
© 2011 Sturm12.at
Fleißig bilanziert wurde in den letzten Tagen hier auf Sturm12.at. Diese Untersuchungen drehten sich um die einzelnen Mannschaftsteile der Blackies und zeichnen das sportliche Bild dieses Fußballherbstes 2011. Durchwachsen war dieser, wie man beim Studium der Geschichten leicht erkennen kann. Man liest aber auch, dass es in unterschiedlichen Bereichen noch viel brach liegendes Potential gibt.
Bevor wir alle in die Weihnachtspause gehen und uns den literarischen Geschichten widmen, zum Abschluss der Bilanz-Woche auch noch ein Analyse-12 Meter. Diese Geschichte soll den Anspruch haben, die Grundgesamtheit des SK Sturm in der bisher gespielten Saison unter die Lupe zu nehmen. Dies soll in drei Teilen stattfinden. Die wichtigsten Player des SK Sturm Graz sind seine Mannschaft, sein Trainer und sein Vorstand beziehungsweise die administrative Vereinsführung. Kurz und prägnant sollen die relevantesten Punkte, Fehler, Potentiale und Positiva der jeweiligen Akteure aufgezeigt und dargelegt werden.
Die Mannschaft…
Hier sind es wohl am ehesten die Youngsters plus Manuel Weber, Imre Szabics (so lange er fit war) und Neuzugang Darko Bodul, die man auf der positiven Seite erwähnen kann und muss. Florian Kainz hat sich in der Mannschaft etabliert und war mit einer der Stärksten in letzter Zeit. Und auch Florian Neuhold und Stefan Stangl lieferten die eine oder andere Talentprobe ab. Weber war mit Szabics so etwas wie der Garant für Konstanz und Darko Bodul überzeugte von den Neuzugängen sicher am meisten, konnte er doch trotz fehlender Vorbereitung oft dem Sturm-Spiel seinen Stempel aufdrücken. Da wird sich sicher auch noch Jürgen Säumel einreihen, wenn er sich körperlich konsolidiert und über einen längeren Zeitraum spielen wird können. Die wenigen Einsätze, die er bestreiten konnte, lassen jedenfalls hoffen.
Das führt auch bereits zum einen der großen Minuspunkte auf sportlicher Seite: Der Verletzungsserie seit dem Sommer. Keiner weiß genau, wo der SK Sturm stehen würde, hätte man nicht im Grunde den kompletten Herbst unzählige Stammspieler vorgeben müssen. Einige dieser Ausfälle sind sicher auf die kaum vorhandene Vorbereitung zurückzuführen (speziell sind hier Säumel und Milan Dudic zu nennen), dazu kamen allerdings noch eine Unzahl von unglücklichen Häufungen. Man kann die mäßigen Leistungen allerdings nicht ausschließlich auf diese Tatsache schieben. Viele Akteure, die im Frühling noch Leistungsträger und Garanten für den Titel waren, haben seit dem Sommer teilweise komplett ausgelassen. Patrick Wolf oder Thomas Burgstaller waren ein Schatten ihrer selbst, dazu kamen Disziplinlosigkeiten, die zu ungewöhnlich vielen roten Karten geführt haben (siehe etwa die Fernrohrgeste von Haris Bukva in Richtung Schiri-Assistent). Mit solch einer Performance wird es auch mit allen Stammkräften schwer, wieder den Anschluss an die Spitze herzustellen.
Der Trainer…
Richtig turbulent um die Person Franco Foda wurde es erst gegen Ende der Herbstsaison (siehe dazu die Bilanz des Vorstandes) und der vorläufigen Nicht-Verlängerung seines Vertrages. Aber erstmals hat sich auch in der Zeit davor die Kritik an seiner Person gehäuft. Und es ging dabei nicht mehr bloß um die üblichen, immer wieder kommenden, Punkte wie Dünnhäutigkeit, schmallippige Antworten oder Blödsinnigkeiten, wie er würde seinen Sohn bevorzugen. Es ging diesmal schon an die Substanz, wobei manche Aspekte nach meiner Ansicht gerechtfertigt, manche wiederum eher an den Haaren herbeigezogen waren.
Da hieß es zum Beispiel, Foda hätte plötzlich angefangen zu rotieren und er sei vom Erfolgsrezept der letzten Jahre – dem Agieren mit einem stabilen Stamm – abgekommen. Dieser Kritikpunkt hat sich mir nie ganz erschlossen, angesichts der Serie an verletzten Stammkräften. Er war ja geradezu gezwungen, ständig zu wechseln (hier auch Fodas Erklärung dazu bei der PK in Brüssel). Und ich würde noch einen Schritt weitergehen und sagen: Der Trainer hätte noch das eine oder andere Mal öfter wechseln müssen und anstelle von halbfitten Stammkräften, den einen oder anderen Junior bringen. Dass er oft lieber eine angeschlagene Innenverteidigung auflaufen ließ, anstatt vielleicht Florian Neuhold zu forcieren oder dass Marvin Weinberger im Grunde keine Einsätze bekam, obwohl manchmal fast der gesamte Sturm nicht fit war, führte zur berechtigten Kritik der Zögerlichkeit und zu wenig Risikobereitschaft. Ein Punkt den ich unterschreiben würde. So selbstbewusst und dominant Foda intern auftritt, so kleinlaut und fast feig war hier seine Handschrift im sportlichen Bereich.
