Der Austria-Fluch geht weiter

Im Schlagerspiel der neunten Runde der Bundesliga trafen Sturm Graz und Austria Wien aufeinander. In einem guten Spiel bezwang die Austria Sturm durch zwei Tore von Zlatko Junuzovic mit 2:0. Sturm kassierte damit nach der 0:2 Heimniederlage gegen Rapid Wien…

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Im Schlagerspiel der neunten Runde der Bundesliga trafen Sturm Graz und Austria Wien aufeinander. In einem guten Spiel bezwang die Austria Sturm durch zwei Tore von Zlatko Junuzovic mit 2:0. Sturm kassierte damit nach der 0:2 Heimniederlage gegen Rapid Wien die zweite Pleite in dieser Saison gegen einen Wiener Verein und verliert damit Boden auf Leader Wacker Innsbruck.

Die dunklen Wolken hüllten den Himmel in ein tristes Grau, doch das Spiel begann recht flott. Bereits in der 7.Minute gab es die erste dicke Chance für Sturm, als Roman Kienast nur knapp an einer scharfen Hereingabe von Andreas Hölzl vorbeisegelte. Sturm begann gut, spielte mit viel Druck aufs gegnerische Tor und kam auch zu seinen Möglichkeiten. Gordon Schildenfeld zog mit einem satten Volley vom Sechszehner ab und touchierte dabei die Latte. Austria tat sich anfangs schwer und kam nur sporadisch vors Tor von Christian Gratzei. Zwar kombinierte die Austria gefällig, doch der letzte Pass gelang dabei nicht. Bei beiden Mannschaften ging viel über die Flügelspieler, vor allem Junuzovic bereitete im Verbund mit Tomas Jun der Sturm-Verteidigung Probleme.

Junuzovic zum Ersten
In der 29.Minute das 1:0 für die Austria. Ein Schuss von Junuzovic von der Strafraumgrenze, der von Manuel Weber abgefälscht wird und für Gratzei nicht mehr zu erreichen ist. Sturm war aber trotz des Gegentreffers nur kurz geschockt und kam durch Hölzl wieder zu einer guten Chance, als sein Volley knapp das Ziel verfehlte. Nach dieser Gelegenheit passierte bis zum Halbzeitpfiff von Schiri Bernhard Brugger nichts mehr Nennenswertes. Sturm hatte zwar mehr Chancen als die Austria, doch diese nützte dafür die eine Möglichkeit eiskalt aus. Auch bestach die Austria durch ein sehenswertes, schnelles Kombinationsspiel, während Sturm sich oft an der Austria-Abwehr die Zähne ausbiss.

Junuzovic zum Zweiten
Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Spielgeschehen. Die Austria zog immer wieder ihr gefährliches Kombinationsspiel auf, während Sturm engagiert, aber ohne Erfolg nach vorne spielte. Nach einem Freistoß von Haris Bukva hatte Thomas Burgstaller eine gute Kopfballmöglichkeit, die Robert Almer aber nicht entschärfen musste. Sturms Problem war, dass die schnellen Marko Stankovic und Junuzovic auf den Seiten zuviel Platz hatten und dadurch immer wieder gefährliche Situationen entstanden. So wie in der 59.Minute, als nach Pass von Julian Baumgartlinger Jun aus kürzester Distanz an Gratzei scheiterte. Die Austria war torgefährlicher als Sturm und erspielte sich dazu ein Übergewicht im Mittelfeld. So kam es dann unvermeidlich zum 2:0 durch die Austria, als Junuzovic in der 63.Minute mit einem tollen Weitschuss Gratzei keine Chance ließ.

Haas spielt seine 400. Partie
Kurz darauf kam Mario Haas zu seinem 400.Bundesligaeinsatz, als er für den bis dahin schwachen Bukva eingewechselt wurde. Und auch Patrick Mevoungou, der Neuzugang aus Kamerun, feierte kurz darauf sein Debüt für die Blackies und ersetzte Kapitän Mario Kienzl, der die Schleife an Haas abgab. Sturm steckte trotz des Rückstandes aber nicht auf und hatte in der 70.Minute die Riesenchance durch Hölzl, der aber am glänzend aufgelegten Almer scheiterte. Die Einwechslungen auf Sturm-Seite brachten zwar den gewünschten neuen Schwung, doch blieb man offensiv weiterhin zu harmlos. Kienast probierte es zehn Minuten vor Schluss mit einem Weitschuss, aber ohne Erfolg. Symptomatisch für das heutige Spiel von Sturm, in dem einfach kein Tor gelingen wollte. Kurz danach eine strittige Szene im Strafraum der Austria, als Kienast zu Fall gebracht wurde, doch die Pfeife des ansonsten kleinlichen Schiris Brugger blieb stumm. Gratzei rettete dann in höchster Not vor Baumgartlinger, der fast das 3:0 gemacht hätte.

Weiter nichts zu holen gegen die Austria
Bis zum Schlusspfiff passierte nicht mehr viel. Sturm probierte zwar weiterhin, doch es sprang dabei nichts Zählbares heraus. Wahrscheinlich hätte Sturm Graz eine Stunde länger spielen können und dabei wohl trotzdem das Tor nicht getroffen. So blieb es beim verdienten 2:0 für die Austria und der Erkenntnis, dass Sturm erstens daheim gegen die Austria nicht gewinnen kann und es zweitens gegen die Wiener Vereine weiterhin nichts zu holen gibt.

Sturm Graz – Austria Wien 0:2 (0:1)
Bundesliga – 9. Runde
Sonntag, 26. September 2010, 16:00 Uhr – Stadion Liebenau, Graz – 12.300 Zuschauer – SR: Bernhard Brugger

Tore
0:1 Junuzovic (29. – Assist: Baumgartlinger)
0:2 Junuzovic (63. – Assist: Jun)

Gelbe Karten
Patrick Mevoungou (76. Foulspiel)
Margreitter (88. Foulspiel)

Sturm Graz (4-4-2)
Gratzei – Standfest (84.Hassler), Schildenfeld, Burgstaller, Perthel – Hölzl, Weber, Kienzl (65. Mevoungou), Bukva (63. Haas) – Szabics, Kienast

Austria Wien (4-4-2)
Almer – Klein, Margreitter, Dragovic, Leovac – Stankovic, Hlinka, Baumgartlinger, Junuzovic – Linz (86. Schumacher), Jun (89. Troyansky)