Florian Sittsam

Der geborene Kapitän

Florian Sittsam ist Spieler und Tifosi von Sturm Graz. Im letzten Jahr noch Debütant in der Regionalliga, steht er jetzt im Kader der Kampfmannschaft und möchte sich für höhere Aufgaben empfehlen. Sturm12.at wirft einen Blick auf seine Zeit bei Sturm Graz.

© SturmTifo.com 2012

Florian Sittsam wurde mit Beginn der Saisonvorbereitung in den Kader von Peter Hyballa und Ayhan Tumani einberufen. Vor etwas mehr als einem Jahr beendete er noch als Kapitän sein letztes Spiel für die Akademiemannschaft, avancierte daraufhin zum Stammspieler bei den Sturm Amateuren unter Dietmar Pegam und Günther Neukirchner. Und nun steht er ganz oben, kann mit Spielern und Idolen trainieren, die er einst nur aus dem Fernsehen, vom Stadiongang kannte oder bei zeitgleichen Trainings beobachtete. Ein schwarz-weißes Talent, das seinem Traum, für seinen Herzensklub Bundesligafußball spielen zu dürfen, ein Stück näher gekommen ist.

“Markus Schopp hat mich am Abend vor dem ersten Trainingslager in Illmitz angerufen und mir gesagt, dass ich ich dabei bin. Als junger Spieler kann man so etwas natürlich nie erwarten. Dementsprechend glücklich war ich dann auch. Mittlerweile konnte ich Peter Hyballa auch zeigen was ich drauf habe, aber es gibt nach wie vor Luft nach oben”. Florian Sittsam wirkt stolz und voller Selbstvertrauen. Dennoch scheint er am Boden zu bleiben. Mit 17 Jahren ist er im Moment der jüngste Spieler im Aufgebot: “Für mich ist das wirklich kein Problem gewesen, die Spieler sind alle wirklich lässig drauf und es war cool mittrainieren zu dürfen. Der erste Eindruck war wirklich sehr familiär. Und es ist immer schön, dass man als junger Spieler Anweisungen bekommt, man etwas lernen kann, aber dennoch der Konkurrenzkampf vorhanden ist.”

“Sturm ist ein richtiger Traditionsverein, ist ein Bestandteil meines Herzens.”

Florian Sittsam

Seine Anfänge als Fußballer
Florian Sittsam ist Teil der erweiterten Kampfmannschaft geworden. Von Sturm Graz, dem Verein seines Herzens. Um dieser Liebe auf den Grund zu gehen, muss man fast zwölf Jahre zurück in die Vergangenheit reisen. “Seit 2001 bin ich nun schon bei Sturm Graz. Zunächst habe ich bei einer kleineren Mannschaft gespielt, dieses eine Jahr ist aber nicht erwähnenswert. Mein Vater hat zu mir gesagt, dass wir es einfach einmal bei Sturm probieren sollen, und es hat geklappt, ich habe dem Verein von Anfang an gut gefallen. Und nun ist das fast schon zwölf Jahre her und ich bin noch immer bei Sturm Graz, habe bei der U6 begonnen und alle Nachwuchs- und Akademiemannschaft durchlaufen, spiele bei den Amateuren und habe nun die Möglichkeit bekommen mich bei der Kampfmannschaft zu empfehlen.” Und ergänzt: “In dieser Beziehung habe ich meiner Familie sehr viel zu verdanken. Ohne ihre Mithilfe, würde ich nicht da sein, wo ich heute bin.” Sein Beziehung zum Verein blieb einst wie heute stets dieselbe: “Sturm ist ein richtiger Traditionsverein, ist ein Bestandteil meines Herzens. Ich war schon immer Sturmfan, bin fast bei jedem Spiel dabei und bei Heimspielen seit Jahren in der Nordkurve.”

