Vor der Saison war unklar wer von den Verteidigern im Kader von Sturm Graz sich tatsächlich in die Stammformation spielen wird. Im Endeffekt hat jeder von ihnen mindestens eine Partie von Beginn an bestritten. Manchmal mit mehr Erfolg, manchmal mit weniger. Neuzugang Thomas Burgstaller schaffte es sogar einmal zum Blacky of the Match gewählt zu werden. Insgesamt wusste die Defensiv-Abteilung auch offensiv zu überzeugen. Acht erzielte Tore gehen auf das Konto der sieben Verteidiger.
Sturm12.at wirft einen statistischen Blick auf die Herbst-Leistungen der schwarz-weißen Maurerabteilung.
Gordon Schildenfeld: 24 Spiele / 4 Tore
Im Sommer wurde Schildenfeld endgültig von den Grazern verpflichtet und unterschrieb einen Dreijahres-Vertrag. Im Herbst spielte er auf konstant gutem Niveau.
Wenn man auch gegen Ende hin das Gefühl hatte, dass Schildenfeld nicht immer seine beste Form abrufen kann. Dafür war er neben Joachim Standfest der Dauerläufer im Team der Grazer. Er absolvierte alle 19 Bundesligaspiele und kassierte dabei nur eine gelbe Karte – rekordverdächtig für einen Defensivmann.
Eine Honoration seiner Leistungen im schwarz-weißen Dress: Er avancierte zum kroatischen Nationalspieler. Egal wie sein Partner in der Innenverteidung heißt – ob Thomas Burgstaller oder Ferdinand Feldhofer -, Schildenfeld teilt ein (die eigenen Spieler), teilt aus (an die Gegenspieler), grätscht und klärt in höchster Not.
Auch offensiv konnte er im Herbst einige Akzente setzen. Sein Kopfballtor gegen Juventus zum zwischenzeitlichen Ausgleich brachte die Sturmfans in Liebenau zum Jubeln. Gegen Wiener Neustadt (3:2) und Rapid (1:1) traf der ruhige Kroate ebenfalls, gegen Mattersburg segelte er beim Auswärtsremis wenige Minuten vor dem Schlusspfiff an der möglichen Entscheidung vorbei – sein Flugkopfball verfehlte das Tor um Zentimeter.
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 3,35 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 19 19 0 0 1710 2 0 3,28 ÖFB-Cup 1 1 0 0 90 1 0 3,50 EL-Qualifikation 4 4 0 0 360 1 0 3,60 HERBST GESAMT 24 24 0 0 2.160 4 0 3,35
Ferdinand Feldhofer: 16 Spiele / 2 Tore
Beginn hui, Ende hui, dazwischen pfui.
Am Anfang der Saison war Ferdinand Feldhofer noch ein Fixpunkt in der Innenverteidigung. Sein Konkurrent um ein Leiberl in der Startformation, Thomas Burgstaller, saß auf der Bank und es schien, als würde er diesen Platz nicht so schnell verlassen. Muskuläre Probleme zwangen den Vorauer dann aber zu einer Pause. Burgstaller ersetzte ihn und machte seine Sache oftmals sehr gut. Eine Rotation auf der wichtigen Innenverteidiger-Position war die Folge. Erst gegen Ende der Saison setzte Franco Foda wieder vermehrt auf Ferdinand Feldhofer. Der Routinier dankte es dem Trainer mit sehr soliden Leistungen. Defensiv agierte er zumeist fehlerlos, offensiv fanden seine weiten Bälle noch zu oft den Fuß des Gegenspielers.
Die Statistik seiner Herbstsaison: Elf Einsätze in der Bundesliga und drei in der Europa League, zwei im Cup. Er wurde nur einmal ausgewechselt (Cup). Den Status des Jokers wird er sich auch in Zukunft eher nicht erarbeiten können, denn eingewechselt wurde er nie. Sein bislang einziger Saisontreffer gelang ihm gegen Wiener Neustadt in der sechsten Runde (1:1).
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 3,21 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 11 11 0 0 990 1 0 3,20 ÖFB-Cup 2 2 0 0 210 0 0 3,00 EL-Qualifikation 3 3 0 0 270 1 0 3,33 HERBST GESAMT 16 16 0 0 1.470 2 0 3,21
Joachim Standfest: 26 Spiele / 1 Tor
Sein Stammplatz ist gesichert. Auf der rechten Seite ist der Grazer, der im Sommer von der Wiener Austria kam, gesetzt. Einen, wenig erfolgreichen, Ausflug absolvierte er auch auf die linke Abwehrseite.
