hölzi
© 2011 SturmTifo.com

Kommentar

Ohne Führung verteidigt es sich schwer

Sturm traf gegen Wacker einfach nicht. Dabei wäre das Siegen so einfach. Alles was die Schwarz-Weißen brauchen ist eine Führung. 14 Tage sind nun Zeit um an der Kaltschnäuzigkeit der Offensivkräfte zu arbeiten.

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Sturm ist – nicht erst seit dieser Saison, aber heuer tatsächlich – eine Mannschaft, die nicht mehr spektakulären Offensivfußball zelebriert, sondern aus einer gesicherten Defensive, die Chancen die sich bieten, meistens verwertet. Wenn dann die Offensivkräfte, Roman Kienast und Mario Haas sind hier wohl auszunehmen, nicht treffen, dann gehen solche Spiele wie in Tirol verloren. Das ist nun mal so. Und nicht mehr zu ändern.

Ja, Sturm hat gegen den LASK oder gegen Wr. Neustadt wahrlich nicht gut gespielt. Gegen die Neustädter, auch weil Silvije Cavlina herausragend pariert hat, gewonnen; gegen die Linzer immerhin einen Punkt geholt. Dass das zu wenig ist, wurde auf dieser Seite schon ausreichend thematisiert. Aber es war ein Punkt. Und der hat zur zwischenzeitlichen Tabellenführung gereicht. Nicht gleich. Aber immerhin eine Runde später.

Gegen die Innsbrucker spielten die Grazer wieder besser. Nicht überdurchschnittlich gut, aber sie waren – und das waren sie gegen die  Niederösterreicher vergangenes Wochenende nicht – die bessere Mannschaft. Die Mannschaft, die das Spiel bestimmt hat. Dass das Eigentor von Gordon Schildenfeld (1.) unglücklich und (2.) irregulär war, ist egal. Die Grazer hätten schon viel früher den Sack zumachen müssen, also ein Tor erzielen müssen, drei oder mehr erzielen können. Das ist nicht passiert – daher die Niederlage. Und daher ist sie im Endeffekt auch nicht ungerechtfertigt. Unglücklich, ja. Ungerechtfertigt, nein.

Andreas Hölzl rackert auf der linken Seite, spult wahnsinnig viele Kilometer, seine Bälle zur Mitte sind teilweise auch wirklich gefährlich. Der obligatorische Haken zur Mitte funktioniert auch von Runde zu Runde besser (für Überraschungsmomente sorgt der Tiroler mit dieser Variante aber nicht.). Bloß vor dem Tor, da funktioniert es bei Hölzl überhaupt nicht. Da kann er momentan wohl das leere Tor vor sich haben, er wird es nicht treffen. Riesenmöglichkeiten findet er ja vor. Die Doppelchance gegen Wr. Neustadt kurz vor Ende. Alleine vor Pascal Grünwald um Minute 20 in Innsbruck.

Gegen Wr. Neustadt hätte er den Fans, Verantwortlichen, Spielern (eigentlich jedem der auch nur ein bisschen Sympathie für die Schwarz-Weißen in sich trägt) viele Nervenzusammenbrüche ersparen können. Gegen die Tiroler, hätte das 1:0 das Leben enorm erleichtert. Sturm hätte sich zurück ziehen können. Die Tiroler hätten angreifen müssen, Räume zum Kontern hätten sich ergeben.

Oder Imre Szabics, der in der ersten Hälfte per Kopf, zugegeben schon recht bedrängt vom Gegenspieler, das 1:0 erzielen hätte können. Sturm hätte sein erfolgreiches Konterspiel aufziehen können, hätte tiefer stehen können. Hätte, hätte, hätte…

Die Möglichkeitsform gibt es nicht im Fußball. Hat es nie gegeben. Wird es nie geben. Hölzl (oder Szabics) haben das Tor nicht erzielt. Sturm konnte sich nicht zurückziehen, musste weiter angreifen. Und irgendwann war der Kreativität ein Ende gesetzt. Nicht zuletzt, weil Manuel Weber gegen die Innsbrucker nicht seinen kreativsten Tag erwischt hat. Ähnliches gilt für Mario Kienzl. Und wenn man gegen schwächere Gegner das Spiel macht, ohne es wirklich zu machen, dann kann es passieren, dass der Gegner durch einen lucky-Punch gewinnt. Das ist so. Und das wird immer so sein.

Sehr verständlich, dass Franco Foda nach dem Spiel sagt, er hätte lieber schlecht gespielt und das Spiel gewonnen. Es wird Zeit, dass Sturm wieder beides schafft. Gut spielen und gewinnen. Gegen Tiroler hat wohl nur ein frühes Tor gefehlt. Der Trainerstab rund um Foda hat nun 14 Tage Zeit und den gesamten Kader zur Verfügung, um den Spielern, denen es momentan nur an Selbstvertrauen fehlt, selbiges zu geben. Sei es durch Erfolge bei dem Kurzturnier in Belek, sei es durch entsprechende Trainingseinheiten. Wenn das gelingt, dann sollte Sturm gegen Rapid Wien gut spielen und siegen. In der Meisterschaft ist nichts verloren.