Amateur-Kommentar

Vier Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt

Das Credo der Sturm Amateure und ihrer Betreuer für die Frühjahrssaison lautete: Nicht gegen den Abstieg, sondern für den Klassenerhalt!

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Diesen Worten auch Taten folgen zu lassen und verbales Selbstbewusstsein auch entsprechend in gute Leistungen und Resultate umzuwandeln, erwies sich dann in den ersten drei Spielen der Regionalliga-Rückrunde doch als nicht eben einfach. Nach einer ebenso intensiven wie gelungenen Vorbereitungszeit – unter anderem mit einem Trainingslager in der Türkei – starteten die Sturm Graz Amateure mit einem Heimspiel gegen die KSV Amateure in die Frühjahrsmeisterschaft. Wobei sich an diesem Sonntag-Nachmittag nicht nur der “Rasen” im Trainingszentrum Messendorf als holprig erwies – auch das Spiel der gastgebenden Sturm Amateure geriet noch etwas holprig und von spielerischen Glanzlichtern der jungen Blackies konnte man an diesem Nachmittag nur wenig sehen. Das Spiel wurde von Schiedsrichter Brunner nach 92 Minuten mit dem Endstand von 1:1 – Pascal Zisser hatte mit einem schönen Kopfballtreffer die vorübergehende Führung der KSV Amateure egalisiert – abgepfiffen und so schien eine gerechte Punkteteilung am Ende dieses Fußballnachmittags zu Buche zu stehen. Der erhoffte Sieg und die angestrebten drei Punkte wurden für die Sturm Amateure erst Tage später Wirklichkeit – was auf dem gar nicht grünen Rasen nicht gelungen war, ermöglichte ein rechtzeitig eingebrachter Protest  und die genaue Kenntnis des ÖFB-Regelwerks. Die KSV Amateure hatten wider besseren Wissens drei nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt und mussten sich schließlich doch noch geschlagen geben – wenn auch nur am grünen Tisch.

Ansehnliche Spiele, dürftige Resultate
Konnte man nach dem Auftaktspiel gegen die KSV Amateure noch von eher dürftiger Fußballkost sprechen, so überraschten die Sturm Graz Amateure in den folgenden zwei Spielen gegen den überlegenen Tabellenführer GAK und den zwischenzeitlichen Tabellenzweiten Villacher SV mit über weite Strecken gediegener Fußballkultur mit flottem und flüssigem Kombinationsspiel und dem einen oder anderen fußballerischen Extra für Feinschmecker. Wobei sich hier vor allem Christoph Kröpfl, David Schloffer und Marvin Weinberger hervortaten. Dass sich die höhere Spielkultur und die zeitweilig ansehnlichen Leistungen letztlich in nur einem mageren Pünktchen für die Tabelle niederschlugen, lag an individuellen Fehlern im Defensivverhalten und an der mangelnden Chancenauswertung der Offensivabteilung. Drei wunderschön herausgespielte Tore in zwei Spielen -  Marvin Weinberger traf in beiden Spielen, Daniel Schmölzer gegen den GAK – reichten so nur für einen Punkt und man muß letztlich sehr froh darüber sein, dass die Funktionäre um einiges effektiver arbeiten als die Spieler auf dem Platz.

Ein nicht gelöstes Rätsel bleiben vorerst die wenigen Einsatzminuten der zwei “Aufsteiger” der Herbstsaison, Florian Sittsam und Marc Andre Schmerböck. Ob ein Schritt zurück, sprich Einsätze in der Mannschaft der 18erAkademie, für die Entwicklung der Nachwuchsteamspieler gut und richtig ist, wird die Zukunft weisen.