Seine bisherigen Leistungen lassen allerdings noch einige Luft nach oben. Defensiv agiert er zwar zumeist stabil, offensiv konnte er jedoch im Herbst zu wenige Akzente setzen. Ein wirklich gutes Spiel lieferte der Routinier beim Heimunentschieden gegen Salzburg (0:0) ab.
Die wenigen offensiven Akzente hatten es dafür in sich. Gleich im ersten Spiel erzielte er ein sehenswertes Ferserl-Tor gegen Ried, unvergessen (zumindest für Pablo Chinchilla-Vega) bleibt auch seine Tor-Flanke gegen den LASK.
Gemeinsam mit Gordon Schildenfeld zählt Standfest zu den Duracell-Hasen im schwarz-weißen Defensiv-Trikot. In der Bundesliga absolvierte er sämtliche Runden, gemeinsam mit ÖFB-Cup und der Europa-League-Qualifikation kam er im Herbst auf insgesamt 26 Spiele (2.264 Minuten).
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 2,80 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 19 19 0 1 1705 1 2 2,81 ÖFB-Cup 3 2 1 0 199 0 0 2,25 EL-Qualifikation 4 4 0 0 360 0 1 3,25 HERBST GESAMT 26 25 1 1 2.264 1 3 2,80
Timo Perthel: 12 Spiele / Kein Tor
Der junge Deutsche kam von Werder Bremen nach Österreich um Erfahrung zu sammeln. Bei Sturm tut er das dank vieler Einsatzminuten.
Nachdem der Wechsel kurze Zeit vor dem Schließen des Transferfensters abgewickelt wurde, konnte endlich die “Baustelle” auf dem Posten des linken Außenverteidigers behoben werden. Zur Erinnerung: Mit Dominic Pürcher hatte man zu diesem Zeitpunkt nur einen Spieler für diese Position zur Verfügung. Pürcher, der einige gute Spiele machte, war im Endeffekt zu unkonstant und Perthel “erbte” dessen Stammplatz.
Zehn Mal durfte der 21-Jährige von Beginn an auflaufen, nur einmal wurde er ausgewechselt. Zusammengerechnet ergibt das eine Anzahl von 884 Spielminuten in den heimischen Stadien. Bei den Europa-League-Spielen stand er ja noch nicht im Kader der Grazer. Tor erzielte er bislang keines, seine Formkurve zeigte zuletzt trotzdem deutlich nach oben. Gebremst wurde er leider von einer Grippe und einer Schulterverletzung.
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 2,83 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 10 10 0 1 884 0 0 2,95 ÖFB-Cup 2 2 0 1 192 0 0 2,25 EL-Qualifikation 0 0 0 0 0 0 0 ---- HERBST GESAMT 12 12 0 2 1.076 0 0 2,83
Thomas Burgstaller: 13 Spiele/ 1 Tor
Zunächst sah es für den gebürtigen Linzer bei Sturm nicht gut aus. Im Gegensatz zu seinem letzten Arbeitgeber, der SV Ried, fand sich Thomas Burgstaller am Beginn der Meisterschaft nur auf der Ersatzbank der Grazer wieder. Franco Foda hatte sich für Ferdinand Feldhofer als etatmäßigen Innenverteidigungspartner Partner von Gordon Schildenfeld entschieden.
Seinen ersten Kurz-Einsatz für die Grazer feierte er in der 4. Runde im Spiel gegen Rapid (0:2) – dabei allerdings noch als Stürmer. Wesentlich wohler fühlte er sich im darauffolgenden Spiel gegen den SV Horn. Im ÖFB-Cup kam er zu seinem ersten Einsatz von Beginn an und schaffte mit Sturm den Aufstieg (2:1) in Niederösterreich.
Während er in Turin Europaleague-Luft schnuppern durfte und auch gegen Parndorf im ÖFB-Cup zum Einsatz kam, musste er auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz bis zur 7. Runde warten. Ferdinand Feldhofer musste mit muskulären Problemen passen, Burgstaller überzeugte beim 4:0 gegen den LASK. Seit diesem Spiel wechselt Franco Foda Feldhofer und Burgstaller regelmäßig.
In seinen Spielen wusste Thomas Burgstaller heuer meistens zu gefallen. Stark in den Zweikämpfen, überragend im Kopfballspiel und solide, ohne dabei großes Risiko zu nehmen, im Spielaufbau. Nur einmal konnte er seine Zweikampfstärke nicht ausspielen. Beim 0:2 in Salzburg gewann er lediglich 50 Prozent seiner Duelle, die drei folgenden Spiele bis zur Winterpause fand er sich wieder auf der Ersatzbank.
Beim 4:0-Sieg in Kapfenberg konnte er sich zum bisher einzigen Mal in die Torschützenliste eintragen. Als einer von wenigen Sturm-Kickern konnte er auch beim Spiel gegen Rapid in Wien gute Szenen verbuchen. Das brachte ihm auch die Sturm12.at-Auszeichnung zum “Blacky of the Match“.
