Popkhadze
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Spielercheck

Georgische Ausnahmeerscheinung

Der Champions League-Traum ist ausgeträumt. Auch deshalb, weil den meisten Spielern die dazu notwendigen Fähigkeiten fehlen. Im Grunde kam gestern nur einer in die Nähe der notwendigen Klasse: George Popkhadze, unser Blacky of the Match.

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Alles in allem fehlte den Schwarz-Weißen gestern am Abend gegen BATE Borisov die nötige Klasse, um den Einzug in die Champions League-Gruppenphase zu schaffen. Europa League heißt es deshalb ab September in Liebenau, nicht genügend Sturm-Akteure hatten am Ende das Rüstzeug für die Elite des europäischen Klubfußballs. Einer der wenigen, die gestern in die Nähe der Champions League-Tauglichkeit gekommen ist, war der georgische Neuzugang auf der linken Abwehrseite. Deshalb unser gestriger Blacky of the Match: George Popkhadze.

George Popkhadze
Der Georgier war gestern der Beste aus der Heimmannschaft. Arbeitete enorm viel auf der linken Abwehrseite, verteidigte stark und schaltete sich auch immer wieder, gemeinsam mit seinem Vordermann Andreas Hölzl, in die Offensive ein. Und das, obwohl er mit Artyom Kontsevoi einen der stärksten Borisov-Spieler als unmittelbaren Gegner hatte. Übertrumpfte seinen Außenverteidiger-Kollegen Standfest gestern um Längen.

Andreas Hölzl
Der Tiroler hatte Sturms beste Chance in diesem Spiel, als er alleine auf Borisov-Keeper Aleksandr Gutor zulief. Leider hatte er den Ball auf dem schwächeren linken Fuß. Alles in allem war Hölzl gestern einer der besten in schwarz-weiß. Arbeitete viel, zuerst auf der linken und später auf der rechten Seite im Mittelfeld, und kam immer wieder zu recht guten Szenen.

Imre Szabics
Man merkt ihm in jeder Phase des Spiels derzeit an, dass er nicht hundertprozentig fit aufläuft. Der Ungar ist sehr bemüht, aber sein Knöchel macht ihm einfach zu schaffen. Trotz allem einer der Aktivposten im Grazer Spiel, er rackerte unermüdlich und kam auch zur einen oder anderen Torchance. Durch die Umstände aber weit von seiner Form aus der letzten Saison entfernt.

Christian Gratzei
Eine Partie zum Vergessen für einen Torhüter. Zunächst nicht wirklich geprüft, die ein,zwei brenzligen Situationen bravourös entschärft und dann kassiert man einen 30-Meter-Strich gegen den man machtlos ist. Auch beim zweiten Treffer kann man Gratzei keinen Vorwurf machen, da wurde er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Gleich drei Weißrussen waren vor dem Goalie und hätten den Kopfball verwerten können.

Milan Dudic
Ist trotz seiner wenigen Einsätze für Sturm schon der unumstrittene Chef im Abwehrzentrum. War auch gestern der bessere, sicherere und im Spielaufbau wirksamere Innenverteidiger. Beim Treffer zum 2:0 für BATE, kann man aber auch Dudic nicht ganz von Schuld freisprechen. Es ist immer schwierig von außen die Zuteilung bei Standards zu beurteilen, trotz allem standen im Fünfer drei Weißrussen frei – Innenverteidiger-Territorium.

Patrick Wolf
Wie immer powerte Wolf auf der rechten Seite was das Zeug hielt. War auch zweimal knapp dran mit einem Konterlauf durchzubrechen, er wurde aber beide Male mit Fouls gestoppt. In sehr vielen Szenen ist Wolf leider nur schnell. Kommt er in die gefährliche Zone, lässt er die nötige Technik vermissen.

Jürgen Säumel
Er spielte in der Mittelfeldzentrale gemeinsam mit Manuel Weber eine recht starke Partie. Man hatte den vermeintlichen Superstar Renan Bressan komplett im Griff und auch sonst wirkte das Konstrukt stabil. Ein Wermutstropfen: Das Umschalten auf eine offensivere Spielweise nach dem Rückstand hat leider nicht funktioniert.

Manuel Weber
Für ihn gilt ähnliches wie für Jürgen Säumel. Im Grunde hatten die beiden die Mittelfeldzentrale im Griff und spielten eine solide Partie. Auch Weber schaffte es allerdings nicht, nach dem Rückstand entscheidend zuzulegen und für Druck in der Offensive zu sorgen. Stand (wie Säumel) bis zum Ende zu tief in der eigenen Hälfte.

Joachim Standfest
Man könnte sagen, dass es gestern eine typische Standfest-Partie war. Er lässt auf der rechten Abwehrseite nichts anbrennen und spielt dort seinen „Stiefel“ trocken herunter. Leider kann er nach vorne kaum Akzente setzen, speziell dann, wenn der Gegner nicht aus der Ö-Bundesliga kommt. Modernes Außenverteidigerspiel sieht anders aus.

Mario Haas
Für Bukva zur Pause eingetauscht, kam der Oldboy allerdings nie richtig auf Touren. Er wurde zu einem Zeitpunkt in die Partie geworfen, als Sturm Druck machen musste. Haas‘ Schnelligkeit konnte sich in dieser Powerplay-Situation nicht entfalten. Er wich deshalb oft auf die Seite aus, hatte aber auch dort kaum Szenen.

Thomas Burgstaller
Auf internationalem Niveau ist die Leistungsgrenze von Thomas Burgstaller leider sehr schnell erreicht. Trägt wenig bis nichts zur Spieleröffnung bei, wirkt öfter einmal ein bisschen überfordert und er ist am Ball unsicher. Noch dazu mangelt es an Schnelligkeit und prompt verlor er das Laufduell (in das er allerdings unverschuldet gehen musste), das zum Freistoß und in Folge zum zweiten Treffer von BATE führte.

Haris Bukva
Gab nach der Nichtberücksichtigung von Darko Bodul die hängende Spitze neben beziehungsweise hinter Imre Szabics. Bis auf einen Kopfball nach Hölzl-Flanke war von ihm aber nicht viel zu sehen. Blieb zumeist im Zentrum hängen, ließ sich zu weit zurückfallen und blieb farblos. Wurde nach 45 Minuten erlöst.

 


Zu kurz eingesetzt
Florian Kainz
Samir Muratovic

Ein Spielercheck von Jürgen Pucher und Andreas Terler 

Sturm12.at
Blacky of the Match – Archiv

Anmerkungen:
Die Leistung der Sturm-Spieler wird anhand von Bällen bewertet. Die höchste Bewertung sind dabei fünf Bälle, die niedrigste Bewertung ist ein Ball. Eine durchschnittliche Leistung ist mit drei Bällen gleichzusetzen, die auch den Ausgangs- bzw. Basiswert darstellen.

Das Ergebnis ergibt sich dabei aus der gemeinsamen Diskussion der beim Spiel anwesenden Sturm12.at-Redakteure, bleibt aber subjektiv.

Die Auszeichnung als Blacky of the Match wird jenem Spieler zuteil, der nach Meinung der Sturm12.at-Redakteure am wichtigsten für Sturm Graz war. Dafür kann unter Umständen nur eine einzige Aktion (z.B. ein entscheidendes Tor, ein gehaltener Elfmeter) ausschlaggebend sein.