
© Sturm12.at
Vor fünf Tagen fand der Trainingsauftakt von Sturm Graz unter dem neuen Trainerteam, bestehend aus Peter Hyballa und Ayhan Tumani, statt. Vor fünf Tagen wurde eine neue Ära eingeleitet. In Zukunft soll der steirische Traditionsverein einer neuen Philosophie nachgehen – einen kontrolliert, aggressiven Angriffsfußball spielen. Während der Begegnung zwischen Sturm Graz und Wiener Neudorf konnte man bereits erste Anzeichen erkennen, wie der neue Cheftrainer seine Mannen in der kommende Saison sehen möchte. “Fußball, Fußball, Fußball”, skandierte er oftmals und forderte seine Spieler dazu auf, mit schnellen, kurzen und präzisen Passspiel das runde Leder Richtung Tor zu kombinieren. Patrick Wolf und David Schloffer sind es, die nach solchen Kombinationen erfolgreich sind. 2:0 kann Sturm Graz gewinnen.
Geballte Offensive
Pünktlich um 17:00 Uhr wurde die Begegnung angepfiffen, Sturm Graz hatte Anstoß. Und nutzte diesen zeitgleich für den ersten Angriffsversuch, der sich nach zwei Pässen über Daniel Schmölzer auf den Außenbahnen in Richtung Sechszehner zog. Doch die Bemühungen, den Gastgeber bereits nach einigen Sekunden aus der Fassung zu bringen, blieben unbelohnt. Die aus zehn Spielern bestehende Abwehr der Gastgeber behielt die Oberhand. Nach neun Minuten der erste Fehler der Schwarz-Weißen. Ein Rückpass auf Lukas Waltl erfolgte zu ungenau, der junge Torhüter kam seinem Tor heraus und versuchte den heraneilenden Stürmer auszuspielen, der den Ball zwar berührte, aber nicht unter Kontrolle bringt. Der Druck auf die Heimmannschaft wurde in der Folge größer. Die Hyballa-Truppe kombinierte gefällig, versuchte den Ball in den eigenen Reihen zu halten und sobald sich eine Lücke auftat diese mit zwei, drei Pässen auszunützen und den Weg über die Außenbahnen oder direkt durch die Mitte zu suchen. So nach 16 Spielminuten. Manuel Weber lupfte auf David Schloffer, der das runde Leder im gegnerischen Sechszehner volley nahm, aber neben das Tor setzte. Nur wenige Augenblicke später ist es Andreas Hölzl, der nach einem Ballverlust des Gegners im Strafraum zum Schuss kam, aber am guten Reflex des Gäste-Torwarts scheiterte.
In der 34. Spielminute wurden die Schwarz-Weißen erlöst. Das massive Pressing hatte sich diesmal ausgezahlt. Christoph Kröpfl gewinnt einen Zweikampf in der gegnerischen Spielhälfte – die Gastgeber wollten sich gerade neu sortieren – und legte uneigennützig auf Patrick Wolf ab, dieser brauchte nur noch einzuschieben. Kurze Zeit nach dem erneuten Anstoß übernahm abermals Kröpfl den Ball und führte diesen bis in den Strafraum, legte auf Mario Haas ab, der nach seinem Schuss nur den Innenpfosten draf, Wolf scheiterte mit seinem Nachschuss am Torhüter. Der Bundesligist ging mit einem Halbzeitstand von 1:0 in die verdiente Halbzeitpause.
Die logische Konsequenz
In der zweiten Halbzeit stand eine gänzlich veränderte Mannschaft von Sturm Graz auf dem Spielfeld. Die Formation veränderte sich von einem 4-3-3 in ein 4-2-3-1. In der Folge blieb der steirische Traditionsverein zwar tonangebend, kam durch eine nominelle Spitze aber zu deutlich weniger Möglichkeiten als noch im ersten Durchgang. Nach 63 Minuten folgte dann aber der verdiente zweite Treffer in diesem Spiel für die Mannen von Peter Hyballa. Wieder kombinierten sich die Blackys in den gegnerischen Strafraum, ein Querpass zur Mitte und der Schloffer brauchte nur noch einzuschieben.
Spieler im Fokus
Daniel Schmölzer
In der ersten Halbzeit fand sich der junge Mittelfeldspieler auf der Position des linken Verteidigers ein. Seine Pflichten in der Defensivarbeit verrichtete er ebenso gut wie seine Bemühungen Angriffe auf den Außenbahnen einzuleiten.
Philipp Hütter
Eine gute Leistung des 21-Jährigen als rechter Verteidiger. Ähnlich wie Daniel Schmölzer zeigte er Qualitäten in der Abwehrarbeit sowie bei Angriffsversuchen auf den Außenbahnen. Immer wieder konnte er seine technischen Fähigkeiten aufzeigen.
Reinhold Ranftl
Reinhold Ranftl übernahm in der zweiten Halbzeit jene Position von Christoph Kröpfl im rechten Mittelfeld. Er behielt währen seiner Zeit auf dem Spielfeld stets die Übersicht, spielte gute, präzise Pässe und zeigte mit einer unheimlichen Schnelligkeit auf.
Michael Madl
Der Neuzugang von Sturm Graz wirkte sehr ruhig, solide und sicher im zentralen, defensiven Mittelfeld. Einmal kam er sogar zu einer Torchance und zeigte sogleich, dass er über einen guten Schuss verfügt.
