Stadionpläne von Neo-Präsident Jauk

Was kostet das Stadion Liebenau?

Die Stadionübernahmepläne von Christian Jauk sorgten in den letzten Wochen für Aufregung und werfen vor allem die Frage auf, wieviel das Stadion Liebenau den Blackies kosten könnte. Sturm12.at fragte bei den diversen Stadionplayern nach, stieß aber dabei auf beharrliches Schweigen.

CC-by-sa "Jacktd" (Wikimedia Commons)

Die Stadionpläne vom neuen Sturm-Graz-Präsidenten Christian Jauk haben in den vergangenen Wochen für einiges an Aufregung gesorgt. Obwohl Jauk im Sturm12.at-Antrittsinterview vergangene Woche nur von einem “langfristigen Projekt” sprach, deutete der 46-jährige Bankmanager bereits an, wie er sich die Zukunft des Stadion Liebenau vorstellt.

Sturm könnte laut Jauk in den nächsten Jahren das Stadion übernehmen und würde dafür den jährlichen 500.000-Euro-Zuschuss der Stadt Graz zahlen. In diesem Falle wäre eine Einigung mit dem Lokalrivalen GAK nötig, der wie Sturm das Stadion derzeit ebenfalls nützt. Das fortan alleinige Sturm-Stadion könnte nach Jauks Vorstellungen auch “Puntigamer-Arena” statt “UPC-Arena”  heißen; der jetzige Hauptsponsor würde also vom Namen und Vereinslogo zum Stadionnamen wechseln. Dann sind aber Verhandlungen mit UPC nötig, die zurzeit satte 165.000 Euro pro Jahr für den Schriftzug am Stadion zahlen und dafür noch einen gültigen Vertrag bis 2017 haben.

Nach jetzigem Stand bräuchte Jauk also einiges an Geld, um das Stadion Liebenau überhaupt in ein Sturm-Stadion verwandeln zu können. Dann stellt sich die Frage: Wieviel würde den Schwarz-Weißen das Stadion Liebenau im Jahr kosten? Schon jetzt müssen die Schwarz-Weißen (ebenso wie der rote Stadtrivale) pro Heimspiel eine variable Stadionmiete (hängt von Faktoren wie etwa Besucherzahl, Nützung der Infrastruktur, etc. ab) an den Betreiber, die Messe Congress Graz BetriebsGesmbH (MCG), zahlen.

Sturm und GAK schweigen zur Höhe ihrer Stadionmieten
Wieviel die Stadionmieten für Sturm und den GAK genau im Jahr ausmachen, wollten aus Vertragsgründen weder Sturms administrative Klubleiterin Karin Hambrusch noch GAK-Präsident Benedikt Bittmann gegenüber Sturm12.at bekanntgeben. GAK-Präsident Bittmann gab aber zumindest zu Protokoll, dass sein Verein pro Heimspiel nur das halbe Stadion sowie einen Teil des VIP-Klubs mieten würde. Für einen Regionalligaverein sei das bei der Nützung eines Bundesligastadions nicht anders möglich, fügte Bittmann hinzu.

Halbe Million Euro der Stadt ermöglicht Stadionbetrieb
Obwohl weder Sturm noch der GAK die genaue Höhe ihrer Stadionmieten nennen wollten, ist es anzunehmen, dass die Stadionnützung für beide Vereine nicht gerade billig sein dürfte. Stadion-Liebenau-Geschäftsführer und MCG-Vorstand Armin Egger sagte im Gespräch mit Sturm12.at, dass die Mieten beider Grazer Vereine 50 Prozent der jährlichen Betriebskosten finanzieren würden. Laut Egger muss die Stadt Graz die restlichen 50 Prozent mit ihrem 500.000-Euro-Zuschuss decken – die Stadt, besser gesagt der Steuerzahler, ermöglicht also den Grazer Vereinen derzeit die Austragung ihrer Heimspiele im Stadion Liebenau.

Wie sich diese 500.000 Euro der Stadt genau zusammensetzen, darüber wollten übrigens weder Egger noch das Büro des zuständigen Finanzstadtrats Gerhard Rüsch Auskunft geben. Auf Nachfrage teilte das Umfeld von Rüsch zumindest mit, dass ein Großteil des (Steuer-)Geldes in Personal, Energie, Instandshaltung, Rasenpflege und Reparaturen fließen würde.

