© 2012 SturmTifo.com
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Trainerstab

Drei Namen und ein System

Pezzaiuoli, Hyballa oder Schopp? Einer der drei Herren wird wohl nächste Saison am Trainingsplatz und in der Coaching-Zone der Kampfmannschaft schalten und walten. Eine Trainer-Bestellungs-Bestandsaufnahme.

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Ein Monat ist der sportliche Geschäftsführer Paul Gludovatz im Amt. Ende April, Anfang Mai will er den neuen Chef-Trainer, der Sturm in eine veränderte sportliche Zukunft führen soll, präsentieren. Namen bekommt man auf Nachfrage vom sportlichen Geschäftsführer keine zu hören. Dass Marco Pezzaiuoli der Wunschkandidat von Gludovatz ist, ist kein Geheimnis – bleibt die Frage, ob man sich finanziell einigen kann. In Deutschland, Pezzaiuoli hat zuletzt die TSG Hoffenheim trainiert, werden ja bekanntlich andere Gehälter bezahlt, als in Österreich.

Pezzaiuoli ist allerdings nicht der einzige Deutsche der im Gespräch ist. Peter Hyballa, Trainer der Red Bull Juniors, also der Amateur-Mannschaft von Red Bull Salzburg, ist ebenso ein Kandidat für den Posten des Chef-Trainers wie Markus Schopp, der bis Ende der Saison die Mannschaft der Sturm-Amateure trainiert.

Meine Gespräche mit Paul Gludovatz gingen immer in die Richtung Teil eines Trainer-Teams zu sein. Da hat sich in letzter Zeit nichts Neues ergeben“, erklärt Schopp. Den Aussagen des ehemaligen Sturmspielers zufolge handelt es sich bei diesem Team um vier Personen, einen Chefverantwortlichen, einen Amateurverantwortlichen und zwei weitere Personen, mit denen zusammengearbeitet wird. “Mein Ziel ist es Chef-Trainer zu sein. Ob von der Kampfmannschaft oder den Amateuren müssen andere entscheiden. Ich kann mir gut vorstellen die Kampfmannschaft zu trainieren”, sagt Schopp und gibt auch eine Bewerbung in eigener Sache mit auf den Weg: “Ich bin jemand mit Visionen und Ideen – die würde ich gerne umsetzen.”

Der große Unbekannte
Wie Pezzaiuoli und Schopp hat auch Hyballa zu Beginn seiner professionellen Trainer-Karriere Nachwuchsmannschaften trainiert. Bevor er über Alemannia Aachen zu den Juniors aus Salzburg kam, trainierte er die U-19 von Dortmund und Wolfsburg. Transfermarkt.at sagt ihm ein offensives 4-3-3 nach. Beeindruckend an Hyballa ist auch, dass der 36-jährige Deutsche zwei Bücher verfasst hat, in denen er sich einerseits mit dem “Mythos niederländischer Nachwuchsfußball” und andererseits mit dem Vermitteln von Inhalten am Trainingsplatz beschäftigt hat. Selbst hat Hyballa nie auf professionellem Level Fußball gespielt, hat aber doch bereits einige Fußball-Geschichten zu erzählen (hier ein Interview mit Hyballa auf schwatzgelb.de).

Unser Konzept beinhaltet eine Kompetenzverteilung. Jene drei, vier Verantwortlichen, die im Trainerstab mitwirken, sollen ihre Stärken, ob taktischer oder physischer Natur, ausspielen können. Das habe ich auch beim ÖFB so gelebt“, erklärt Gludovatz seine Idee. Sicher ist, dass Tormann-Trainer Kazimierz Sidorczuk und Konditions-Trainer Walter Niederkofler auch nächste Saison dem Trainerstab angehören werden. Der Trainerstab wird auch nicht alleine von Gludovatz bestimmt, sondern wird in Teamarbeit entstehen. “Zum einen werde ich meine eigenen Vorstellungen einbringen, zum anderen wird der Cheftrainer bei der Bestellung seines Teams mitsprechen können“, sagt der Burgenländer zu Sturm12.at.

Berichten der Kleinen Zeitung und Kronen Zeitung war zu entnehmen, dass Gludovatz für eben diese Bestellung des Chef-Trainers beziehungsweise die Bestellung des ganzen Trainer-Stabs um eine Budgeterhöhung angesucht haben soll. Ein Punkt mehr, der eher für eine Bestellung von Marco Pezzaiuoli spricht. Gludovatz jedoch dementiert das Gerücht, um diese Budgeterhöhung angesucht zu haben. “Nein, das stimmt so nicht. Wir haben einen positiven Lizenzentscheid erhalten und mit diesem können wir arbeiten. Das Bundesligabudget steht.

Ebenso stimmt das Gerücht, dass der kommende Co-Trainer gleichzeitig der Chef-Trainer der Sturm Amateure sein soll nicht. “Diese Gerüchte sind falsch. Der Co-Trainer wird mehrere Kompetenzen erhalten, jedoch nicht die Amateure trainieren.” Gludovatz erklärt weiter, dass die Kaderreduzierung, die durch das Verzichten auf das Ziehen diverser Optionen schon im vollen Gang ist, zur Folge haben wird, dass Spieler aus dem Kader der Amateure die Möglichkeit bekommen werden Bundesliga-Luft zu schnuppern und daher auch Spieler aus der U-18 vermehrt auch im Kader der Amateure stehen werden und dort wohl auch Einsatzminuten sammeln können. “Das ist eine strategische Weiterentwicklung unter dem Namen ‘Karriereplattform’, die einen Mehrwert für die Spieler darstellen soll“, benennt Gludovatz das System Sturm-Neu. Den Chef-Trainer aber noch nicht.

Mitarbeit: Fabian Zerche