV Mattersburg

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Ausgelassener Jubel machte sich breit im schwach besuchten Stadion Liebenau nach dem gestrigen 4:0  der Heimmannschaft über Mattersburg. Es war ein über die gesamte Spieldauer verdienter Sieg, keine Frage. Bis der schwarz-weiße Motor aber erst einmal auf Betriebstemperatur kam, musste man gegen selbsbewusste Burgenländer die ein oder andere brenzlige Situation überstehen.

Die Drohung den Burgenländerwitz wahr zu machen…
Dominik Doleschal
hätte gestern Abend gut und gerne der Spielverderber werden können. Mit seinen Gelegenheiten in der 15. und 25. Minute hatte der 20-Jährige zwei fast hunderprozentige Gelegenheiten die Gäste auf die Siegerstraße zu bringen. Sturm hat es seinem Keeper Christian Gratzei und ein wenig Glück zu verdanken, dass der Ball den Weg beide Male den Weg nicht ins Tor fand. Wider Erwarten trat die Mannschaft von Franz Lederer, nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Wiener Neustadt, in Graz ohne Rücksicht auf Verluste die Flucht nach vorne an. Sturm wirkte in der Defensive davon zwar nicht wirklich überrascht, zeigte aber teilweise bisher ungesehene Schwächen.

…und die Antwort eines Kärntners
Vorallem Christian Klem hatte von allen Abwehrspielern am Meisten zu kämpfen. Lieferte er gegen Salzburg noch eine echte Talentprobe ab, zeigte sich gestern, dass er zwar durchaus Potenzial hat, dieses aber noch zu unkonstant abrufen kann. Für einen 18-Jährigen soll das jedoch kein großer Tadel sein. Franco Foda erkannte die Situation und sorgte mit der Einwechslung von Neuzugang Christian Prwada zur Pause für ein beachtliches Debüt des Kärntners. Als Ende Jänner die Verpflichtung des 27-Jährigen bekannt gegeben wurde, war die Verwunderung unter den Sturm-Fans groß. Viele hätten nach dem bevorstehenden Abgang von Mark Prettenthaler eine interne Lösung als Backup auf der linken Abwehrseite bevorzugt. Jetzt, nachdem Stammspieler Ilia Kandelaki mit einer Verletzung zu kämpfen hat, konnte Prawda seine Verpflichtung bereits beim ersten Einsatz  mehr als nur rechtfertigen.

Nicht nur seine gegenüber Klem konstantere Leistung im Defensivbereich, sondern auch die Bereitschaft und die Übersicht im Spiel nach vorne sorgten für beeindruckte Augen auf den Rängen. Vor dem 2:0 schickte er Jakob Jantscher ideal in den Freiraum, wenige Minuten darauf war es sein gefühlvoller Heber auf Roman Kienast, der das 3:0 einleitete. Ohne genau zu wissen wie lange Kandelaki noch ausfallen wird: Mit Prawda scheint einer verpflichtet worden zu sein, der in Klagenfurt unter seinem Wert geschlagen wurde. So zeigte er es uns zumindest gestern.

Der dreifache Lavric und der kritisch beäugte Weber
Das Thema Offensive führt unumgänglich zu Sturms Toptorjäger im Kalenderjahr 2010, Klemen Lavric. Nicht nur, dass er mit seinen Treffern drei bis fünf für die bereits siebenten bis neunten von neun Stürmertoren im heurigen Jahr sorgte ist beachtlich, sondern auch, dass es wieder an einer Aktion von ihm lag, welche das Spiel zu Gunsten der Blackies verlaufen ließ. Wie gegen Salzburg, als er den Elfmeter zum 1:0 verwandelte, assistierte er sich mit dem Elferfoul an ihn und dem anschließend versenkten Strafstoß quasi selbst. Bis dahin war das Spiel nach vorne seitens der Gastgeber zu unagil und berechenbar.

