Sturm Graz im Cup-Finale – Ein Rückblick

Mit dem morgigen Endspiel in Klagenfurt (16:30 Uhr) bestreitet Sturm Graz sein insgesamt achtes österreichisches Cupfinale. Drei Mal konnte man den Pokal nach Graz holen und zwar beinahe hintereinander in den goldenen Neunziger-Jahren unter Jahrhunderttrainer Ivan Osim. Sturm12.at warf einen…

oefbcup Mit dem morgigen Endspiel in Klagenfurt (16:30 Uhr) bestreitet Sturm Graz sein insgesamt achtes österreichisches Cupfinale.

Drei Mal konnte man den Pokal nach Graz holen und zwar beinahe hintereinander in den goldenen Neunziger-Jahren unter Jahrhunderttrainer Ivan Osim.
Sturm12.at warf einen Blick auf die Cup-Finalhistorie der Grazer Schwarz-Weißen, die bereits in den 40er-Jahren ihren Anfang nahm. 

4. Juli 1948: Austria Wien – Sturm Graz 2:0 (1:0)
Im sogenannten Bundesländer-Cup feierten die Grazer ihre Endspiel-Premiere. Nach einem 4:2 gegen den burgenländischen Landessieger aus Neufeld, sowie einem 2:2 im Hin- und einem 3:1 im Rückspiel gegen den Villacher SV wartete im Wiener Stadion vor 40.000 Zusehern Anfang Juli die große Wiener Austria. Über tausend Sturm-Fans traten die Reise über den Semmering an. Damals eine absolute Sensation, dauerte doch eine Zugfahrt 1948 strapaziöse sechs Stunden. Im Spiel selbst musste sich Sturm zwar geschlagen geben, spielte aber äußerst wacker und verschaffte sich auch bei der Wiener Presse einen guten Namen: “Sturm Graz wäre ein großer Gewinn für die demnächst zu gründende Staatsliga”, schrieb diese. Ein Wunsch, der sich zwei Saisonen später auch erfüllen sollte.

17. Juni 1975: Wacker Innsbruck – Sturm Graz 3:0 (2:0)
26. Juni 1975: Sturm Graz – Wacker Innsbruck 2:0 (1:0)
27 Jahre danach wurde der Pokal in Hin- und Rückspiel vergeben. Unter Karl Schlechta spielt Sturm mit dem Erreichen von Platz 5 in der Liga eine tolle Saison und schafft den Finaleinzug nach Siegen über Rottenmann (4:1), Höchst (3:0), den LASK (1:0 n.V.) und den FC Vorarlberg (3:1 heim bzw. 4:2 auswärts). In Innsbruck verliert man glatt mit 0:3, wobei zwei Elfmeterentscheidungen gegen Sturm dazu beitragen. In Graz vor 12.000 Zusehern trifft Hubert Kulmer doppelt, sein dritter Treffer wird aber wegen Abseits aberkannt. Der Pokal wandert ins Heilige Land, dennoch war Sturm im Jahr darauf für den Europacup qualifiziert, da die Innsbrucker auch die Meisterschaft feierten.

5. Juni 1996: Sturm Graz – Admira Wacker 3:1 (1:0)
Im zweiten Jahr der Ära-Osim war es dann aber soweit. 87 Jahre alt musste der Sportklub Sturm Graz werden um den ersten nationalen Titel zu erringen. Auf dem Weg ins Finale ließ man mit dem FC Tirol (5:2 auswärts), der Wiener Austria (1:0 auswärts) und auch dem Stadtrivalen GAK (3:1 heim) attraktive Gegner aussteigen um im Finale dann auf die wackeren Südstädter aus Mödling zu treffen. Diesmal sind 7.000 Sturm-Anhänger im Wiener Ernst-Happel-Stadion und sie sehen ein hart umkämpftes Spiel, in dem Sturm letztlich das Glück des Tüchtigen und den strammen Schuss eines Arnold Wetl besaß. So steuerte der damalige Kapitän sowohl das zweite, als auch das dritte Tor zum Finalsieg bei, nachdem Darko Milanic das 1:0 besorgte. Tags darauf zelebrierte man erstmals einen errungenen Titel auf dem Grazer Hauptplatz.

