sportnet.at-Battle: Technische Hilfsmittel im Fußball?

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Immer wieder taucht im österreichischen wie internationalen Fußball die ein und die selbe Frage auf: Technische Hilfsmittel – ja oder nein? Am Meistdiskutiertesten sind dabei der schon fast berühmt-berüchtigte Chip im Ball oder die Torkamera. Aber auch der Videobeweis wird immer wieder – ähnlich wie im Eishockey oder American Football – vehement gefordert. Doch erst kürzlich entschied sich die FIFA klar gegen technische Hilfsmittel.

Michael Schlagenhaufen und Christoph Gastinger diskutieren dies im sportnet.at-Battle.

Pro!

Wir schreiben das Jahr 2010 – nur die FIFA nicht. Keine 100 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika entscheidet der Weltverband nach einer Sitzung mit dem für Regelfragen zuständigen International Football Association Board (IFAB) “der Technik die Tür endgültig zu verschließen.” In einer hochtechnisierten Welt, in welcher der Mensch ohne Computer kaum mehr kann, verschließt die FIFA die Augen.

Während andere, global ausgetragene Sportarten wie Tennis (Hawk Eye) und Eishockey (Videobeweis) mit der Zeit gegangen sind, trägt die FIFA weiterhin stolz die Blindenschleife mit sich rum. Anstatt den Einsatz der Torrichter, der mehr ein misslungener und notgedrungener Versuch war, hoch zu loben, sollten die Herren Funktionäre ein paar Scheine in die Hand nehmen und sich genauso wie den Fußball “up to date” bringen.

Nach 90 oder mehr Minuten geht es nicht nur um Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit, sondern viel mehr um’s liebe Geld. Zahlen-Liebhaber können sich ausrechnen, was passiert wäre, wenn an der WM-Endrunde nicht Frankreich samt Henrys Hand Gottes, sondern Irland teilnehmen würde. Dabei sein ist eben doch alles.

Christoph Gastinger

Contra!

Auch in naher Zukunft bleiben Torkameras und der Chip im Ball tabu. Zurecht, sage ich.

Klar, die Begründung der FIFA, der Fußball lebe von strittigen Entscheidung, mag dem ein oder anderen zu unausgegoren erscheinen. Welcher Fan ist schon angetan, wenn am Ende einer Saison die fehlenden Punkte auf vermeintliche Fehlentscheidung zurückzuführen sind.

Und trotzdem sind es die Gespräche am nächsten Morgen – sei es in der Schulklasse, im Büro oder im sonntäglichen „Doppelpass“ – die das Fan-Herz erfreuen. Mit dem Video-Beweis wären diese Gespräche tot. Von heute auf morgen.

Natürlich stellt sich die Frage, wie lange die FIFA diese konservative Schiene fahren kann. Der Fußball wird schneller und spätestens dann, wenn es zum längst fälligen Wechsel in der Führungsriege kommt, wird diese Themaitk wieder aufkeimen.

Fakt ist aber auch: Wenn die kostspieligen Hilfsmittel eingeführt werden, müssen sie einwandfrei funktionieren. Das haben die in Zürich vorgestellten Systeme aber klar verabsäumt.

Michael Schlagenhaufen


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Kommentare ( 17 )

ich wäre pro definitiv PRO! denn die gespräche am nächsten morgen im schulzimmer oder im büro würds immer noch geben!! ich denke auch, es würde das spiel EHRLICHER machen!! doch das mit dem ganzen unterbrechnungen müsste man es sich ganz genau überlegen z.b. nur 70 statt 90 min oder sowas…! auch in welchen ligen ist ne frage… aber leider ist es bis auf weiteres ja beschlossene sache!

ta am 9. März 2010 um 12:52

Ohne Fehler der Spieler fielen weniger Tore – ohne Fehlentscheidungen der Schiedsrichter und ihrer Assistenten gäbe es weniger Diskussionen. Menschliches Fehlverhalten gehört zum Leben und der Umgang damit zu den größten Herausforderungen. Ich spreche mich ganz klar gegen technische Hilfsmittel u. ä. aus. Nimmt dem Kick den “Kick”!