Seitenblicke
Die Sonntagspiele der Sturm Graz Amateure werden immer beliebter und Messendorf wird zum Tummelplatz für ehemalige, aktuelle und potenzielle Trainer und Funktionäre. Gaben sich beim Spiel gegen die KSV Amateure Werner Gregoritsch, Walter Schachner, Rupert Marko, Tomislav Kocijan und Heinz Schilcher die Hand und die Ehre, so fanden sich gegen den Villacher SV Präsident Christian Jauk, der wirtschaftliche Geschäftsführer Christopher Houben, Trainer Franco Foda mit Gattin Andrea und der zukünftige sportliche Geschäftsführer Paul Gludovatz in Messendorf ein. Letztgenannter wohl auch, um sich ein Bild vom Sturm-Graz-Nachwuchs zu machen und sich ein wenig das Umfeld anzusehen. Gludovatz hatte zusammen mit Jauk und Houben auch die Akademie-Spiele in Pachern besucht.

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Heimo Mürzl (hm)

Jahrgang 1962, verbrachte seine Kindheit fern großer Fußballstadien in Mariahof, einem kleinen Ort in der Obersteiermark. Die Fußball-WM 1970 in Mexiko, die unvergessene Ajax-Jahrhundertmannschaft rund um Johan Cruijff und das so unglücklich endende Messestädte-Cup-Duell von Sturm Graz gegen Arsenal London machten den von Kleinauf selbst kickenden Buben zum späteren Fußballverrückten. Mit dem Studiumbeginn in Graz wurde es ihm auch endlich möglich, sein Fantum nicht nur vor dem Fernsehschirm auszuleben, sondern selbst im Liebenauer Stadion und in der Gruabn Teil der kollektiven Emotionen zu werden. So verbringt er auch heute noch sehr viel Zeit in den diversen Weihetempeln des runden Leders, wo Sehnsüchte erzeugt und mitunter auch gestillt werden. Mit großer Freude schreibt er für das Extra der Wiener Zeitung und das SturmEcho, das Klubmagazin des SK Sturm Graz.



Kommentare

Sehr positiv, dass die Sturm Funktionäre Präsenz bei den Jugend- und Reservespielen zeigen!

archaeopterix says:

Die Leistung gegen GAK hat mich überrascht ,bis auf die letzte Viertelstunde …..

12ter Mann says:

Vor allem was den Bereich “kreative Offensivspieler” anbelangt, finde ich dass hier bei den Amateuren mit Schmölzer, Schloffer, Sittsam, Schmerböck einiges nachkommt. Man kann nur hoffen, dass unter dem neuen Trainer und einem Sportdirektor Gludovatz wieder vermehrt auf junge Nachwuchsspieler gesetzt wird.
Was sich allerdings in fast jedem Spiel der Amateure zeigt, sind die Schwächen in der Defensive. In diesem Bereich kommen mMn auch kaum hoffnungsvolle Youngstars nach. Hier gilt es in den unteren Mannschaften (vl schon U12) mit intensivem Defensivtraining entgegenzusteuern. Is halt mein Eindruck der Amateure ;)

sektor19 says:

eine gute defensive hat Sturm in 103 Jahren nur in 3 Jahren ausgezeichnet, da wurden wir Meister.
Ansonsten ist es mir lieber das wir endlich wieder den Drang haben ein Tor mehr zu schiessen, als, wie jetzt, den drang eines weniger zu bekommen.

12ter Mann says:

Hast grundsätzlich recht, ich wünsch mir auch wieder eine attraktivere Spielweise mit dem Fokus auf der Offensive. ABER: Eine starke Offensive is halt auch relativ hilflos, wenn die Defensive bei jeder annähernd gefährlichen Situation hinten schwimmt (überspitzt formuliert.)
Deshalb würde ich mir wünschen dass aus dem Nachwuchs bald wieder gute, junge und vor allem steirische/österreichische Verteidiger mit Potenzial nachkommen (ganz besonders RV/LV wären hier beinahe eine Art ‘Goldgrube’, weil sehr gefragt), damit wir nicht jedes Jahr teure ausländische Lösungen auf dem Markt suchen müssen.

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