Mo's Corner

(It´s all) part of the game

Sturm Neu trat vor wenigen Monaten mit dem Vorhaben an, vieles anders und manches besser zu machen. Gar nicht wenig ist bereits gelungen, aber auch erste Fehler sind anzusprechen.

© 2011 Sturm12.at

Dass neue Namen an den Schalthebeln des Vereins aus dem SK Sturm Graz nicht sofort einen Vorzeigeklub ohne Fehl und Tadel machen würden, war langjährigen Beobachtern des Fußballbusiness ohnehin klar. Dass den Verantwortlichen Fehler unterlaufen würden auch – wo mitunter unwegsames Gelände beschritten werden muss und mitunter diffizile Personalentscheidungen getroffen werden müssen, kann das passieren, ist quasi part of the game. Sturm Neu ist noch immer mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Viele Baustellen und noch kein Ende in Sicht. Der richtige Weg wurde bereits eingeschlagen, mitunter hat man aber das Gefühl, dass man noch auf der Suche nach dem geeigneten Schuhwerk ist.

Die Anzahl der Neider bestätigt unsere Fähigkeiten.”  - Oscar Wilde

Fußball soll Spaß machen. Die ernsthaften Dinge sind andere.”  - Cesare Prandelli

Today is life. Tomorrow never comes.”  - Hippie-Weisheit

Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie die Wirklichkeit an sich.” – Werner K. Heisenberg

Die neuen Betreuer dürften dagegen recht rasch das passende Schuhwerk gefunden haben, so trittsicher und souverän wie sich das Betreuerteam Peter Hyballa, Ayhan Tumani und Markus Schopp bisher auf dem manchmal glatten Grazer Fußballboden bewegt. Peter Hyballa ist ein im positiven Sinne Fußballverrückter. Schon nach wenigen Wochen ist zu erkennen, dass er bemüht ist dem SK Sturm Graz einen auf Aktivität, Aktion und Spielbestimmung abgestimmten Spielstil zu verpassen und Cesare Prandellis Credo – “Geht lachend auf den Platz, habt Spaß, keine Angst, greift an, seit mutig” – in die Grazer Fußballrealität zu übersetzen. In gut abgestimmter Zusammenarbeit mit seinen Co-Trainern Tumani und Schopp gelang ihm so in kürzester Zeit so etwas wie echte Aufbruchsstimmung zu erzeugen – bei Spielern, Vereinsangestellten und Fans. Sich und seinen Ideen treu zu bleiben, das ist Hyballas Losung und seine Philosophie ist klar zu erkennen: Ballbesitz und Spielbestimmung. Hyballa und sein Team haben erkannt, dass es sich um den ursprünglichen Sinn des Fußballspieles handelt, die Herrschaft über den Ball zu erlangen und mit Tempo, Paßgenauigkeit, Verve und Witz beherzt nach vorne zu spielen. Momentan ist das Betreuerteam damit beschäftigt aus Führungsspielern, “Wasserträgern”, Routiniers und Talenten eine gut funktionierende und starke Einheit zu formen. Es ist dem ebenso extrovertierten wie sympathischen Peter Hyballa zu wünschen, dass seine Idee von attraktivem und modernem Fußball auch resultatsmäßig rasch Erfolg hat.