Anmerkung am Ende: Ob die Verlängerung des Vertrages tatsächlich schon passé ist, wage ich nachdrücklich zu bezweifeln. Zwei der potentiellen neuen Arbeitgeber haben sich mit neuen Trainern ausgestattet, im violetten Wien sitzt nun Ivo Vastic auf der Bank und in Berlin zahlte man für Michael Skibbe sogar Ablöse, anstelle der kolportierten Verpflichtung von Franco Foda. Wie auch schon bei der Teamchef-Bestellung war der Noch-Sturmcoach also wieder einmal im Gespräch, genommen wurde wie üblich ein anderer.
Der Vorstand…
In diesem Herbst gibt es auf der Habenseite für den Vorstand und die administrative Klubführung leider fast nichts zu berichten. Vielleicht zwei Punkte: Es scheinen alle bei guter Gesundheit zu sein und es gibt Gerüchte über Änderungen der Zusammensetzung nach der Generalversammlung (GV) am 17. Jänner.
Um aus diesem Punkt ein wenig die Emotionalität zu nehmen, ein Auszug ohne Anspruch auf Vollständigkeit der Verfehlungen, Merkwürdigkeiten und Fettnäpfchen der Vereinsführung als nüchterne Liste. Jeder soll und kann sich daraus selbst ein Bild machen.
- Der Vertrag mit Franco Foda wurde nicht verlängert, weil dieser eine Ausstiegsklausel gefordert haben soll. Eine Klausel, die er bisher in all seinen Verträgen gehabt hätte.
- Heinz Palme hat den Medien seinen Email-Verkehr mit Sturm Graz zur Verfügung gestellt, aus dem, so sich diese Angaben als richtig erweisen, dass seine Verpflichtung am Veto von Karin Hambrusch gescheitert sei. Eine leitende Angestellte würde in diesem Fall bei Sturm Graz dem Vorstand seine Personalpolitik diktieren. Der Fall Palme ist gerichtsanhängig.
- Die bei der letzten GV eingesetzte Arbeitsgruppe zum Thema „Freiheit für Sturm“ erwies sich über ein Jahr lang als Farce. Offenbar gibt es von Seiten der Vereinsführung kein Interesse an einer Lösung. Das Ganze riecht nach Verschleppung und Verzögerung dieses Themas. Die Ereignisse gipfelten in einer Verarschung der Fanvertreter mit dem „Kompromissvorschlag“, den Sponsornamen einfach unter das Logo zu schreiben, statt quer durch. Es bleibt zu hoffen, dass es diesbezüglich am 17. Jänner heiß hergehen wird.
- Unlängst wurde in der Kleinen Zeitung kolportiert, der SK Sturm hätte derzeit geringere Sponsoreinnahmen als in der Vorsaison. Trotz Meistertitel. Das würde sich auch mit der Argumentation der Fangruppen treffen, wonach viele kleinere Sponsoren wegen der Puntigamer-Dominanz von einer Zusammenarbeit absehen würden.
- Nicht zuletzt wurde hinsichtlich der Professionalisierung der Vereinsstrukturen rein gar nichts unternommen. Die Beteuerungen der letzten GV hinsichtlich AG usw. sind nunmehr fast ein Jahr her, geschehen ist null.
Alles in allem eine ernüchternde Bilanz. Es bleibt abzuwarten, wie die Zusammensetzung der Vereinsführung nach der Generalversammlung aussehen wird, um erahnen zu können, ob hier Besserung in Sicht ist.
Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Kienast zur Austria?
http://sport10.at/home/fussball/bundesliga/719239/Kienast_Von-Sturm-zur-Austria
Beim ersten Satz zum Thema Palme fehlt was!
wie immer verdient Sturm bei dem wechslen wieder kein Geld , alles tolle Vertäge die die Verantwortlichen das aushandeln . kein Wunder das Sturm so Finanziel schwach da steht , Wäünache Koenast falls er wirklich zur Austria wechseln würde viel Spass bei den Derbys
die Rapd Fans sehen das sicher nicht als Spass wenn ein Grüner zur Auatria wechelt
wie schon bei den letzten 12 metern war auch dieser quasi wieder ein selbstläufer, vor allem was den vorstand betrift (geschriebn ghört er trotzdem, nicht falsch verstehen;))….die punkte sind bekannt, es is nix geschehen und ich stell mal die behauptung auf, dass auch nach dem 17.01 nix geschieht (schließlich fahren wir mit unserer art und weise ja gut, gell herr präse??!)
Unsere Weihnachtsgrüße:
http://www.freiheit-fuer-sturm.at/
Sollte Kienast wirklich zur Austria gehen, was ich für Mumpitz halte (alleine schon deswegen, weil sein Ziel insgeheim wohl eher Hütteldorf lautet), würde dies aber voraussetzen, dass die Austria einen Stürmer los wird. Momentan ist man finanziell am Limit, wenn der Trainer von einem PrivatSponsor gezahlt wird und man darüber sehr froh ist. Egal, von Seiten Stürme sollte man versuchen noch irgendwas aus der Sache zu retten. Sei es ein Spieler im Gegenzug usw.. Fakt ist, dass Ausland wird’s nicht spielen, es sei denn Kienast will wie so mancher Star in der 2. Deutschen Bundesliga verkümmern. Somit ist für mich der logische Wechsel nach Hütteldorf. Ein Wechsel zur Austria ist für mich nur ein Gerücht zur Überbrückung der Winterpause.