Stadiongeschäftsführer Egger: “Betriebskosten von Jahr zu Jahr unterschiedlich”
Bei der für Sturm relevantesten Frage, den genauen jährlichen Kosten des Stadionbetriebs, gab sich Stadion-Liebenau-Geschäftsführer Egger zugeknöpft. “Dazu will ich nix sagen. Ich bin da laut Vertrag zwischen MCG und Sturm Graz zum Stillschweigen verpflichtet”, sagte Egger. Für den Tiroler sei es auch nicht möglich zu sagen, dass das Stadion Liebenau “so und so viel Geld im Jahr kostet. Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich”.

Beim “sehr hohen Kostenfaktor” Rasen etwa käme es laut Egger vor allem auf die Witterung an, da seien im letztjährigen kalten Winter mehr Kosten für die Rasenheizung angefallen als heuer. Außerdem würden nicht nur die Energiekosten sehr variabel sein, auch der Grad an Bespielung hätte einen Einfluss auf die Betriebskosten, fügte der MCG-Vorstand hinzu. Zwölf Angestellte, die sich im Schichtbetrieb um Tätigkeiten wie etwa die Instandssetzung/-haltung kümmern, seien auch noch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, erklärte Egger.

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Was die genaue Höhe der Stadionmieten der beiden Grazer Vereine, die Zusammensetzung des 500.000 Euro teuren Zuschusses der Stadt Graz sowie die genauen jährlichen Stadionbetriebskosten anbelangt, schwiegen die Verantwortlichen von Sturm, GAK, Stadt Graz und MCG. In einem anderen Punkt gaben sich die Stadionplayer aber auskunftsfreudiger: die oben erwähnten Stadionpläne von Sturms neuem Präsidenten Christian Jauk.

GAK-Präsident Bittmann will in Liebenau bleiben
Für GAK-Präsident Bittmann etwa sind Jauks Pläne “nicht realistisch”. Das Stadion Liebenau sei für beide Grazer Vereine da, fügte er hinzu. Nach Ausweichmöglichkeiten gefragt, wischt Bittmann Standorte wie Kapfenberg oder Gratkorn vom Tisch. “Das kommt für uns nicht in Frage. Wir haben einen Zuschauerschnitt von 3500 Leuten, da ist das Stadion in Gratkorn etwa einfach zu klein”, sagte Bittmann.

Auf die Frage hin, ob Jauk denn schon ihm gesprochen habe, reagierte Bittmann leicht gereizt. “Nein. Herr Jauk soll zuerst mit der Stadt reden und wird dann sehen, dass Sturm das Stadion nicht übernehmen wird können”, sagte der GAK-Präsident, der andere Zukunftsvorstellungen vom Stadion Liebenau hat. Bittmann will statt einem Sturm-Stadion eine Kooperation mit dem Stadtrivalen, und verweist dabei auf ein Gespräch mit dem jetzigen Sturm-Aufsichtsrat Günter Niederl im Herbst 2010. “Damals haben wir darüber geredet, wie wir zusammenarbeiten könnten, um die Stadionkosten zu senken. Das wäre eine gute Sache”, sagte Bittmann.

Was aber, wenn Jauk seine Stadionpläne umsetzt? Bittmann bringt das nicht aus der Ruhe. Er ist sicher, dass der GAK eine Zukunft im Stadion Liebenau hat: “Falls Sturm das Stadion wirklich übernehmen sollte, müssten sie aber dann eine Klausel einbauen, dass wir dort weiter spielen dürfen. Anders wird es für Sturm nicht gehen”.

Stadt Graz für Jauk-Pläne offen
Im Gegensatz zum GAK steht Finanzstadtrat Gerhard Rüsch den Jauk-Plänen eher positiv gegenüber, wie auf der Onlineseite vom ORF Steiermark nachzulesen ist. Noch habe aber Jauk kein Gespräch mit Rüsch wegen der Übernahme des 500.000 Euro-Zuschusses geführt, heißt es aus dem Büro des Finanzstadtrates.

