frühling
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12 Meter

Was bringt der Frühling?

Der Auftakt zur Rückrunde ist gelungen und das verdient positive Resonanz. Zwei Themen schlagen derzeit eher kleine Wellen. Franco Foda und die Suche nach dem sportlichen Geschäftsführer. Der 12 Meter ist allen drei Themen des anbrechenden Frühlings auf der Spur.

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© 2011 Sturm12.at

Der Auftakt ins Frühjahr kann als durchaus geglückt bezeichnet werden. Ein Sieg gegen Mattersburg und ein Remis auswärts bei Red Bull Salzburg können sich sehen lassen. Zudem trägt die Konkurrenz derzeit fast heimlich schwarz-weiß. Die bisherigen Ergebnisse der anderen Top-Klubs hätten für Sturm fast nicht besser laufen können.

Dieser Auftakt spricht natürlich auch nicht unbedingt gegen Trainer Franco Foda. Die Diskussionen rund um seine Person hinsichtlich Verbleib oder Abgang im Sommer sind wieder ein wenig verstummt. Trotz allem wird man sich diesem Thema stellen müssen. Es wird eine der Hauptaufgaben des noch nicht vorhandenen neuen sportlichen Leiters.

Auch um eben diesen neuen sportlichen Geschäftsführer geht es derzeit ruhig zu. Es gibt im Grunde nur eine Person, die im Moment konkret als Kandidat herumschwirrt: Ex-Sturmgoalie Roland Goriupp. Markus Schupp hat bereits abgesagt, aus den kolportierten Kandidaten Rupert Marko und Thomas Gerstner, oder auch Frank Verlaat und Co Adriaanse, wird offenbar auch nichts. Christian Jauk hat das Thema Goriupp beim Sturm12.at-Stammtisch letzte Woche zwar alles andere als dementiert, die Wahrscheinlichkeit einer Bestellung des Grazers hält sich für mich aber trotzdem in Grenzen.

Die drei angerissenen Themen im Detail:

Sport
Rapid spielt in Neustadt nur Unentschieden. Das Wiener Derby endet ebenso torlos. Ried verliert gegen Nachzügler Mattersburg. Und gegen den direkten Konkurrenten aus der Mozartstadt haben die Schwarz-Weißen auswärts einen Punkt geholt. Die anderen Mannschaften, die man als Titelanwärter bezeichnen kann, spielen also derzeit alles andere als ungünstig für die Grazer. Zudem präsentierte sich der SK Sturm in den ersten beiden Partien durchaus solide, feierte bei schwierigen Bedingungen einen nie in Frage stehenden Heimsieg gegen Mattersburg und gab sich auch gegen (immer noch) Titelfavorit Red Bull keine Blöße. Zwei Mal kein Gegentreffer und zwei Mal keine Klasseleistung, aber eine durchaus gute Vorstellung. Sieht man sich die sportliche Ausgangsposition für das Frühjahr an, kann ohne Weiteres behauptet werden, dass beide Titel für die Blackies realistische Möglichkeiten sind.

Der Cup sowieso, aber auch in der Meisterschaft spricht zumindest nichts gegen Sturm. Die drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Rapid könnten schon nächsten Samstag wettgemacht sein und überhaupt ist die Liga derart ausgeglichen, dass es im Grunde für fünf Mannschaften möglich ist Meister zu werden. Die Ausgeglichenheit beruht leider eher auf einem gemeinschaftlich niedrigem Niveau. Das zeigt sich vor allem, wenn die heimischen Klubs international antreten. Das gilt auch für Sturm und die vorjährigen Auftritte in der Europa League. Das jüngste Beispiel für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit in Europa lieferten die Salzburger gegen Metalist Kharkiv ab. Durch diese gemeinsame Schwächlichkeit, dürfte es auch in dieser Saison wieder reichen, wenn einer der Titelkandidaten so etwas ähnliches wie Konstanz an den Tag legt. Letzte Saison war das Sturm, warum sollte das heuer nicht wieder der Fall sein? Auch wenn vom Kader vielleicht die Wiener Vereine und Salzburg etwas höher einzuschätzen sind.

