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Die vergebene "historische Chance"

“Historisch” wäre der Sonntagabend aus Sturm-Sicht beinahe geworden – beinahe, weil “Sturm-Schreck” Roman Wallner wieder einmal gegen seinen Ex-Verein traf. Nicht das einzige, was den Grazern auf den Magen schlägt.

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© 2011 Sturm12.at

Der ominöse Magen-Darm-Virus ist auch nach dem Spiel noch Thema. Für einige Reporter war er ein Hauptgrund für das mäßige Niveau der Schlagerpartie. Wie die Salzburger Nachrichten beobachtet haben, haben sich die Sturm-Spieler nach dem Shakehands vor Anpfiff die Hände desinfiziert. Wohl nicht zu unrecht: Laut Kurier ist die Ehefrau eines nach Zypern mitgereisten Journalisten erkrankt – ein Beleg, dass das Virus ansteckend ist.

Nicht die einzige Sorge von Sturm: Wie Kronen Zeitung und Kleine Zeitung übereinstimmend berichten, muss Stürmer Roman Kienast um seinen Einsatz gegen BATE Borisow bangen. “Ich habe einen Schlag auf den Mittelfußknochen bekommen und kann im Moment gar nicht auftreten“, wird Kienast in der “Kleinen” zitiert.

Ebenfalls ein Thema ist die Aktion von Salzburg-Tormann Eddie Gustafsson, der vor dem entscheidenden Freistoß nach vor lief und Simon Cziommer Anweisungen gab. Ob seine Mitspieler die Anweisungen befolgten, wird unterschiedlich interpretiert – laut “Salzburger Nachrichten” ja, laut “Krone” und Sportnet.at führte hingegen eine andere Variante zum Erfolg.

Kleine Zeitung: “Gemma Burschen. Heute hobn’s die Hosen voll”, lautete die Devise der Grazer Fans. (….) Am Ende gab es viel Gesprächsstoff. Roman Kienast (49.), schoss nach einem Foul von Ibrahim Sekagya Sturm per Elfmeter 1:0 in Führung. Mario Haas sah in der 84. Minute nach einem Foul an Jefferson die erste Rote Karte seit sieben Jahren und der Steirer Roman Wallner vereitelte in der 89. Minute mit dem 1:1 noch den “historischen” Sturm-Sieg. Was für den Meister blieb, ist vermutlich ein schwacher Trost. Nach 14 Niederlagen in Serie durfte man erstmals seit 17. April 2004 einen Punkt mit nach Hause nehmen. (…)  Und dennoch gingen sie mit hängenden Köpfen vom Platz. Zu sehr schmerzte die vertane Chance auf einen historischen Sieg. (…) Franco Foda stand nach dem Schlusspfiff mit ernster Miene vor den TV-Kameras. “Wenn man 1:0 führt, eine Riesenchance auf das 2:0 vergibt und dann so ein dummes Gegentor bekommt, kann man einfach nicht zufrieden sein”, monierte Sturms Trainer (zum Artikel).

Kronen Zeitung: Während die 500 Sturm-Fans mit Transparenten höhnten (“Red Bull verleiht Durchfall”), zwinkerte Klubarzt Dr. Puskuris: “Ich gratuliere der Salzburger Kollegenschaft und schlage sie für den Medizin-Nobelpreis vor. Toll, wie die ihre Burschen nach einem hochinfektiösen Virus binnen Stunden fit bekommen haben.” (…) Der Meister tat dem Tabellenführer nicht neuerlich den Gefallen, ins offene Messer zu rennen. Sturm machte clever dicht, ließ die umgestellte Bullen-Truppe anrennen – und lauerte eiskalt auf die Chance. Diese kam in der 50. Minute: Nach idealem Hölzl-Lochpass fällte Sekagya Kienast – Elfer! Und Roman Kienast verwertete eiskalt – es war der erste Penalty in der Bundesliga, den “Elferkiller” Eddie Gustafsson nicht abwehren konnte. Wermutstropfen im Finish: Nachdem Haas die Riesenchance aufs 2:0 vergeben und Rot gesehen hatte, biss “Sturm-Schreck” Wallner in der 89. zu – 1:1!

