Pressespiegel

Die alte Leier von den Fehlern

“Im Spiel der Grazer kehren die individuellen Fehler wieder wie das Amen im Gebet”, schreibt Sportnet.at. Und eigentlich ist damit fast alles gesagt. “Geschenke”, “gut mitgehalten”, “auf diesem Niveau sofort bestraft” – diese Leier wirkt mittlerweile vertraut.

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© 2011 Sturm12.at

“Schade, dass ausgerechnet routinierte Spieler auf internationaler Ebene patzen.” Wen die Kleine Zeitung meint, ist unschwer zu erraten: Silvije Cavlina und Thomas Burgstaller, die im Zentrum der Kritik stehen – siehe auch den Sturm12.at-Spielbericht.

Auch von “Geschenken” an den Gegner ist vielfach die Rede. So sei das 0:1 eines “von den vielen, die Sturm heuer leider schon verteilte”, schreibt die Kronen Zeitung. Die Grazer machen sich so immer wieder gute Leistungen zunicht. Denn dass Sturm bis zum ersten Gegentreffer  mitgehalten hat, sieht nicht nur DerStandard.at so. “Gegen Anderlecht ist das zu wenig“, vermerkt Die Presse aber trocken.

Kleine Zeitung: Sturms 0:2-Heimniederlage schmerzt, weil die Grazer eine Stunde lang Anderlecht durchaus Paroli bieten konnten. Sie standen kompakt, spielten mit den favorisierten Belgiern brav mit und kamen durch Szabics (17.), Weber (54.) und Bodul (56.) zu Chancen, auch wenn diese nicht zwingend waren. (…) Sturms Mut, mehr für die Offensive zu tun, wurde bestraft. Das Kopftor von Mbokani (53.) wurde vom irischen Schiedsrichter Alan Kelly zurecht noch aberkannt, weil Sturmpartner Suarez im Abseits gestanden war. Etwas später hatte Sturm weniger Glück. Sturm-Goalie Cavlina konnte den Ball nach einem Mbokani-Querpass nicht festhalten und Gillet (66.) erzielte die Führung für die Belgier. Damit nicht genug. Eine Minute später sah Burgstaller nach wiederholtem Foulspiel zurecht die Gelb-Rote Karte. Das war’s für Sturm. Mit einem Mann weniger konnten die Grazer nichts mehr ausrichten. (…) Sturm fehlten an diesem Abend ein Quäntchen Glück, Klasse und Gelassenheit (zum Artikel).

Kronen Zeitung: Sturm wollte dem Musterschüler gestern das Zeugnis zumindest ein bisschen verhauen, aber es gelang nicht. “Weil Anderlecht unseren ersten Fehler sofort bestraft hat. Diese Kaltschnäuzigkeit haben wir leider vermissen lassen. Im Vorfeld haben viele geglaubt, die Belgier werden uns an die Wand spielen. Doch wir haben gut dagegen gehalten, uns auch nach vorne etwas zugetraut. Leider haben wir unsere Chancen nicht eiskalt verwertet”, sagte Mario Haas nach dem Schlusspfiff. Ferdl Feldhofer zog vor dem königlichen Klub den Hut: “Man hat gesehen, dass sie viel individuelle Klasse haben. Aber sie wären heute zu erwischen gewesen.” Doch Anderlecht feierte den dritten Gruppensieg, bestand auch die Grazer Prüfung mit ausgezeichnetem Erfolg. “Jetzt müssen wir versuchen, woanders die Punkte zu holen, aber es wird schwer”, meinte Keeper Silvije Cavlina, der sich über das dumme 0:1 grün und blau ärgerte. “So ein Mist! Ein Fehler und schon sind wir bestraft worden.”

Kurier: Der belgische Rekordmeister begann bei leichtem Nieseln mit dem Selbstvertrauen eines Seriensiegers. Was einerseits schlecht für die Steirer war, weil sie ständig unter Druck standen. Andererseits auch gut, weil die Belgier etwas zu verspielt agierten. (…) Die Belgier versuchten zwar über die Seiten Druck auszuüben, im Zentrum war aber stets ein Grazer Kopf oder Bein dazwischen. Zu Chancen kam Fodas Team auch: Fast hätte Ehrenreich für das 1:0 gesorgt, dann hatte der junge, agile Kainz eine Topchance. Einfallsreicher waren die Sturm-Fans. Da wurde kurz nach der Pause ein riesiges Stoffflugzeug mit der Aufschrift Sturm vor blauen Fähnchen aufgespannt. Nach einem kurzen Höhenflug gerieten die Gastgeber in Turbulenzen (…) Nach 66 Minuten landeten die Steirer endgültig auf dem Boden der bitteren Realität: Gillet nützte die erste allgemeine Verunsicherung. Cavlina und Burgstaller machten dabei nicht die beste Figur. Kurz darauf sah Burgstaller wegen Foulspiels Gelb-Rot. Sturm verlor den Drang nach vorne nicht, blieb aber ohne Chancen (zum Artikel).

Die Presse: Sturm Graz agierte in der ausverkauften UPC-Arena gegen den RSC Anderlecht im Stile einer Auswärtsmannschaft. Hinten dicht machen, die wenigen Chancen nutzen, lautet die Devise. 45 Minute ging diese Vorgabe von Trainers Franco Foda auf. Nach Seitenwechsel wollte Sturm mehr, hatte in der 63. Minute nach Flanke von Kainz eine gute Chance durch Ehrenreich. Doch im Gegenzug besorgte Belgiens Teamspieler Gillet das 0:1 (66.). Eine Minute später sah Abwehrspieler Burgstaller nach einem Foul Gelbrot. Das 0:2 durch den Argentinier Suarez war nur noch Draufgabe. Schade. Eine Stunde spielte Sturm sehr gut mit.