Die Familie Sittsam und der Verein
Die Familie Sittsam ist beim steirischen Traditionsverein seit Jahren präsent. Vater Johannes Sittsam ist als administrativer Leiter der Akademie an den Verein gebunden, ebenso schnürt Philipp Sittsam aktuell für die U13 die Schuhe. “Der Fußball und speziell Sturm Graz prägt meine Familie wirklich sehr. Meinem Bruder sehe ich gerne beim Training zu. Wenn beide Brüder Fußball spielen und auch der Vater als Trainer tätig ist, bleibt der Mutter oft nichts anderes übrig als auch eine Affinität zum Fußball zu entwickeln. Es macht ihr wie uns aber einen großen Spaß.” Sein Vater hat ihn mit den Fußballsport bereits in jungen Jahren konfrontiert und seinen ältesten Sohn auch neben dem Training immer unterstützt: “Mein Vater hat zwar Fußball gespielt, aber nie in großen Ligen. Die Affinität zum Fußball hat er mit aber weitergegeben. In der Jugend bei Sturm hat er mich nie trainiert. Außerhalb des Trainings hingegen hat er mir aber wirklich sehr viel beigebracht.”  Wenn man seinen Bruder erwähnt, beginnt er zu schwärmen. Für ihn ist er “das bessere Talent”: “Man hat ihm mehr Talent in die Wiege gelegt. Er hat noch früher als ich begonnen Fußball zu spielen. Wenn er so weitermacht, kann ein ganz Großer aus ihm werden. Aber Talent ist nichts, wenn man nicht weiter hart trainiert.”

Schule und Fußball
Wie viele Nachwuchsfußballer besucht er die HIB-Liebenau, die unter anderem als Akademie für den Stadtkonkurrenten GAK genützt wird. Einen Wechsel der Fronten konnte er sich aber nie wirklich vorstellen: “Schwer vorstellbar, aber sportlich wäre es eventuell möglich gewesen. Sturm hatte für mich immer Priorität.” Auch ein anderer Sport anstatt des Fußballs wäre für ihn nicht in Frage gekommen: “Als ich begonnen habe für die Akademie-Mannschaften zu spielen, war für mich klar, dass ich Fußballer werden möchte.” Und wie kann man sich die Zeit eines jungen Spielers vorstellen, der zur Schule geht und womöglich davor oder danach zum Fußballtraining muss? “Beides gleichzeitig ist natürlich sehr anspruchsvoll, aber da ich immer ein sehr guter Schüler war und bin, war es für mich nie ein Problem mich auf die Schule und den Fußball zu konzentrieren. Auch meine Eltern haben mich dabei tatkräftig unterstützt. Für mich und für meine Eltern war es immer wichtig, neben dem Beruf als Fußballer ein zweites Standbein, den Schulabschluss, zu haben.”

Damit spricht Florian Sittsam bereits einen wichtigen und erwähnenswerten Aspekt seiner Zeit bei Sturm Graz an. Die Zeit in der Akademie, in der er stets als Führungsspieler bekannt war: “Von der U15 weg war ich Kapitän der Akademiemannschaften, mit einem halben Jahr Ausnahme”, erinnert sich die Nummer 20 der Sturm Amateure zurück. “Ich bin auf dem Platz gerne präsent, laut, und möchte Verantwortung übernehmen. Das taugt mir einfach und ich glaube, dass das eine meiner Stärken ist. Anweisungen zu geben, meine Mitspieler zu coachen.”

Mit 16 Jahren zu den Sturm Amateuren
Eine seiner Stärken, die im Sommer 2011 auch Dietmar Pegam und Günther Neukirchner erkennen und das Talent in den Kader der zweiten Mannschaft holen. Fortan avancierte er zu einem wichtigen Bindeglied und saß am ersten Spieltag der abgelaufenen Saison der Regionalliga Mitte bereits auf der Bank, am 20. August des vergangenen Jahres wurde er auswärts gegen den Villacher SV zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt und absolvierte seine ersten 46 Minuten im Erwachsenenfußball. “Ich verdanke Dietmar Pegam und Günther Neukirchner wirklich sehr viel, die mich ein Jahr früher in den Kader der Sturm Amateure einberufen und mir gleich das Vertrauen geschenkt haben. Ich bin ihnen wirklich sehr dankbar und denke, dass ich es ihnen mit guten Leistungen auch zurückgezahlt habe.” In seiner ersten Saison in der dritthöchsten Spielklasse absolvierte er 23 Spiele und erzielte als defensiver Mittelfeldspieler vier Tore. Eine Spielzeit auf die er gerne zurückblickt: “Es gibt immer Sachen zu verbessern, der Horizont ist noch nicht erreicht, aber dafür, dass das meine erste Saison in der Regionalliga war, bin ich schon sehr zufrieden. Speziell auf meine vier Tore bin ich stolz, weil zwei davon spielentscheidend waren.” Folgerichtig wurde er prompt in das “Team der Saison” in der Steirerkrone gewählt: “Ich habe es natürlich mitbekommen, es ist für mich auch eine Ehre, dass ich nach nur einer Saison bereits dem Team der Saison angehöre, aber man darf das nicht überbewerten. Aber es freut mich, dass meine harte Arbeit belohnt wird.”