FLEURQUIN am 9. März 2010 um 13:02

Ich bin FLEURQUINs Meinung. Menschliche Fehlleistungen gehören für mich sogar dazu – ich gebe es auch gerne zu, dass ich mich im Stadion über falsche Schirientscheidungen mit Freude lauthals ärgere.

Es darf einfach nicht alles durch Elektronik sterilisiert werden!

pukl am 9. März 2010 um 13:12

Beim Fußball oder allgemein im Profisport geht es um unglaublich Summen Geld. Sogar Existenzen stehen auf dem Spiel. Darum bin ich dafür, dass alles getan werden muss um den Sport möglichst fair zu gestalten.

Chrisi2408 am 9. März 2010 um 13:31

Also ich bin auch für den Einsatz technischer Hilfsmittel. Denn abgesehen von dem lieben Geld, dass von den Entscheidungen abhängt, sehe ich nicht ein, dass Manipulationen durch Schiedsrichter so schlecht angreifbar sind. Wie oft passiert es, dass die (Tatsachen?-)(Fehl-)Entscheidungen der Unparteiischen trotz Überführung der Spielmanipulation revidiert werden? Ich kann mich nur an einen einzigen Fall erinnern (ich glaub Hoyer oder Hoyzer wars bei Ahlen gegen Burghausen).
Schon alleine, um diesen Manipulationen vorzubeugen sollten Hilfsmittel eingesetzt werden.

rmi am 9. März 2010 um 14:04

Also wenn ich mir vorstelle, dass es nie wieder Fehlentscheidungen gibt, nichts mehr worüber man diskutieren soll, weil ja alles Fair und Gerecht zugegangen ist…ich weiß nicht ob mir da der Spaß am Fußball aufrecht erhalten wird…

Wo bleiben dann die Emotionen?

Ein klares NEIN zur Einführung von mir.

another am 9. März 2010 um 14:08

Es würde auch nach der Einführung so mancher Hilfsmittel noch genug strittige Situationen geben, wenn ich da an die angeführten Beispiele wie Eishockey oder Football denke, wenn sich die Leute diese Sportarten ansehen würden, würden sie sehen, dass es noch genug Emotionen und Diskussionen nach so manchen Entscheidungen gibt. Diese Dinge würden vl wegfallen wenn man jede auch noch ach so kleine Situation mit dem Videobeweis klärt. Aber dass es jetzt schlecht für den gesamten Fußball wäre wenn jetzt einem der vielen halbblinden Schiedsrichtern geholfen wird, mithilfe eines Chips oder Videobeweises, weil er es ja vl wirklich nicht gesehn hat ob der Ball hinter der Torlinie ist und er selbst nach Gefühl eintscheiden muss, kann niemand behaupten.
Es würde einzig und allein fairer zugehen und der Spielraum den ein eventuell geschmierter Schiri hat würde enger werden, aber vl hat die FIFA ja genau gegen das etwas.

hansl am 9. März 2010 um 14:11

Ich kann mit dem Begriff “Fairness” im modernen Fußball wenig anfangen. Was ist “fair” daran, wenn ganze Ligen von schlicht “unfair” erwirtschafteten Geld(geb)ern beeinflußt und bestimmt werden? Wo bleibt der “Fairness”-Gedanke, wenn die “Reichen” den “Armen” die dort ausgebildeten und großgewordenen Spieler wegkaufen? Und das Geld-Argument ist ein nur scheinbar schlüssiges – ein verschossener Elfmeter, ein grauenhafter Fehlpass oder eine vergebene Großchance beeinflußt Spiele und Ergebnisse in viel höherem Maße als die Fehlentscheidungen der sogenannten Unparteiischen….

FLEURQUIN am 9. März 2010 um 14:26

CONTRA!!!!

wäre so wie das pyrogesetz- würde emotionen rauben!!!

