Christian Jauk, der neue Präsident des SK Sturm Graz, ist angetreten, um Sturm Graz wieder zurück zu seinen Idealen zu führen. Als Mann im Hintergrund wolle er werken, als Repräsentant, Fädenzieher und Koordinator. Gelingt ihm das, könnten sich die immer stärker werdenden Wogen der letzten Jahre wieder glätten.
“Gedanken sind frei, Aussagen in der Öffentlichkeit musst du dir gut überlegen.” (Peter Stöger)
“manche kommen aus dem staunen nicht heraus, manche nie hinein” (Elfriede Gerstl)
“Try again. Fail again. Fail better.” (Samuel Beckett)
“Wir brauchen in Österreich eine neue Funktionärskultur, weg von den Selbstdarstellern, hin zu professionellem Management von Fachleuten.” (Christian Jauk)
“Das heißt Fußball ist nicht nur eine Sammlung von Titeln, sondern eine Sammlung von schönen Erlebnissen.” (Christian Jauk)
Intro
Christian Jauk war und ist ein kluger Stratege. Und er braucht keinen Arzt, obwohl er Visionen hat. Ob er der von vielen gewünschte “Macher” und von einigen ersehnte “Messias” ist, kann man wohl erst in zwei bis drei Jahren guten Gewissens beantworten. Schon bald jedoch sollte der eingeschlagene Weg und die Handschrift einer neuen Funktionärskultur erkennbar sein.
Hitparadentauglicher Refrain
Zweifellos ist Christian Jauk aufgrund seines Berufs als Banker und seiner glaubwürdig vermittelten Bindung an den Verein (Sturm sei ihm “Herzensangelegenheit und Auftrag zugleich”) eine Integrationsfigur, von denen es nicht so viele gibt. Das ist eine große Chance um dem “Mut” der Versprechen Taten folgen zu lassen. Wenn Jauk und sein Team sich und ihre Vorhaben ernst nehmen, müssen Ankündigungen Schritt für Schritt zielorientiert umgesetzt werden. Die definierten Ziele und die Vereinsphilosophie scheinen klar zu sein: Größtmöglicher sportlicher Erfolg unter Wahrung wirtschaftlicher Vernunft und der Interessen des Vereines, die Entwicklung eines Klubs mit starker eigener Identität, auf dem Platz genauso wie abseits des Rasens, die Etablierung der eigenständigen Marke Sturm Graz und der Wunsch nach einer Spielkultur, die auf Offensivfußball und vielen Eigenbauspielern fußt. Damit die “Rettungsmission” nicht zu einem Fiasko wird, gilt es für Christian Jauk und sein Team Gefahren früh zu erkennen und Klippen möglichst elegant zu umschiffen. Die Wünsche von Fans und Sympathisanten und die Begehrlichkeiten von Ratgebern und “Freunden” sind meist dem kurzfristigen und mitunter nicht uneigennützigen Denken geschuldet und dürfen auf die Arbeit von Präsident Jauk und seines Teams keinen großen Einfluß haben. Die Aufgabe der neuen Vereinsführung ist es langfristig zu denken und dem Verein eine zeitgerechte Struktur mit entsprechendem Personal zu geben. Mit der Installierung des neuen Vorstands und des Aufsichtsrates mit Kontrollfunktion wurden erste wichtige Schritte gesetzt, die Umwandlung und Auslagerung des Profibetriebes in eine GmbH ist ein weiterer vorsichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Erste wirkliche Nagelproben sind jedoch der Findungsprozess und die Präsentation der zwei Geschäftsführer für den wirtschaftlichen und sportlichen Bereich. Diese zwei in Zukunft so maßgeblichen Zentralfiguren sollten laut Präsident Jauk bis spätestens Ende Februar gefunden sein, auf dass sie ihre Arbeit aufnehmen und mit Sorgfalt und Nachdruck für die notwendigen Weichenstellungen und vorausblickenden Entscheidungen sorgen können. Dazu zählen auch die Entwicklung und Präsentation eines langfristigen Konzeptes und einer stimmigen, zum Traditions- und Kultverein passenden Philosophie, die Trainer und Mitarbeiter mitzutragen und vorzuleben haben. Es sollte in der Präsidentenära Jauk nicht mehr der Fall sein, dass die von der Vereinsführung kommunizierten Ziele und Vorgaben bloße Ankündigungen bleiben und von kurzfristigem Erfolgsdenken und (zu) starken Persönlichkeiten auf geschickte Art und Weise “adaptiert” werden. Sonst könnten verdiente Vorschusslorbeeren allzu rasch von enttäuschten Hoffnungen und bitteren Erkenntnissen abgelöst werden und in ein böses Erwachen münden.
Coda
Christian Jauk ist angetreten, um diesen wunderbaren SK Sturm Graz mit Herz und Verstand wieder zu einem Klub mit Perspektive, einer klaren und erkennbaren Linie, mit Zielen und Visionen, aber fern von jeder Selbstüberschätzung zu machen. Eine überaus sympathische Idee, ein guter Plan: Eine Klubführung und eine professionelle Geschäftsführung, die Seriosität vermitteln, ein Trainer, der nicht als alleiniger Erfolgsgarant, sondern als Langzeitlösung mit langfristigen Zielen gilt, eine Mannschaft, die keine Ansammlung von ballspielenden Kurzzeit-Söldnern ist, sondern ein Team mit (teils regionaler) Erdung und Seele. Und eine richtige “Familie” mit Zusammenhalt wolle man trotz aller Professionalität auch wieder werden. Möge die Übung gelingen.

Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Ein gutes Interview ! Mit Jauk haben wir einen in der Praxis auf Führungsebenen erprobten modernen Manager mit Sturm Herz & Reformideen ! Es wird ihm gelingen diese auch zu realisieren mit einem Team von honorigen Fachleuten aus der Wirtschaft ! Die sportliche Seite ist schon jetzt gut abgedeckt – ein Sportdirektor wird diese noch auffetten …..
Ich sehe diese ganze Sache ähnlich positiv wie hm und mein Vorposter! Von unserer (Fan-)seite sollte jetzt auch die nötige Unterstützung für einen “Neustart” kommen und die Mannschaft im Stadion besucht und bis zur letzten Minute angefeuert werden, um den vom hm angesprochenen “Familiengeist” wieder zum Leben zu erwecken und den Sturmgeist nach alter Tradition hochleben lassen! Zeigen wir Fussballösterreich wieder wer wir sind!
Auf die Schworzn!
Bei all den hoffnungsschwangeren Wünschen hinsichtlich der Auslagerung des Profibetriebs mit seinen 2 Geschäftsführungen darf/soll nicht vergessen werden, dass das Herz des SK Sturm mit der Jugend, Nachwuchsarbeit, Akademie, Amateuren und den Frauen weiterhin im Verein verbleibt und dahingehend ist es mMn genauso wichtig hinzusehen und professionelle Strukturen mit kompetenten Menschen einzufordern
Gerade der Jugend-,Akademie- und Amateurbereich ist CHJ ein echtes Anliegen und ich hoffe, dass er hier mutig, ambitioniert und mit Weitblick seinen Weg geht. Trotz mitunter aufkommenden Gegenwinds und nicht zu vermeidender Talsohlen. Dass aus hoffnungsschwangeren Wünschen und visionären Ankündigungen dieses Mal dauerhaft “mehr” wird, dafür sollten gereifte Akteure an der Vereinsspitze ebenso sorgen, wie kritische Beobachter und mündige Vereinsmitglieder.
Was hat es mit den heute lancierten Gerüchten auf sich, dass Roland Goriupp und Heribert Weber die heissesten Kandidaten auf den Sportdirektor-Posten bei Sturm Graz wären? – Mir persönlich würden weder Goriupp noch Weber in keinster Weise zusagen!
Ich glaube und hoffe doch, dass da wenig dran ist. Das, wie auch die oft gehörte Annahme, dass Franco Foda jetzt doch über den Sommer hinaus beim SK Sturm Graz Trainer bleiben würde, wäre doch eine bittere Enttäuschung für die vielen Fans und Sympathisanten, die sich unter Neo-Präsident Christian Jauk einen echten und ambitionierten Neubeginn inkl. Rückbesinnung auf die echten Werte erwartet haben. Sicherlich ist Mut erforderlich, um unkonventionelle Personallösungen zu suchen und zu finden. Für naheliegende und bewahrende Lösungen genügt ein Mütchen. Ich halte CHJ aber für einen mutigen Mann mit Visionen. In diesem Sinne würden wohl eher Namen wie FRANK VERLAAT, MARKUS SCHOPP und WALTER HÖRMANN bzw. DARKO MILANIC, WALTER KOGLER und MICHAEL OENNING für vakante bzw. mgwl .bald vakante Posten in Frage kommen. Und wieso Namen wie Heimo KUMP, Roman MÄHLICH oder Jan Pieter MARTENS in den letzten Jahren nie für Aufgaben beim SK Sturm Graz zur Diskussion standen, wundert mich auch ein wenig.
@hm
Wie komst du bitte auf die Namen Oenning und Kump, vor allem Letzterer, ist denn das nicht ein Roter á la Lang?
ich bin ja schon auf den 12er-stammtisch am 16.2. gespannt. das wird das erste mal sein das jauk seit seinem antritt als präsident sozusagen face to face mit den fans über seine pläne sprechen + diskutieren kann.
Heimo Kump ist durch seine LUV und WSC – Vergangenheit ebenso stark sw-geerdet wie durch seine Tätigkeit beim GAK rot. Ich wage es aber – ohne rot zu werden – zu behaupten, dass er ein absoluter Fußballfachmann und z.Bsp. für den Akademie/Nachwuchsbereich höchst interessanter Mann (gewesen)wäre. Michael Oenning: toller Trainer, derzeit frei, ein mgl. unkonventionelle Lösung! =) Die naheliegendsten Lösungen sind selten die besten….
Man sollte aber auch realistisch bleiben. Michael Oenning wird aufgrund seiner vorherigen Tätigkeiten beim FCN und HSV sicherlich nicht finanzierbar sein. Ich denke mir mal, dass er, wenn sein muss, noch ein paar Monate wartet um in der deutschen 1. und 2. Liga einen Job zu bekommen.
Heri Weber als Rapid Ehrenkapitän ist bei uns sicherlich unvermittelbar. Das passt nicht.
Was spricht eigentlich gegen Roland Goriupp? Außer, dass er bei den Kasperl in rot mal im Tor war fällt mir da nicht allzuviel Negatives ein.
Wer auch immer kommt, man sollte den Leuten schon mal auch eine Chance geben sich zu bewähren.