Analyse: Ein Sieg der Moral

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Lange Zeit sah es so aus als würde der vergangene Sonntag für Sturm Graz noch zu kurze Zeit her sein, um das Geschehene zu verdauen. Mario Kienzl war sein Frust am Dienstag noch immer deutlich anzuhören. Am Spielfeld zeigte sich zunächst Lähmung anstelle eines “Jetzt erst recht”-Gefühls. Dank eines breiten Kaders und dem doch nicht gänzlich verloren gegangenem Selbstvertrauen bleibt der Kampf um Platz 3 jedoch weiterhin aufrecht.
Im ersten Durchgang präsentierten sich die Blackies erschreckend schwach. Die Gäste aus Kärnten standen zwar recht kompakt, doch schon im Spielaufbau mangelte es Sturm an Ideen. Das 0:1, eine schön herausgespielte Aktion über Leonhard Kaufmann, versetzte dann den nächsten Tiefschlag. Franco Fodas Pausenpredigt vermochte dann zunächst auch noch nicht eine Leistungssteigerung zu erzwingen. Erst das 0:2 und der darauffolgende Dreifachwechsel führte die Trendwende herbei.
29 Spielern sei Dank
Wenn man Spieler wie Mario Haas, Roman Kienast oder Klaus Salmutter auf der Bank sitzen hat, kann man froh sein, wie man gestern eindrucksvoll bewiesen bekam. Frischen Wind hatte Sturm gestern nämlich nötig, wie schon lange nicht mehr. Auch wenn sich Jakob Jantscher, Haris Bukva und Daniel Beichler, letzterer wurde von einigen unverbesserlichen “Anhängern” völlig unnötigerweise mit Pfiffen verabschiedet, bemühten, gelungen wäre ihnen wohl an diesem Abend nichts mehr.
Völlig anders war es bei Klaus Salmutter. Manch einer hatte wohl auf eine Einwechslung von Samir Muratovic spekuliert, jedoch erwies sich die Entscheidung pro Salmutter als absolut richtig. Auf heimischem Rasen fühlte sich der 26-Jährige sofort wieder wohl und ließ schnell wieder Assistqualitäten aufblitzen. Gekrönt wurde seine Einwechslung dann um 22:19 Uhr – als das Stadion Kopf stand, nachdem Salmutter mit einem trockenen Außenristschlenzer das 3:2 fixierte.
Da waren es nur noch 6
Die Jagd auf die Austria, die sich gestern in Kapfenberg nicht mit Ruhm bekleckerte, ist damit noch lange nicht vorbei. Sechs Zähler sind in sechs Partien absolut aufzuholen, egal wie die Gegner heißen. Moralisch hat man gestern erneut bewiesen, dass man sich weiterentwickelt hat. Nun gilt es sich aber sofort neu zu beweisen. Next stop: Mattersburg.
Sturm Graz – Austria Kärnten 3:2 (0:1)
Bundesliga – 30. Runde
Mittwoch, 14. April 2010, 20:30 Uhr – Stadion Liebenau – 7.507 Zuschauer – SR: Prammer
Tore
0:1 Hinum (27.)
0:2 Hierländer (59.)
1:2 Kienast (67.)
2:2 Hlinka (87.)
3:2 Salmutter (93.)
Gelbe Karten
Pusztai (15./Handspiel)
Jantscher (61./Foul)
Hlinka (77./Foul)
Dollinger (86./Foul)
Weber (89./Spielverzögerung)
Sturm Graz (4-4-2)
Gratzei – Lamotte, Feldhofer, Schildenfeld, Prawda – Jantscher (62. Haas), Kienzl, Hlinka, Bukva (62. Salmutter) – Beichler (62. Kienast), Lavric
Austria Kärnten (4-1-4-1)
Weber – Sollbauer, Elsner, Gramann, Salvatore – Pusztai – Pucker (89. Wrienz), Hinum (91. Riedl), Dollinger, Kaufmann – Hierländer
Kommentare ( 12 )
Berichte & Analysen zum Sieg gegen Kärnten…
Sturm – Austria Kärnten 3:2
14.4.2010, Liebenauer Stadion, 7.500 Zuseher, Schiedsrichter: Thomas Prammer
Tore: 0:1 Hinum (27.), 0:2 Hierländer (59.), 1:2 Kienast (67.), 2:2 Hlinka (87.), 3:2 Salmutter (94.)