27. Mai 1997: Sturm Graz – Vienna 2:1 (1:0)
In der Folgesaison kann man seinen Titel auch erfolgreich verteidigen. Diesmal führt der Weg nach Wien über den Villacher SV (2:0 auswärts), den SV Spittal (2:0 auswärts), Austria Lustenau (3:2 auswärts) und den LASK (1:0 auswärts). Mit der Vienna wartet diesmal ein Zweitligist im Endspiel, was aber nicht gleichbedeutend mit klaren Verhältnissen ist. Ivica Vastic bringt Sturm per Elfmeter zwar schnell in Front und Jens Dowe erhöhte in der 73. Minute auf 2:0. Ein Eigentor von  Mario Posch in Minute 88 macht die Partie noch einmal kurzfristig spannend, aber nur so lange bis Schiedsrichter Dietmar Drabek abpfeift und Sturm somit zum zweiten Cuptitel gratuliert werden darf.

19. Mai 1998: SV Ried – Sturm Graz 3:1 (2:0)
Die Spieljahr 1997/98 sollte dann zur großen Galavorstellung von Sturm Graz werden. Mit sensationellen 19 Punkten Vorsprung holt man den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Im Cup steht man nach Siegen über Kapfenberg (1:0 auswärts), Stockerau (4:0 auswärts), Austria Salzburg (1:0 n.V. auswärts) und den LASK (2:0 heim) zum dritten Mal in Folge im Endspiel. Dieses findet aber drei Tage nach der großen Meisterfeier statt, was schließlich zum Verhängnis werden sollte. Die SV Ried führt zur Pause gegen noch verkatert wirkende Grazer mit 2:0. Der Anschlusstreffer von Hannes Reinmayr in Minute 88 kommt zu spät – Markus Scharrer fixiert eine Minute später das 3:1 und damit den Triumph der Innviertler.

18. Mai 1999: LASK – Sturm Graz 2:4 n.E. (1:1)
Ein Jahr darauf reicht die Konzentration für den Sieg in Meisterschaft und Cup und damit dem ersten Double für den Klub. Wohl auch deshalb, weil das Endspiel diesmal unmittelbar vor der, diesmal knappen, Meisterschaftsentscheidung stattfindet. Auf dem Weg dorthin gibt es sowohl klare Siege (4:0 auswärts gegen ESK/GAK Amateure oder 5:0 gegen den SV Ried), als auch knappe Erfolge wie gegen Schwarz-Weiß Bregenz, als Reinmayr das 2:1 erst in Minute 90 erzielt, oder einem engen 2:1-Derbysieg im Halbfinale gegen den GAK. Der Finalgegner aus Linz sollte sich ebenfalls als harter Brocken herausstellen. Mario Haas kann die Führung der Oberösterreicher nach einer Stunde egalisieren, zu mehr reichte es aber in der regulären Spielzeit nicht mehr. Die Entscheidung muss durch ein Elfmeterschießen herbeigeführt werden. Als großer Held sollte sich dabei Kazimierz Sidorczuk herausstellen, der die Versuche von Kauz und Rohseano parieren kann. Den entscheidenden Elfer zum Triumph verwandelt schließlich der heutige Coach Franco Foda.

12. Mai 2002: GAK – Sturm Graz 3:2 (3:0)
Drei Jahre darauf findet das letzte Cupfinalspiel mit Sturmbeteiligung statt. In einer Saison geprägt von vielen Neueinkäufen und einem Vize-Meistertitel schlägt Sturm bis ins Cupfinale den SV Hall (2:0 n.V. auswärts), den 1. Wiener Neustädter SC (4:0 auswärts), den SV Mattersburg (1:0 auswärts) und den BSV Bad Bleiberg (3:2 heim). Der große Showdown wartete dann mit dem Stadtrivalen GAK als Kontrahenten im Finale. Vor ausverkauftem Haus in Liebenau liegen die Rotjacken nach 35 Minuten bereits 3:0 in Front, die Anschlusstreffer von Ivica Vastic (58. und 92.) kommen zu spät. Es sind die letzten beiden Treffer des 151-fachen Torschützen für Sturm – den damals 33-Jährigen zieht es nach Japan zu Nagoya.