© 2012 GEPA-pictures.com/honorarfrei
© 2012 Gepa-Pictures.com (honorarfrei)

Peter Schöttel

Sturm als große Unbekannte

Der Rapid-Trainer hat Schwierigkeiten die Situation in Graz einzuschätzen. “Die Mannschaft hat gut gespielt, allerdings ein anderes System, als unter Foda.” Werden die Grazer wieder so beginnen? Oder gibt es eine System-Umstellung?

© 2012 GEPA-pictures.com/honorarfrei

Rapid Wien gegen Sturm Graz – das ist nicht unbedingt Brutalität. Aber: Rapid gegen Sturm – das bedeutet Tore! Seit dem 18. März 2001 gab es in 21 Spielen zwischen den beiden Mannschaften in Wien kein torloses Remis mehr. Ein positives Zeichen für die Fans angesichts der zahlreichen Nullnummern der bisherigen Saison.

Stichwort Fans: Das Spiel zwischen dem Meister und dem Rekordmeister ist wie immer ein Spitzenspiel mit reger Fan-Nachfrage. Obwohl das Spiel am Sonntag live auf ORFeins zu sehen ist, wird das Gerhard-Hanappi-Stadion wieder ausverkauft sein. Rapid-Fanservice-Leiter Andy Marek erklärte bei der Rapid-Pressekonferenz im Ernst-Happel-Stadion heute Mittag, dass es nur mehr knapp 300-400 Karten zu kaufen gibt. Bis morgen Vormittag werden auch die letzten Tickets weg sein.

Sturm Graz ist nicht Austria Wien
Rapid-Trainer Peter Schöttel sprach die enttäuschende Leistung im Derby gegen die Wiener Austria an: “Nicht nur Journalisten und Fans wissen, dass das Spiel schlecht war. Natürlich auch wir.” Warum es keine Tore gab, lag laut Schöttel daran, dass “die Abwehrreihen dominierten.” Außerdem: “Das System von Rapid und Austria ist zu ähnlich.” Im Hinblick auf das sonntägliche Duell gegen die Grazer meint der Rapid-Coach: “Sturm spielt ein anderes System als die Austria, das kommt uns entgegen. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass beim Match Rapid-Sturm immer Tore fallen.”
Ob es diesmal wieder so ist, weiß Schöttel nicht: “Ich kann die Situation in Graz nicht einschätzen. Die Mannschaft hat ein anderes System als unter Foda gespielt, nämlich ein 4-1-4-1 mit einer Solospitze und nur einem defensivem Mittelfeldspieler. Das Mittelfeld hat sehr variabel gespielt, Hölzl, Bukva und Co. haben sehr viel Leidenschaft ins Spiel eingebracht.”

Der Rapid-Trainer meint weiters: “Sturm hat einen großen Kader, die Jungen können immer einspringen. Das haben sie auch im guten Spiel gegen Salzburg gezeigt. Es kommt ein neuer Trainer, die Spieler wollen sich somit aufdrängen und präsentieren.”

“Offenere Partie als Derby”
Es geht am Sonntag für beide Mannschaften um viel. Rapid muss siegen, um die Chancen auf den Titel zu wahren. Sturm muss gewinnen, um sich für die Europa League zu qualifizieren. “Wir haben das Plus des Heimvorteils im Hanappi-Stadion”, meint Schöttel. Der Trainer will offensiver spielen als gegen die Austria: “Wir haben nominell zwei Offensivspieler mehr gehabt, als die Austria und trotzdem ist uns vorne nichts gelungen. Unabhängig von der Aufstellung, egal ob 4-4-2 oder 3-3-3-1, wird es wichtig sein, wieviele Spieler sich an den Offensivaktionen beteiligen. Wir werden deshalb speziell die Offensive verstärken.” Linksverteidiger Thomas Schrammel will “unbedingt die drei Punkte holen. Wir müssen aggressiv beginnen und Akzente nach vorne setzen.” Die Sturm-Mannschaft erwartet sich Schöttel ähnlich wie gegen Salzburg, glaubt aber nicht, dass “sie vor uns ähnlich viel Respekt haben, wie gegen Red Bull. Es wird eine weitaus offenere Partie als das Derby.”

Die Akte Hofmann
Beim Derby fehlte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann an allen Ecken und Enden im Spiel der Grün-Weißen. Egal ob in seiner Funktion als Führungs- oder Kreativspieler – auch nur ansatzweise adäquater Ersatz ist in Hütteldorf keiner in Sicht. Umso wichtiger ist also die Frage, ob der Deutsche gegen Sturm spielen kann. Kurzum: Es sieht nicht so aus. Zwar hat Hofmann bereits Donnerstag teilweise mittrainiert und Freitag alle Übungen mitgemacht, doch Trainer Schöttel ist pessimistisch: “Er tastet sich langsam an die Belastungsgrenzen heran und schaut, dasss er fit wird. Ich wage einen Einsatz am Sonntag aber zu bezweifeln.” Neben Hofmann gibt es noch drei weitere Rapidler, die am Sonntag kein Thema sind: Prokopic (Kreuz- und Seitenbandriss), Katzer (rekonvaleszent) und Vydra (bei den Amateuren). Mit dabei sind hingegen wieder Thomas Prager und Guido Burgstaller, die im Derby gesperrt waren.