Spielbericht von District Six: LESEN
An…
sk84fun am 15. April 2010 um 23:10Also ich persönlich bin mir nicht sicher ob Daniel Beichler persönlich ausgepfiffen wurde beim seiner Auswechslung (Auch wenn er wirklich schwach gespielt hat, wäre es sicher nicht gerechtfertigt gewesen ihn auszupfeifen). Ich persönlich glaube eher dass (berechtigterweise) gepfiffen wurde, weil der 3-Fach-Wechsel unfassbar lange gedauert hat… und wir ja nicht gerade in der Situation waren Zeit um übermaß zu haben…
sturmgraz88 am 16. April 2010 um 00:14Roman kienast wird eingewechselt für Bukva – Stille
Mario Haas wir eingwechselt für Jantscher – Stille
Daniel Beichler der die ganzen letzten Spiele schon schlecht war immer passt wenn er schiessen soll und umgekehrt – Laute PfiffeAber du hast natürlich recht…
klausderstudent am 16. April 2010 um 02:55ich habe auch gepfiffen und hab kein schlechtes gewissen! das leben ist nun mal hart, und fußball sowieso! …und was bis zur den wechseln gespielt wurde war auch echt scheiße!
Beichler ist ein guter spieler, aber er soll sich mal überlegen ob er ins ausland will! wer von den “top”-österreicher-transfers hat sich bis jetzt duchgesetzt?
hoffer – der “topstar” der ersatzbank
arnautivic – wird sich nie bei inter durchsetzen
mayerhofer – für die 2. englische liga zu schlecht
von säumel, stankovic und konsorten will ich gar nicht redenin österreich glaubt jeder, dass er ins ausland muß wenn er mal eine paar gute spiele gemacht hat. Aber wenn mal ein durchhänger kommt, dann ist man im ausland sofort weg! die jungen sollen mal schaun, dass sie konstant werden und wircklich immer ansprechende leistungen zeigen.
in dem stadion würde ich es den jungen nicht raten weg zu gehn. aber das ist nur meine persönliche meinung zu später stunde
Keeev1000 am 16. April 2010 um 08:08war klar, dass das wieder gelöscht wird -.-
Tooms am 16. April 2010 um 08:13Sturm hat zwar 29 Spieler im Kader – lt. Sturm Kader sind es sogar 30 – aber seien wir mal ehrlich, Kropfhofer, Bartosch, Tauschmann, Kainz, Maric, Klem, Hassler, Weinberger und auch wieder Klem sind zusammen in der ganzen Saison vl. 5 Mal auf dem Spielfeld gestanden (genauere Recherche zu mühsam), zusätzlich sind nur 2 der genannten vor dem Jahrgang 1989 und ALLES Spieler aus Österreich. Ob man das jetzt gut heißen kann oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen.
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btw: Die Konzentration sollte eher auf den Cup gerichtet sein, als auf Platz 3, Sturm Restprogramm (A) Ried + Cup, (A) Rapid, (H) Salzburg (vl. schon Meister, trotzdem nicht zum Punkte verschenken da), Austria (A) Salzburg (vl. schon Meister), (H) Rapid .. von der Papierform die schwersten Partien.
GottesHand am 16. April 2010 um 09:02Austria (A) von der Papierform her die schwerste Partie?
Ist das eine Andeutung auf eine Neuaustragung oder einfach nur FAIL? =)
Cup werden wir schon packen, Ried ist schwach wie lange nicht mehr, auch Zuhause! Und wir sind auswärts stark wie lange nicht mehr!
one_punch_mickey am 16. April 2010 um 09:05Beschämend für sturm12.at, wie AT hier wieder apodiktisch über Sturmfans aburteilt und unreflektiert in gut und böse unterteilt.
Ich als überzeugter Nichtauspfeifer, mache es mir nicht so leicht, sondern versuche die Motivation, die zu solchen Unmutsäußerungen führt nachzuvollziehen. Wenn man also die katastrophale Form und die mangelnde Einsatzbereitschaft, gepaart mit unveränderter Selbstüberhöhung und haarstreubender Eigensinnigkeit eines Herren Daniel Beichler betrachtet, dann ist es wohl verständlich, dass der zahlende Kunde sein Missfallen zu erkennen gibt. Soviel zu den unnötigerweise [sic] getätigten Pfiffen.