Christoph Kröpfl
Wie schon in der Frühjahrssaison zeigte Christoph Kröpfl auch diesmal wie wichtig er für die Mannschaft geworden ist. Übersicht, Schnelligkeit, präzise Pässe – so könnte man den jungen Grazer mit ein paar, wenigen Wörtern beschreiben. Mit einer Vorlage war er am heutigen Ergebnis beteiligt, gewann viele Zweikämpfe und wirkte insgesamt sehr engagiert. Gute Leistung.
David Schloffer
David Schloffer kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz und übernahm die Position von Kreativspieler Darko Bodul im linken Mittelfeld. Immer wieder ließ er seine technischen Raffinessen aufblitzen und beteiligte sich mit seinem Tor am Gesamterfolg der Mannschaft.
Florian Sittsam
Sein zweiter Einsatz im Dress von Sturm Graz während dieser Saisonvorbereitung. Er wirkte sehr engagiert, beinahe unermüdlich. Gewann wie schon in der abgelaufenen Saison in der Regionalliga Mitte bei den Sturm Amateuren etliche Zweikämpfe und kam in der zweiten Halbzeit auch zu einer Tormöglichkeit. Seinen Drehschuss setzte er nur knapp neben das Tor.
Spieldaten
1. SV Wiener Neudorf – Sturm Graz 0:2 (0:1)
Saisonvorbereitung, Testspiel
Sonntag, 10. Juni 2012, 17:00 Uhr – Stadion Wiener Neudorf, 400 Zuschauer
Tore
Patrick Wolf (34.)
David Schloffer (63.)
Aufstellung Sturm Graz – 1. Halbzeit:
Waltl – Hütter, Dudic, Neuhold, Schmölzer – Kröpfl, Weber, Bodul – Wolf, Haas, Hölzl
Aufstellung Sturm Graz – 2. Halbzeit:
Schögl – Ehrenreich, Feldhofer, Pürcher, Stangl – Koch, Madl – Ranftl, Sittsam, Schloffer – Bukva
Sturm12.at ist ein privates und unabhängiges, journalistisches Medium, das seinen Fokus auf die Berichterstattung über den Fußballklub SK Sturm Graz gerichtet hat. Gegründet wurde Sturm12.at am 20. Februar 2009 von Christopher Houben und Julia Wendl. Das Hauptaugenmerk der Arbeit bei Sturm12.at liegt auf der tiefgreifenden Analyse von Sturm Graz und des österreichischen Fußballs.
Bei Hütter und Schmölzer passen Text und untenstehende Aufstellung links-rechts-mäßig nicht zusammen…
interessanter Bericht ! Vor allem , daß man schon Ansätze der Philosophie von Hyballa sah! 4 3 3 würde ich für ein offensives System noch verstehen – 4 2 3 1 schon weniger, wie auch du schreibst, daß es weniger Offensiv war !?- Ich glaube für jede Philosophie & jedes System braucht man auch punktuell die ” richtigen” Spielertypen ……..
In dieser Konstellation war es weniger offensiv. Insgesamt standen mit Ehrenreich, Feldhofer, Pürcher, Stangl, Koch, Madl und Sittsam sieben Defensivspieler auf dem Feld. Ranftl, Schloffer (- die ähnlich offensiv agierten wie Wolf und Hölzl in der ersten Spielhälfte) und Bukva als einzige Spitze komplettierten die Aufstellung. Damit standen gegenüber dem ersten Durchgang – als sieben Angreifer spielten – nur drei Offensivkräfte auf dem Platz. Klarerweise kann man in der Folge nicht mehr den Druck erzeugen, wie es in der ersten Halbzeit der Fall war.
Es war in der ersten hälfte auch kein 4/3/3 sondern ein 4/1/4/1 funktioniert hat beides, aber lässt sich bei so einem Gegner schwer sagen
heute philosophiert eh jeder.aber auf jeden fall ist es eine philosophie
Welches Spielsystem hat den jetzt besser funktioniert? Natürlich ist in beiden ein Tor gefallen und unterschiedliche Spieler standen auf dem Platz, aber wohin geht die Tendenz?
Die Tendenz geht hoffentlich weg von dem Ein-System-System
Ich glaube, dass man das nach zwei Testspielen noch nicht wirklich sagen kann. Ich persönlich bin ein Freund der 4-3-3-Formation, und mir hat der Auftritt unter diesem System in der ersten Halbzeit sehr gut gefallen. Es erinnerte beinahe an eine permanente Powerplay-Situation im Eishockey, nur die Tore – die man sich in einer Vielzahl durchaus verdient gehabt hätte – sind noch ausgeblieben. Aber man muss den Dingen Zeit geben. Speziell nach fünf Tagen der Saisonvorbereitung.
Mist, einmal abgeschickt, lassen sich Tippfehler leider nicht mehr ausbessern..
Hey Leute,
hier ein total sympathisches Interview vom Neuhold:
http://www.youtube.com/watch?v=XIgn9xSSCX8
der kerl wirkt schon irsinnig reif finde ich – hat ja erst die matura gemacht.
Gratzei
Hütter-Neuhold-Madl-Klem
Weber-Säumel
Kainz-Kröpfl-Bukva
Bodul
Pingback: Sturm12.at | Baustelle: Hinten rechts