DerStandard.at: Die personell geschwächten Blackies standen tief und versuchten sich mit schnellen Gegenstößen in Szene zu setzen. Anderlecht setzte die ballführenden Spieler dabei aber immer wieder stark unter Druck, trieben die ballesterischen Fähigkeiten der Grazer an ihre Grenzen und unterbanden so die Konter. So kam Sturm zwar selbst nur zu wenigen Chancen, ließ aber andererseits auch beim Gegner kaum etwas zu. Die kompakte Leistung wurde einzig von einigen negativen Ausbrechern von Thomas Burgstaller überschattet. (…) Sturm-Torhüter Silvije Cavlina leitete nach 66 Minuten mit einem schlechten Auswurf einen unmittelbaren Gegenangriff ein. Burgstaller konnte Milan Jovanovic zwar noch mit grenzwertigen Mitteln stoppen, doch Cavlina ließ den bereits in den Händen gehaltenen Ball groteskerweise wieder aus. Guillaume Gillet nutzte diesen Patzer eiskalt aus. Dabei war gerade in dieser Phase auch für Sturm einiges drin gewesen. Die Blackies hatten gerade Mut gefasst und nur Minuten zuvor eine Riesenchance vorgefunden. (…) Unmittelbar nach dem Gegentreffer erhörte der umsichtige Schiedsrichter Alan Kelly aus Irland Burgstallers Betteln und sandte ihn nach einem weiteren unnötigen Foul vom Feld. (…) Für Sturm war die Partie damit praktisch vorbei. Hatte die taktisch disziplinierte Vorstellung – getragen vor allem vom starken Zentrum mit Manuel Weber und Jürgen Säumel – bisher die offensichtliche individuelle Unterlegenheit ausgeglichen, war mit einem Mann weniger nichts mehr zu holen. Auch weil zunehmende Müdigkeit am Platz zu bemerken war. (…) Die Grazer stemmten sich in der Schlussviertelstunde erfolgreich gegen eine höhere Niederlage. Die tatsächlich erlittene schien allerdings schmerzhaft und gewissermaßen unnötig genug (zum Artikel).

Sportnet.at: “Sturm Graz, Sturm Graz. Alles ist vorbei.” Die hämischen Rufe der Anderlecht-Fans müssen schmerzen wie kleine Messerstiche. (…) Zwei spielentscheidende sind an einem kühlen Abend in der UPC-Arena besonders hervorzuheben. Ein schwerer Cavlina-Patzer, der zum Tor führt (66.) sowie die darauffolgende gelb-rote Karte gegen Burgstaller (67.) nach einem völlig deplatzierten Frustfoul. Foda: “Das sind Fehler, die wir in der letzten Saison nicht gemacht haben. Deshalb sind wir Meister geworden. Aber international darf man sich so etwas schon gar nicht erlauben.” (…) Ob er für die Kurzschlussreaktion seines Innenverteidigers in irgendeiner Art und Weise Verständnis aufbringen kann? Fodas Antwort fällt deutlich aus. “Nein, in keinster Weise. So etwas darf nicht passieren. Schon gar nicht einem routinierten Spieler.” Mit dem Ausschluss von Burgstaller verliert Sturm auch frühzeitig das Spiel. Foda wollte nach dem ersten Gegentreffer noch handeln, mit Kienast eine weitere frische Spitze bringen. Stattdessen muss mit Feldhofer ein Innenverteidiger noch Schlimmeres verhindern. “Ich konnte nicht mehr handeln”, ärgert sich der Deutsche, der sich Konsequenzen gegen das schwarze Schaf in Form einer Geldstrafe vorbehält (zum Artikel).

Sport10.at: Besonders auffällig im Spiel der Grazer: Die Abwehr stand einmal mehr nicht annähernd so bombenfest, wie es in der Meistersaison 2010/11 der Fall war. Thomas Burgstaller wandelte mit seinen teils schlecht getimten Tacklings am Rande des Ausschlusses und hätte in der ersten Hälfte beinahe einen Elfmeter verschuldet. (…) Auch Burstallers “Zwilling” in der Innenverteidigung, Milan Dudic, erwischte nicht den besten Tag. Dem sonst so routinierten und spielstarken Serben unterliefen beim Herausspielen teils haarsträubende Fehlpässe, worunter natürlich auch die Offensivleistung der Blackys litt. Zudem hatte der 31-Jährige von Zeit zu Zeit Probleme mit dem Stellungsspiel, was Anderlechts spritzige Offensive beim 0:2 ausnützen konnte. Rechts und links in der Abwehr verrichteten gegen Violett-Weiß Martin Ehrenreich bzw. der junge Christian Klem ihr Fußwerk, wobei Letzterer ein besseres Bild als sein Pendant abgab. Offensiv klappte das Zusammenspiel mit Vordermann Florian Kainz ganz gut, defensiv stellte er die RSC-Stars zwar nicht vor unlösbare Aufgaben, machte ihnen aber zumindest das Leben schwer. (…) Insgesamt war es die zehnte Abwehrreihe, die Trainer Foda in den bisherigen 22 Saisonspielen auf den Platz schickte. (…) Das Quartett Burgstaller – Dudic – Standfest – Popkhadze stand bisher sieben Mal gemeinsam am Platz (zum Artikel).

 Sturm12.at
Spielbericht: Zwei Minuten, null Punkte
Stimmen: Einem routinierten Spieler darf das nicht passieren
Fotostory: Die Köpfe hängen tief
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