Patrick Mevoungou – im Schatten des Löwen

Am 25. August gab Sturm-Sportdirektor Oliver Kreuzer im Rahmen einer Pressekonferenz einen Neuzugang bekannt. Patrick Mevoungou Mekoulou, von Canon Yaoundé, kommt für ein Jahr auf Leihbasis zu den Blackies. Zudem haben die Grazer eine Kaufoption. Alles begann in Yaoundé Patrick…

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Am 25. August gab Sturm-Sportdirektor Oliver Kreuzer im Rahmen einer Pressekonferenz einen Neuzugang bekannt. Patrick Mevoungou Mekoulou, von Canon Yaoundé, kommt für ein Jahr auf Leihbasis zu den Blackies. Zudem haben die Grazer eine Kaufoption.

Alles begann in Yaoundé
Patrick Mevoungou wurde am 15. Februar 1986 geboren und begann seine Karriere mit erst 13 Jahren im Ausbildungszentrum in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, welches der Mannschaft Semences Olympiques de Yaoundé gehört. Sein Talent wurde schon früh erkannt, so spielte er nach vier Jahren der Ausbildung bereits in einer der Nachwuchsmannschaften des Landes und holte mit der afrikanischen U-17 seinen ersten Titel für Kamerun. Mit diesem Erfolg qualifizierten sich die jungen “Lion Indomptables” für die U17-Weltmeisterschaft in Finnland. Hier musste Patrick Mevoungou aber Spielern à la Alexsandre Song (heute Arsenal) oder Danny Nounkeu (heute Tolouse) den Vorzug lassen.

Nach dieser WM unterschrieb Mevoungou beim damaligen kamerunischen Zweitligisten Asmy 1er de Yaoundé und stieg mit seiner neuen Mannschaft in die erste Division auf. Danach häuften sich die Wechsel des Talents. Zuerst heuerte er beim viermaligen Meister l´Union Douala an, doch noch im selben Jahr wagte er den Sprung nach Europa. Sein Ziel war damals der 2002 gegründete mazedonische Aufsteiger FK Renova Dzepciste. Eine Knieverletzung warf den erst 19 Jahre jungen Mevoungou jedoch zwei kostbare Jahre in seiner Karriere zurück. Schließlich führte ihn sein Weg zu seinem ehemaligen Klub Semences Olympiques de Yaoundé zurück.

Über China zum Rekordmeister
Nach seiner Verletzung endgültig genesen, versuchte er sich nach wenigen Monaten erneut im Ausland – diesmal in China. Ein halbes Jahr schnürte er die Schuhe für den Pekinger Klub Dalian Shide, jedoch erlitt Mevongou abermals eine Knieverletzung, diesmal musste er drei Monate pausieren. Schließlich verließ er Dalian Shide. Zurück in der Heimat spielte er beim Rekordmeister Canon Yaoundé (letzte Meisterschaft 2002, 9 x Pokalsieger, 3 x CAF-Champions League-Gewinner) und fand nach einiger Zeit wieder zu alter Stärke zurück. Vor seinem Wechsel zu Sturm Graz erreichte er mit dem 1930 gegründeten Hauptstadtklub Kameruns nur den achten von vierzehn Tabellenrängen.

Die Weltmeisterschaft um ein Haar verpasst
2010 wurde Patrick Mevoungou, im Gegensatz zu Ex-Salzburg Dribblanski Somen Tchoyi, von Kameruns Teamchef Paul Le Guen in den erweiterten, von Legionären gerade zu überhäuften, WM-Kader für Südafrika einberufen. Obwohl Akteure wie Jean Makoun (Lyon), Landry Nguémo (Celtic Glasgow), Alex Song (Arsenal) und Joel Matip (Schalke) ebenso auch auf eine Berücksichtigung der Position des defensiven Mittelfspielers drängten, hatte Mevoungou dennoch die Chance bekommen, sich vor den Augen seines Trainers zu empfehlen. Jedoch schlug erneut der Verletzungsteufel zu und eine mögliche Teilnahme bei der Weltmeisterschaft am eigenen Kontinent war somit aufgrund einer leichten Verletzung nicht möglich. Lediglich einmal konnte er sich im Trikot der “unzähmbaren Löwen” beweisen und das ausgerechnet in Österreich. Damals spielte er gegen Georgien und durfte eine Halbzeit lang ran. Für die georgische Nationalmannschaft spielten damals übrigens die beiden Ex-Blackies Ilia Kandelaki und Georgie Shashiashvilli.

Sturm als dritter Auslandstransfer
Wenig Glück hatte Patrick Mevoungou bisher mit allen Stationen, die er im Ausland angenommen hatte. Der Verletzungsteufel verschonte den heute 24-jährigen Kameruner so gut wie nie. Sollte sein Knie auch in Graz nicht so recht wollen, hat man sich mit der Leihbasis von nur einem Jahr wohl abgesichert oder man konnte mit dieser Verpflichtung einen absoluten Glücksgriff tätigen – das steht jedoch noch in den Sternen. Der Afrikaner, der unter anderem auch der selben Berater-Agentur wie Marc Janko oder Andreas Ivanschitz angehört, wird vom ehemaligen Co-Nationalteamtrainer unter Winni Schäfer, Marois Omog, als “schneller und lebhafter Spieler” beschrieben, “dem es nicht an individueller Technik fehlt, der eine gute Ballkontrolle besitzt und ein Spiel lesen kann”.

Nach einem intensiven Probetraining bei Sturm Graz wusste er zu überzeugen. Aufregung gab es nur durch die verführte Abreise Patrick Mevoungous nach Frankreich. Es wird gemunkelt, dass er entweder ein Angebot des französischen Drittligisten Racing Strasbourg vorgelegt bekommen haben soll oder schlicht und einfach Probleme mit dem Visum hatte. Konkretes bleibt jedoch unbekannt. Jedenfalls ist der defensive Mittelfeldspieler wieder zurück nach Graz gekommen und ist von nun an ein fixer Bestandteil der Blackies. Nach Didier Angibeaud, Emmanuel Atangana und Amadou Rabihou ist Patrick Mevoungou der vierte Kameruner im Sturm-Dress.

Mitarbeit: Thomas Kuhelnik