GV: Keine AG-Abstimmung und ein neues Logo

Morgen ist es also soweit. Der SK Sturm versammelt seine Mitglieder im Brauhaus Puntigam (Einlass: 18:00 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr) zur Generalversammlung. Nach vierjähriger Konsolidierung sollen damit endgültig die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden. Die Tagesordnung und der Zweck…

Morgen ist es also soweit. Der SK Sturm versammelt seine Mitglieder im Brauhaus Puntigam (Einlass: 18:00 Uhr, Beginn: 19:30 Uhr) zur Generalversammlung. Nach vierjähriger Konsolidierung sollen damit endgültig die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden.

Die Tagesordnung und der Zweck der Versammlung wurde bereits festgelegt und von uns niedergeschrieben. Mittlerweile weiß man auch etwas über die morgen zu diskutierenden Themen. So ist klar: Über eine etwaige Umwandlung der Vereinsstruktur in eine Aktiengesellschaft wird nicht abgestimmt. Dafür werden die Fanclubvertreter der Grazer Nordkurve den Antrag auf ein neues, sponsorfreies Logo einbringen.

“Keine Angst vor einer AG!”
Der morgigen Versammlung blickt Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber etwas verkühlt, aber gelassen entgegen. Umbesetzungen im Vorstand erwarte er ebenso wenig wie eine Liste mit Gegenkandidaten. “Dafür hätte bereits vor einer Woche ein entsprechender Antrag eingebracht gehört. Das ist aber nicht passiert”, erklärt der Präsident im Gespräch mit Sturm12.at.

Immer wieder wurde medial in den letzten Wochen und Monaten die Möglichkeit einer Auslagerung des Sturm-Profibetriebes in eine Aktiengesellschaft diskutiert. Auch intern führte man diese Diskussion, wie Stockenhuber bestätigt. Morgen werden den Mitgliedern im Brauhaus Puntigam die Ergebnisse dieser internen Gespräche präsentiert. “Zur Abstimmung kommt es aber nicht”, fügt der 48-Jährige rasch hinzu. Viel mehr wolle man zeigen, dass man auf zahlreiche Szenarien vorbereitet ist, auch wenn etwa die Bundesliga eine solche Umwandlung fordern würde. Die konkrete Umsetzung ist hingegen noch nicht in Sicht. Sollte es soweit sein, werden die Mitglieder abermals zur Stimmabgabe gerufen. Stockenhuber weiter: “Das würde dann im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung passieren. Auf alle Fälle wird es dann eine Abstimmung geben, da durch eine solche Auslagerung die Vereinsstatuten geändert werden. Prinzipiell kann ich nur sagen: Bitte keine Angst vor einer AG!”

“Freiheit für Sturm”
Definitiv wird morgen das Logo zur Sprache kommen. Die Fangruppen der Nordkurve haben gemeinsam einen Antrag ausgearbeitet. Inhalt: Das Logo und der Vereinsname sollen in Zukunft wieder ohne Sponsor sein. Unter dem Motto “Freiheit für Sturm” ist der gesamte Antrag bereits auf einer Facebook-Fanpage zu lesen. Die Argumente der Fangruppen sind schlüssig. Fazit: “Der Wert des Vereins könne niemals allein über die Sponsoreinnahmen gemessen werden.”

Auch das Argument, es würden Einnahmen entfallen, wenn der Name Puntigamer nicht mehr im Vereinsnamen stünde und der Schriftzug des Hauptsponsors nicht mehr im Logo wäre, entkräften die Fangruppen. Alleine schon die Tatsache, dass viele österreichische Klubs ohne Sponsornamen im Vereinsnamen erfolgreich wirtschaften können, würde eine klare Sprache sprechen. Diese Ansicht kann Sturms Marketing-Verantwortliche Karin Hambrusch im Gespräch mit sport10.at nicht teilen.

Man geht sogar soweit zu behaupten, dass im angestrebten Fall sogar Mehreinnahmen erzielt werden könnten. In der Nordkurve würden momentan kaum Fanartikel verkauft.  Das würde sich ändern, wenn der Sponsorname und das Logo entfernt werden würden. Die Fangruppen sind außerdem der Meinung, dass durch den dominanten Hauptsponsor, Nebensponsoren abgeschreckt werden.

Den Fangruppen ist weiters wichtig zu betonen, dass es sich bei der Aktion nicht um eine Aktion gegen Puntigamer handelt. Viel mehr geht es darum eine klare Grenze zur Kommerzialisierung zu ziehen. Neben Sturm Graz haben in Österreich nicht nur “die Konstrukte” Magna Wr. Neustadt und Red Bull Salzburg, sondern auch der SV Kapfenberg (Superfund), die SV Ried (Josko) und der SV Mattersburg (Bauwelt Koch) einen Sponsor in ihrem Vereinsnamen.

Ein Bericht von Markus Zottler und Clemens Ticar