Sehr viele positive Eindrücke konnte der heute 17-Jährige in seiner Karriere als Fußballer bereits sammeln. Und das in sehr kurzer Zeit. Ist ihm die Karriere vielleicht manchmal sogar zu schnell verlaufen? “Jungen Spielern kann die Karriere nie zu schnell verlaufen. Mir ist aber auch klar, dass es nicht immer bergauf gehen kann, sondern auch Tiefschläge auf mich warten. Aber wenn es so weitergeht wie bisher, hätte ich nichts dagegen.” Tiefschläge hat Florian Sittsam auch mit den Sturm Amateuren erlebt. Der Mittelfeldspieler lässt die abgelaufene Saison Revue passieren: “Ich war immer davon überzeugt, dass wir es schaffen, auch wenn es manchmal wirklich eng war, die Qualität der Mannschaft war stets gegeben. Und letztendlich haben wir den Klassenerhalt recht souverän gemeistert. Mitgespielt hat auch, dass der Druck seitens der Trainer nie wirklich extrem gegeben war, die Entwicklung der jungen Spieler immer im Vordergrund stand und wir befreit aufspielen konnten.” Hat ihn diese Zeit geprägt? “Natürlich war es anders als in der Jugendmannschaft, wo man ohne Druck und noch nicht so ergebnisorientiert spielt. Wichtig ist, dass man immer ruhig bleibt, an sich und die Mannschaft glaubt und versucht das Glück zu erzwingen, dann kommt der Erfolg oft wieder.”

Noch keine Einsätze für Österreich
Trotz teils überragender Leistungen hatte Florian Sittsam noch nie die Möglichkeit aktiv für eine der Nachwuchsnationalmannschaften zu spielen: “Ich war schon bei einigen Lehrgängen dabei, habe nur Spiele für die Nationalmannschaft gegen andere Vereine absolviert, durfte aber noch nie an einem Länderspiel teilnehmen.” In absehbarer Zeit muss sich für ihn an dieser Situation aber auch nichts ändern: “Ich konzentriere mich derzeit auf Sturm Graz. Erst wenn ich im Verein regelmäßig gute Leistungen bringe, dann werde ich der Ehre nachgehen können, auch für die Nationalmannschaft zu spielen.”

Der Sprung in die Kampfmannschaft
Nun absolviert er gemeinsam mit der Kampfmannschaft die Saisonvorbereitung. Wie hat er Peter Hyballa bis jetzt wahrgenommen? “Er ist ein sehr dynamischer Trainer, der auch einmal laut werden kann. Aber seine Philosophie, seine Vorstellung vom Fußball ist wirklich sehr interessant und hat nach den wenigen Wochen bereits erste Früchte getragen. Jeder der die Spiele bisher verfolgt hat, wird gesehen haben, dass zwar noch Luft nach oben ist, aber man bereits einen Fortschritt erkennen kann und sieht in welche Richtung es geht.”

“Ich mag es auch Kreativität ins Spiel zu bringen, beispielsweise den tödlichen Pass zu spielen.”