Mut zur Wahrheit
Jener Erfolg, der den verantwortlichen Entscheidungsträgern des SK Sturm Graz mit der Bestellung von Paul Gludovatz zum sportlichen Geschäftsführer leider nicht beschieden war. Eine gute Woche nach der einvernehmlichen Vertragsauflösung wäre es an der Zeit, Mut zur Wahrheit zu beweisen und sich auf beiden Seiten einzugestehen, dass das “Experiment” Paul Gludovatz als sportlicher Geschäftsführer gescheitert ist. Einem “Experiment”, dem auch der Schreiber dieser Kolumne grundsätzlich sehr wohlwollend gegenüberstand (siehe dazu Mo´s Corner  OLD IS THE NEW YOUNG). Was führte nun zum Scheitern dieses “Experiments”?  Möglicherweise wurde der Seitenwechsel des überaus erfolgreichen Trainers Paul Gludovatz zum Geschäftsführer Sport beim SK Sturm Graz mit ganz anderen Aufgabenbereichen und Anforderungen von beiden Seiten schlichtweg unterschätzt. Ganz sicher jedoch erfolgte die Bestellung von Gludovatz übereilt und schlecht vorbereitet. Speed kills. Auch in dieser Causa. Die Bestellung erfolgte wohl mehr aus der Not als aus konzeptioneller Überzeugung und war wohl auch der eigenen Inkonsequenz geschuldet. Inkonsequenz insofern, dass man wider besseres Wissen und entgegen den eigenen Intentionen Franco Foda in den Kandidatenkreis für den sportlichen Geschäftsführer mit einbezog und so den Entscheidungsprozeß unglücklich beeinflusste. Inkonsequenz auch dahingehend, dass einen schließlich der Mut verließ und unkonventionelle (Personal) Lösungen früh verworfen wurden, um mit “großen Namen” bei der großen Mehrheit punkten zu wollen.

Letztlich schätzten sowohl die Vereinsführung als auch Paul Gludovatz den Jobwechsel schlicht falsch ein. Der erfolgreichste Nachwuchscoach des österreichischen Fußballbundes und nicht minder erfolgreiche Trainer der SV Ried – Wolfgang Weisgram bezeichnete Paul Gludovatz in einem Artikel in der ZEIT einmal als “Feldwebel von der stillen Grenze” – fand sich im für ihn ungewohnten Metier des Managers nur schwer zurecht und die beim SK Sturm Graz jetzt agierenden Banker, Controller, Firmensanierer und Aufsichtsräte konnten mit der bodenständigen, mitunter hemdsärmelig-volksnahen und oft so gar nicht medientauglichen Art von Paul Gludovatz nicht umgehen.

Fehlentscheidungen sind im Fußball keine Seltenheit und gehören nicht nur auf dem grünen Rasen zum Alltag – auch sie sind part of the game. Auch die Bestellung von Paul Gludovatz zum sportlichen Geschäftsführer zählt dazu. Wieso man jedoch teilweise nicht bereit ist, diesen Fehler einzugestehen, paßt nicht zum positiven Bild von Sturm Neu. Mut kann man nicht kaufen. Die Wahrheit ist aber ein zu hohes Gut, um sie zum Spielball von Vereinsinteressen zu machen. Wenn das von den verantwortlichen Entscheidungsträgern begriffen und entsprechend kommuniziert wird, ist schon vor dem ersten Pflichtspiel der Saison 2012/2013 viel gewonnen.

Paul Gludovatz, nie ein Marktschreier in eigener Sache, musste sich Lob und Anerkennung immer hart erarbeiten und zählt zu einer Generation, die es sich versagt, Schwäche zu zeigen. Auch er sollte den Mut aufbringen und sich eingestehen, dass der Job des sportlichen Geschäftsführers beim SK Sturm Graz nicht zu seinen vielen erwiesenen Qualitäten passte. So darf man mit dem heutigen Wissensstand darauf hoffen, dass der SK Sturm Graz mit Geduld und Konsequenz nach einem zweiten (sportlichen) Geschäftsführer an der Seite Christopher Houbens sucht und ebenso fündig wird, wie bezüglich der Suche nach einem neuen und passenden Aufgabenbereich für Paul Gludovatz, der sowohl seinen Stärken als auch seinem überaus stark ausgeprägten Gestaltungswillen entgegenkommt.

Gefallsucht
Das Fußballbusiness handelt nicht selten mit Träumen und Sehnsüchten, was auch erlaubt ist, wenn man die Realität dabei nicht ganz aus den Augen verliert. Dass manche der agierenden Personen dabei das Gefühl für die richtige Balance verlieren und unter der weit verbreiteten “Krankheit” der Gefallsucht zu leiden beginnen, tut weder ihnen noch dem Verein gut. Dass bei manchen übertriebene Bestreben, anderen zu gefallen, es möglichst allen Recht zu machen, kann mitunter zum veritablen Problem werden. In diesem Fall sucht man zu oft nach gefälligen Lösungen. Ich wünsche mir aber aber (auch) Visionen, die den SK Sturm Graz verändern – auch, wenn das viele Jahre dauern kann.

