WAS JETZT, GERALD ?
THE FEELIES: “Nobody Knows”
OF MONTREAL: “Don t Ask Me To Explain”
Der aktuelle Sturm – Präsident Gerald Stockenhuber – böse Zungen behaupten, er wäre zu diesem Amt gekommen, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind – tat sich in jüngster Vergangenheit vermehrt durch ebenso überraschende wie eigenwillige Aussagen hervor. Das reichte vom „Desaster“-Sager in der Vereinswappen-Diskussion über ”am falschen Fuß erwischt” bezüglich des Schildenfeld – Abgangs bis hin zur aktuellen Version ”Aber wir waren darauf gefasst, dass er geht”. Bleibt bei nüchterner Betrachtung nur die Frage: Was jetzt, Gerald ?
DER ABSEHBARE ABGANG
WILD BEASTS: “End Come To Soon”
HELMET: “Unsung”
Mit Gordon Schildenfeld verließ nicht nur ein sehr guter Innenverteidiger den SK Sturm Graz, sondern auch ein sympathischer und zeitgemässer Berufsfußballer. Nach seinen teilweise auch internationale Qualität repräsentierenden Leistungen im Sturm – Dress war sein Abgang absehbar und die Lamentos der Vereinsspitze darüber wohl nur schlichte Ablenkungsmanöver bzgl. des sehr eingeschränkten eigenen Handlungsspielraums ( Stichworte: Finanzen, vakanter Posten des Sportdirektors, fehlende Langzeitperspektiven). Gordon Schildenfeld wird Sturm und Graz in bester Erinnerung behalten – als jenen Verein, der seine stockende Karriere wieder in Schwung brachte und als lebenswerte und wunderhübsche Stadt nicht fern der Heimat. Für die Sturmfans kam der Abschied zu früh und auch bei Schildenfeld könnte in seiner neuen sportlichen Heimat Frankfurt möglicherweise einmal der Gedanke aufkommen, dass das schönste Lied (CL-Hymne) von ihm bei Sturm ungesungen blieb.
DIE ZWEI ZUGÄNGE
BEIRUT: “East Harlem”
TENNIS: “Marathon”
Mit Matthias Koch verpflichtete man einen jungen, dynamischen Mittelfeldspieler, dessen Stärken wohl eher in der Offensive liegen und der aufgrund seiner guten Schußtechnik auch öfter den Abschluß aus der zweiten Reihe sucht. Eine Tatsache, die dem Spiel von Sturm Graz nur gut tun kann – wie dem doch eher zurückhaltend wirkenden Spieler aus Altach der Tapetenwechsel in die aktuelle Fußballhauptstadt und gefühlte Großstadt Graz. Obwohl Kochs Geburtsdatum der 1.April ist, sollte sich dieser Transfer nicht als Aprilscherz erweisen. Mit der Verpflichtung von George Popkhadze ging ein wahrer Transfer-Marathon für den SK Sturm Graz doch noch glücklich zu Ende. Unzählige Kandidaten durften als Testspieler ihr Glück versuchen, ein ganzes Jahr lang war man auf einen Leihspieler und eine Alternativ-Lösung angewiesen, ehe man sich doch noch zu einer Entscheidung durchringen konnte. Mit Legionären aus Georgien hat der SK Sturm Graz eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht – von David Mujiri bis zu Ilia Kandelaki – und so darf man darauf hoffen, dass mit George Popkhadze eine vakante Position in der Sturm-Elf jetzt nachhaltig gut besetzt ist.
VAKANTE POSITIONEN
UNCLE TUPELO: “Satan Your Kingdom Must Come Down”
ELEANOR FRIEDBERGER: “My Mistakes”
Wieso der SK Sturm Graz trotz des überraschenden Meistertitels von wirtschaftlichem und sportlichem Stillstand bedroht ist – der notwendige Sparkurs und die mühsame von ebendiesem Sparkurs bestimmte Kadererstellung sprechen hier eine deutliche Sprache – und auch der Andrang von neuen Sponsoren und Geldgebern (trotz des Energie Steiermark – Deals) ein überschaubarer bleibt, dürfte doch auch mit der Vereinsstruktur und den handelnden Personen zu tun haben. „Frisches Blut“ und seriöse Protagonisten mit professionellem Zugang täten dem Verein gut und würden wohl einen Qualitätssprung bewirken und neue Euphorie entfachen, die sich trotz des Meistertitels derzeit nicht wirklich einstellen will. Etwas mehr Mut und Esprit und weniger Angst um die eigene Hausmacht täte den agierenden Personen mitunter gut…..dem Verein sowieso!
VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN STATT „MIA SAN WÖD!“ –MENTALITÄT
JA, PANIK: “Trouble”
JA, PANIK: “This Ship Ought To Sink”
Gelingt es der derzeitigen Vereinsspitze nicht etwas mehr Verantwortungsbewußtsein zu entwickeln, persönliche Animositäten im Dienste der Vereinssache hintanzustellen und von der stammtisch-affinen „Mia San Wöd!“-Haltung abzurücken, ist zu befürchten, dass dem Verein trotz des Meistertitels sehr schwierige Jahre bevorstehen.
KOLUMNISTENWÜNSCHE FÜR DIE HERBSTSAISON
BAD RELIGION: “Infected”
FUCKED UP: “Queen Of Hearts”
Die ganz schlichten Kolumnistenwünsche beschränken sich Darauf, attraktive und erfolgreiche Spiele sehen zu wollen, sich über den Einbau des einen oder anderen Nachwuchsspielers freuen zu dürfen, auch im Stadion in Liebenau internationale Spiele beobachten zu können und zusammen mit der großen Sturmfamilie vom Sturmvirus infiziert, beseelt singen zu können: “let s be together, let s fall in love”.
Bonustrack (bezogen auf das Mittwochspiel in Klagenfurt)
BREEDERS: “No Aloha”

Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Sehr gut, wie immer!
sehr guter Artikel Gratulation, mich würde interessieren ob solche Artikel auch vom Vorstand gelesen werden
echt geiler artickel(also wie immer) weiter so