Grueni am 9. März 2010 um 15:34

würde wohl eher herzinfarkte vermeiden als emotionen rauben!!!

hansl am 9. März 2010 um 15:35

absolut gegen technische hilfsmittel, da würde der charme des fußballs verloren gehen. 100%ig fair würds dann ja auch net ablaufen, auch wenn sich 2 ein video anschaun wirds geteilte meinungen geben, abgesehen davon dass es den spielfluss zerstören würde.
ich bin für härtere schiedsrichterstrafen bei zu vielen gravierenden fehlentscheidungen, vorallem im hanappi ghört mehr druck auf die schiedsrichter gmacht, die heimtendenz die da schon oft herrschte war net normal.

relient_k am 9. März 2010 um 15:54

Es fehlt hier gänzlich eine andere begründung der fifa, nämlich die, das die fifa eine organisation ist, die für die bestimmungen auf allen erdteilen und kontinenten zuständig ist. Und das in entlegendsten Gebieten in Afrika diese änderung nicht durchführbar ist, kling einleuchtent
Laut Sepp Blatter will die Fifa nicht unterschiedliche Bestimmung in der Technik-Frage für verschiedene Ligen, um die Regeln und Ausführund des Fussballspiels überall annähernd gleich zu halten.

mightyg am 9. März 2010 um 16:19

Naja das Blatter-Argument bezüglicher der Durchführbarkeit in finanziell schwächeren Ligen ist überzeugend.
Zumindest den Video-Beweis lehne ich ab, da dieser ständig zu Unterbrechungen führen würde und eventuell eine Netto-Spielzeit eingeführt werden müsste. Das passt nicht zum Fußball. Höchstens derart, dass jedes Team eine oder zwei Möglichkeiten je Spiel hat, um den Beweis zu fordern.
Wenn das Chipball-System sofort anzeigt, ob ein Tor gefallen ist oder nicht, wäre es für mich noch akzeptabel.
Aber das gefällt mir alles nicht wirklich. Ich würde eher noch den Einwaller mit Lügendetektor fragen, ober nicht doch gern für Rapid pfeift. ;)

steirerbluat am 9. März 2010 um 16:48

Eigentlich schade dass die Diskussion so untergeht, nur aufgrund dessen, das ein Mitarbeiter gekündigt wurde der für Sturm nicht getan hat (Ob er nun durfte/konnte oder nicht, sei dahingestellt).

Lügendetektor vor dem Spiel, beim jeweiligen Schiedsrichter, wäre schon was – das würd ich befürworten :D

another am 10. März 2010 um 09:44

meiner meinung ist der heutige fußball, wie ihn unsere generation erlebt, eh schon viel zu viel kommerzialisiert (falls dieses wort existiert, aber i glaub ihr wisst was i mein…)!! wenn ich als 18-jähriger mit meinen vater(45) ein fußballspiel anschaue, dann kommt immer wieder die aussage “de heutigen fußballer san jo kane mehr, der ane liegt 10 minuten neben da spielfeldlinie lässt sich behandeln und dann sprintet er wieder, als ob nie was gewesen wäre…lauter schauspieler” wobei diese aussage relativ wenig mit dem kommerz zu tun hat, umso mehr würden diese technischen hilfsmittel meinen vater den letzten nerv ziehen um sich ein spiel anzuschauen!! aber diese gründe sind eben lauter fäden, die ein knäuel von kommerziellen fußball ergeben – deswegen contra technische hilfsmittel!

pombaer99 am 10. März 2010 um 14:59

Ein klares Pro!
Der Anachronismus der hier verbreitet wird, mieft nach Fetzenlaberl und Trafuril ;)
In der modernen Fußballwelt sind hohe Summen im Spiel, und das Ganze soll nicht durch meist amateurhafte (UN)-Parteiische entschieden werden!

bl09ck am 10. März 2010 um 20:50

Im heutigen Fußball geht es eindeutig um ZU viel Geld um genau zu sein, und gerade deswegen gehen die Emotionen auch so hoch bei Fehlentscheidungen.

Da wäre ich vorher für die Einführung der Allgemeinen gehaltsobergrenze für Fußballer.

another am 11. März 2010 um 10:48

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