Sonnleitner: “Sturm kann Juve schlagen!”

Wenn am Sonntag die beiden Eurofighter Sturm Graz und Rapid Wien im Stadion Liebenau aufeinander treffen, wird es zu einem Wiedersehen mit einem Ex-Blacky kommen: Mario Sonnleitner, der im Sommer die Seiten wechselte, wird nach Graz zurückkehren. Sturm12.at sprach mit…

© skrapid.at
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Wenn am Sonntag die beiden Eurofighter Sturm Graz und Rapid Wien im Stadion Liebenau aufeinander treffen, wird es zu einem Wiedersehen mit einem Ex-Blacky kommen: Mario Sonnleitner, der im Sommer die Seiten wechselte, wird nach Graz zurückkehren. Sturm12.at sprach mit dem 23-jährigen Innenverteidiger über die Aufgaben in der Europa League, den möglichen Abgang von Nikica Jelavic sowie die beiden lautstärksten Tribünen in Österreich.

Mario, du bist nun seit einiger Zeit bei Rapid – wie gefällt es dir?
Mir gefällt es in Wien sehr gut. Die Stadt ist sehr schön, ich konnte mir trotz des engen Terminplans schon einiges anschauen. Auch in die Mannschaft habe ich mich bereits gut eingefügt und fühle mich eigentlich sehr wohl. Der Kader hat einiges an Qualität – trotz des schwachen Starts in die Saison. Jetzt konnten wir mit dem Sieg gegen Meister Salzburg und dem Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League gerade noch größeres Übel abwenden.

Du bereust diesen Karriereschritt also nicht?
Nein auf keinen Fall, ich denke dieser Schritt war sehr wichtig für mich.

Ihr habt nun schon zum zweiten Mal Aston Villa in der Europa League-Qualifikation gezogen. Mit welchem Gefühl gehst du in die Partie?
Auf jeden Fall wird die Partie schwieriger als im Jahr zuvor – damals hatte Rapid den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Jetzt sind die Engländer gewarnt. Dennoch gehen wir mit einem positiven Gefühl in das Spiel und werden alles daran setzen, erneut in die Gruppenphase einzuziehen.

Gerade das Spiel auf der Insel wird ein Karriere-Highlight, oder?
Klar. Der Flair, die Fans – die Tribünen so knapp am Rasen – das ist natürlich der Traum eines jeden Fußballers. Aston Villa ist ein Topklub in Europa und es werden auf jeden Fall zwei brisante Spiele. Ich freue mich darauf.

Sturm hat mit Juventus Turin ein Hammer-Los gezogen. Was traust du deinen Ex-Kollegen zu?
Klar, Juventus ist Favorit. Dennoch traue ich meinen Ex-Kollegen den Aufstieg zu. Juve ist noch nicht in die Saison gestartet und gerade den Italienern wird immer wieder große Überheblichkeit attestiert – das weiß man. Normalerweise wird sich Juve nicht allzu sehr mit Sturm beschäftigen – und darin liegt die große Chance. In der Ko-Phase ist alles möglich. Sturm kann Juventus auf jeden Fall schlagen!

Rapid hat gerade auf deiner Position großes Verletzungspech – nun hast du mit Jürgen Patocka und Hannes Eder gespielt. Mit wem harmonierst du am besten?
Mir ist eigentlich egal, mit wem ich zusammenspiele. Beide sind Top-Verteidiger und mit beiden verstehe ich mich sehr gut. Wer spielt, entscheidet der Trainer Pacult – und wichtig ist für mich eigentlich nur, dass ich persönlich spiele.

Wie wichtig wird die Rückkehr des verletzten Soma für Rapid sein?
Ragnvald Soma ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Er ist ein starker Verteidiger und alle freuen sich auf seine Rückkehr. Jedoch konnten wir seine Verletzung in den vergangenen Wochen sehr gut kompensieren.

Du kehrst am Sonntag nach Graz zurück – was für Reaktionen erwartest du dir von den Tribünen?
Ich freue mich sehr auf die Partie. Es waren drei wunderschöne Jahre für mich, in denen ich viel gelernt habe. Ich habe sehr viele Freunde in Graz – vor allem auch bei Sturm. Es wird sicher interessant, gegen die ehemaligen Mitspieler aufzulaufen. Was von den Tribünen kommt, kann ich nicht steuern, aber Unmut wird es auf jeden Fall geben, so viel ist sicher. Dennoch freue ich mich auf das tolle Publikum in Graz. Eines möchte ich gesagt haben – egal ob mein Trikot rot, schwarz oder grün ist – ich gebe immer 100 % für meinen Verein. Das sollten die Fans respektieren.

Im Hanappi-Stadion herrscht auch nicht gerade Ruhe auf den Tribünen – wie wichtig ist der Support für einen Spieler?
Klar unsere Fans im Hanappi sind der zwölfte Mann. Gerade bei Spielen die an der Kippe stehen können sie der entscheidende Faktor sein. So war es auch beim knappen Sieg gegen Salzburg in der 93. Minute. Ähnlich ist es auch in Graz. Beide Vereine haben tolle Kurven und ich bin stolz darauf, bei zwei so großartigen Vereinen gespielt zu haben, beziehungsweise zu spielen.

Du sprichst das Spiel gegen Salzburg an – war dies die Kehrtwende?
Ja, ich denke schon. Die Art und Weise wie wir gespielt haben erinnerte an alte Zeiten. Zudem ist es für die Moral enorm wichtig, ein Spiel gegen so einen starken Gegner in der Nachspielzeit zu entscheiden. Zum Glück konnten wir alles wieder in die richtigen Bahnen lenken.

Mit Nikica Jelavic steht ein Publikumsliebling vor dem Absprung – wie bitter wäre sein Abgang für die Mannschaft?
Klar, Nikica ist sehr wichtig für Rapid – das weiß ganz Wien. Er hat in der Bundesliga aber auch in der Europa League viele wichtige Tore erzielt. Sollte er aber den Verein tatsächlich verlassen wollen, muss man seine Ziele respektieren. Wenn ein Verein wie Glasgow oder Everton anklopft, denkt man natürlich über einen Wechsel nach. Aber Peter Pacult konnte bis jetzt jeden Abgang kompensieren – egal ob es sich um Hoffer oder Maierhofer handelte. Und sollte Nikica gehen, wird sich Pacult auch wieder etwas einfallen lassen.

Wird Jelavic am Sonntag dabei sein?
Ich denke schon.

Dein Tipp für Sonntag?
Beim Tippen bin ich ganz schlecht. Ich wünsche mir auf jeden Fall für die Zuschauer ein schnelles, intensives Spiel und eine tolle Stimmung auf den Rängen. Der Bessere wird das Spiel dann schon für sich entscheiden.

Das Interview führte Fabian Zerche