Erstes Unentschieden in der Saisonvorbereitung

Der Stamm scheint gefunden

Neo-Sturm-Coach Peter Hyballa dürfte seine Elf für das erste Pflichtspiel größtenteils gefunden haben. Das ist die Erkenntnis aus dem 1:1 gegen APOEL Nikosia in Rottenmann, in dem Sturm eine starke Leistung ablieferte.

Sturm12.at (ZM)

Die Partie gegen den Champions-League-Viertelfinalisten der abgelaufenen Saison kann aufgrund der Stärke des Gegners trotz Dorffest-Stimmung im Rottenmanner Paltenstadion durchaus als Härtetest angesehen werden. Besondere Bedeutung kommt dem Spiel auch aufgrund der Tatsache zu, dass Trainer Peter Hyballa bekannt gab, dass sich die Startformation des heutigen Spiels maximal im Detail von jener in der 1.ÖFB-Cup-Runde unterscheiden wird.

Sturm beginnt mit einem 4-4-2-System mit einer Raute im Mittelfeld. Martin Ehrenreich, Florian Neuhold, Michael Madl und Christian Klem bilden die Viererabwehrkette vor Christian Gratzei, der aufgrund starker Trainingsleistungen weiterhin die Nummer 1 im Tor der Grazer ist. Im Mittelfeld übernimmt Jürgen Säumel den defensiven Part, Haris Bukva beginnt auf der rechten Außenbahn, Christoph Kröpfl links und Darko Bodul zeichnet hauptverantwortlich für die Offensive. Er soll das Sturmduo Imre Szabics und Rubin Okotie mit Bällen versorgen. Manuel Weber, Nikola Vujadinović sowie Florian Kainz traten aus gesundheitlichen Gründen die Reise in die Obersteiermark nicht an, bei den beiden letztgenannten handelt es sich allerdings um kleinere Blessuren. Richard Sukuta-Pasu befindet sich unterdessen wieder auf dem Weg nach Deutschland, eine Verpflichtung des Angreifers ist nach seinen tollen Trainingsleistungen allerdings weiterhin möglich.

Die Blackys zeigen von Beginn an ein sehr gefälliges Spiel. Aus der Defensive wird flott, aber stets geordnet nach vorne gespielt, blind nach vorne geschlagene Bälle sind praktisch nicht zu sehen. Der Ball läuft gut über mehrere Stationen, Hyballas Ambitionen, vor allem das Passspiel der Mannschaft zu verbessern, scheinen Wirkung zu zeigen. Speziell in Halbzeit eins bekommen die rund 850 Zuseher einige sehenswerte Kombinationen geliefert. Auffälligster Mann in schwarz-weiß ist Christoph Kröpfl. Der 22-Jährige ist in der Offensive praktisch überall zu finden, zu Beginn noch eher auf der Außenbahn, im weiteren Spielverlauf auch vermehrt zentral im offensiven Mittelfeld. Kröpfl kann seine Fähigkeiten, vor allem auch technischer Natur, mehrmals unter Beweis stellen und macht der APOEL-Abwehr mit seinen schnellen Dribblings ordentlich zu schaffen.

Wenig überraschend ist es in Minute 31 dann auch er, der den Führungstreffer für den SK Sturm erzielt. Nachdem sich Bodul im Mittelfeld gut durchsetzt und Szabics dessen Pass per Kopf verlängert, trifft Kröpfl mit einem satten Schuss halbhoch ins Tor, 1:0 für Sturm. Zu diesem Zeitpunkt übrigens nicht unverdient, kamen doch die Grazer speziell in den ersten Minuten zu den deutlich besseren Chancen. Die technisch versierten Zyprioten haben mit dem Pressing der Grazer ihre Probleme. Die Mannschaft wirkt teilweise nicht wirklich eingespielt, befindet sich jedoch auch noch in einer früheren Phase der Vorbereitung.

Zur zweiten Halbzeit gibt es keine Wechsel, beide Formationen bleiben unverändert. Nach 55 Minuten ist der Arbeitstag für die  zehn Sturm-Feldspieler allerdings dann doch beendet. Sie müssen für die Herren Feldhofer, Haas, Dudic, Koch, Kaufmann, Stangl, Wolf, Ciftci, Schloffer und Hütter Platz machen, lediglich Christian Gratzei bleibt am Feld. Am System ändern aber auch die Wechsel nichts.