© 2011 SturmTifo.com

Millionenschwere Betriebskosten fürs Stadion Liebenau?
Folgt man der Aussage Eggers, wonach die Stadionmieten von Sturm und Graz 50 Prozent der Betriebskosten finanzieren würden und die Stadt Graz mit ihrem Zuschuss die restlichen 50 Prozent deckt, könnte es sich bei den jährlichen Stadionbetriebskosten um einen Betrag in Millionenhöhe handeln. Das ist aus zwei Gründen nicht unrealistisch. Es gibt zum einen unzählige Kostenfaktoren beim Betrieb vom Stadion Liebenau zu bedenken, wie etwa Personal (zwölf Angestellte), Instandsetzung/-haltung, Verwaltung, Rasenpflege, Rasenheizung, Energie, Reparaturen, Renovierungen, etc. Zum anderen hat eine dem Stadion Liebenau ähnliche Arena, das umstrittene Ex-EM-Stadion in Klagenfurt, ebenfalls jährliche Betriebskosten in Millionenhöhe, wie die Kleine Zeitung berichtete.

Eggers Statement zeigt auch auf, dass es sich bei den derzeitigen jährlichen Stadionmieten von Sturm und dem GAK zusammengerechnet um rund eine halbe Million Euro handeln könnte. Über die genaue Höhe der jährlichen Stadionmieten der beiden Grazer Vereine  lässt sich zwar hier nur spekulieren, man kann aber annehmen, dass ein Bundesligaverein mit 16 Millionen Euro Budget wesentlich mehr Geld für Stadionmieten aufwendet, als ein Regionalligist mit 1,1 Millionen Euro Etat. Außerdem mietet der GAK, wie Bittmann gegenüber Sturm12.at sagte, pro Spiel nur das halbe Stadion und einen Teil des VIP-Klubs. Sturm hatte aufgrund der vielen internationalen Auftritte nicht nur mehr Heimspiele als der GAK, sondern nützt auch pro Heimspiel einen signifikant höheren Teil der Stadioninfrastruktur als der Lokalrivale.

Was Jauks Stadionpläne kosten könnten – und welche Vorteile es geben könnte (Update)
Sollte Sturm Graz das Stadion Liebenau in Zukunft übernehmen wollen, würde aus mehreren Gründen zunächst eine hohe Belastung auf das Budget der derzeit klammen Schwarz-Weißen zukommen. Die Schwarz-Weißen müssten nicht nur die (millionenschweren) jährlichen Betriebskosten stemmen, sondern müssten womöglich auch noch eine Entschädigung an den jetzigen Stadionschriftzuginhaber UPC zahlen, der noch einen gültigen Vertrag bis 2017 besitzt. Des Weiteren wäre eine Einigung mit dem GAK nötig, der wie Sturm ebenfalls das Stadion Liebenau nützt und laut Präsident Bittmann derzeit überhaupt nicht daran denkt, in einem anderen Stadion zu spielen.
Auf der anderen Seite sind gewisse Vorteile wie etwa höhere Einnahmen, weniger Abgaben oder bessere Vermarktungschancen bei einer Sturm-Stadionübernahme nicht von der Hand zu weisen. Genaueres lässt sich diesbezüglich aber noch nicht sagen, dass es vor allem darauf ankommt, was die Schwarz-Weißen aus der Stadionübernahme machen würden – zum Beispiel in punkto Umbauten, Ticketverkauf, Personal, etc.

Je nachdem von welcher Seite man es betrachtet – die Übernahme des Stadion Liebenau wäre für Sturm Graz und seinem neuen Präsidenten Christian Jauk zunächst einmal eine sehr kostspielige und aufwendige Angelegenheit.

David Donnerer

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Kommentare

Was mir abgeht in dem Artikel sind die Möglichen Vorteile die daraus entstehen?!
Schankrechte liegen dann bei Sturm? Eintrittspreise können wirklich komplett als Bruttoeinnahmen gerechnet werden?

Die möglichen Vorteile (zB weniger Abgaben, mehr Einnahmen, etc.) sind eine andere Geschichte. Hier sollte nur einmal dargestellt werden, welche Kosten zunächst einmal auf Sturm zukommen könnten, wenn Neo-Präsident Jauk seine Pläne in die Tat umsetzt

ok :) Die Neugierde ist eben zu groß gewesen, ich Gedulde mich *g*

Markelinho says:

@Sturm12
Da man ja diese Woche wieder von unseren Präsidenten hörte das man das Stadion Pachten will könnt ihr recherchieren in Sachen Stadion Pacht.
Welche Einnahme Möglichkeiten eine Pacht bieten würde und ob man das Stadion wirklich ohne Große Verluste führen kann.
Danke schon im Voraus.