Foda
Unter dem alten Vorstand mit Präsident Gerald Stockenhuber, hat es noch sehr stark danach ausgesehen, als würde eine Vertragsverlängerung des Mainzers bei den Blackies mehr als unwahrscheinlich sein. Dann hat Stockenhuber den Hut drauf gehaut, es war Generalversammlung und eine neue Klubführung unter Christian Jauk war das Ergebnis, inklusive einer geänderten Vereinsstruktur für den Profi-Betrieb. Foda sieht sich jetzt mit neuen Voraussetzungen konfrontiert und ein Verbleib des Cheftrainers über den Mai 2012 hinaus, ist wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden. Der offizielle Sprech des Vereins lautet derzeit: “Franco Foda ist ein hervorragender Trainer, der mit Sturm große Erfolge gefeiert hat. Natürlich wird der neue sportliche Geschäftsführer mit ihm zu gegebener Zeit Gespräche führen”. (Christian Jauk beim Sturm12.at-Stammtisch).

Wie Jauk und seine Kollegen zur Personalie Foda stehen, ist derzeit schwer einzuschätzen. Der neue Präsident und der Cheftrainer galten nicht immer als die besten Freunde, speziell zu der Zeit als Jauk noch Finanzvorstand gewesen ist. Das lag auch an der engen Verbindung von Foda zu Oliver Kreuzer. Jetzt wird es sehr viel davon abhängen, wie erfolgreich der Deutsche in der Frühjahrssaison mit der Mannschaft sein wird. Tritt ein oben beschriebenes Szenario ein und Foda holt wieder einen Titel nach Graz, wird es wohl nur sehr schwer zu verkaufen sein, dass man ihn nicht verlängert. Schneidet die Mannschaft schlecht ab, verpasst gar einen Europacup-Platz, dann wird die Luft für Franco Foda dünn werden. Ich rechne jedenfalls nicht damit, dass eine baldige, vorzeitige Verlängerung des Vertrages vonstattengehen wird. Genauso wenig ist ein Angebot aus Deutschland zu erwarten. Nicht einmal der Titel hierzulande hat dafür gereicht und Marcel Koller wird im Sommer aller Voraussicht nach auch noch Teamchef sein.

Sportlicher Geschäftsführer
Der Name Roland Goriupp geistert nunmehr schon seit Anfang Februar herum, wenn es um die sportliche Leitung des SK Sturm geht. Der Grazer ist definitiv ein interessanter Mann, allein mir fehlt der Glaube an eine Entscheidung für den Ex-Goalie. Zu lange schwirrt diese Personalie schon durch die Gerüchteküche, ohne dass es Bewegung gegeben hätte. Zudem wurde bis jetzt aus allen Namen, die in die Öffentlichkeit gedrungen sind am Ende gar nichts. Heribert Weber, Rupert Marko, Markus Schupp – alles Schall und Rauch. Da ich dem neuen Vorstand eine weit höhere Fähigkeit attestiere die Medienorgel zu spielen als es etwa die “Neigungsgruppe Leck” rund um Gerald Stockenhuber praktiziert hat, würde ich hier System vermuten. Namen, die von Christian Jauk allzu sehr in der Öffentlichkeit gespielt werden, dienen nach meiner Ansicht durchaus auch als gezielte Ablenkungsmanöver.

Man kennt das aus der Politik. Wird man zu oft genannt, kann man sich die Chancen auf den Chef-Sessel gleich abschminken. Ähnliches dürfte auch hier gelten. Weil, wäre Roland Goriupp tatsächlich der Favorit oder Wunschkandidat, wieso macht man dann so lange keine Nägel mit Köpfen? Wozu warten, wenn ich denjenigen gefunden habe, der es machen soll? Weiß man zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob man es mit Goriupp machen will, kann es sich nur um eine Notlösung handeln, käme er doch zum Zug. Nach dem Motto: “Wir schauen uns an, was es sonst noch gibt. Falls es nichts gibt, dann nehmen wir dich”. Ich glaube deshalb, dass Christian Jauk und sein Team in Wirklichkeit andere Kandidaten am Start haben und es aber einigermaßen hinkriegen diese aus der Öffentlichkeit zu halten, um in Ruhe verhandeln zu können. Die Versuchsballons mit den hinausposaunten Namen stellen das sicher.