Den “Neuen” gelingt es in diesem 4-4-2 allerdings nicht, einen ähnlichen Druck zu erzeugen, wie das ihre Vorgänger, speziell in der ersten Halbzeit, schafften. Sturm versucht nun vermehrt über die Außenbahnen die zypriotische Abwehr auszuhebeln. Trotz einiger halbwegs gelungener Aktion bleibt es jedoch beim Versuch. Schüsse von Schloffer und Ciftci wollen einfach nicht den Weg in das gegnerische Tor finden.

Besser macht es APOEL Nikosia. In Minute 82 macht Ribeiro aus einem Freistoß das 1:1. Der mittlerweile für Christian Gratzei ins Spiel gekommene Lukas Waltl kann den Schuss knapp außerhalb des Strafraums nicht mehr erreichen, der Ball landet zu platziert im Tormanneck.

So steht am Ende ein ebenso verdientes wie beachtliches Testspiel-Remis für die Grazer zu Buche. In der ersten Halbzeit waren die Schwarz-Weißen die bessere Mannschaft, ehe APOEL in der zweiten Hälfte zulegte und für eine völlig ausgeglichene Partie sorgte. Der scheinbare Stamm der Mannschaft, also die Elf die in den ersten 55 Minuten am Platz stand, wusste zu überzeugen und wird wohl beinahe unverändert am 13. Juli gegen Wattens auflaufen.

Peter Hyballa nach dem Spiel: “In der ersten Hälfte haben wir richtig guten Fußball gespielt. Leider haben wir aus unseren Chancen zu wenige Tore gemacht. Auch die zweite Formation hat eine gute Leistung gezeigt. Gegen einen solchen Gegner kann man schon mal einen Gegentreffer kassieren.”

Spieldaten
Sturm Graz – APOEL Nikosia 1:1 (1:0)
Saisonvorbereitung, Paltenstadion Rottenmann
Montag, 2. Juli 2012, 18:30 Uhr – 850 Zuschauer

Tore
1:0 Christoph Kröpfl (31.)
1:1 Hélio José Ribeiro (82.)

Sturm Graz (bis zur 55. Minute)
Gratzei – Ehrenreich, Neuhold, Madl, Klem – Säumel, Kröpfl, Bukva, Bodul – Szabics, Okotie

Sturm Graz (ab der 55.Minute)
Gratzei (68./Waltl) – Hütter, Feldhofer, Dudic, Stangl – Wolf, Koch, Schloffer, Kaufmann – Ciftci, Haas

APOEL Nikosia
Pardo – Solari, Alexandrou, Benachour, Manduca, Ribeiro, Barbosa Morais, Borda, Leal Nogueina, Dos Santos, Aloneftis

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Kommentare

Saphyrus says:

Also Stamm: Vujadinović statt Neuhold, Kainz statt Kröpfl und Weber statt Säumel? Ehrenreich?
Viel zu wenig Platz in der Startformation heuer :D

11mariohaas11 says:

Weber für Kröpfl hätte ich gesagt..
Ehrenreich vorerst gesetzt..

archaeopterix says:

erfreulich, daß auf das Passpiel bei Hyballa viel wert gelegt wird ; es ist die Basis für jeden Erfolg – siehe Spanien!!

nordkurve1 says:

auf Laola.at Interview mit Hypalla , wenn die Spieler den fussball am Platz umsetzten denn sich Hypalla vorstellt dann können sich die Sturmfans auf eine geile saison freuen , stellt sich die frage hatt Sturm unter Foda Steinzeit Fussball gespielt :-)

archaeopterix says:

Eine Reminiszenz zum WM Finale : kein anderes Land zeigt die Handschrift seines Trainers so deutlich wie Spanien mit del Bosque ! Man kann es nur mit Osim mit seinem CL Wunder bei Sturm vergleichen !! Ich hoffe auch Hyballa kann sein System so schnell den Spielern weitergeben !? Bei Bosque glaubt man, daß die ganze Mannschaft verteidigt bzw. angreift ! Die Italiener wurden schon in ihrer Hälfte attackiert ! Obwohl er ” ohne Stürmer ” spielte, zählte ich bei der Offensive bis zu 6 ! Angreifer !! Trotzdem wurde sein nur wenig eingesetzter Stürmer Torres Schützenkönig vor Bolitelli und Ronaldo !!! Das Geheimnis sind in meinen Augen die Passgenauigkeit, das Tempo & die Technik !! Auch die Wiener Schule vor 60 Jahren zeigte hohe Technik, bis 5 Angreifer aber bei sicher geringeren Tempo …..

