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© 2012 Alois Lipp (Sturm12.at)

Nach dem Knalleffekt

Eine Beurlaubung und ihre Erklärungen

Nach dem Rauswurf von Franco Foda als Trainer hat Sturm12.at die Meinungen der Beteiligten eingeholt. Er selbst kann die Entscheidung nicht verstehen, Paul Gludovatz hätte sie lieber schon früher getroffen und zwei Spieler nehmen es relativ gelassen.

© Sturm12.at (AL)

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben. Oder zwei Mal am Tag. “Für mich als praktisch veranlagten Menschen sind die handelnden Personen am wichtigsten”, sagte Paul Gludovatz im Zuge der Pressekonferenz. Klang schön und gut. Als sich die Journalisten am Donnerstangnachmittag ein zweites Mal auf den Weg nach Messendorf machen, erscheinen die Worte vom Vormittag in einem gänzlich anderen Licht.

Was war passiert? Nach dem Auftritt von Paul Gludovatz und Christopher Houben schien die Sachlage klar. Die Trainersuche ist auf Schiene und bis Ende Mai ist Franco Foda Cheftrainer. Am frühen Nachmittag wurde aber das publik, mit dem manche schon gestern nach dem Cup-Aus gegen Hartberg rechneten. Foda geht mit sofortiger Wirkung. Beziehungsweise wird er gegangen.

Zurück in Messendorf geht die Medienmeute auf Ursachenforschung und trifft zunächst auf einen gefassten Franco Foda, der vor der Geschäftststelle Rede und Antwort steht. Von einem Treffen mit den beiden Geschäftsführern wurde er per SMS informiert.

[haiku url=”120412_foda_sms.mp3″ Franco Foda zur Chronologie der Ereignisse]

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Ursprünglich gingen die beiden Geschäftsführer mit Foda in das Gespräch, um eine einvernehmliche Vertragsauflösung zu erwirken. Eine Lösung die Foda nicht akzeptieren und sein Wort (“Ich bleibe bis Saisonende”) halten wollte. Daraufhin zog man auf Vereinsseite die sprichwörtliche Reißleine und beurlaubte den Trainer, der dementsprechend überrascht reagiert, aber die Entscheidung letztlich akzeptiert. Vor dem Training um 18:00 Uhr, das vom Interims-Trio Thomas Kristl, Günther Neukirchner und Dietmar Pegam geleitet wurde, war es Franco Foda noch möglich sich von der Mannschaft zu verabschieden. Ein emotionaler Moment.

 

 

[haiku url=”120412_foda_schmerzlich.mp3″ Franco Foda zur Chronologie der Ereignisse]

Auch, dass er nicht von allen Spielern gemocht wurde, gibt Foda zu. Er habe allerdings immer versucht als Trainer zu entscheiden.

[haiku url=”120412_foda_schwer.mp3″ Franco Foda zur Chronologie der Ereignisse]

Die Frage nach dem Warum bleibt dennoch offen. War es nur das Spiel gegen Hartberg? Hat Foda die Mannschaft nicht mehr erreicht? Für ihn selbst sind diese Argumente Märchengeschichten.

[haiku url=”120412_foda_gegengludo.mp3″ Franco Foda zu seiner Beurlaubung]

Neue Impulse, neue Reize
Was also dann? Paul Gludovatz gibt seine Antwort in der Geschäftsstelle – an jenem Ort wo man am Vormittag noch professionell über die Neustrukturierung des Klubs sprach. Jenem Ort, an dem Christian Jauk vor wenigen Wochen noch Lobeshymnen auf Franco Foda anstimmte. Paul Gludovatz macht die Entscheidung ausdrücklich nicht nur am peinlichen Scheitern im Cup fest.

[haiku url=”120412_gludo_nichteinspiel.mp3″ Gludovatz zur Beurlaubung von Franco Foda]

Daher geht es ihm um neue Impulse und neue Reize, die jetzt das neue Trainerteam setzen soll. Überhaupt klingt durch, dass Gludovatz eigentlich am liebsten schon mit Bekanntwerden des Endes der Foda-Ära vor wenigen Wochen, sofort einen Schlussstrich gezogen hätte. Nun ist das Ziel noch irgendwie einen Europacupstartplatz zu erreichen.

[haiku url=”120412_gludo_chancewahren.mp3″ Gludovatz zur Beurlaubung von Franco Foda]

Wie schon Christian Jauk gegenüber Sturm12.at erklärte, gibt auch Paul Gludovatz zu verstehen, dass die Entscheidung über die Beurlaubung Fodas vom Präsidium in Verbindung mit der sportlichen und wirtschaftlichen Leitung getroffen wurde.

[haiku url=”120412_gludo_entscheidungsfindung.mp3″ Gludovatz zur Beurlaubung von Franco Foda]

Ganz offen gibt Gludovatz auch zu, sich seinen Arbeitsbeginn bei Sturm anders vorgestellt zu haben.

[haiku url=”120412_gludo_mehralsdreijahreried.mp3″ Gludovatz zur Beurlaubung von Franco Foda]

Gratzei: “Mannschaft gibt sich eine Teilschuld”
Nicht nur für die unmittelbar Beteiligten, auch für die Spieler war der Tag nach der Pleite gegen Hartberg ein kurioser. Nach dem Training schildert Chrstian Gratzei die Situation bei der Verabschiedung von Foda.

[haiku url=”120412_gratzei_betruebt.mp3″ Christian Gratzei zum vorzeitigen Foda-Ende]

Nüchterner analysiert Patrick Wolf die Entscheidung.

[haiku url=”120412_wolf_gelassen.mp3″ Patrick Wolf zum vorzeitigen Foda-Ende]

Auch auf die Frage nach der Wertschätzung der Trainerarbeit von Foda holt Wolf zu keinen Lobeshymnen aus. Wohl auch, weil er selbst zuletzt keine leichte Zeit durchlebte. Im Vordergrund steht für ihn der Verein.

[haiku url=”120412_wolf_nichtleicht.mp3″ Patrick Wolf zum vorzeitigen Foda-Ende]

Was nach dem Spiel gegen Hartberg in der Kabine vor sich ging, will Wolf nicht kommentieren. Gratzei schon. Er sieht die Ereignisse weniger tragisch als in den Medien dargestellt.

[haiku url=”120412_gratzei_kabine.mp3″ Christian Gratzei zu den Vorfällen in der Kabine nach dem Hartberg-Spiel]

Der Keeper zollt Franco Foda Respekt für seine Erfolge, hat seinen Fokus aber ebenso bereits auf das Spiel gegen Salzburg  gelegt.

[haiku url=”120412_gratzei_weiterschauen.mp3″ Christian Gratzei zum vorzeitigen Foda-Ende]

Das hatte eigentlich auch Franco Foda vor. “Heute morgen habe ich schon Videos angeschaut und mich auf das Spiel vorbereitet und dann das. Aber so ist der Fußball. Man steht morgens auf und weiß nicht was mittags ist.”