Pressespiegel Sujet
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Auch Hans Lang muss gehen

Das Ende der Ära Foda und vor allem die Umstände beschäftigen die Medien weiterhin. Mit Hans Lang soll währenddessen der nächste Abschied fix sein. Bei den Spielern wollen einige trotz Verletzung heute gegen Salzburg auflaufen, mit Manuel Weber ist hingegen eine weitere Schlüsselfigur fraglich.

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Am Tag nach der Beurlaubung von Franco Foda streuten die Verantwortlichen bei Sturm Asche auf ihr Haupt. “Das ist nicht der Stil von Sturm und nicht die Art und Weise, wie wir mit verdienstvollen Leuten umgehen“, sagte Präsident Christian Jauk (am Donnerstag “beruflich im Burgenland unabkömmlich“) gegenüber der Kleinen Zeitung. Auch die beiden Geschäftsführer Paul Gludovatz und Christopher Houben sehen in der Nicht-Verschiebung der Pressekonferenz einen Fehler.

Im Kreise der Trainer und Spieler bedauert man gegenüber den Medien den Abgang von Foda. “Das hat sich Franco Foda nicht verdient“, sagt etwa Interimscoach Thomas Kristl. Ähnlich klingt Kapitän Manuel Weber in der  Kronen Zeitung: “Das war nur die Schuld von uns Spielern – nicht von Franco Foda, der uns auch seit Bekanntwerden seines Abgangs im Sommer immer professionell eingestellt hat. So einen Abschied hat er nicht verdient.

Während sich die Aufregung um Foda noch nicht gelegt hat, soll der nächste Abgang – der weniger Wellen schlagen wird – bereits feststehen: Laut “Kleine ” und “Krone” wird Sportkoordinator Hans Lang Sturm zu Saisonende verlassen. Gludovatz in der “Kleinen”: “Unsere Arbeitsgebiete wären ja praktisch ident.”

Auch die Frage, wer ab Sommer neuer Cheftrainer wird, taucht natürlich wieder auf. Der Kurier schreibt Markus Schopp die Favoritenrolle zu. Dieser kokettiert offen mit dem Amt: “Es gab zwei Gespräche mit Gludovatz, die aber eher von der allgemeinen Auffassung eines Trainers handelten. Die positive Stimmung der Fans gegenüber meiner Person ist ein Vorteil, die Frage ist, ob der Vorstand auch die notwendige Geduld aufbringt, wenn es zu Beginn nicht so läuft.”

Das Spiel gegen Red Bull Salzburg rückt angesichts der Turbulenzen in den Hintergrund. Am meisten beschäftigt sich noch die “Krone” mit dem Sportlichen, und hier vor allem mit der langen Verletztenliste. Nach Auskunft des Blattes sollen Darko Bodul, Florian Kainz und Christian Klem trotz Schmerzen durchbeißen. Mit Weber könnte jedoch ein weitere Schlüsselspieler ausfallen: „Ich hab’ in Mattersburg eine Gesäßmuskelzerrung aufgerissen, die sich gegen Hartberg verschlimmert hat.

All diese Sorgen hat man bei Gegner Salzburg nicht. Dort wird bereits fleißig für die kommende Saison eingekauft. Die Verpflichtung von Christopher Dibon ist fix, jene von Florian Klein soll nur noch Formsache sein, und seit gestern ist auch der beim AS Monaco unglückliche Nacer Baracite in einigen Zeitungen ein Thema.

Kleine Zeitung: Das Gewitter war schon am Abend davor aufgezogen. Der Abschied von Franco Foda, dem Sturm-Erfolgstrainer, war sachlich begründbar – nur der Ablauf war, gelinde gesagt, unglücklich und erhitzte viele Gemüter. (…) Jauk: Auch wenn eine “hochemotionale Angelegenheit”, wie eben eine vorzeitige Beurlaubung, extrem schwierig vollkommen ruhig über die Bühne zu bringen sei: “Wir wollten versuchen, die Emotionen bei allen Beteiligten klein zu halten. Das ist uns leider nur teilweise gelungen.” Nur in der Sache selbst gibt es kein schlechtes Gewissen: “Das Präsidium wollte die Saison mit Franco Foda beenden, wie es vereinbart war – und das erfolgreich. Das Ziel war ein internationaler Startplatz. Aber in der Meisterschaft war es holprig und die Hoffnung des Cups hat sich zerschlagen. Deshalb waren wir – die beiden Geschäftsführer und das Präsidium – der Meinung, dass wir reagieren müssen!” Nur der Zeitpunkt habe eben nicht gepasst. “Künftig würde ich trotz Grundsatzbeschluss, die Dinge rasch zu vollziehen, nur einen Tag auswählen, an dem ich auch verfügbar bin. Sonst ist die Chance, Missverständnisse aufzubauen, zu groß. Und diese Chance wurde von einigen auch genutzt.” (…) Gludovatz: “Im Prinzip hatten wir keine Wahl. Ich hätte ja Franco nicht an diesem Tag das Training leiten lassen können und ihn erst einen Tag später beurlauben.” (zum Artikel)