Schuld daran trug nicht etwa ein Fehlen von Daniel Beichler, sondern die mangelnden Bemühungen der gesamten Mannschaft. Einer der bei der hoch im Kurs stehenden Flügelzange Jantscher-Hölzl oft für Kritik herhalten muss ist Manuel Weber. Auch von Sturm12.at wird der Kärntner ab und an zu kritisch beäugt. Jedoch hat er, und das steht einmal fest, in Fodas aktuellem 4-4-2-System eine tragende und schwierige Rolle im Spiel nach vorne inne. Einerseits soll er Bälle verteilen, wie ein Samir Muratovic in seinen besten Tagen, und gleichzeitig vor der Abwehr zusammen mit Petr Hlinka aufräumen. Gemeinsam mit seinem großen Potential, dass er nur im Training voll auszuschöpfen scheint, wird im Sturm12.at-Zeugnis gegenüber anderen Spielern bei Weber schon einmal mit zweierlei Maß gemessen, das sei an dieser Stelle selbstkritisch angemerkt.

Konkurrenzkampf? (Noch) kein Problem
Apropos Samir Muratovic: Während er sich gestern, wider Erwarten, im Kader befand, wurde mit Martin Ehrenreich einer auf die Tribüne verbannt, der im Herbst über weite Strecken zum Stammpersonal zählte. Der beinharte Konkurrenzkampf um einen der ersten 18 Plätze ist bei Sturm etwas derart Unbekanntes, dass sofort Fragen nach etwaigen Unstimmigkeiten auftauchen. Bei jeder Nominierung muss sich Franco Foda heuer nunmal für und gleichzeitig gegen einen Spieler entscheiden. Auf das Klima der Mannschaft dürfte sich das bei weiteren Erfolgserlebnissen wie beispielsweise kommenden Samstag gegen den LASK allerdings nicht negativ auswirken.

Sturm Graz – SV Mattersburg 4:0 (1:0)
Bundesliga – 21. Runde
Samstag, 20. Februar 2010, 18:00 Uhr
Stadion Liebenau, Graz- 7.192 Zuschauer – SR: Robert Schörgenhofer

Tore
1:0 Lavric (29., Elfmeter)
2:0 Lavric (51. – Assist: Jantscher)
3:0 Lavric (58. – Assist: Kienast)
4:0 Kienast (64. – Assist: Jantscher)

Gelbe Karten
Chrappan (28./Foulspiel)
Naumoski (29./Kritik)
Mörz (31./Foulspiel)
Prawda (89./ Foulspiel)
Doleschal (90./Foulspiel)

Sturm Graz (4-4-2)
Gratzei – Lamotte, Schildenfeld, Sonnleitner, Klem (46. Prawda) – Hölzl (C), Hlinka, Weber, Jantscher (80. Bukva) – Lavric, Kienast (67. Haas)

SV Mattersburg (4-4-2)
Borenitsch – Farkas (63. Sedloski), Malic, Chrappan, Pauschenwein– Doleschal, Seidl, Mörz, Atan (74. Spuller)– Naumoski (65. Schmidt), Waltner


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Kommentare ( 15 )

Berichte & Analysen zum Sieg gegen Mattersburg…

Sturm – SV Mattersburg 4:0
20.2.2010, Liebenauer Stadion, 7.200 Zuseher, Schiedsrichter: Schörgenhofer
Tore: 1:0 Lavric (29., Elfmeter), 2:0 Lavric (51.), 3:0 Lavric (58.), 4:0 Kienast (64.)

Spielbericht von District Six: LESEN
Analyse von Sturm1…

SturmTifo.com .:. offizielle Foto & Videosite der Fangruppen des SK Sturm Graz am 24. Februar 2010 um 14:48

hätte eine frage…

vor dem spiel war zu lesen das nur noch 4300 karten zu haben sind. wo habt ihr das bitte her? von wem habt ihr bloß diese infos?

graz_1909 am 21. Februar 2010 um 21:51

@graz_1909 War in diesem Fall eine Fehlinformation und ist bitte zu entschuldigen.

at am 21. Februar 2010 um 21:53

Eine durchaus gelungene und so richtig “ausgeschlafene” Analyse. Wenn man nicht ganz fair und korrekt nur ein Spiel bzw. eine Halbzeit als Vergleich hernehmen würde, hätte man mit dem “Tausch” Prettenthaler/Prawda wohl ins Goldkisterl gegriffen – Ersterer heute mit zwei Assists für den Gegner.

