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Grazer Spitzen zum Auftakt

Zum Auftakt der Bundesliga-Saison sieht sich die Sturm-Führung mit einigen spitzen Bemerkungen konfrontiert: “Unprofessionalität” und “fehlende meisterliche Strukturen” raunt es von der Pressetribüne, und selbst Kapitän Haas übt in punkto Transferpolitik leise Kritik.

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© 2011 Sturm12.at

Wenn Jürgen Pucher Anlauf zum 12Meter nimmt, sollte man in Deckung gehen. Ein Lieblingsthema des Sturm12.at-Kolumnisten: die seiner Ansicht nach mangelnde Professionalität in der Vereinsführung von Sturm Graz (ein Beispiel).

“Schützenhilfe” bekommt Pucher heute von der Kleinen Zeitung. Zum Bundesliga-Saisonauftakt gegen Ried wird Sturm von A bis Z durchgenommen. Und da heißt es unverblümt:  “F wie Familie. Sturm ist ein netter, familiärer Klub, bei dem es in einigen Bereichen an Professionalität mangelt.” Oder: “O wie Organisation. Sturm ist auf dem besten Weg, sich selbst auszuhöhlen. Die Posten Oliver Kreuzer und Daniela Mayr wurden bis heute nicht nachbesetzt. Zudem sollen weitere Umstrukturierungen im Büro anstehen.” Bei Gerald Stockenhuber wird angemerkt, dass ihm “mehr Ecken und Kanten” gut tun würden.

Einen weiteren Seitenhieb Richtung Vereinsspitze liefert Laola1.at, das in ihrer Saisonvorschau Meister Sturm als letztes Team genauer unter die Lupe nahm: Da es noch keinen neuen Sportdirektor gibt, heißt es: “Auf meisterliche Strukturen warten die Blackies nach wie vor vergeblich.”

Und selbst Kapitän Mario Haas lässt in einem großen Interview mit dem Standard leise Kritik an der Transferpolitik des Vereins durchklingen: “Ich weiß, dass der Verein kein Geld hat. Wir sind nicht der Klub mit der großen Kassa, also muss man das akzeptieren. Und man sieht ja, dass es trotzdem irgendwie geht, dass sich Junge in den Vordergrund spielen und gewisse Leistungsträger ersetzen können. Aber immer geht das freilich nicht gut. Irgendwann muss man auch wieder investieren. ” Angesprochen auf den Schildenfeld-Abgang: “Wo findet man jetzt noch einen guten und fitten Verteidiger, der zu uns passt? Wir wollen ja auch keine Hauruck-Aktion, das dauert alles Zeit. Und die Meisterschaft geht schon los.

Kleine Zeitung: C wie Cola. Das koffeinhaltige Getränk ist für Spieler und Trainerstab absolut tabu. Wer von Trainer Franco Foda erwischt wird, zahlt Strafe in die Mannschaftskasse. (…) I wie Integration. Ein Markenzeichen der Mannschaft. Neue Spieler werden schnell und gut aufgenommen. Das wird von jedem Neuling bestätigt. (…) Q wie Querelen. In einem Klub gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten. Die Unstimmigkeiten haben bei Sturm keinen Einfluss auf die Leistungen der Mannschaft. (…) S wie Sportkoordinator. Weil ein Klub wie Sturm (=Meister) keinen Sportdirektor braucht, soll es einen Koordinator geben. Soll. Denn das Warten auf die Neubesetzung dauert schon sehr lang(e). (…) U wie Unprofessionell. Es wäre wünschenswert, wenn der gesamte Verein ähnliche Professinalität zeigt wie das Trainerteam und die Mannschaft. Nur dann kann der Klub eine Stufe weiterkommen. V wie Vorstand. Wer arbeitet, macht Fehler. Die wenigen Irrtümer hatten in der Vergangenheit glücklicherweise keine größeren Auswirkungen.

Krone: Fast auf den Tag genau vor einem Jahr startete Sturm die Saison mit einem 3:0 in Ried. „Mit dem Ergebnis“, grinst Trainer Franco Foda, „könnte ich auch diesmal ganz gut leben.“ Dass die heutige Partie sozusagen der „Supercup“ ist, weckt bei ihm weniger gute Erinnerungen ans Innviertel: „Beim 1:2 im Cup-Viertelfinale haben wir die erste Halbzeit total verschlafen, deshalb war ich damals echt sauer.“ Ried-Trainer Paul Gludovatz hat im Vorfeld des heutigen Saisonauftakts den Gegner mit Komplimenten förmlich überschüttet: „Offensivkräfte wie Kienast, Szabics, dazu Haas und Muratovic als Joker muss man erst einmal haben.“ Und das macht dem Trainer-Fuchs auch aus anderem Grund Sorgen – bei ihm klemmt’s derzeit in der Abwehr. Liechtensteins Teamspieler Stocklasa ist weg, Prettenthaler ebenfalls und gestern musste auch Routinier Glasner wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel abwinken. Womit in der Verteidigung heute keiner mehr älter als 23 ist. „Wir sind jünger, offensiver, aber nicht erfahrener“, warnt deshalb Gludovatz.