GottesHand says:

Ich würde auch gern wissen was die Vorteile wären!
*Sarkasmus an
Am besten wäre ein neues Stadion bauen mit 30.000 Plätzen :) und die Kartenpreise herabsetzen!
*Sarkasmus aus

ach ich hab gehört die in klagenfurt brauchen ihr stadion eh nicht, wieso bauen wirs nicht einfach in graz auf? :D

dasbaum1909 says:

der witz dabei ist ja das das klagenfurter stadion noch nicht fertig gebaut wurde ;)

archaeopterix says:

Das ist sicher ein große Brocken & ein langfristiges Projekt für Jauk !! Vordringlich ist einmal die Reform der Strukturen & personelle Besetzungen wie in groben Umrissen bereits angekündigt …..

Stronach soll doch endlich sein Stadion bauen, dass er immer schon haben wollte. Gleich unten bei Magna – genug Platz und Autobahn Anschluss und nicht mitten in einer Siedlung. Ansonsten gibts auch noch die Reininghausgründe…

Oder die KlaFu-Arena abbauen und in Graz verbessert (so, dass sie länger als ein paar Jahre hält) wieder aufgebaut. Wäre ja nicht der erste Umzug eines Stadions.

Die UPC-Arena ist einfach Infrastrukturell absolut schlecht gebaut, keine Parkplätze, mitten in einer Siedlung. Schlimmer gehts fast nicht.

Wie oben erwähnt… die reininghausgründe wären eine ausgezeichnete idee… :)

ich frag mich, wofür das ganze gut sein soll…

Rankoooo P. says:

Wäre nicht schlecht die ganzen vorteile zu höhren wenn das stadion uns gehören würde,also lieber herr redakteur lass mal hören…!!!

Siehe Post weiter oben, mögliche Vorteile wären zB weniger Abgaben, mehr Einnahmen, evt. mehr Vermarktungschancen (hier ist aber noch nichts genaues bekannt). In diesem Artikel ging es vordergründig darum, welche Kosten bei einer Stadionübernahme zunächst auf Sturm zukommen würden.

Naja, Ausgaben ohne den Nutzen zu betrachten find ich schon irgendwie.. irgendwas zwischen sinnlos und irreführend.
Reine Hausnummern, aber wenn man am ersten Tag 5 Mio in die Hand nehmen muss, is das viel Geld. Wenn dem eine Ersparnis von 500Tsd pro Jahr gegenüberstehen, hat sich das nach 10 Jahren amortisiert, und is plötzlich überhaupt nicht mehr viel.
Und immerhin wird ja auch ein Jauk damit beginnen, sich die Vorteile zu überlegen, und nicht den Kosten, bevor er mit so einer Idee daher kommt.

Ich denke Clock hat es schön auf den Punkt gebracht, warum wir so “lästig” sind bezüglich der Vorteile. Kosten ohne eine Relevanz zu den dadurch entstehenden Vorteilen, sind halt immer schwer einzuschätzen.

Es gibt nun, um eure Anregungen zu berücksichtigen, ein Update im Artikel. Siehe auch KK’s informativen Kommentar weiter unten, warum eine detaillierte Aufzählung der Vorteile zurzeit nicht wirklich möglich ist.

Mir kommt die Stadiondiskussion wie ein Ablenkungsmanöver von wichtigen Dingen vor. Vielleicht gar keine schlechte Idee die Grazer Sportjournalisten mit so einem Thema zu beschäftigen. Warum soll sich der Verein ein defizitäres Stadion ans Bein binden? Und wen stört es eigentlich, dass die Roten auch in Liebenau spielen?

Lassen wir uns überraschen. Ich denke jedenfalls nicht, dass Herr Jauk diese Pläne unbedacht äußert, ohne mögliche (neue?) Sponsoren im Hinterkopf zu haben!

interessant ist der betrag von UPC….€ 165.000,– pro Jahr. wenn ich daran denke das Generali fürs Horr, wenn ich mich nicht irre, 4 Mio für 4 Jahre bezahlt???