FLEURQUIN am 21. Februar 2010 um 22:14

http://www.youtube.com/watch?v=alTjxlWsyAg

Keeev1000 am 21. Februar 2010 um 22:33

@at

kein problem. hab mich nur gewundert das auf einmal so “wenig” leut im stadion warn :)

graz_1909 am 21. Februar 2010 um 22:38

Wahnsinn.
So eine Auswahl:

Gratzei, Lukse
Lamotte, Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner, Feldhofer, Kandelaki, Prawda, Klem
Hölzl, Weber, Hlinka, Muratovic, Kienzl, Jantscher, Bukva, Salmutter,
Haas, Lavric, Kienast, Beichler,

Wen von den 22 soll man den bitte zu Hause lassen??? =O
Foda hat echt di Qual der Wahl!

Bleiben noch immer ein Weinberger, Hassler, Tauschmann, Kropfhofer, Foda!

Wobei ein Verleih von Foda im Sommer das allerbeste wäre!!!
Denn lange halte ich das Vater-Kind-Spiel nicht mehr aus!!!!

Trotzdem, wenn man bis auf Beichi und Jantscher alle halten kann, noch einen Flügelspieler holt, dann spielen wir nächstes Jahr um den Meistertitel =D

freu

swg

SKSturmfan55 am 21. Februar 2010 um 23:08

@SKSturmfan55: Kropfhofer ist momentan der 2. Tormann, da ja Lukse verletzt ist … und einen Bartosch haben wir auch noch im Talon.

Nightey am 21. Februar 2010 um 23:32

Hallo. Bin neu in diesem Forum und möchte euch erst aml begrüßen.
Würde hier nur gerne anbringen, das für mich Weber gestern schon sehr stark spielte und die Flügel Hölzl/Jantscher total in den Schatten stellte. Spielerisch und läuferisch top.

usk am 21. Februar 2010 um 23:39

@Keeev1000: Bitte poste den Link nicht unter jeden Artikel…

jd am 21. Februar 2010 um 23:51

Andreas, meinst Du wirklich dass fuer jene die statt Prawda lieber eine “interne Loesung” gehabt haetten nur der faktor Qualitaet ausschlaggebend war? In anderen Worten, dass diese Leute ernsthaft gemeint haetten dass Nachwuchsleute auf Anstand besser als ein gstandenenr BuLi Spieler wie Prawda sein werden, und das der grund fuer ihre Kritik war?

Also darum gings bei dieser Kritik, und bei der an anderen Transfers, wirklich nicht. Erst wenn wir nach Abschluss des Fruehjahrs besser als 4. werden ueberdenke ich das Ganze noch mal, aber nicht einfach weil Prawda sich als der gstandene, solide verteidiger erweist der er auch bei Kaernten war.

Philipp am 22. Februar 2010 um 01:31

@philipp: Geht man aber davon aus, dass Kandelaki im Sommer weg ist, hat man mit dem “gstandenen” Prawda und dahinter Klem und mglw. Stangl aus dem eigenen Nachwuchs, das ursprünglich angestrebte Vereinsleitbild zu 100% umgesetzt.

FLEURQUIN am 22. Februar 2010 um 07:14

@Philipp: Die Kritik war nicht des Faktors Qualität wegen, sondern aufgrund der Tatsache, dass man trotz Nachwuchs mit Potenzial mit Kandelaki und Prawda auf einmal zwei sehr erfahrene (und nicht weltbewegend starke) Spieler auf einer Position hatte und das nicht unbedingt ein gutes Argument für einen Verein ist, der es sich zu Herzen nimmt eigene, junge Spieler in die Kampfmannschaft einzubauen. Wie aber FLEURQUIN schon anmerkte, ist Kandelaki aktuell außer Gefecht und im Sommer womöglich nicht mehr in Graz. Zunächst muss Prawda aber erst einmal seine Leistung bestätigen.

at am 22. Februar 2010 um 13:58

Sehr guter Beitrag von AT und den nachfolgenden Kommentatoren!
Endlich hat Sturm einmal ein Luxusproblem! Da kommt Freude auf! Das wird sich nur positiv auf die Leistungsbereitschaft der einzelnen Spieler auswirken. Einfach KLASSE!!

beatrice am 22. Februar 2010 um 15:14

Andreas, danke fuer die Antwort. genau darum gings bei der kritik, und gehts immer noch. Deswegen fand ich die Stellungnahmen im Beitrag, die aufgrund des vorgestrigen Spiels und der von Prawda gezeigten Qualitaet quasi angenommen haben “jetzt ist der Kritik der Boden entzogen”, nicht wirklich” to the point”.

Philipp am 22. Februar 2010 um 20:10

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