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Heimo Mürzl (hm)

Jahrgang 1962, verbrachte seine Kindheit fern großer Fußballstadien in Mariahof, einem kleinen Ort in der Obersteiermark. Die Fußball-WM 1970 in Mexiko, die unvergessene Ajax-Jahrhundertmannschaft rund um Johan Cruijff und das so unglücklich endende Messestädte-Cup-Duell von Sturm Graz gegen Arsenal London machten den von Kleinauf selbst kickenden Buben zum späteren Fußballverrückten. Mit dem Studiumbeginn in Graz wurde es ihm auch endlich möglich, sein Fantum nicht nur vor dem Fernsehschirm auszuleben, sondern selbst im Liebenauer Stadion und in der Gruabn Teil der kollektiven Emotionen zu werden. So verbringt er auch heute noch sehr viel Zeit in den diversen Weihetempeln des runden Leders, wo Sehnsüchte erzeugt und mitunter auch gestillt werden. Mit großer Freude schreibt er für das Extra der Wiener Zeitung und das SturmEcho, das Klubmagazin des SK Sturm Graz.



Kommentare

murlasits says:

ja was lese ich denn da? “Möglicherweise wurde der Seitenwechsel des überaus erfolgreichen Trainers Paul Gludovatz zum Geschäftsführer Sport beim SK Sturm Graz mit ganz anderen Aufgabenbereichen und Anforderungen von beiden Seiten schlichtweg unterschätzt.”
als ich das vor ein paar wochen hier schrieb bin ich vom dem forum hier, das ja keines sein will ;-) , gesteinigt worden.
danke mo

JA, auch ich fühle mich nach diesem Kommentar etwas erleichtert, da ich über kein Sturm-Insider-Wissen verfüge, aber so etwas Ähnliches aufgrund meiner Außenwahrnehmung der etwas “komischen” Abläufe rund um die Person Gludovatz ahnte und dadurch sich bei mir so kleine Déjà-vu-Erinnerungen an Sturm-Sehralt begonnen haben, sich breit zu machen – unnötiger Weise für mein persönliches Sturm-Wohlbefinden!

Lag wohl eher daran, weil du im gleichen Atemzug FF als Geschäftsführer Sport/Trainer gefordert hast, da darfst du dich nicht wundern wenn du nicht für voll genommen wirst.

Mal ganz abgesehen davon hat dich wohl kaum einer der Autoren hier gesteinigt, sondern halt andere User. Den Konnex sehe ich jetzt nicht ganz, außer dass du dich “freuen” darfst, dass du zufällig ins Schwarze getippt hast.

murlasits says:

mir gehts nicht um freude und schon gar nicht im zusammenhang mit einem gesundheitlich angeschlagenen menschen, der an einer aufgabe gescheitert ist. mich hat von anfang an gestört, dass ein mann, der jahrzehnte lang trainer und das größtenteils im wirtschaftlich abgesicherten öfb war, als manager verpflichtet und in dieser funktion sogleich hochgejubelt wurde. verhandeln und mit einem, noch dazu schmalen, budget umgehen, erlernt man nicht über nacht. weder mit 65 und auch nicht mit 45. und ad foda: einen trainer nach einer missglückten saison fertigmachen, der als zweiterfolgreichster in 103 jahren sturm da steht, geht mir einfach gegen den strich. und in einer alleinfunktion hätte er mit seiner basis, die gludovatz nicht hat, vielleicht einiges bewegen können. er war jahrelang auch mit der wirtschaftlichen situation bei sturm verwurzelt. und dass er vom fußballbusiness was versteht, werden selbst die foda-disser nicht abstreiten können.

Hochgejubelt ist doch relativ; es gab genauso kritische Stimmen (deine zB). Nur war die grundsätzlich Eignung von Gludovatz in meinen Augen, grade in Hinblick auf den “jungen Weg” den man gehen möchte, schon gegeben. Man braucht sich ja nur die Aussagen zB von Madl anhören um zu wissen, dass PG ein wichtiger Faktor bei seiner pro-Sturm Entscheidung war.

