In den vergangenen Tagen wurde mehrmals ein Wechsel kolportiert und noch öfter dementiert, doch seit heute ist es fix: Der Amateure-Torhüter Florian Schögl wechselt zum SC Kalsdorf. “Wir hatten in den letzten Tagen mehrere Gespräche mit Florian. Ein Transfer zum jetzigen Zeitpunkt ist das Richtige für ihn. Bei uns wäre er nur Tormann Nummer vier gewesen. Der SK Sturm verfügt über eine Rückkauf-Option zu den selben Konditionen. Wenn sich Florian dementsprechend weiterentwickelt, steht einem Comeback in schwarz-weiß nichts im Wege”, wird Sturms wirtschaftlicher Geschäftsführer Christopher Houben in der heutigen Presseaussendung zitiert.
Dabei war Schögl zunächst noch der Meinung, dass “Sturm keine Intensionen hat, mich abzugeben”. Erst gestern näherte man sich dann an. In einem “sehr guten Gespräch mit Christopher Houben” sei ein Wechsel erstmals besprochen worden. “Houben meinte, dass es um mich ginge und Sturm mir keine Steine in den Weg legen möchte. Es geht mir darum, in Kalsdorf genug Spielpraxis zu sammeln und eine Saison ganz durchzuspielen. Nach Kalsdorf gehe ich jetzt als Einser-Goalie. Es ging mir um das Sportliche“, resümiert Florian Schögl.
Doch im Vorfeld dieses vollzogenen Transfers war die Aufregung groß. Eine Dreiecksbeziehung zwischen Sturm Graz, Florian Schögl und dem SC Kalsdorf sei entstanden, da Schögl bereits vorschnell einen Kontrakt in Kalsdorf unterschrieben haben soll. Und das, obwohl er bei den Grazern noch ein Jahr Vertrag hatte und obwohl im Kontrakt mit Sturm keine Ausstiegsklausel verankert war. Das hieße also, der bisherige schwarz-weiße Amateure-Goalie hätte ein neues Dienstverhältnis unterzeichnet, trotz weiterhin gültigem, alten Arbeitsvertrag. Beide Seiten, Sturm Graz und der SC Kalsdorf, bestätigten die Unterschrift des Torwarts. Ob diese rechtens sei, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander. Christopher Houben dazu: “Wir werden demnächst noch mit dem SC Kalsdorf und Florian Schögls Berater sprechen.” Der Spieler selbst verweist auf seinen Berater, der für ihn die vertraglichen Angelegenheiten regeln würde. Dieser war heute für Sturm12.at nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Sturm12.at hat aber nicht nur bei Berater Rob Groener angerufen, um Licht ins Dunkel dieser Causa zu bringen. “Stimmt, Florian Schögl hat bei uns einen Vertrag unterschrieben”, bestätigte zunächst Franz Schauer, sportlicher Leiter des SC Kalsdorf. Der Torhüter hat somit also einen Vertrag unterschrieben, obwohl er einen gültigen Kontrakt mit dem SK Sturm hatte? Nein, sagt der Kalsdorf-Sportdirektor, denn “der Vertrag zwischen Florian Schögl und Sturm Graz ist rechtswidrig.” Schauer verweist dabei auf den Kollektivvertrag der Bundesliga, der seit 2008 in Kraft ist. “Ein Spieler, der mindestens 19 Jahre alt ist und keiner schulischen Ausbildung oder Erwerbstätigkeit nachgeht, muss monatlich 1100 Euro brutto verdienen. Schögl hatte bei Sturm einen Jungprofivertrag. Laut diesem verdient er monatlich weit unter 1000 Euro.Wir haben das juristisch prüfen lassen und haben mit der Bundesliga darüber gesprochen. Zudem ist unser Präsident Rechtsanwalt”, so der Kalsdorf-Funktionär weiter.
Im Kollektivvertrag der Bundesliga gibt es tatsächlich eine derartige Bestimmung, die das monatliche Mindestentgelt für Fußballprofis normiert. § 6 Abs 5 lautet wie folgt: “[...] Monatsbezug und Sonderzahlungen dürfen bei ein em auf die Dienstzeit bezogenen Durchrechnungszeitraum, bei Spielern, die das 19. Lebensjahr vollendet haben, einen durchschnittlichen Betrag von EURO 1.000,.. brutto pro Zahlung nicht unterschreiten. [...] Diese Mindestlohnregelung gilt nicht, wenn dem Spieler die abstrakte Möglichkeit eingeräumt wird, einer schulischen Ausbildung oder einer Erwerbstätigkeit neben dem Fußball nachzugehen.”