Des Weiteren frage ich mich schon, wie man es bei Euch mit der Meinungsfreiheit hält, wenn man jene, die ihre Unzufriedenheit äußern als „unverbesserlich“ darstellt!? Wann sind denn alle verbessert? Ich hoffe doch nicht, dass es das Ziel von Sturm12 ist alle auf Linie zu trimmen…
jd am 16. April 2010 um 09:28@one_punch_mickey: Ich halte es ebenso für “unverbesserlich”, wenn Fans einen Spieler auspfeifen, der einfach ein Formtief hat und vom Trainer dennoch Woche für Woche aufgestellt wird, anstelle ihm eine kurze Pause zu gönnen, zB um sich zu regenerieren oder um ihn aus dem Kreuzfeuer zu nehmen – so etwas nennt man wirklich nicht “die Mannschaft und die eigenen Spieler zu unterstützen”. Genauso unsinnig ist es die Mannschaft mit Pfiffen in die Kabine zu begleiten, wenngleich es irgendwie verständlich ist, weil Fußball ein emotionaler Sport ist. Jedoch – wozu braucht eine Mannschaft die Fans? Damit sie sie bei jeder Gelegenheit auspfeifen? Ich denke doch eher nicht…
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Aber wenn du unsere Haltung zur Meinungsfreiheit in Frage stellst, frag ich mich das selbe bei dir, denn im Grunde genommen nimmst du AT das Recht seine Meinung zu äußern. Das ist eben eine Analyse und keine Diplomarbeit.
one_punch_mickey am 16. April 2010 um 11:23Auch mir gefällt es nicht, wie der Fußball zum Geschäft verkommen ist und viele Leute in erster Linie ins Stadion gehen um unterhalten zu werden und nicht um ihrem Herzensverein die Treue zu zeigen. Gerade da es nur mehr um das liebe Geld geht ist der Verein auch auf solche Anhänger angewiesen (und trotzdem waren es nur 7.500). Und die pfeifen nun einmal schnell. Aber jemanden öffentlich anzuprangern, weil er seine Meinung vertritt, das ist nicht die Art und Weise von professioneller Berichterstattung, die ich von Euch gewohnt bin.
Ich bin der letzte, der es Euch nicht zubilligt Eure persönliche Meinung (die ich in den meisten Fällen teile) einfließen zu lassen. Meine aber allerdings auch, dass ihr schon oft genug unter Beweis gestellt habt, dass Ihr durchaus in der Lage seid das subtiler und diplomatischer zu formulieren. Das gebietet in meinen Augen die Verantwortung, die der absolut begründete Erfolg Eures Mediums mit sich bringt!
Mir ist natürlich völlig klar, dass es keinen Zweifel an Eurer Haltung zur Meinungsfreiheit gibtAber diese pointierte Formulierung sei mir gestattet um meiner Kritik Nachdruck zu verleihen.
at am 16. April 2010 um 12:16Lieber one_punch_mickey!
Das Problem an der Sache ist, dass du die Analyse nicht als persönliche Meinung wahrnimmst, sondern als (so weit es geht) objektiven Artikel. Zugegeben, klar deklariert ist die Analyse weder als das eine noch als das andere. Zum großen Teil hat sie sich bislang als möglichst objektive Betrachtung der Geschehnisse verstanden, weshalb solche Meinungen, wie jene zu den pfeifenden Fans, eher selten waren.
Ich finde es aber gut, diesen Themenbereich, wenn auch unbewusst, aufgeworfen zu haben. Meine Meinung zum Thema ist klar und ist deckungsgleich mit jener von JD. Spieler auszupfeifen hat nichts mit Unterstüzung der Mannschaft zu tun.
Wenn du, one_punch_mickey, von zahlenden Kunden schreibst, dann meinst du damit, dass Beichler nicht 100 Prozent gegeben hat, was ich ganz und gar nicht glaube. Man kann, auch als zahlender Kunde, im Gegenzug nicht erwarten, dass man einen nach dem anderen herrlichen Angriff präsentiert bekommt – So ist Fußball.
Um zur Wortwahl “unverbesserlich” zu kommen: Damit meine ich konkret jene Stadionbesucher, die einfach darauf los pfeifen, wenn 2-3 Aktionen danebengehen. Sowas ist für mich “unverbesserlich”, da die guten Argumente dieser Leute sich meist in Grenzen halten und den Spielern teilweise völlig unnötige und falsche Sachen an den Kopf geworfen werden. Folge ist Verunsicherung und wer diese als Fan bewirken will, ist meiner Meinung nach schwer als solcher zu bezeichnen.
Keeev1000 am 19. April 2010 um 11:32llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
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