Und zu Foda: Ganz ehrlich, wenn ich mir die Mannschaft jetzt anschaue und schaue mit welchem Elan Hyballa arbeitet könnte ich nicht froher sein, dass Franco “Magath” Foda nicht mehr da ist. Das schmälert seine Verdienste für den Verein in keinster Weise. Aber das was jetzt rübergebracht wird hat für mich wieder mit Fußball, mit Emotion zu tun und das brauchen wir. Was wiederum keineswegs heißt, dass jetzt alles (sportlich) eitel Wonne ist. Das Experiment mit Hyballa kann genauso den Bach runtergehen, aber selbst in dem Fall hätte man sich endlich mal wieder was getraut und die verstaubten Strukturen durcheinandergerüttelt. Dass alleine das sinnvoll ist sieht man ja aktuell am Nationalteam.

tool_king says:

Dass ein Heimo Mürzl, dessen Kolumnen ich zumeist sehr schätze, sich erblödet, die Zeit von paul Gludovatz als Geschäftsführer als “gescheitertes Experiment” und “Fehlentscheidung” zu bezeichnen, obwohl Gludovatz krankheitsbedingt erst gar nicht die Möglichkeit bekommen hat, seine Tauglichkeit für diese Position unter Beweis zu stellen, verwundert mich.

Diese Kolumne wird all die fußballerischen Flachwurzler wieder unter ihren Steinen hervorlocken und sie in dem völlig haltlosen Gefühl bestärken, Recht gehabt zu haben.

Schade, denn dass Heimo Mürzl’s Kolumnen solche Folgen zeitigen, ist an sich nicht “part of the game”.

I agree.

tool_king, …..dass der Job des sportlichen Geschäftsführers beim SK Sturm Graz nicht zu seinen vielen erwiesenen Qualitäten passte. Richtig!
——————
Dorfklubtrainer in Ried und andererseits Manager beim SKSG sind zwei völlig verschiedene Dinge. Oder fühlst du dich berufen bei der Nasa als Astronaut anzuheuern? :D

Das “Experiment” ist gescheitert. Der psycho-motorische Zusammenbruch war schlicht eine Folge der in der knappen Zeit nicht zu bewältigenden Arbeit. Das hohe Arbeitsethos von Paul Gludovatz verhinderte, dass er selbst rechtzeitig die Notbremse ziehen konnte. Über seine Reputation auf sportlicher Ebene brauchen wir nicht zu diskutieren. Über seinen kaum zu bändigenden Gestaltungswillen auch nicht. Über seine eventuelle zukünftige Funktion beim SK Sturm Graz schon. Wenn eine einvernehmliche Vertragsauflösung nicht das Scheitern eines “Experimentes” darstellt, was dann? Wobei ich hier noch einmal auf das Auswahlverfahren und den Entscheidungsprozeß von Vereinsseite und die durchaus verbesserungswürdige Kommunikation der Causa Gludovatz hinweisen möchte.

051bet05 says:

Ja, PG musste vieles Neu lernen, was er als Trainer in 65 Jahre kaum gebraucht hat und dazu musste er die Trainerarbeiten (also Kaderzusammensetzung) sowie den “Umbruch” so rasch wie möglich erlernen. Dass alles zusammen dürfte wohl zu viel gewesen sein und deshalb als gescheitert angesehen werden. Ich danke ihm dafür, dass er einen Focher, Madl, Vuja, Hyballa usw. nach Graz lotste, aber es war ihm einfach zu viel und deshalb hoff ich er bleibt uns als irgendetwas erhalten und hilft uns solche Größen weiterhin nach Graz zu lotsen!
Danke PG!