Sturm Graz sieht das Ganze allerdings anders. “Der Vertrag zwischen Florian Schögl und Sturm Graz ist nicht rechtswidrig“, weist Houben die Vorwürfe vehement zurück. “Im Endeffekt hat Schögl zwei Verträge unterschrieben. Daraufhin hat sich uns die Frage gestellt, ob wir uns mit Kalsdorf streiten und riskieren, dass der Spieler für ein Jahr gesperrt wird, oder ob wir gemeinsam eine Lösung finden. Wir haben eine Lösung gefunden.” Gestern wären noch einzelne Vertragsmodalitäten zu klären gewesen, heute sei es fix. Und das Ganze vom Tisch. Doch die Tatsache der angeblichen Rechtswidrigkeit macht stutzig. Auf Nachfrage, warum denn der Vertrag nicht rechtswidrig sei, blieb Christopher Houben unklar und lies sich kein konkretes Statement entlocken.
Außerdem hat der sich derzeit im Krankenstand befindliche sportliche Geschäftsführer Paul Gludovatz im Rahmen des Sturm12.at-Stammtisches im Mai angekündigt, dass “wir drauf und dran sind, alle Verträge mit Jungprofis lupenrein zu machen. Da sind in der Vergangenheit einige Fehler passiert. Wir machen einen Standardvertrag.” Sollte der SC Kalsdorf hier im Recht gewesen sein und der Vertrag des Jung-Goalies tatsächlich rechtswidrig sein, muss Schögl offenbar noch nicht in Besitz eines solchen Standardvertrages gewesen sein. Auch dazu ob dieser Prozess bereits abgeschlossen sei, war von Geschäftsführer Houben keine eindeutige Aussage zu bekommen. Sturm soll derzeit intensiv mit einem Rechtsanwalt zusammenarbeiten, um die vakanten Verträge rechtlich sauber zu machen. Die Klausel mit dem Mindestgehalt dürfte vom alten Vorstand nicht immer eingehalten worden sein.

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“Schögl hatte bei Sturm einen Jungprofivertrag. Laut diesem verdient er monatlich weit unter 1000 Euro”
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Deshalb würd ich einem jungen Fußballer nie raten, dass er die Schule abbrechen soll, da es meist nur eine handvoll schafft wirklich Profi zu werden.
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Anderseits gibt es Spieler in der 1.Klasse die weit mehr als 1000 Euro verdienen.
Weit mehr als 1000 Euro pro MONAT in der ersten Klasse? Davon kanns aber wenn, dann wirklich nur eine handvoll geben.
In welcher Zeit hat denn unser alter Vorstand denn gelebt, dass sie es nichtmal geschafft haben, einen rechtsgültigen Kollektivvertrag zu erstellen???!!!
Den Kollektivvertrag hätte der Vorstand gar nicht erstellen, sondern ohnehin nur einhalten müssen.
@Karel
Ja natürlich ist das nicht die Regel! Trotzdem, bei uns in der Liga(1.Klasse) spielt heuer zum Beispiel ein Ex-Bundesligaspieler der 21000Euro pro Saison als Spielertrainer verdient plus 5000Euro Handgeld. Ich bin zwar aus Niederösterreich, aber ich schätze mal, dass es in der Steiermark nicht viel anders ist. Das oben genannte Beispiel ist natürlich ein Extrem trotzdem hätte ich nicht gedacht dass die Jungprofiverträge so gering dotiert sind. Andererseits kann ich mir auch ein Jahreseinkommen von Wolf, welches knapp an die halbe Million herankommt nicht vorstellen. Das hat heute ein User in einem anderen Forum behauptet.
Habs mal mit dem Brutto/Netto-Rechner auf der BMF-Seite ausgerechnet(Ohne jeglichen “Spielereien wie Pendlerpauschaule/Sachbezug etc.) und komme bei einem Jahreseinkommen von 450.000 brutto auf monatlich 16.539,75 Euro netto. Ist dann in etwa das Gehalt, welches auch der Franz Voves bezieht
@tool_king: Ein Kollektivvertrag ist noch lange kein unterzeichnungsfertiger Vertrag!
@Karel: Und das wäre so ziemlich die Summe, welche als Monatsgehalt von Spielern wie etwa Hlinka kolportiert wurde.
Meinte eigentlich @matto…
Ja aber unter 1000 Euro klingt wirklich mager! Kenne nen paar Leute die in der Landesliga in Oberösterreich spielen.. Da schaut mit durchschnittllicher Punkteprämie, Fixum + Trainingsgeld schon locker über 1.5k netto im Monat raus… Und das aber Nebenberuflich…
Wenn unsere 19+ Jungprofis tatsächlich nur € 300 vom SK Sturm beziehen wundert´s mich nicht dass viele Nachwuchskicker das Weite suchen. Klar, Vereinstreue is ne feine Sache aber irgendwann is halt mal Schluss mit Lustig. Schögl´s Ex-Manager scheint auch ne ordentlicher Pfeife zu sein. Alles Gute Florian. Hauptsache Spielpraxis.
