Florian Neuhold
© 2011 SturmTifo.com

Florian Neuhold und Stefan Stangl

Zwei Debütanten im Porträt

Florian Neuhold und Stefan Stangl absolvierten im Hinspiel gegen den FC Zestafoni ihr erstes Pflichtspiel in Schwarz-Weiß. Sturm12.at stellt die beiden Debütanten in einem persönlichen Porträt näher vor.

Das erste Mal seit längerem, schafften junge Leute aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung nach oben und konnten in Pflichtspielen für den SK Sturm auflaufen. Mit Florian Neuhold und Stefan Stangl absolvierten zwei junge Talente in der dritten Champions League-Qualifikationsrunde gegen den FC Zestafoni jeweils ihre Debüts in Schwarz-Weiß. Und seit Sebastian Prödl sind es wieder einmal Abwehrspieler, die in der ersten Mannschaft ankommen, nachdem es über Jahre eher die Offensivabteilung war, die durch den eigenen Nachwuchs verstärkt wurde.

Schon während der gesamten Saisonvorbereitung konnten sich die beiden Defensivspieler im Training bei Franco Foda für höhere Aufgaben empfehlen. Auf zahlreiche Testspieleinsätze in der “Ersten” folgte nun der nächste Schritt. Während Florian Neuhold gegen Zestafoni über die gesamte Spielzeit auf dem Feld stand, wurde Stefan Stangl für einen dreiminütigen Einsatz in der zweiten Halbzeit für Florian Kainz eingewechselt.

Sturm12.at stellt aus gegebenem Anlass die beiden Debütanten näher vor und hat sich auch bei ihrem ehemaligen Trainer bei den Sturm Amateuren, Dietmar Pegam, nach den Stärken und Schwächen der beiden erkundigt.

Florian Neuhold (18 Jahre)

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Seine ersten Schritte im Fußballsport machte Florian Neuhold im zarten Alter von fünf Jahren für den Gebietsligisten JSV Mariatrost. Fünf Jahre vergingen, dann wurde der talentierte Spieler in die Akademie des GAK aufgenommen, ehe er sich 2008 für die Nachwuchsakademie von Sturm Graz entschied.

Seine Fertigkeiten sollten sich verbessern, sein Talent immer mehr zum Vorschein kommen. Auch dem ehemaligen Trainer der Sturm Amateure, Christian Peintinger, war das Können des großgewachsenen Innenverteidigers nicht entgangen. Am 2. Oktober 2009 bekam er gegen Voitsberg erstmals die Möglichkeit für in der Regionalliga zum Einsatz zu kommen.

Mit dem Start in die neue Saison 2010/2011 zählte er zum fixen Kader der Amateure und konnte sich bald durchsetzen und einen Stammplatz in der Innenverteidigung erkämpfen. Eine Saison, in der die Amateure beinahe über die gesamte Zeit im Abstiegskampf feststeckten, sollte folgen, die Leistungsbereitschaft der Spieler wurde dadurch aber nicht geschmälert – eher im Gegenteil. Auch Florian Neuhold ging Woche für Woche an seine Grenzen, die ihm aber nicht selten auch aufgezeigt wurden. Dennoch: der junge Spieler entwickelte sich weiter und wuchs mit seinen Aufgaben. Der bis zu diesem Zeitpunkt größte Erfolg: Die Teilnahme am Trainingslager mit der Kampfmannschaft in Belek im Jänner 2011.

Florian Neuhold kam in der abgelaufenen Spielzeit in der Regionalliga Mitte zu 28 Einsätzen und konnte sich für die österreichische U18-Nationalmannschaft empfehlen. Mit der neuen Saison zählt er nunmehr auch zum erweiterten Aufgebot von Franco Foda und absolvierte das Trainingslager in Bad Waltersdorf mit der ersten Mannschaft. “Für mich ist Florian Neuhold ein Spieler mit einem gesunden Selbstvertrauen, der vor allem durch seine mentale Stärke positiv auffällt. Er ist aus meiner Sicht ein moderner Verteidiger. Dazu gehört die Schnelligkeit, seine Kopfballstärke, seine Ruhe und die Stärke in den Zweikämpfen.”, formuliert Didi Pegam die Stärken des jungen Innenverteidigers. Andererseits: “Das Selbstvertrauen und die Überheblichkeit sind oft nahe beieinander, aber man kann von einem so jungen Spieler nicht erwarten, dass er schon so abgebrüht auf alles reagiert, wie es die ein paar Jahre Älteren schon können.”

