Mit den Händen in den Hüften plustert sich Peter “Peda” Schreilechner vor seiner Flipchart auf. “Die Taktik für heit: Wir spün auf Konter!”, grölt er inbrünstig im tiefsten Steirisch. Näher will er bei seiner Spielanlage nicht ins Detail gehen, sondern konzentriert sich auf seine Motivationskünste. Man müsse es machen wie bei einer Sau. Zuerst mästen, dann abstechen. “Das Gesetz des Stärkeren: Töten!” Es dauert keine fünf Minuten bis man weiß, wen sich Gernot Sick in seiner Rolle als Schreilechner zum Vorbild genommen hat – nicht nur, wenn man über seine GAK-Vergangenheit Bescheid weiß.
Unter dem Titel “Die runde Wahrheit” pickt sich Sick gemeinsam mit dem ehemaligen Sturm-Kicker Hannes Toth und Gernot Zenz Figuren aus dem österreichischen Fußball heraus um daraus ein Sittenbild zu zeichnen. Das braucht es gar nicht, mag mancher sagen. Immerhin ist der alltägliche Wahnsinn in Österreichs Fußball oft schon Kabarett genug. Mit zum Verwechseln ähnlichen Parodien und pointierten Blicken hinter die Kulissen, oder eben in die Kabinen, des Landes, strapazieren die drei Herren, die seit geraumer Zeit als “Kabarettschaftsbund” durchs Land reisen, aber zurecht die Lachmuskeln ihres Publikums.
Die Rollen sind klar verteilt. Neben Peda Schreilechner als Coach packt Toth, der als Profi unzählige Erfahrungen bei über zehn verschiedenen Klubs machte, in seine Figur als Pascal Pospisil alles was einen Kicker, der nicht gerade auf die Butterseite der Intelligenz gefallen ist, ausmacht. Komplett macht das Feld Gernot Zenz als Manager Fredi Zieger, bei dem auch nach wenigen Minuten klar ist, welchem ehemaligen Zampano, der der schwarz-weißen Fangemeinde noch bestens bekannt ist, die Rolle nachempfunden ist. Mit den Begriffen Brutto und Netto nimmt er es nicht so genau und zur Sicherheit macht er auch einmal gerne zwei Verträge mit seinen Spielern.
Umrahmt werden die Parodien mit eingängigen Liedern, deren Text so einfach ist, “dass es sich sogar ein Bankbeamter merken könnte”. Wer also wissen will wie Spielertransfers wirklich ablaufen und wo sich nach dem Spiel der Trainer mit seinem Team “die Spotzen und den Spotz massieren” lässt, dem sei dieser Streifzug durch die Untiefen des rot-weiß-roten Fußballsports empfohlen. “Da wird nix übertrieben, das ist wirklich so passiert”, versichert Gernot Sick. Die runde Wahrheit eben.
Kommende Termine
6. Juni 2012: Kultursaal, Wundschuh (20:00 Uhr)
7. Juni 2012: Biker Bar, St. Lorenzen/Scheifling (20:00 Uhr)
22. September 2012: Pfarrheim, Loipersdorf (20:00 Uhr)
Link
www.kabarettschaftsbund.at

Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Jaja, der Gregerl… impulsiv wie eh und je!
Kartnig oder?
Also ins Theatercafe hättens schon kommen können..welcher Grazer fahrt denn dafür extra aufs Land?
Eingebildeter Städter, wie ich einen wie dich hasse!
Welcher Sturmfan fährt den schon extra vom Land in die Stadt um ein Spiel zu sehen? VIELE,, weil sie einfach live zusehen möchten!
Wenn du das Kabarett nicht sehen willst, dann bleib daheim und maul nicht rum!
Bei Leuten wie dir stellts mir die Grausbirnen auf!
Du vergleichst auch Äpfel mit Birnen. In Graz, wo ~300.000 Leute gemeldet sind, hat man einfach ein größeres und breiteres Pubklikum, das ist Fakt. Und wie kommt man als “Städter”, der keine umweltfeindliche Feinstaubschleuder in der Ausfahrt stehen hat, nach 23h wieder zurück? Ach ich vergaß – wir haben ja so ein tolles öffentliches Verkehrsnetz in der Steiermark, das 24/7 fährt
WG, HK und österreichischer durschnitts messi – ich denke so kann man die 3 kategorisieren. Mal schauen, vielleicht gehts sichs nach wundschuh aus.
Hab mir den Kabarettschaftsbund schon angesehen, und ich würde es mir sicher wieder ansehen wenn es in meiner nähe ist.
Ich kann es nur weiterempfehlen.
Wer Zeit hat, soll es sich auf jeden Fall ansehen, diese 10 € sind es absolut wert! Top!!!