Keine_Flaute says:

Hyballa wird wohl kaum seinen derzeit stärksten, wie auch im Bericht erwähnt wird, nämlich Kröpfl, herausnehmen. Eher Bukva, der nicht immer überzeugt haben soll. Kainz sehe ich keineswegs in einer Startformation für das Bullenspiel. Aber auch Weber nicht. Den neuen IV schon eher.

051bet05 says:

Ich mag Hyballa auch, aber die so extreme Verjüngung dürfte ausbleiben! Im Sturm haben wir immer mit Bodul Szabics und Okotie gespielt, im MF immer mit Säumel und Weber (die wsl auch beide spielen wenn sie fit sind), auf den Seiten hatten wir unter FF auch den Kainz als Jungen. Nur in der Verteidigung gibt es große Umstellungen, aber eher wegen Neuverpflichtungen und nicht wegen den Jungen. Ich glaube dass Vuja und Madl in der IV spielen werden (und wieder kein Neuhold), nur rechts hinten wurde verjüngt mit Ehrenreich statt Standfest (ein 29-jähriger statt einem 31 jährigen :) )

jim_panse says:

“auf Laola.at Interview mit Hypalla , wenn die Spieler den fussball am Platz umsetzten denn sich Hypalla vorstellt dann können sich die Sturmfans auf eine geile saison freuen , stellt sich die frage hatt Sturm unter Foda Steinzeit Fussball gespielt :-)
.
Noch nichtmal den Namen des Sturm-Trainers kennen, aber wichtig auf Foda schimpfen.

fan2009 says:

Ich würde so spielen lassen:
Gratzei-
Ehrenreich, Neuhold, Madl, Klem-
Hölzl, Weber, Säumel, Bodul-
Szabics, Okotie!

-
Dies wäre sicher sehr offensiv ausgerichtet. :)

@ fan2009

Schaut für mich noch immer nach der Doppel 6 aus. Weber und Säumel sind mMn keine Spieler, die die Position LA so offensiv interpretieren können, wie sich das Hyballa vorstellt.

wer wird denn kaptitän sein?

kapitän* natürlich^^

12ter Mann says:

Vorallem in der 1. HZ war das eine richtig, richtig starke mannschaftliche Leistung! Interessant war auch, dass die Spieler bereits jetzt Inhalte aus dem Training im Spiel umsetzen und dass dies schon ganz gut klappt:
- Bei Ballverlust attackieren sofort 2, 3 Spieler den Gegner und sorgen so für mächtig Druck
- wenn der AV Ehrenreich gestern mit nachvor ging, sicherte Bukva hinten so lange ab, bis Ehrenreich wieder zurück war, die Spieler helfen sich gegenseitig
- die Spieler reißen während des Spiels mal einen Sprint in den freien Raum an, so gesehen bei Bukva, auch wenn dieser Sprint sich nichts bringt, aber sie bieten sich an, orientieren sich am freien Raum
- der Mitspieler wird gerufen, bevor man selbst den Ball überhaupt am Fuß hat – dadurch wird unser Spiel viel schneller.
Die 2. Formation konnte noch nicht soo viel Druck aufbauen, war aber auch sehr solide. Die Kaderdichte ist wirklich groß und wir sind auf fast allen Positionen doppelt und gleichwertig besetzt. Vor allem Stefan Stangl und David Schloffer haben mir von der 2. Formation sehr gut gefallen. Die Vorfreude und Spannung auf die neue Saison steigt bei mir unaufhörlich!

Gratzei
Ehrenreich – Vuja – Neuhold – Klem
Weber – Madl – Säumel
Kröpfl – Bodul
Okotie

Sollten da statt Kröpfl und Bodul nicht eher doch Ferdl und Dudic stürmen?

wer sich weder testspiele noch trainings anschaut sollte keine aufstellungen posten ^^

McHaggis says:

So ist es!

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