In dem Fall kann es “uns” aber Wurscht sein… als Sturmfans… als “Grazer” die dann eben durch die oben kolpotierten 500k für schlechte Verhandlungsergebnisse in die Tasche greifen müsse, gehörte in diesem Zusammenhang einmal im Gemeinderat herumgewirbelt… -> Das sei unserem werten Saubermann-Bürgermeister einmal auf die Fußmatte gelegt…

exilim916 says:

die generali arena GEHÖRT der austria! ;-)

NEIN gehört sie nicht: . Entsprechend wurde zuvor ein Pachtvertrag mit der Eigentümerin Stadt Wien geschlossen, der dem Verein ein 40-jähriges Nutzungsrecht einräumt. http://de.wikipedia.org/wiki/Generali_Arena_(Wien)

blackpeng says:

das ist einfach nur ungerecht, unserer sturm akademie wird sogar das geld gestrichen und die bekommen einfach mal 50 millionen

exilim916 says:

@another: ergo gehört es ihnen! ;-)

Das selbe will Jauk ja auch machen – langfristiger Pachtvertrag, der eben ähnlich der Austria/Rapid ist…nur das ich halt bezweifel das einer der beiden Vereine wirklich viel dafür zahlt ;)

archaeopterix says:

Warum Sturm ein Stadion will ist die eine Frage ? Die Rechnung könnte auch so gehen : Sturm kostet das Stadion 1.- Euro, mehr wird Jauk nicht ausgeben ! Graz ist froh wenn jährlich Kosten von 500 wegfallen und verlangt nur, daß auch der GAK Mieter sein muß ! UPC ist froh, wenn er auf Grund der Wirtschaftslage ohne Kosten wieder aussteigen kann und erspart sich 1 Mio bis 2017 ! Puntigamer geht aus dem Logo und übernimmt alle Kosten einer ” Puntigamer Arena ” und sponsert Sturm weiter !!?? Der Gordische Knoten ” gelöst ?? ….

Voellig verstaendliche reaktion von Bittmann, v.a. wenn wir mit dem momentan gleichberechtigt anderen Mieter noch nichtmal Kontakt aufgenommen haben. Und die Frage ob der GAK nicht nach Gratkorn ausweichen will war ja wohl hoffentlich ein Scherz.

Sturm und GAK sollen das Stadion zusammen übernehmen, dafür gibts X Beispiele in der Sportwelt. Die Roten werden heuer aufsteigen und auf lange Sicht wohl auch mal wieder Bundesliga spielen, die werden sich nicht als Untermieter abspeisen lassen, plus ist das auch ein Vorteil für Sturm, wenn man sich die kosten “teilen” (natürlich nicht 50:50) kann. Mich wundert’s dass hier der UPC-Vertrag als Problem gesehen wird, den kann man doch einfach übernehmen, auch die 5 Jahre kommt’s Restlaufzeit langfristig gesehen doch nicht an, und dieses “Puntigamer-Stadion” ist doch rein spekulativ, hat bis heute noch niemand Puntigamer gefragt, ob die überhaupt Interesse am Namensrecht haben, daher kann ja UPC auch das Namensrecht behalten, wenn sie dementsprechend zahlen.

Die Vorteile zu betrachten ist leider so einfach net möglich, weil das stark davon abhängt was man dann daraus macht.
Wenn du die Pacht übernimmst und alles gleich belässt (Stadionsponsor, Ausschank, Plätze, Mieter, Angestellte, usw.) hast du genau eines… ca. 0,5 Mio Euro mehr Kosten im Jahr… und den Vorteil, das du selbst die Möglichkeit hast diverse Verträge abzuschließen bzw. Mitarbeiterstrukturen zu verwalten bzw. Umbauten zu gestalten…
D.h: Ob es für dich langfristig ein Geschäft wird hängt davon ab was du draus machst.
Beispiel: Schaffst du es einen Namenssponsor zu finden der mehr zahlt als UPC -> Gut für dich
Beispiel: Holst du einen Wirt der Mehr zahlt als der bisherige -> Gut für dich
Beispiel: Umbau Kurve zu Stehplätzen: Zuerst Investition, langfristig höhere Einnahmen möglich wegen mehr Karten in der Kurve verfügbar und geringere laufende Instandhaltungskosten -> Nach der Investitionsamortisation gut für die dauersituation
Beispiel: Skyboxen -> Nach der Erstinvestition, wenn du es schaffst alle zu verkaufen enorme Mehreinnahmen durch Firmen die sich dort Boxen mieten, da die ProPlatz-Einnahmen in solchen fällen deutlich höher sind als bei normalen längsseitenkarten..

und genau so gehts weiter… so eine übernahme birgt in erster Linie mal ein Risiko, da du vom Start weg ohne was zu Ändern mal definitiv 0,5 Mio Euro im Jahr an Mehrkosten in deinem Budget hast und nur wenn deine Änderungen und vorstellungen auch gelingen du das in ein Plus umwandeln kannst.

