SturmEcho #328

Der Goalgetter und die Akademiker

Das neue SturmEcho ist da. Sturm12.at gewährt als Kooperationspartner einen ersten Einblick und präsentiert das Interview mit dem Akademieleiter des SK Sturm, Dietmar Pegam.

© 2011 SturmEcho

© 2011 SturmEcho

Es ist wieder soweit: Seit Montag ist das neue Ausgabe des Vereinsmagazins SturmEcho in den Fanshops erhältlich.

Bestellungen von Abos oder Einzelausgaben sind unter sksturm.at/echo oder 0316/771771-23 möglich.

Mittels großer Coverstory rücken die SturmEcho-Redakteure die Person Roman Kienast in den Mittelpunkt. Der Sturm-Goalgetter spricht im Interview über “Tore für die Stille”, in einem lesenswerten Beitrag wird die Karriere des gebürtigen Salzburgers noch einmal aufgerollt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Berichterstattung zur im Jänner abgehaltenen Generalversammlung und einem dort heiß diskutierten Thema: der Sturm-Akademie. Im Interview mit Peter Wagner erklärt Akademie-Leiter Dietmar Pegam (Bild) warum man sich für Internatsplätze in der Plüddemanngasse entschieden hat und eine Kooperation mit der HIB Liebenau vorerst kein Thema ist.

„Es war die richtige Entscheidung“

Wenn der Cheftrainer auf der Generalversammlung zum Politiker wird, ein angebliches Politikum für eine andere Lösung spricht und es viele Meinungen gibt, dann sucht der SK Sturm nach der besten Akademie-Lösung. Das SturmEcho hat bei Akademie-Leiter Dietmar Pegam nachgefragt, ob die jetzt gefunden wurde.

Dietmar Pegam, diesen Winter hätte der Umzug der Jugend nach Gössendorf und der Akademie nach Messendorf vollzogen werden sollen. Wie ist der Stand der Dinge?
Prinzipiell ist es nicht relevant, dass die Jugend oder die Akademie einen eigenen exklusiven Standort hat. Jugendleiter Prilasnig und ich arbeiten sehr eng zusammen, weil er am Vormittag auch als Individualtrainer in der Akademie beschäftigt ist. Wichtig ist, dass wir für den Nachwuchs die besten Rahmenbedingungen schaffen. Und die haben sich durch „Messendorf Neu“ stark verbessert. Es geht aber andererseits auch um möglichst kurze Wege. Daher müssen wir überlegen, wie wir ab Sommer die Plätze am besten einteilen, um unseren Internats-Akademikern lange Anfahrten zu ersparen.

Inwiefern haben sich die Bedingungen verbessert?
Man darf nicht vergessen, dass wir mehr vereinseigene Plätze zur Verfügung haben als je zuvor. Alle Trainings finden auf Plätzen statt, die Sturm gehören. Allein wenn ich an die hohen Kosten für Platzmieten denke, die in der Vergangenheit jeden Winter für den Kunstrasenplatz des Steirischen Fußballverbands gezahlt werden mussten. Jetzt haben wir in Messendorf einen normalgroßen Kunstrasenplatz zur Verfügung, einen kleineren in Gössendorf und einen dritten in Pachern, für den ebenfalls keine Kosten entstehen.

Warum bleibt die Akademie eigentlich nicht gesammelt in Gössendorf wie bisher?
Das ist eine Internatsfrage. Der Vertrag mit dem Internat in Gössendorf ist nach zehn Jahren ausgelaufen. Die Lehrlingshäuser der Wirtschaftskammer bauen um, daher ist für unsere Internatsschüler – 25 müssen wir als Akademie-Lizenzträger zur Verfügung stellen – kein Platz mehr. Unsere Varianten lauteten dann: Ausbau von Messendorf, Kooperation mit der HIB-Liebenau und Einmieten in der Plüddemanngasse. Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für die letzte Variante entschieden, die allein aufgrund des Internats eine starke Verbesserung darstellt. Oliver Kreuzer, Franco Foda und ich waren persönlich bei der Direktorin und haben uns von den Bedingungen vor Ort überzeugt. Die ältesten Zimmer sind zwei Jahre alt, die jüngsten erst letzten Sommer umgebaut worden. Außerdem liegt es zentral. Man darf auch nicht vergessen, dass die Internats-Akademiker nun die Schule in erreichbarer Nähe haben und nicht von Gössendorf nach Graz pendeln müssen. Für zwei Jahre ist das garantiert, der Vertrag ist unterschrieben.

