Am 17. Juli 2010 gegen 20:20 Uhr konnte kaum einer in Fußball-Österreich glauben, dass die SV Ried rund drei Monate später auf Tabellenplatz drei, zwei Punkte hinter Tabellenführer Wacker Innsbruck sein würde. Der Grund dafür war die aus der Saison 2009/2010 übernommene Heimschwäche, die in eine 0:3-Niederlage gegen Sturm Graz mündete.
Doch die Oberösterreicher erfingen sich eindrucksvoll. Erst sechs Runden später musste man die zweite Niederlage einstecken und auch wenn es in den vergangenen beiden Runden nichts zu holen gab, so kann man sagen: Ried ist neben Wacker das Überraschungsteam der Saison 2010/2011. Anlässlich des zweiten Aufeinandertreffens mit Sturm am Samstag (16 Uhr, Stadion Liebenau) nimmt Sturm12.at die Rieder Entwicklung seit Runde eins wieder genauer unter die Lupe.
Starker Saisonstart
Die Auftaktniederlage gegen Sturm irritierte die Rieder – entgegen aller Erwartungen – nicht. Nach sechs Runden stand man, zusammen mit Wacker Innsbruck und fünf Siegen aus sechs Spielen, überraschend an der Tabellenspitze. Unter den Ergebnissen fanden sich ein 4:1-Auswärtssieg in Mattersburg, ein sensationeller 1:0-Auswärtserfolg bei der Austria sowie ein 5:0-Schützenfest in Wiener Neustadt.
Erst die Innsbrucker stoppen den Höhenflug der Oberösterreicher in Runde sieben (0:1). Nach einem kurzfristigen 3:1-Erfolg gegen Rapid Wien, folgte ein Niederlagendoppel gegen Meister Red Bull Salzburg (0:1 in Salzburg, 1:2 zu Hause). Das bewirkte, dass Ried hinter Sturm Graz in der Tabelle auf Platz drei zurückfiel, bei einem Spiel weniger.
Verletzungen
Ein Grund für die drei Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen könnten die schweren Verletzungen sein, die die Rieder hinnehmen mussten. Zunächst erwischte es Peter Hackmair im Training. Diagnose: Kreuzband-, Seitenband- und Meniskusriss im linken Knie. Am 28. August, im Spiel gegen Kapfenberg, war dann Goalie Thomas Gebauer der Leidtragende. Nach 19 Minuten musste ihn Ersatztormann Hubert Auer ersetzen, nach zwei Tagen bestätigte sich der erste Verdacht: Riss des vorderen Kreuzbandes sowie ein Meniskuseinriss. Daraufhin verpflichteten die Oberösterreicher einen neuen Tormann: Wolfgang Hesl vom Hamburger SV wurde für ein Jahr ausgeliehen.
Doch – das war noch nicht alles. Der Dritte auf der Verletztenliste war Ersatzgoalie Hubert Auer. Kurz nach der 0:1-Niederlage in Innsbruck erlitt der 28-Jährige einen zweifachen Bruch des rechten Daumens. Konsequenz: Wolfgang Hesl wurde neuer Stammgoalie und der erst 19-jährige Pirmin Strasser – der am Samstag auf der Ersatzbank von Graz-Liebenau seinen 20. Geburtstag feiert – rückte zur vorläufigen Nummer zwei auf.
Zu guter Letzt erwischte es Mittelfeldspieler Stefan Lexa. Passiert ist es in Runde acht, Tatort war das Rieder Stadion, Gast war der SK Rapid Wien. Tatort? Ja, denn der Grund für Lexas Verletzung war ein Foul von Rapid-Stürmer Jan Venegoor of Hesselink, aufgrund dessen sogar die Staatsanwaltschaft Ried eigenständig Ermittlungen aufnahm. Lexa selbst erlitt bei dem Foul des Niederländers einen Riss des Seitenbandes sowie einen Teilabriss des hinteren Kreuzbandes.
Aufregung um Brenner
Zuletzt rückte schließlich noch Ewald Brenner ins Licht der Aufmerksamkeit und der Bundesliga. Einige Tage nach der 1:2-Niederlage gegen Salzburg beschloss die Bundesliga – entgegen erster Wortmeldungen – ein Verfahren gegen Brenner einzuleiten. Der Grund: Ein vermeintliches Foul des Rieder Spielers gegen den Salzburger David Mendes. Bereits wenige Tage später die Entwarnung: Das Verfahren gegen Brenner wurde eingestellt. Eine Sperre ist demnach vom Tisch. Wäre der Spieler von der Bundesliga nachträglich ausgeschlossen worden – es wäre ein Präzedenzfall gewesen.
Ein Gegnercheck von Jakob Dohr
Sturm12.at
Liveticker zum Spiel gegen die SV Ried
Spielvorschau: Duell der Verfolger
Vor dem Ried-Spiel: Fantreffen
Gegnercheck #1: Ried

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