Kurier: Die zwei Absenten konnten die Grazer zunächst besser verkraften als die Salzburger ihre: Kienast prüfte Keeper Gustafsson früh (4.). Doch der Anfangselan war bald verpufft. Die Grazer bekamen Probleme, weil sie gegen Salzburgs Verlegenheitself das Spiel machen mussten. Und das behagte den limitierten Meisterkickern überhaupt nicht. Also mutierte der Schlager Vizemeister gegen Meister ziemlich schnell zu einem Unspiel. Sturm hatte erkannt, dass man mit Offensivspiel nicht zum Erfolg kommen würde und zog sich ebenfalls zurück. Also entwickelte sich eine erste Hälfte mit einer weiteren Torchance. Sturm-Spieler Wolf vergab diese allerdings so kläglich, als hätte er für Salzburg klären wollen (41.). Ein einziger (!) Schuss aufs Tor von beiden Mannschaften beweist, wie schlecht die ersten 45 Minute waren. Moniz reagierte zur Pause, brachte mit Christoph Leitgeb für den überforderten Savic noch ein Virus-Opfer. Belohnt für eine unterirdische Leistung wurde aber zunächst Sturm (…). Die Salzburger wären jetzt (nach dem 0:1, Anm.) gefordert gewesen, konnten aber in dieser körperlichen Verfassung spielerisch nicht reagieren. Erst ein Freistoß von Wallner brachte gegen zehn Grazer doch noch den Ausgleich zum 1:1 (89.) (zum Artikel).

Salzburger Nachrichten: Die Partie war alles andere als ein Schlagerspiel. (…) Salzburgs geschwächte Notelf verlegte sich vor allem in der Anfangsphase auf das Verteidigen. Die Sturm-Spieler machten Druck, ohne wirklich Gefahr zu erzeugen. So zäh die Begegnung anlief, so munter wurde sie nach Seitenwechsel. (…) Salzburg war in der Folge (nach dem 0:1, Anm.) um Offensivgeist bemüht, die berühmten letzten Pässe gelangen aber nicht. Sturm hätte hingegen den Matchball gehabt. In der 74. Minute tauchte der kurz zuvor eingewechselte Oldboy Mario Haas nach Superpass von Jürgen Säumel allein vor Gustafsson auf, schlenzte den Ball aber am Tor vorbei. Mit dem Mut der Verzweiflung stürmte Salzburger weiter – und wurde in der 89. Minute belohnt. (…) Wallner: „Es sicher haben einige Prozente gefehlt. Aber wir sind eben Leistungssportler.“ Und daher hat Salzburg auch jene Moral gezeigt, die am Donnerstag gegen Nikosia erforderlich sein wird.

Sport10.at: Sturm-Trainer Franco Foda witterte vor der Partie gegen Salzburg die Gunst der Stunde: “Wir haben uns nie über Verletzungen beklagt und immer gespielt. Wir wollen dieses Spiel gewinnen.” (…) Den Salzburgern fehlte es an Spritzigkeit und auch eine höhere Laufbereitschaft haben die Fans in Wals-Siezenheim schon öfters zu sehen bekommen. (…) Beide Teams spielten von Beginn weg mutlos und machten den Eindruck, sich für die europäischen Bewerbe schonen zu wollen. Risikobereitschaft? Fehlanzeige. Nach Wiederanpfiff blieb das Bild unverändert, nach einem Pass von Andreas Hölzl wurde Roman Kienast im Strafraum von Sekagya zu Fall gebracht und verwandelte den fälligen Elfmeter selbst. Danach begannen beide Teams engagierter und vor allem härter zu spielen. (…) eDr gefoulte Brasilianer (Jefferson, Anm.), der viel einstecken musste, war dann an der spielentscheidenden Situation beteiligt: Jürgen Säumel brachte ihn vor dem Grazer Strafraum zu Fall, Wallner trat den fälligen Freistoß und beendete die Träume des Meisters aus der Steiermark (zum Artikel).

Sportnet.at: 89. Minute in der Red Bull Arena. Salzburg liegt gegen Sturm Graz 0:1 hinten, bekommt noch ein letztes Mal einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen Plötzlich sprintet Eddie Gustafsson aus seinem Tor, läuft zu Simon Cziommer, der gerade den Freistoß ausführen will. Ein kurzes Gespräch, dann ist Eddie schon wieder auf dem Weg zurück – unter frenetischem Jubel der Bullen-Fans, die ihren Kapitän wie keinen anderen Spieler lieben. Und tatsächlich schreibt der Fußball mal wieder seine Legenden selbst: Cziommer legt kurz auf zu Jakob Jantscher, der ferselt weiter zu Roman Wallner. Nach dem Spiel fragen sich alle: Was hat Eddie bei dieser Aktion seinem Mitspieler geflüstert? sportnet.at hat nachgefragt – und die Antworten verwirren. Gustafsson selbst sagt: “Ich habe von der Bank Bescheid bekommen und sollte das Simon mitteilen.” Eigentlich alles klar. Aber der Trainer selbst weiß davon nix! Ricardo Moniz: “Keine Ahnung, was er gesagt hat. Ich dachte schon, er schießt selbst!” Egal, welche Version stimmt – Fakt ist, dass Eddie eine Freistoßvariante gefordert hat. Und dass die Spieler nicht auf ihren Kapitän gehört haben. Eddie: “Die Variante, die ich wollte, war’s nicht!” (zum Artikel)

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Spielbericht: Am Schluss den Sieg verschenkt
Reaktionen: Unzufriedenheit mit Blick nach vorne
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