Florian Sittsam

Florian Sittsam bekleidete in der jüngsten Vergangenheit überwiegend die Position des defensiven Mittelfeldspielers, kann aber auch als Innenverteidiger spielen. Ihm “passt die Position als 6er aber besser”, wie er festhält:“Ich kann die Räume gut eng machen, gewinne sehr viele Zweikämpfe, bin kopfballstark, habe einen guten Draht zu den Mitspielern und ich mag es auch Kreativität ins Spiel zu bringen, beispielsweise den tödlichen Pass zu spielen.” In Zukunft soll Sturm Graz einen attraktiven Angriffsfußball spielen, so bekommt auch er eine offensivere Rolle auferlegt: “Das System wird noch offensiver, ja. Dadurch werde auch ich offensivere Aufgaben erledigen müssen, aber man darf auch in Zukunft die Defensive nicht vernachlässigen. Ich bin der Meinung, dass man auch in der Vergangenheit, noch unter Foda, auch als defensiver Mittelfeldspieler bereits offensiver zu Werke gehen musste.”

Er weiß aber auch, dass seine Einberufung in den erweiterten Kader der Kampfmannschaft nicht gleichbedeutend mit Einsatzminuten in der kommenden Bundesliga-Saison ist: “Zunächst, ich habe mich gefreut dabei zu sein. Ich werde die meiste Zeit wieder bei den Sturm Amateuren spielen. Ich werde versuchen mit Leistungen zu überzeugen, mich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Über die Amateure in die Kampfmannschaft, und über die Kampfmannschaft später einmal ins Ausland.” Abschließend fasst er seine Ziele mit Sturm Graz zusammen: “Mittelfristig möchte ich mir einen Platz in der Kampfmannschaft erzielen, ein Bestandteil sein, vielleicht schon in einem Jahr einen Stammplatz erarbeiten. Langfristig möchte ich Leistungsträger bei Sturm sein.”

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Kommentare

Klingt doch ziemlich vielversprechend, der Lebenslauf von Florian Sittsam.
Alle Stationen bei Sturm durchlaufen, am Sprung von den Amateuren in die Kampfmannschaft, und das mit 17 Jahren. Ich denke, dass er kommendes Jahr immer wieder zu Einsätzen kommen wird, überhaupt weil anscheinend mit Weber im rechten Mittelfeld geplant wird (hab ich so empfunden) und Säumel als, in meinen Augen, gesetzter 6er leider verletzungsanfällig ist. Da er auch IV spielen kann, ist nicht schlecht, da Dudic sicher nicht jünger und nicht mehr schneller werden wird. Als Backup neben Madl und Vujadinovic ist er sicher auch nicht zu verachten. Alles Gute, du wirst deinen weg machen!

RJSturmGraz says:

der sittsam is afoch a läßiger typ. der hat sich das absolut verdient. wird no viel reißen in seiner karriere. auf seinen bro bin ich auch schon sehr gespannt

archaeopterix says:

Erstaunlich wie erwachsen seine Kommentare schon klingen ! Ein typischer Junger für die Karriereattform und ich bin überzeugt er wird es bei Hyballa weit bringen ….

ich würde eher sagen gratkorn…. aber sie anfangsbuchstaben sind ja richtig s. g.

grazer75 says:

seit ihr alle bezahlte unterstützer(einschleicher)?gibt es keinen mehr ausser sittsam-s oder jauk-s..nanananaaa.halbprivater verein.arrivederci sturm

Nightey says:

http://www.seidseit.de ;)
Wie wars unter Foda? Sandro, Marco..allesamt im Kader und die Andrea als perfekte Einflüsterin.
Wenns dir nicht passt, wie momentan abläuft, kannst ja ruhig zum GAK oder zu den Grünen gehn..oder wart, die Foda-Lauterer haben auch noch einen Platz frei für dich :)

12ter Mann says:

Die Aussagen von Florian Sittsam klingen wirklich schon sehr reif und bodenständig. Ich hab ihn jetzt schon öfter bei den Amateuren und auch in einigen Vorbereitungs-Testspielen kicken gesehen und der Junge hat wirklich großes Potenzial. Es wäre ungemein wichtig, solche Spieler die zu 100 % auf unseren Klub stehen, langfristig an den Verein zu binden. Spieler, die alle Stationen bei Sturm Graz durchlaufen haben, können zu Idolen und Vorbildern für jüngere Spieler werden. Ich wünsche und traue es ihm absolut zu, dass er in dieser Saison seine ersten Bundesliga-Spielzeit bekommt.

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