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FC Zestafoni

Die junge Geschichte eines Traditionsvereins

Die Geschichte des FC Zestafoni ist jung, der Erfolg in der kurzen Zeit aber umso größer. Vor sieben Jahren erst bekam die Stadt wieder einen Verein, zwei waren dem Klub in seinem jetzigen Bestehen vorausgegangen.

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Die Geschichte des FC Zestafoni ist jung, der Erfolg in der kurzen Zeit aber umso größer. Vor sieben Jahren erst wurde der Verein von Aktionären der “Giorgi Nikoladze Zestafoni Ferro-Alloy Plant” gegründet. Doch hinter der Fassade des kleinen Vereins aus Georgien verbirgt sich eine weitaus größere Geschichte.

Die Anfänge des georgischen Fußballs
Am 23. Februar im Jahre 1907 wurde der erste Fußballverein in Tiflis – der Hauptstadt Georgiens – ins Leben gerufen. Dieser Klub hörte auf den Namen “Cornet” und hatte eigene Vorschriften, ein Stadion, Dressen und Fonds.

Doch der Fußball wurde in Georgien bereits viel früher zelebriert, dies geschah allerdings nicht in Form eines Ligabetriebs. In der Hafenstadt Poti übten sich Privatpersonen im Passen und Schießen eines Balles, gemeinsam mit Angehörigen der Marineeinheit. Für Georgien jener Ort, an dem der Fußball ein Teil des Landes wurde.

Der Ursprung – Metallurg Zestafoni
Die Stadt Zestafoni musste lange auf einen eigenen Verein warten. Erst im Jahre 1937 wurde Metallurg Zestafoni gegründet. Die Mannschaft bestandt vor allem aus jungen Schülern eines lokalen Gymnasiums der Stadt. Im August 1938 nimmt der Verein erstmals an einem internationalen Turnier teil. In Minsk schaffte es Metalurg Zestafoni prompt ins Finale. Zuvor konnte man Moscow “Electrostal”, Staliningrad “Krasni Oktiabr” und Leningrad “Metallurg” biegen, musste sich aber nach einer Niederlage gegen “Serp i Molot” mit dem zweiten Platz begnügen. Im selben Jahr erhielt der Verein die Berechtigung an Georgiens höchster Spielklasse teilnehmen zu dürfen. In der Zeit von 1948 entstehen mit Mertskhali und Locomotive zwei weitere Vereine in der Stadt Zestafoni.

Metallurg Zestafoni sollte sich im georgischen Fußball etablieren und kleinere Erfolge feiern. Im Jahre 1962 krönte sich die Mannschaft erstmals zum Pokalsieger, es sollte vorerst der größte Triumph des Vereins bleiben. In der nationalen Meisterschaft reichte es in den Spielzeiten 1967, 1970 und 1982 jeweils für einen Vizemeistertitel.

Die Zeit der Insolvenz
Bis zum Jahre 1989 war Metallurg Zestafoni – unter dieser Bezeichnung – in der georgischen Meisterschaft vertreten. Zudem musste die Mannschaft – bedingt durch die Namensänderung – in der zweiten Division starten. Der georgische Fußball verließ zu dieser Zeit auch den Verband der damaligen Sowjetunion. Kurze Zeit später war die georische Fußball-Fédération angemeldet. Der zweihöchste Ligabetrieb hieß Priveli Liga, die Mannschaft hörte nun auf den Namen FC Margveti Zestafoni. In den Jahren 1993 und 1996 zählte der neue Verein zum den Halbfinalisten des Pokalbewerbs. Außerdem etablierte sich die Mannschaft nach nur sechs Jahren wieder in der höchsten Spielklasse, wurde Vizemeister und zählte zum georgischen Aufgebot für die UEFA-Cup-Qualifikation. Die glorreichen Zeiten des FC Margveti Zestafoni sollten sich lediglich auf neun Spielzeiten beschränken, der Verein war insolvent.

Die Jahrtausendwende
Der FC Margveti Zestafoni hatte vor dem Ende seines Bestehens aber nicht nur mit finanziellen Problemen zu kämpfen, 1998 beendete der Verein die Saison auf einem Abstiegsplatz. Kurzerhand wurde der Klub Metallurgi Zestafoni - in Anlehnung an die legendäre Mannschaft von Metallurg Zestafoni – gegründet. Nur zwei Jahre später erfuhr die Mannschaft wieder ein sportliches Hoch und schafft 2001 erneut den Aufstieg. Doch die Freude sollte nur von kurzer Dauer sein, bereits 2003 musste der Klub erneut Insolvenz anmelden und stieg noch im selben Jahr wieder ab.

Eine junge, glorreiche Geschichte
Noch unter dem Namen Metallurgi Zestafoni sicherte man sich – bereits eine Saison nach dem Abstieg – den Eintritt in die höchste Spielklasse, die Umaglesi Liga. Mit dem Aufstieg musste der Verein eine erneute Namensänderung vornehmen. Seit jeher hört der Verein auf den Namen FC Zestafoni. In den darauffolgenden Jahren spielte man immer eine große Rolle in der oberen Tabellenhälfte und wurde in den beiden Spielzeiten 2007/08 und 2009/10 Dritter. In dieser Zeit erfreute sich der Verein an der Sympathie der Fans. Es schien so, als hätte die Stadt Zestafoni wieder einen Verein gefunden, mit welchem sich die Menschen identifizieren können. Auch die finanzielle Lage scheint sich nun wieder stabilisiert zu haben.

Zum zweiten Mal Pokalsieger wurde man in der Saison 2007/08 und nahm an der ersten Runde des Intertoto-Cups teil. Seit jeher war der FC Zestafoni stets im internationalen Geschäft vertreten. Nach der Saison 2010/11 war es dann soweit. Zum ersten Mal überhaupt holt sich eine Mannschaft aus Zestafoni den Meistertitel Georgiens. Zudem öffneten sich zugleich die Pforten zur Champions League-Qualifikation. Nach einem 3:0-Heimsieg über Dacia Chisinau, musste man im darauffolgenden Rückspiel zwar noch zittern, konnte aber trotz einer 2:0-Niederlage den Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde wahren.