Analyse: Abgezockt und variabel

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Auswärtssiege in Linz sind rar in dieser Saison und zwar für alle Bundesligisten. Egal ob sie jetzt Rapid Wien, Austria Wien, Red Bull Salzburg oder Sturm Graz heißen. Mit dem gestrigen 2:1-Sieg über die Athletiker gelang den Blackies nämlich erst als zweites Team, nach den Veilchen, die volle Punktezahl aus der oberösterreichischen Landeshauptstadt zu entführen. Glanzlichter hatte der Erfolg zwar wenige, ganzheitlich betrachtet zeichnete man sich, auch wenn es spielerische Leerläufe gab, durch neue Qualitäten aus.
Ab durch die Mitte
So nutzte man beispielsweise in beiden Halbzeiten jeweils die erste sich bietende Chance um zum Erfolg zu kommen. Durch Klemen Lavrics Kopfballtor, ging man per Standardsituation in Front. Eine bislang viel zu selten genützte Möglichkeit, ohne große spielerische Mittel einen Treffer zu erzielen, die dank der aktuellen Form des Slowenen hoffentlich weiter forciert wird. In Durchgang zwei war es die genützte Lücke in der Mitte. Ja, auch das Spiel durchs Angriffszentrum hat man in Graz für sich entdeckt und man sieht in persona Manuel Weber dass dieser Angriffsbereich durchaus erfolgbringend ist. Im Gegensatz zum Herbst entlastet man so die Flügelspieler, deren Form damals Sieg und Niederlage bedeuteten.
Um beim Thema zentrales Mittelfeld zu bleiben, sei auch eine klarere Rollenverteilung erwähnt, was die Herren Peter Hlinka und Manuel Weber betrifft. Während Weber endlich den Mut hat sich nach vorne zu orientieren und auch über ungelungene Aktionen hinweg sieht, ist Hlinka, gestern mit über hundert Ballkontakten und 73% gewonnenen Zweikämpfen, der klassische Staubsauger vor der Abwehr. Auch wenn er das Spiel, auf seine spezielle Art und Weise, ab und an entschleunigt, so stellt das kein Problem dar, wenn sein Partner im Zentrum sich klar nach vorne orientiert. Auch Christian Prawda ist dabei zu nennen. Vergleicht man den 27-Jährigen mit Ilia Kandelaki, so fällt einem doch auf, dass Prawda seine Rolle deutlich offensiver interpretiert als der Georgier. Bisher konnte man auch keine groben Schnitzer in der Rückwärtsbewegung des Kärntners erkennen. Allerdings hat er es auch noch nicht mit schweren Brocken als Gegenspieler zu tun gehabt.
Konsequente Taktik
Über spielerisch wenig ertragreiche Minuten kann man natürlich nicht hinwegsehen. Jedoch durfte man sich gestern keine Dominanz von Daniel Beichler und Co. erwarten. Denn wie schon in Klagenfurt gesehen, verfolgt Coach Franco Foda eine konsequente Auswärtstaktik, egal wie der Gegner heißt. Spielen und laufen lässt man dabei zunächst die Kontrahenten, um selbst durch schnelles Konterspiel, respektive Standardsituationen gefährlich zu werden. Da man nun mit Lavric und Beichler zwei unterschiedliche formstarke Stürmer in seinen Reihen hat und noch weitere hungrige auf der Ersatzbank, ist dem Variantenreichtum im Angriffsspiel kaum eine Grenze gesetzt, dessen Folge Unberechenbarkeit für den Gegner bedeutet. Dagegen hat man noch Probleme wenn man das Spiel selbst gestalten muss, wie die Anfangsphase gegen Mattersburg zeigte, die man aber mit ein wenig Glück überwinden konnte.
Die Jagd ist eröffnet
Galt es zu Beginn des Frühjahrs noch die Mannschaft aus Ried im Auge zu behalten, kann man nun unbesorgt in die obere Tabellenregion blicken, in welcher sich an diesem Wochenende keines der Teams auszeichnen konnte, die Salzburger aber dennoch ihre Führung in der Tabelle ausbauten. Für Sturm spricht somit durch die erbrachten Leistungen nun auch das psychische Momentum: Man jagt die Spitze ohne sich dabei selbst in Bedrängnis zu befinden, dazu hat man auch noch im Cup seine Beine im Spiel. Kurzum: Die Jagd ist eröffnet.
LASK – Sturm Graz 1:2 (1:1)
Bundesliga – 22. Runde
Samstag, 27. Februar 2010, 18:00 Uhr
Stadion der Stadt Linz, Linz – 7.700 Zuschauer – SR: Manfred Krassnitzer
Tore
0:1 Lavric (14. – Assist: Jantscher)
1:1 Skuletic (22. – Assist: Hart)
1:2 Weber (56. – Assist: Lamotte)
Gelbe Karten
Alunderis (17. – Foulspiel)
Lamotte (21. – Foulspiel)
Chinchilla-Vega (67. – Foulspiel)
Majabvi (79. – Foulspiel)
Sturm Graz (4-4-2)
Gratzei – Lamotte, Schildenfeld, Sonnleitner, Prawda – Bukva, Hlinka, Weber, Jantscher (83. Ehrenreich) – Beichler (74. Kienast), Lavric (88. Haas)
Ersatz
Kropfhofer – Ehrenreich, Feldhofer, Muratovic, Haas, Foda, Kienast
LASK (4-4-2)
Macho (58. Zaglmair) – Alunderis (46. Bubenik), Margreitter, Chinchilla-Vega, Prettenthaler – Metz, Aufhauser, Majabvi, Hart (82. Zakany) – Mayrleb, Skuletic
Ersatz
Zaglmair – Bubenik, Bichelhuber, Rasswalder, Piermayr, Vujic, Zakany
Kommentare ( 7 )
lexx am 28. Februar 2010 um 21:22gelungene analyse!!
reto1991 am 28. Februar 2010 um 21:39der sturmexpress rollt unaufhaltsam auf rapid zu
jjasenko am 1. März 2010 um 04:19tschu tschuuuu
Sattledter am 1. März 2010 um 08:47Ziel: Platz 3, vor Rapid *_*
SKSturmfan55 am 1. März 2010 um 16:14http://www.youtube.com/watch?v=-SxoT5nzOVE&feature=related
das ab 1:20 wär so sau gail des is so richtig ostbockmäßig aber so sau gail^^
swg
Keeev1000 am 1. März 2010 um 18:27Der Link is viel besser:
Franz am 1. März 2010 um 19:57Ich möchte ja nicht pingelig erscheinen, hätte aber schon eine Frage: Warum kann man das Kasimir Sidorczuk Interview im RSS-feed schon lesen auf der Hauptseite aber nicht?
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