Ich persönlich glaube jedenfalls das es mittelfristig mit umbauten (Stehplätze für die Kurve + Skyboxen) durchaus möglich ist das stadion für uns von einem minusgeschäft sogar in ein Ertrag-Geschäft umzuwandeln, aber das wird sicher ein paar Jahre dauern und die Geschwindigkeit wird wohl vom Umfang der Investitionen sowie vom Eintreffen der zugrundeliegenden Prognosen (Ticketverkauf usw.) abhängen.. :)

Ich weiß nicht was plötzlich alle mit den stehplätzen haben. das macht nur sinn, wenn das stadion dauerhaft zu klein ist, das heißt jedes liga-spiel ausverkauft. und bei den internationalen spielen hat man den aufwand wieder sitze einzubauen und dann kommt dazu dass man international, wo mehr leute ins stadion wollen, weniger plätze als in der liga zur verfügung hat. und wenn man mehr leute in die nordkurve bringen wollte, müsste man auch mehr eingänge bauen, mehr klos etc. weils dafür von der liga vorgaben gibt. geschweige von der baugenehmigung, die man braucht, weil das stadion in den einzelnen bereichen genau für die anzahl an leuten gebaut ist, wie sie jetzt hat. plus, wie gesagt außer bei den topspielen, die weniger als die hälfte ausmachen sind 10.000 leute im stadion… das system mit den stehplätzen macht nur in deuutschland sinn, weil die eine sehr gleichmäßige auslastung haben, und die meisten vereine so gut wie nie international spielen, und wenn, dann ist nur champions league interessanter, in zu EL-spielen kommen in deutschland oft weniger als in der liga…

Natürlich sind die “Vorteile” nur zu schätzen, aber genau sind ja auch nur die wirklichen Zahlen mehr oder weniger grob geschätzt. Nennt es halt eine “kleine” Spielerei – vor allem könnte man den GAK dann ja selbst Untermieten und daran auch verdienen…(vorher würden die sich wahrscheinlich in den Kopf schießen, schon klar).

archaeopterix says:

Das von mir oben kurz beschriebene Win Win Szenario für alle Beteiligten bräuchte man nur genau durch/ mitdenken ! Dabei entfallen für Sturm sogar die laufenden Mietkosten, also ein Gewinn ! Für den GAK mache ich mir dabei keine Sorgen wie ein Poster oben; er bekommt die gleichen Mietrechte wie bisher! Die oftmals bewiesene & postulierte Sponsortreue von Puntigamer müßten diese bei einem neuen Vertrag weiterhin für die guten Werbedienste von Sturm mit einem höheren Sponsoring honorieren wofür sie auch den höheren Werbewert durch das Stadion bekommen – also alles Gewinnner ….

die logik, wir sparen uns die derzeitige Miete ist leider ein trugschluss.
Derzeit:
Gesamtkosten = Miete STurm + Miete GAK + 500.000 die aktuell Minus sind (zahlt derzeit die Stadt)
Nur durch übernahme:
Gesamtkosten (bleibt ja gleich) = Miete GAK + 500.000 die aktuell Minus sind (zahlt dann Sturm) + der Betrag den Sturm bisher Miete gezahlt hat (muss ja gleich bleiben, da die Gesamtkosten sich ja nicht ändern -> läuft halt jetzt nicht mehr unter Titel Miete, sondern halt unter Titel Betriebskosten

Die Gesamtkosten bleiben gleich, insofern würde das was bisher als miete lief halt als höherer Fehlbetrag rauskommen…. Nur wenn wir es schaffen mindestens die jetzt schon fehlenden 500 Tausend Euro im Jahr mehr an zusätzlichen Einnahmen zu lukrieren kann man von einem finanziell positiven Effekt für Sturm sprechen… alles andere wäre nach derzeitiger Lage ein Minusgeschäft, da die von der Stadt bezahlten 500.000 € eigentlich aktuell eine versteckte Förderung für Sturm und GAK sind.