Im vergangenen Sommer sprach alles von einem Internats-Zubau in Messendorf. Steht dieser noch zur Debatte?
Der kann weiterhin kommen, aber vorübergehend eben nicht, weil es eine zu schnelle Entscheidung gewesen wäre – wirtschaftlich und organisatorisch. Wie man weiß, hat der Verein keine finanziellen Reserven, man hätte also fremdfinanzieren müssen. Außerdem brauchen 25 Internatsplätze auch mehr Personal.

Was passiert mit den bereits gebauten, und mit „Messendorf Neu“ eröffneten, Akademie-Internatsplätzen im Trainingszentrum?
Zwei dieser Räume werden derzeit von einigen Amateur-Spielern genutzt, die am Vormittag zur Schule gehen, in Messendorf Mittagessen und dort dann am Nachmittag einen Lehr- und Aufenthaltsraum vorfinden. Die restlichen Zimmer können vielseitig verwendet werden, zum Beispiel für Trainingsgäste oder Neuzugänge, die normal in Hotels oder im Stadionturm untergebracht wurden.

Wie man bei der Generalversammlung vernehmen konnte, scheiden sich in der Akademie-Frage innerhalb der Sturm-Familie die Geister. Vor allem die zuvor angesprochene dritte Variante, eine Kooperation mit der HIB Liebenau war von vielen Mitgliedern und einem Vorstand favorisiert worden. Warum war man sich nicht einig?

Es gibt offensichtlich Tendenzen des Landes Steiermark, dass die Akademie-Frage in Zukunft ein Politikum werden könnte. Ich selbst habe noch kein offizielles Statement eines Politikers gehört und kann das daher nicht beurteilen. Einerseits heißt es, das Land spart überall 25%, andererseits hätten wir angeblich mehr Geld bekommen. Solch eine grundlegende Entscheidung können wir nicht treffen, wenn uns nichts Handfestes vorgelegt wird. Man kann auch keinen Vertrag über den Kauf eines Gründstücks unterschreiben, ohne vorher im Grundbuch nachgeschaut zu haben, ob es durch eine Hypothek belastet ist. Da geht es auch darum, dass es angeblich für jedes Bundesland bald nur mehr eine Lizenz geben könnte, was ich mir aber nicht vorstellen kann, weil die Austria und Rapid ihre Akademie nie aus der Hand geben würden, um sich zusammen zu tun. Das würde auch für Linz und Ried in Oberösterreich gelten.

Was sprach gegen die HIB-Lösung?

Wir haben ein Dreiviertel-Jahr verhandelt, zuletzt hat sich aber nicht mehr viel getan von Seiten der HIB. Uns wurde lediglich ein Papier vorgelegt, wie die Schule sich eine Kooperation vorstellen kann, und da gab es Probleme. Wie schon auf der Generalversammlung erwähnt, wollte die HIB etwa, dass die Transferrechte einiger Akademie-Spieler an die Schule gehen. Dann würden vielleicht die Millionen eines neuen Sebastian Prödl nicht einen weiteren Ausbau von Messendorf finanzieren, sondern ein neues Schulgebäude für die HIB. Unsere Kooperationsschulen wie Oeversee oder Monsberger verdienen bei unseren Spielern ja auch nicht mit. So etwas gibt es in ganz Österreich nicht.

Viele Befürworter sagen, dass die HIB aufgrund der kürzeren Wege für die Internats-Akademiker die bessere Lösung gewesen wäre.
Natürlich wäre es ideal, Internat, Schule und Training an einem Ort zu haben. Aber es gibt auch hier Auflagen vom ÖFB. Man muss mindestens zwei verschiedene maturafähige Schulen anbieten. Die HIB hat uns für die Internatsschüler nur die Handelsschule als Alternative angeboten, wo man aber nicht maturieren kann. Die HIB wäre für uns immer als Internatspartner und gleichzeitig als weiterer Schul-Kooperationspartner interessant gewesen. Wenn wir aber nur HIB- oder HASCH-Schüler im Internat unterbringen dürfen, brauchen wir einen weiteren Internatsstandort. Ich kenne die HIB als Kooperationspartner von meiner Zeit beim GAK, aber damals stellten sie nicht solche Forderungen. Außerdem waren die Wege der Spieler bei Sturm früher viel schlechter als mit der neuen Lösung. Dennoch hat die Akademie in den bisherigen acht Jahren Spieler wie Beichler, Jantscher, Leitgeb, Prödl oder Säumel ausgebildet.

