Im Fokus: Sturm gegen Unirea und Neftci Baku

Einmal gewonnen, einmal verloren – so die Bilanz des zweiten Testspieltages. Aber um die Ergebnisse geht es im Grunde nicht. Viel wichtiger ist es hier Form und Abstimmung wieder zu finden. Die taktischen Überlegungen des Trainers zu probieren, Szenarien, die…

© 2011 Sturm12.at
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Einmal gewonnen, einmal verloren – so die Bilanz des zweiten Testspieltages. Aber um die Ergebnisse geht es im Grunde nicht. Viel wichtiger ist es hier Form und Abstimmung wieder zu finden. Die taktischen Überlegungen des Trainers zu probieren, Szenarien, die in der Meisterschaft auf einen zu kommen können, zu meistern. Oder eben nicht. Dann wird dort weiter gearbeitet. Sturm12.at hat einen genauen Blick auf die Leistung von Mario Kienzl, Patrick Mevoungou, Manuel Weber, Sandro Foda und Klaus Salmutter geworfen.

Mario Kienzl – 27 Jahre, Mittelfeldspieler
Wenn Kienzl sagt, er braucht eine ganze Vorbereitung, um wieder in Form zu kommen, dann war das gestern ein erster Schritt. Auch wenn in manchen Situationen die Präzision noch nicht passt, so bringt der zentrale Mittelfeldspieler bereits die Kreativität mit, einen tödlichen Pass zu spielen. Bestes Beispiel, der Steilpass auf Marvin Weinberger vor dem 1:0, es gab aber auch andere. An der Präzision muss trotzdem noch gearbeitet werden. Nicht, weil die Abspielfehler zu häufig wären – aber weil die Bälle die beim Gegner landen, meist zu einfach verloren gehen.

Patrick Mevoungou – 24 Jahre Mittelfeldspieler
Der Kameruner ist ohne Zweifel ein ausgezeichneter Fußballer. Er ist schnell, körperlich stark, gewinnt die meisten Zweikämpfe und ist auch technisch ein hervorragender Fußballer. Mevoungou hat nur ein Problem. Sein Passspiel ist teilweise katastrophal. In der Partie gestern hat er es des öfteren geschafft sich schön in Szene zu setzen, kluge Laufwege zu wählen, einen schönen Haken anzubringen und so richtig positioniert für den finalen Pass zu sein. Alleine, er kommt nicht an. Wenn Franco Foda an der Seitenlinie schreit: „Patrick, warum spielst du immer mit den anderen?“ dann mag das auf der einen Seite sehr komisch klingen, übertrieben klingen. Ist es aber nicht. Im Endeffekt könnte Mevoungous katastrophales Passspiel seinem Verbleib in Graz im Wege stehen.

Sandro Foda – 21 Jahre, Mittelfeldspieler
Sandro Foda ist neben Weinberger und Muratovic die positive Überraschung des Trainingslagers. Mangelndes Selbstvertrauen wurde ihm vorgeworfen. Er würde Zweikämpfe scheuen, so genannte Alibi-Pässe spielen. All das scheint weggeblasen. Foda sucht Zweikämpfe, tackelt, stellt seinen Körper hin. Foda bringt Ruhe ins Spiel, dirigiert es teilweise sogar tiefstehend. Und: die Zeiten, wo Foda beinahe ausschließlich die beiden Außenverteidiger angespielt hat, scheinen nun entgültig vorbei zu sein. Er sucht den Pass in die Tiefe, wissend, dass er nicht immer gelingen kann. Das tut er dann auch nicht. Klar, die Fehlpässe bleiben bei riskantem Spiel nicht aus.

Manuel Weber – 25 Jahre, Mittelfeldspieler
Er ist wohl der kompletteste Fußballer in den Grazer Reihen. Zweikampfstark, technisch brilliant und mit einem guten Schuss ausgestattet. All das deutet er schon lange in Testspielen an. Kann es in den großen Bewerbsspielen aber noch nicht umsetzen. Sollte ihm das gelingen, wird man mit Manuel Weber noch viel Freude haben. Gestern hat er (und nicht zum ersten Mal) unter Beweis gestellt, dass er alle Eigenschaften hat, die ein zentraler Mittelfeldspieler braucht. Es wird Zeit es auch die Gegner spüren zu lassen.

Klaus Salmutter – 27 Jahre, Mittelfeldspieler
Bei ihm merkt man, dass er sich in der Mitte viel wohler fühlt, als auf der Seite. Als einer, der drei offensiven Mittelfeldspieler, die hinter Roman Kienast für Dampf sorgen sollten, ist er ganz ohne Zweifel derjenige, der nicht durch Schnelligkeit oder Ausdauer überzeugt, sondern durch Spielwitz und Technik. Er hat immer das Auge für den freien Mann. Kann tödliche Pässe spielen, genauso wie selbst den Abschluss suchen. Die Position auf der Seite war im Herbst richtig, um ihm Spielpraxis zu geben. Mittlerweile wäre er auf der Seite eine Verschwendung. Schneller sind andere, kreativer ist er.

Aus Belek berichten Clemens Ticar und Fabian Zerche