“Das fortan alleinige Sturm-Stadion könnte nach Jauks Vorstellungen auch “Puntigamer-Arena” statt “UPC-Arena” heißen”
Um Gottes Willen …

aus sentimentalen gründen + der tradition wegen wäre ich für eine ” gruabn-arena” ;-)

bianconero says:

Wenn ich’s richtig verstanden habe dann mietet der GAK das Stadion immer nur teilweise und zahlt dann logischerweise auch teilweise jene Summe die Sturm zahlt wenn sie das Stadion ganz mieten. Ist aber einigermaßen lächerlich oder? Soll der andere Teil während des GAK Spiels für was anderes verwendet werden? Volleyball oder was? Wenn es diese Option gibt, dann sollte man sich vielleicht überlegen das Stadion bei gewissen Spielen (wenn wieder nur 7.000 kommen) auch nur zur Hälfte mieten. Mir ist bewusst dass das Schwachsinn ist, aber wenn man da ein paar Aussagen zwischen den Zeilen beurteilt dann muss man sich schon fragen warum da mit zweierlei Maß gemessen wird. Naja.

shadowhunter says:

Gilt das, was für Wohnungen gilt auch für ein Stadion :D

http://nichtmieten.wvg.at/homes/calc/803

leider nicht, wenn der vermieter jährlich 500.000 € minus macht… :)

madschi1988 says:

Ich will weder eine UPC Arena noch eine Puntigamer Arena!
Es gibt nur einen waren Namen und zwar Arnold Schwarzenegger Stadion!

Wenn der Arni 200.000 Euro jährlich auf den Tisch legt dann kann man darüber reden, bei 500.000 Euro würde ich ihn persönlich in Kalifornien abholen ;-)

Wenn schon, dann Ivica Osim- Stadion! :)

Ich glaub kaum, dass es möglich ist, eine halbe Million mehr Einnahmen als derzeit zu lukrieren. Da müssten z.B die schon angesprochenen Stehplätze in der Nord und die Skyboxen enorm einschlagen. Bei den Stehplätzen gibts noch zudem beachten, dass man international wieder Sitzplätze montieren müsste, um eine halbwegs lukrative Zuschauerzahl zu haben. Ansonsten müsste die ganze Kurve leer bleiben –> Sitzplatzpflicht!
Wenn man sieht, wieviel die beiden Wiener Vereine an Zuschüsse vom Land bekommen, und wieviel die Stadt Graz bezahlt, ist das schon sehr merkwürdig. Die könnten ja z.B. die 500.000 nicht ganz streichen, sondern nur um die Hälfte. Zumal ja die Roten sowieso bleiben.

Naja es ergibt sich schon einiges an “Mehrwert”: Die Sponsoreinnahmen für den Namen würde wohl Sturm bekommen, die Skyboxen sind auch nicht gerade ohne, da die mit Sicherheit jährlich vermietet werden können, außerdem könnte man sich auch das von Rapid abschauen, die halt einen Teil der Tribühnen verpachtet haben…natürlich ist das alles relativ optimistisch, aber wenn man sowas durchzieht, muss man alles ausnutzen, was es gibt, damit sich das rentiert.

archaeopterix says:

Es ist schon lustig, wie genau ihr einen anderen Beitrag lesen könnt und dann langatmige Konstruktionen auftischt ; ich hoffe, nicht nur um des Schreibens Willen !? – Beispiel kk@: i
In meinem 2. und 3. Beitrag von heute habe ich kurz und klar geschrieben, daß in einer win win Lösung Sturm das Stadion mit 1.- Euro kauft & Puntigamer alle Kosten als Sponsor übernimmt !! Damit entfallen für Sturm auch die Stadionmieten, was ein Entfall von Kosten und damit Gewinn ist ; ich glaube das ist ganz leicht zu verstehen und die ganzen Sermone sind überflüssig……

donbernardo says:

nur der springende punkt in deinem beitrag is eben der, dass ein sponsor zur kostendeckung überredet werden müsste!!ansonsten würden wie scho mehrmals erwähnt die 500 tsd gemeinde zuschuss übernommen werden!!!

archaeopterix:
schätzen wir mal das die Stadionmiete von Sturm irgendwo bei jährlich 300.000 € liegt (sehr grobe schätzung), sowie der derzeitige Abgang bei jährlich 500.000 € liegt. Der aktuelle Stadionsponsor UPC zahlt jährlich rund 165.000 €.
Nach deiner Argumentation soll Puntigamer den Abgang übernehmen indem diese Stadionsponsor werden. d.H: Wenn Sturm den bisherigen Mietanteil auch nicht bezahlen möchte, müsste Puntigamer fast 1 Mio € im Jahr aufbringen, nur damit deine Argumentation aufgeht. Wenn Sturm weiterhin die gleiche Höhe fürs Stadion einbringt wie bisher für die Miete, sind das trotzdem noch immer 665.000 € die für Puntigamer jährlich zu zahlen wären… nur damit diese Stadionsponsor sind und das für UPC derzeit nichtmal 1/4 davon wert ist…

