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Markus Ostermann

"Wir haben nichts zu verlieren"

Markus Ostermann hat sechs Jahre lang bei Sturm gespielt. Zuerst im Nachwuchs, dann bei den Amateuren. Für ganz oben hat es nicht gereicht. Morgen trifft er mit seinem neuen Verein Weiz auf Sturm Graz.

sc-weiz.at
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Markus Ostermann hat eine schwarz-weiße Vergangenheit. Im zarten Alter von 14 Jahren entschied er sich 2004 von seinem Jugendverein USV Arzberg in die Akademie von Sturm Graz zu wechseln. Heute – sieben Jahre später – ist er Stammspieler des Landesligisten SC Weiz. Er blickt gerne auf seine Zeit bei den Schwarz-Weißen zurück, auch wenn er nie den Sprung in die Kampfmannschaft schaffen sollte. Nun trifft der 20-jährige Außenbahnspieler auf eben diese in der zweiten Runde des ÖFB-Cups.

In einem Gespräch mit Sturm12.at spricht er über den unglücklichen Abstieg in die Landesliga, den umgehenden Aufstieg zurück, mit welchem Gefühl man als junger Spieler bei Sturm spielt und dass die Blackies einen unglaublich schlechten Tag brauchen, um nicht in die nächste Runde einzuziehen.

Markus, der SC Weiz musste in der abgelaufenen Spielzeit den Abstieg von der Regionalliga Mitte in die steirische Landesliga hinnehmen. Wie hast du die letzte Saison miterlebt?
Grundsätzlich war es eine sehr schwere Saison. Wir hatten eine sehr junge Mannschaft, qualitativ waren wir aber nicht schlecht. Die meisten Spiele haben wir ja nur mit einem Tor Unterschied verloren. Es war einfach sehr unglücklich.

In der noch jungen Saison in der Landesliga stehen du und deine Mannschaft aktuell auf dem vierten Tabellenplatz, vier Punkte hinter dem ASK Voitsberg. Ist der Aufstieg das erklärte Ziel?
Durchaus. Wir haben es bereits vor der Saison ausgegeben, dass der Aufstieg unser Ziel ist und dass wir ihn gleich erreichen wollen. Wir hatten zudem keine großen Abgänge, außer vielleicht Patrick Durlacher, der zum GAK gewechselt ist, dafür ist sein Bruder wieder zurückgekommen.

Ein persönlicher Rückblick. In der Zeit von 2004-2010 hast du die Akademie von Sturm Graz durchlaufen und für die zweite Mannschaft gespielt. Wie gehst du heute damit um, dass du dich nie für die Kampfmannschaft empfehlen konntest?
Es ist einfach die beste Ausbildung für einen jungen Spieler. Ich würde es immer wieder machen. Und wenn man ehrlich ist, schafft von einem Jahrgang vielleicht ein Spieler in die Kampfmannschaft vorzustoßen. Jetzt haben es halt mit Florian Kainz als 91er und Christian Klem als 92er gleich zwei Spieler geschafft. Man geht schon mit dem Gedanken zu Sturm, dass man es vielleicht einmal schafft für die Kampfmannschaft zu spielen – vielleicht aber auch nicht.

Du hast auch an der Karl-Franzens-Universität Graz studiert. Gehst du noch davon aus einmal im bezahlten Fußball eine Rolle zu spielen?
Gut, studiert hätte ich auch, wenn ich mich bei Sturm durchgesetzt hätte. Ob ich noch einmal den Sprung in den bezahlten Fußball schaffe, kann ich nicht sagen. Ich gebe immer mein Bestes.

Der SC Weiz trifft morgen Mittwoch auf deinen ehemaligen Verein Sturm Graz. Ein besonderes Spiel für dich?
Natürlich. Aus meiner Sicht ist es aber für den gesamten Verein toll. Immerhin spielen wir als Landesligist gegen den amtierenden Meister.

Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Sturm Graz geht als Favorit in diese Partie. Was nimmt sich der SC Weiz gegen den amtierenden Meister vor?
Wir haben nichts zu verlieren, wir können befreit aufspielen. Für uns wäre es natürlich kein Beinbruch, wenn wir gegen Sturm aus dem ÖFB-Cup ausscheiden.

Es ist immer die Rede davon, dass der Cup eigene Gesetze hat. Siehst du eine Chance, dass ihr den vermeintlich Großen ärgern könnt?
Wenn das Spiel längere Zeit ausgeglichen bleibt, vielleicht. Aber um Sturm zu ärgern müssen sie einen wirklich schlechten Tag erwischen und wir einen unglaublich guten.

Dein Tipp?
Es ist schwer einen Tipp abzugeben. Ich sage es so: Wir werden alles versuchen, um Sturm zu ärgern.

Markus, ich bedanke mich und viel Glück.
Immer wieder gerne. Ciao.


Mit Markus Ostermann sprach Jan Michael Marchart