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 3,29 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 9 8 1 0 730 1 1 3,43 ÖFB-Cup 3 3 0 0 300 0 0 2,83 EL-Qualifikation 1 1 0 0 90 0 0 3,50 HERBST GESAMT 13 12 1 0 1.120 1 1 3,29
Martin Ehrenreich: 10 Spiele / Kein Tor
Für Martin Ehrenreich war die Herbstsaison schlichtweg zum Vergessen. In der letzten Saison war er noch großteils Stammspieler und absolvierte 20 Bundesligaspiele, 14-mal war er von Beginn weg dabei.
Im Herbst kam er nur auf enttäuschende 181 Bundesligaminuten, aufgeteilt auf sechs Spiele. Nur einmal durfte er sein Können in der heimischen ersten Klasse über die vollen 90 Minuten zeigen – 0:2 verlor er dabei in der vierten Runde mit den Blackies gegen Rapid.
Spielpraxis über eine längere Distanz konnte Ehrenreich lediglich bei den Amateuren in der Regionalliga (dreimal über 90 Minuten) sowie in den Cup-Bewerben (62 Minuten in Turin, 79 Minuten in Horn, 120 Minuten in Steyr) sammeln.
An Joachim Standfest kam der 27-Jährige Blondschopf in der Viererkette schlichtweg nicht vorbei. Und auch rechts im Mittelfeld bevorzugte Trainer Foda im Herbst Andi Hölzl und Florian Kainz.
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 3,00 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 6 1 5 0 181 0 0 3,00 ÖFB-Cup 2 1 1 0 132 0 0 2,50 EL-Qualifikation 2 1 1 0 65 0 0 3,50 HERBST GESAMT 10 3 7 0 378 0 0 3,00
Dominic Pürcher: 17 Spiele / Kein Tor
In der letzten Saison verteidigte der 22-Jährige Dominic Pürcher noch für den TSV Hartberg in der zweithöchsten Spielklasse. In der Herbstsaison durfte er von Beginn weg für Sturm auflaufen. Die linke Abwehrseite schien für ihn reserviert. Und sie war es auch, abgesehen von so manchem Versuch mit Joachim Standfest auf links, bis zur Verpflichtung von Timo Perthel.
Im Duell mit dem Deutschen zog er zunächst den Kürzeren. Erst gegen Ende hin, als Perthel zunächst mit einem grippalen Infekt und dann mit einer Schulterprellung ausfiel, konnte Pürcher wieder zahlreich Spielminuten sammeln.
Vor allem zweikampfmäßig wusste Dominic Pürcher am Beginn der Saison zu überzeugen. Gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel gegen Ried war er mit 80 Prozent gewonnenen Duellen der statistisch beste Mann im Sturm-Dress. In weiterer Folge lief es defensiv nicht immer so gut beim Linksverteidiger. Vor allem in der dritten Runde in Innsbruck hatte er mit Fabian Koch einige Probleme. Was zur Folge hatte, dass er die nächsten Spiele nicht von Beginn weg im Einsatz war. Gegen Ende der Saison zeigte er sich bei seinen Einsätzen aber defensiv wieder wesentlich stabiler.
Gesamtheitlich betrachtet liest sich seine Herbst-Statistik absolut respektabel für einen Bundesliga-Newcomer. 1397 Minuten absolvierte er im Dress der Schwarz-Weißen im Herbst, 14-mal lief er in der Bundesliga, dem ÖFB-Cup und der Europa-League-Qualifikation von Beginn weg auf.
Sturm12.at-Durchschnittsbewertung 2010/2011: 2,85 Bälle
Herbst-Statistik S St E A Min T V Bälle Bundesliga 11 8 3 2 706 0 0 2,75 ÖFB-Cup 2 2 0 1 151 0 0 3,00 EL-Qualifikation 4 4 0 0 360 0 0 3,25 HERBST GESAMT 17 14 3 3 1.217 0 0 2,85
S … Spiele
St … Startformation
E … Eingewechselt,
A … Ausgewechselt
Min … Spielminuten
T … Tore
V … Torvorlagen
Bälle … Durchschnittsbewertung der Sturm12.at-Spielerchecks








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unsere Verteidiger schießen ganz schön viele Tore, findet Ihr nicht?
absolut, dafür werden wir ja die torfabrik genannt…
Lol
Unsere Verteidiger treffen eben gern. Ist eh gut so.
Was mir bei Schildenfeld sehr gefällt ist, dass er als IV nur eine Gelbe in dieser Saison bis jetzt hat.