Österreich: Für den Rieder Trainer ist Sturm wieder der klare Titelfavorit. Paul Gludovatz (65): “Die Grazer sind stabil und um nichts schwächer als in der abgelaufenen Meisterschaft.” Er war beim 2:0 von Sturm in der Champions-League-Qualifikation gegen Videoton selbst in Klagenfurt – und vor allem vom Offensivspiel beeindruckt. Gludovatz erwartet auch heute Abend im Rieder Stadion einen Sturmlauf von Sturm: “Der Angriff ist top, da muss unsere Abwehr extrem aufpassen.” (…) Den Pokal-Triumph hat Gludovatz längst abgehakt: “Davon können wir uns nichts mehr kaufen. Ich lebe nicht in der Vergangenheit. Für uns ist das die Stunde null. Außerdem haben wir viele Neue im Team.”

Der Standard/Haas-Interview: Er (der Meistertitel, Anm.) war insofern besonders, als überhaupt keiner erwartet hat, dass wir Meister werden. Den dritten oder vierten Platz hat man uns am ehesten zugetraut. Wir haben auch selbst nie über den Titel geredet. (…) Natürlich wollen wir den Titel verteidigen, ist ja klar. Aber es wird nicht einfach. Alle Teams haben eingekauft, sich verstärkt, und wir haben als einzige Mannschaft wieder nur abgegeben. Oder anders gesagt: Wir haben starke Spieler hergegeben und dafür nicht so starke Spieler geholt. Matthias Koch etwa kommt aus der zweiten Liga. Mario Kienzl ist weggegangen, als Ersatz für Abwehrchef Gordon Schildenfeld haben wir bis jetzt noch gar keinen neuen Spieler verpflichtet. Und links hinten muss sich George Popkhadse erst einspielen. Die anderen Vereine, vor allem Salzburg, haben dagegen wieder richtig eingekauft. (…) (…) Ich habe die ganze Vorbereitung mitgemacht, habe kein Training ausgelassen. Meine Laktat-Werte sind sogar besser geworden. Ich könnte ohne Probleme 90 Minuten durchspielen. Wir haben mit Szabics und Kienast zwei Einser-Stürmer. Aber ich bin jederzeit bereit, kann entscheidende Tore schießen. (…) Diese Saison will ich auf alle Fälle noch die 150-Tore-Marke knacken. Mein Traum ist, noch einmal Champions League zu spielen. Vielleicht sogar gegen Real, gegen die hab ich schon getroffen. (…) Ich mach zwar gerade den Trainerschein. Aber das ist nicht so meines. Da bin ich zu nett für diese Welt (zum Artikel).

Laola1.at/Saisonvorschau: Ausgangslage: Sturm wäre nicht der erste Überraschungs-Meister, bei dem sich eine gewisse Leere und Zufriedenheit einstellt. Franco Foda: „Ich habe den Spielern gesagt: Sie sollen den Titel im Urlaub genießen, das habe ich als Trainer natürlich auch getan. Aber jetzt ist das schon wieder Schnee von gestern.” (…) Personal: Im Vergleich zur hohen Fluktuation der letzten Jahre kann man jedoch von personeller Kontinuität sprechen. (…) „Koch war schon einmal in der Bundesliga, hat sich bei Altach aber leider Gottes einen Kreuzbandriss zugezogen. Ich glaube, er ist ein Spieler, der Potenzial hat. Wenn er sich an unser Training und an unsere Spielweise gewöhnt, werden wir viel Freude an ihm haben. Popkhadze ist erst 24, besitzt also sicher noch Luft nach oben“, erklärt Foda. (…). Ausblick: Sturm verfügt weiter über eine routinierte und gefestigte Mannschaft, die wieder im Kampf um die internationalen Startplätze mitmischen wird. Eine Wiederholung des großen Wurfs kann bei aller meisterlich-breiter Brust wohl auch in dieser Saison nur gelingen, wenn die Konkurrenz aus Salzburg und Wien ihr Potenzial nicht zur Gänze ausschöpft (zum Artikel).

Laola1.at/Foda-Interview: Wir haben noch nie Understatement betrieben, sondern können uns sehr realistisch einschätzen. Natürlich sind wir Meister geworden, aber da haben viele Momente und Fakten für uns gesprochen. Wir haben die Situation ausgenutzt, dass andere Mannschaften nicht konstant genug gespielt haben. (…) Wenn wir im nächsten Jahr wieder international vertreten sind, haben wir eine tolle Saison gespielt. (….) Es ist von der menschlichen Seite immer sehr schade. Gerade mit diesen beiden Spielern (Salmutter und Kienzl, Am.) habe ich sehr, sehr lange zusammengearbeitet, schon bei der Amateur-Mannschaft. Wobei man unterscheiden muss: Salmutter ist ja von sich aus gegangen, er hat sich eine Auszeit genommen. Er wollte einfach einmal abschalten vom Fußball. Das haben wir ihm natürlich zugestanden und auch die Möglichkeit gegeben, dass er innerhalb eines Jahres zu uns zurückkehren kann. Ich hoffe, er kommt zurück, denn er ist noch nicht so alt und hat riesiges Potenzial. Bei Kienzl war es einfach so, dass wir uns nicht einigen konnten. Das ist natürlich sehr schade, vor allem auf der menschlichen Ebene. Er hat in den letzten Jahren wirklich tolle Arbeit abgeliefert. Er war immer sehr loyal, hat sich top verhalten, war sehr beliebt in der Mannschaft. Aber manchmal ist es im Fußball so, dass man nicht zusammenkommt (zum Artikel).

Zuletzt noch ein Blick zur Champions League: Die Spiele der dritten Runde würden laut “Krone” live im ORF zu sehen sein. Das Hinspiel am 26. Juli in Georgen/Moldawien um 18 Uhr, das Heimspiel am 3. August um 20.30 Uhr.

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Spielvorschau. Ein Deja-vu zum Ligastart
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