Wie kommst du denn auf € 300,–? Gerade selbst ausgewürfelt, diese Zahl, oder weisst du da was Konkretes?
bei Geld hört ja die Freundschaft bekanntlich auf, gell.
Hat ir ein Vögelchen gezwitschert.
wenn man bedenkt dass € 1000 brutto die Norm ist und manch ein Jugendspieler behauptet er bekommt weniger bezahlt, dürfte sich die Summe schon zw. 300 und 500 bewegen
das kann es doch nicht sein das Jungprofi unter 1000 euro verdient da bekomt ja der zeitungsmann schon mehr
ein dankeschön an die ehemaligen Vorstände für die spieler die uns deswegen durch die Laben geganen sind
Der Zeitungsmann arbeitet dafür auch 40 Stunden pro Woche wie ein Vieh und nicht bloß 15 Stunden im Beamtenmodus.
Da steht aber auch ganz klar: 1000 Euro Brutto, durchschnittlich ueber den Durchrechnungszeitraum! Also werden Prämien usw addiert und ein Durchschnitt errechnet! Was als Grundbezig im Verzrsg steht, duerfte dann ned so wichtig sein
Ich hoffe das er wieder zu uns zurück kommen kann. Den “einmal bin ich beim Gak und dann wieder bei Sturm” Waltl möcht ich net bei STURM sehen!
Na, wenn du den Waltl nicht sehen willst, dann wird man ihn natürlich gleich morgen aus Söchau heimschicken und verkaufen.
dann musst halt fest die augen zumachen. denn wenn waltl sich so weiterentwickelt, wird er definitiv früher oder später schwarzer einsergoalie sein…
Die Kommentare sind zum Teil wiedereinmal Doppelmoral zum Quadrat! Einerseits sudern weil der Kader so teuer ist. Andererseits sudern dass Jungprofis die hauptsächlich in der Regionalliga! kicken nur mind. 1000€ verdienen. Sudern, dass alle Kicker überbezahlt sind, aber Jungprofis sind unterbezahlt. Schimpfen, dass niemand Einsatzwille zeigt weil ohnehin nur das Geld regiert, aber hier schimpfen dass die Jungen quasi wechseln müssen weil sie bei Sturm ja nix verdienen…
Gut auf den Punkt gebracht.
schimpfen ? nö – aber trotzdem nachvollziehbar wenn sich jemand mit den Konditionen nicht zufrieden gibt
Vor allem wenn es gegen geltendes Recht verstößt. Würde in weiterer Folge ja auch bedeuten, dass alle abgeschlossenen Verträge rechtlich nicht gedeckt sind und jeder Spieler, der den Verein verlassen möchte, den Vertrag rechtlich anfechten lassen könnte und somit ablösefrei(Ausbildungentschädigung?) wechseln könnte.
Geltendes Recht – ist natürlich richtig. Aber genauso illegal und “in einer Grauzone befindlich” wie es in der Wirtschaft zugeht, ist es eben auch bei Sturm bisher gelaufen. Der Vertrag ist ein Relikt des alten Vorstandes und wir in dieser Form offensichtlich ab jetzt nicht mehr existieren. Abgesehen davon, der Kollektiv ist lächerlich formuliert – wie bitte soll ein Fußballergehalt welches sich aus Fixgehalt und Punkteprämie zusammensetzt im Durchschnitt einen Wert nicht unterschreiten?! Das ist nur möglich wenn das Fixgehalt zumindest dem Kollektiv entspricht + eben die Punnkteprämie. Und genau deswegen wird es solche Verträge bisher gegeben haben. So in Richtung “bei typischen Bedingungen ist mit einem Durschnittsgehalt von bla bla bla” zu rechen. So wird argumentiert damit gilt: “wo kein Richter dort kein Kläger.”
Ich sehe einen grünen leeren Rasen – der Fall Schögl trifft mich persönlich sehr – wie seinerzeit der Fall Roman Wallner !!! — Ich sehe eigentlich darin nur, daß Florian Schögl nur der Phantasmogerie ” Einser Goali ” nacheilt und von seiner Umgebung schlecht beraten ist !? Daß ihn der Nachbarverein Kalsdorf unter diesen Umständen ” geholt ” hat ist für Florian eine schlechte Lehre für die Zukunft !! Ich glaube Mag. Houben hat in dieser Situation noch das beste gemacht und mit einer Rückkehroption seine spätere Rückkehr zu Sturm ermöglicht .- Schade nur, daß er Kasimir Sidorcuk als Trainer verliert …..