Kurz vor dem Spiel gegen den FC Zestafoni musste Ferdinand Feldhofer aufgrund einer Adduktorenverletzung passen und Florian Neuhold durfte auf internationaler Ebene sein Debüt in Schwarz-Weiß feiern. “Ich denke, dass Florian Neuhold ein Spieler ist, von dem man in Zukunft noch sehr viel hören wird, er hat aber auch noch viel Potential nach oben. Fatal wäre es, wenn er nun zufrieden wäre und in seinem aktuellen Stadium stehen bliebe.”, erklärt Dietmar Pegam.

Stefan Stangl (19 Jahre)

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Stefan Stangl begann seine Karriere im Jänner 1998 beim SV Lebring, ehe ihn sein Weg drei Jahre später direkt in die Akademie von Sturm Graz führen sollte.

Seine erste Partie für die Sturm Amateure bestritt er am 2. Juni 2009 gegen den SC Weiz. Der junge Linksverteidiger bekam von Beginn an das Vertrauen und stand bei der 4:2-Niederlage über die volle Spielzeit auf dem Platz. Bereits in der darauffolgenden Regionalliga-Saison 2009/10 gehörte Stefan Stangl dem Stammpersonal an und kam – zugunsten seiner Entwicklung – regelmäßig zu vielen Einsatzminuten.

Im Kader der Kampfmannschaft stand Stangl erstmals im Rahmen eines Testspiels gegen Arsenal im Juli 2010. Der gelernte Linksverteidiger präsentierte sich durchaus solide, für den Sprung in den Profikader sollte es aber damals noch nicht reichen. Zumindest nicht für die folgende Saison 2010/11 und er blieb für eine weitere Spielzeit in den Reihen der Sturm Amateure. Es sollte keine leichte Saison für die Amateure werden. Mit einer Mischung aus Reservisten der Kampfmannschaft und dem eigenen Nachwuchs versuchte Christian Peintinger sein Team vor dem Abstieg zu bewahren. Stefan Stangl konnte in dieser Zeit positiv entgegenwirken und war vor allem durch seine konstant guten Leistungen auffällig, 26 Einsätze, zwei Tore und der Klassenerhalt waren die Folge.

Während der folgenden Saisonvorbereitung 2011/12 sollte Stefan Stangl wieder mit der “Ersten” trainieren und erhielt die Chance sich in Testspielen für zukünftige Einsätze zu empfehlen: “Stefan fällt durch seine gute Technik auf, hat einen starken linken Fuß und ist auch bei Vorstößen in die Offensive sehr kreativ. Für mich ist er, wie auch Florian Neuhold, ein moderner Verteidiger, auf der linken Außenbahn auch im Mittelfeld einsetzbar ist. Drucksituationen löst er immer elegant, möchte immer spielerisch wieder die Vorwärtsbewegung aufnehmen. Er ist kein Spieler, der den Ball einfach wegschießt”, analysiert Dietmar Pegam die Stärken von Stangl. Entwicklungspotential sieht der Amateure-Coach noch in seinem Zweikampfverhalten und seiner körperlichen Robustheit. “Man muss auch dazusagen, dass für ihn nun der Punkt gekommen ist, an dem sich sein weiterer Weg entscheidet. Entweder er kann jetzt seine Chance nützen und in der Kampfmannschaft Fuß fassen, oder er versucht sich bei einem Verein der zweiten Liga”, resümiert seine ehemaliger Trainer.

In der dritten Qualifikationsrunde der Champions-League sollte es dann auch für Stefan Stangl an der Zeit sein. Er feierte sein Debüt in der Profi-Mannschaft der Blackies. Sein erster Einsatz sollte sich zwar auf drei Minuten beschränken, “aber es ist natürlich ein Vertrauensbeweis, wenn Franco Foda in einem sehr wichtigen Spiel auf ihn setzt, auch wenn Stefan am Ende nur drei Minuten eingesetzt wurde”, so Dietmar Pegam gegenüber Sturm12.at.