Auch wenn du meine Beiträge jetzt langatmig und konstruiert nennst finde ich doch, dass diese die realität eher abbilden als die Annahme, das der zukünftige Sponsor einfach mal mind. das 5fache jährlich bezahlt wie der bisherige Sponsor dies getan hat.

archaeopterix says:

@ kk: Die Frage ist , ob Puntigamer mit deinen Ziffern bereit ist 500.000 oder mehr zu zahlen – für einen neuen Sponsorvertrag & das Stadionlogo !??-

genau… und deshalb bin ich etwas detailierter auf die zahlen eingegangen ab wann es für sturm eine win-situation ist, weil ich halt net dran glaub das puntigamer so einfach über 500.000 € mehr für ein stadionsponsoring bereit ist zu bezahlen als es ein bisheriger Stadionsponsor bereit war…
Klar könnte man meinen das die Stadt Graz einfach extrem mies verhandelt hat… aber das der Sponsor 5x soviel bezahlt wie der bisherige glaube ich einfach net :)

Wenn man ihm die uneingeschränkten Schankrechte mitverkauft….wer weiß, nichts ist unmöglich *gg*

paprikabomber1909 says:

hört hört… auf der offiziellen Seite gibt es seit kurzem ein Kurzportrait in dem das neue Vorstandsmitglied tönt: “in meiner Zeit als Vorstand möchte ich folgendes bewirken:
Einerseits die Schaffung professioneller Strukturen und Rahmenbedingungen, als Basis für den sportlichen Erfolg, anderseits einen Stadionausbau (Erweiterung VIP-Bereich, Zuschauerkapazität…)”

stadionausbau – als wie konkret und realistisch wird man diesen plan beziffern dürfen? scheint jedenfalls den plan eines sturm stadions absolut zu unterstreichen. bin gespannt wie’s in 5 jahren aussieht. :)

paprikabomber1909 says:

“das neue Vorstandsmitlied Peter Schaller” meinte ich natürlich. Und hier noch der Link: http://www.sksturm.at/index.php?id=236&tx_ttnewstt_news=2412&tx_ttnewsbackPid=33&cHash=6b1946e0fe

sehr interessant.. das Interview lässt mich auch aufhorchen…. Nur war nicht damals als die EM Stadien gebaut wurden eigentlich genau der Ausbau von Liebenau ein bauliches Problem, was mit enormen Kosten verbunden wäre? Geb ich dir recht, mit den Eigentumsrechten würde man hier recht viel Spielraum haben.. zumindest in der Theorie

Verweigerer says:

Wenn ich mich recht entsinne, war nicht mal die Rede vom sogenannten “Panther-Stadion” in Graz? Kein Hirngespinnst, für die zweitgrößte Stadt Österreichs war tatsächlich ein Stadion in der 30tausender Größe angedacht. Baugründe gäbe es zuhauf. Einzig die damalige Quelle fehlt mir. Aber den Gedanken find` ich großartig, von der Finanzierung mal abgesehen. SK STURM GRAZ Schriftzüge auf den Sitzreihen, Tribünen bis zum Rasen (England), uvm… Träumen wird ja wohl noch erlaubt sein.

;-)

Wenn nicht gerade Rapid gegen die Austria im Happel spielt oder Salzburg im Halbfinale der EL steht, dann wirst du in Österreich nie mehr als 20.000 Leute in ein Fußballstadion bringen können. Ausnahme Länderspiele.

archaeopterix says:

@ another : Deine Idee ” uneingeschränkte Schankrechte ” Kö nnte der Zundfunke für Puntigamer sein ihre Stadionkosten weiter zu senken, neben einer rationellen wirtschaftlichen Verwaltung des Stadions ! Dabei konnte auch Porr mit einem Aus/Umbau ei weiterer winner werden!? Letztendlich könnte mein win win Szenario und Beiträge zu oa Thema mit einem kreativen Präsidenten doch eimal Realität werden ebenso wie die Idee ” Freiheit für Sturm ” mit der Logo Frage !! Ich glaube auch für Puntigamer hat eine ” Puntigamer Arena ” STURM GRAZ ” und den Schankrechten einen wesentlich höheren Werbewert als das Logo auf Briefpapier Sportleibchen …..!!??–

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