Kronen Zeitung: Seine (Kristls, Anm.) Interims-Ära begann gestern turbulent! Das 2:4 im Cup gegen Hartberg hat die Sturm-Fans kräftig in Rage gebracht: 100 verhinderten gestern zehn Minuten lang den Start des Abschlusstrainings. Erst nachdem die Spieler trotz Regens Rede und Antwort gestanden hatten, hörten die Beschimpfungen auf. Präsident Jauk räumte zwar ein, dass bei der Art der Foda-Ablöse Fehler gemacht wurden, findet den Schritt aber richtig. Es soll am Ende keine Vorwürfe geben, dass für das internationale Ziel nicht alles versucht worden wäre. Fodas Ablöse war allerdings schon zuvor beschlossen, wird im Umfeld gemunkelt. Sturm wolle sich einfach seine hohen Punkteprämien bis Saisonende sparen. Thomas Kristl, der bei Nürnberg und Saarbrücken gespielt hat, unter Peter Neururer “Co” bei Hannover und Chef bei Amberg und Regensburg war, möchte in den letzten sieben Runden noch in die Top-Drei vorstoßen: „Das war vor Saisonbeginn unser Ziel, daran hat sich nichts geändert. Es wird zwar alles andere als leicht, aber wir sind nur drei Punkte hinter dem Dritten.“ Mit Einzel- und Gruppengesprächen versucht er, die Cup-Blamage aus den Köpfen zu bekommen: „Die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht – eine Reaktion ist das Mindeste, was die Fans erwarten können! Vielleicht ist’s gar nicht schlecht, dass wir gegen Salzburg schnell wieder die Chance haben zu zeigen, dass wir uns auch besser präsentieren können.“ Allerdings: „Durch die vielen Ausfällen, haben wir momentan große Probleme – besonders in der Abwehr.“

Kurier: “Ich bin zu lange im Profi-Geschäft, deshalb kann mich nichts überraschen”, sagt Franco Foda einen Tag nach seiner Entmachtung als Sturm-Coach. Dennoch sind mehr Fragen als Antworten aufgetaucht. Der Deutsche hätte gerne bis Saisonende weitergearbeitet. “Die Mannschaft hat noch gute Chancen auf einen internationalen Startplatz. Dass man im Cup ausrutschen kann, hat auch Manchester United zuletzt in England bewiesen.” Paul Gludovatz, der neue Sportdirektor, meint dazu in der Austria-Presseagentur (APA) allerdings: “Nach so einer Niederlage muss man sich vor die Mannschaft stellen. Es kann nicht sein, dass man danach die eigenen Spieler niedermacht. Man muss Mitverantwortung übernehmen.” (…) Gludovatz hatte ihm am Donnerstag vorgeworfen, dass er mit der Trennungsmeldung nicht wie vereinbart bis 17 Uhr gewartet hätte. “Um 13 Uhr hat es schon ein Medium veröffentlicht, nach dem Gespräch mit Gludovatz warteten schon Journalisten auf mich, die alles wussten”, rechtfertigt sich Foda. (…) Auf dem personellen Plan von Gludovatz steht ein Team von insgesamt vier Trainern für Kampfmannschaft und Amateure. Dass Schopp ein Kandidat ist, sei irgendwie logisch. “Ein Insider ist sicher nicht schlecht, und wenn ein Ausländer darunter ist, kann es auch nicht schaden.” Die Spielerflut ist Gludovatz ein Dorn im Auge, auf zirka 38 Spieler soll das Aufgebot für Profis und Amateure abgespeckt werden. Gludovatz: “Sturm hat zuletzt nur angehäuft und nie abgegeben, eine Bugwelle vor sich hergeschoben. Das muss sich ändern.” (zum Artikel)

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