Würde man die Infrastruktur der HIB benötigen?
Sturm erfüllt seit 2002 alle ÖFB-Auflagen, auch in der Infrastruktur, sonst hätte man nicht jedes Jahr den Akademie-Status erhalten. Wir haben in Gössendorf alle nötigen Voraussetzungen, ob Therapieräume, Sauna oder Kraftkammer, um nur einige zu nennen. Daher verstehe ich auch nicht ganz, warum einige Mitglieder plötzlich so skeptisch sind. Aber um das HIB-Thema abzuschließen: Wie auch auf der Generalversammlung beschlossen wurde, ist die Tür zur HIB ja nicht zugeschlagen. Man kann für die Zukunft nichts ausschließen. Trotzdem kann ich als jene Person, die hauptberuflich für die Akademie zuständig ist und nur das Beste für den Verein will, allen Mitgliedern und Fans an dieser Stelle nur noch einmal verdeutlichen: Für den Moment ist es die absolut richtige Entscheidung, die Akademie eigenständig zu halten.

Und wenn der Akademieleiter in die Zukunft blickt? Was wäre die Ideallösung?
Man könnte die freie Fläche gegenüber des Trainingszentrums kaufen und dort drei weitere Fußballplätze und ein Internatsgebäude errichten. Dann könnten wir alle Bereiche des Vereins, auch die Jugend, an einem Ort vereinen und die Akademie-Spieler würden nur noch wo anders zur Schule gehen. Das wäre wirklich ideal, aber ist derzeit leider noch ein Traum.

Interview: Peter Wagner / Foto: GEPA pictures

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Kommentare

Etwas bitter, wenn man den Postkasten öffnet und am SturmEcho den jubenlden Kienast sieht. Hoffentlich wird er bald wieder.

Übrigens mit sehr interessantem Interview mit Tom Lang!

Worum geht’s im Lang-Interview?

Danke! ; )

Es ist ein Interview über “Ultrás, die Politik im Stadion, und Hingabe zum Verein”
(siehe Echo, Ausgabe #328, S. 44 ff)

Besser könnte man es nicht kurz beschreiben :)

12ter Mann says:

Beim der Leserumfrage hab ich echt lang nachgedacht, was ich bei “Fehlen Ihrer Meinung nach noch Inhalte im SturmEcho?” bzw. “Haben Sie Verbesserungsvorschläge?” schreiben soll, doch mir fällt nix ein, weil ich das SturmEcho wie es jetzt ist einfach großartig finde!
Die Titelseiten, des Layout der Artikel und der Seiten, die Gliederung der Inhalte, ja sogar das verwendete Papier (und der Geruch ^^) … ich hoff einfach, dass das SturmEcho lange Zeit so bleibt, wie es jetzt ist.
Und dass des SturmEcho die ältereste Klubzeitschrift Österreichs ist, macht mich schon a bissal stolz :)

vielen dank für diesen ausschnitt! da hat man freude als nicht-in-österreich-lebender :-) der kienast-artikel würd mich auch interessieren, aber man kann ja nicht alles haben :-)

Doch. Man kann alles haben, zumindest in diesem Fall: http://www.sksturm.at/echo oder http://www.sksturm.at/index.php?id=226

keine ahnung, aber versuchs mal obs dir das als abo auch ins ausland zuschicken. Wer weiß, vielleicht klappt das ja… ansonsten, vl gibts einen User hier der dir das zuschicken kann wenn das mit der Abo-Idee nicht hinhaut…

danke danke! ich hatte sowas schon mal… und da waren die versandkosten für ein jahr sind ziemlich teuer! logischerweise auch… darum muss ich ehrlich sagen verzichte ich lieber darauf… :-/ wenn aber jemand lust/zeit hat mir den artikel als PDF zu schicken, dann freu ich mich natürlich drüber :-)

nanana, wer wird denn gleich? der mura wird vorher noch ein paar wichtige türln machen und erst dann mit allen ehren verabschiedet werden…

Hoffen wir es :)

archaeopterix says:

Ich glaube da ist etwas daneben gegangen !? Diese Komm . Gehören zum Sturm – Echo und nicht zum Pegam Interview ! – Dieses ist klar und informativ; fürchte nur, daß die Politik die Akademie dem Steir . Fußballverband zuschiebt wie es der ÖFB in seinen Aulagen vorgibt !!??– Auch der GAK und andere steir. Vereine werden nur daran interessiert sein !! Auch der Fluss der Fördergelder wird dann relevant werden ……

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