@hm
Die Vertragsauflösung ansich ist ja schon ein Eingeständnis. Man hat das Experiment gewagt und leider herausgefunden, dass man mit nun schon 66 Jahren vielleicht nicht mehr so belastbar ist wie ein jüngerer Kandidat und derartige berufliche Umbrüche nicht mehr so gut meistern kann, wie in jüngeren Jahren. Ich bin allerdings der Meinung, dass es schon wünscheswert wäre in irgendeiner Form von Gludovatz’ Qualitäten im sportlichen Bereich zu profitieren, wenn auch nicht unbedingt in der Position des sportlichen Geschäftsführers. Es wurde seitens des Vereins niemals behauptet, dass dieser Umbruch zu “Sturm neu” reibungslos ablaufen würde, ja ganz im Gegenteil, man hat sogar darauf hingewiesen, dass es zu Schwierigkeiten kommen kann, wie du geschrieben hast: It’s all part of the game. Stößt man bei einschneidenden strukturellen Uwälzungen nicht auf Schwierigkeiten, sind etwaige Veränderungen wahrscheinlich gar nicht tiefgreifend genug. Aus dieser Angelegenheit um Gludovatz kann ich sogar Positive Veränderungen erkennen: Man setzt sich mit größeren Problemen sofort auseinander und zögert nicht, auf sich immer wieder verändernde Ausgangslagen für grundlegende Entscheidungen einzugehen. Ich würde in der Causa Gludovatz niemals von einem Fehler sprechen, da die Notbremse meiner Ansicht nach sogar noch rechtzeitig gezogen wurde.
Btw: Dein Beitrag war wieder sehr lesenswert!

“Mut zur Wahrheit” …… muss ja nicht ganz einfach gewesen sein, die Objektivität gegen die eigenen Wunschträume obsiegen zu lassen – Danke und Gratulation dafür! Ich halte aber wenig davon, jetzt auf die Bestellung bzw. Gludovatz “einzuprügeln”, es war eben ein großes Risiko, dass auch positiv ausgehen hätte können. Es wird hoch gepockert im neuen Vorstand und da wird man auch mit “Verlusten” rechnen (müssen). Zu hoffen bleibt nur, dass nun die Gewinnsträhne beginnt und sich Hyballa nicht auch noch als rhetorische Luftblase erweist!

archaeopterix says:

Sturm hat das enorme Glück, daß sie mit Gludovatz einen Spitzenmann im sportlchen & Jugendbereich gefunden haben , der auch ein überzeugender Macher ist!! Er wird für Sturm so mehr bewegen als wenn er auch noch Geschäftsführer wäre ! Dafür wird man leicht jemand finden !- Wirklich brauchen tut Sturm sein sportliches Fachwissen & sein Netzwerk zur Neugestaltung der sportlichen Ebene ! – Auch das ist eine Riesenaufgabe für einen Verantwortlichen ! Hier müßte PG mitbestimmen was er machen kann / will !! — Chefscout wäre keine adäquate Aufgabe für ihn – er braucht eine Aufgabe wo er auch entscheidend mitgestalten kann …….

Man zeige mir jemanden, der in dieser kurzen Zeit mehr zuwege gebracht hätte als PG. Eine Entscheidung kann immer nur mit dem momentan vorhandenen Wissen getroffen werden. Und mit dem damaligen Wissensstand war es die absolut richtige Entscheidung!
Seinen krankheitsbedingten Ausfall haben weder er selbst, noch der Vorstand voraus sehen können.
Von einem Scheitern oder einem Fehler zu sprechen, finde ich völlig absurd.
Sorry, aber so einen Schwachsinn hab ich hier schon lang nicht mehr gelesen.

Ja im Nachhinein sagen wir jetzt, es war ein Fehler. Hätte er die Krankheit nicht gehabt, wäre er für mich hochgejubelt worden.

Er hat trotz seiner Krankheit auch weiter gearbeitet und war bei allen Gesprächen bis auf Sukuta-Pasu dabei.

Warum sollte die Bestellung von Paul Gludovatz so fehlerhaft gewesen sein? Er hat die Anti-Kicker nicht verlängert, was der größte + Punkt ist und hat ein super Trainer-Team geholt. Ein anderer hätte vielleicht einen Standfest, Popkhadze noch gehalten, man weiß es nicht. Vielleicht bleibt er dem Verein ja sogar noch beim Verein, würde das dann auch wieder ein Fehler sein?

insieme says:

In dem Beitrag schwingt sehr viel Pucher mit, schade drum.
Traurig, dass sich nun auch Heimo Mürzl dem Tross der Hobbypsychologen anschließt und daraus Schlußfolgerungen zieht, obwohl über die wahren Ursachen der Erkrankung stillschweigen vereinbart wurde. Das Projekt “Gludovatz” überhaupt beurteilen zu wollen, ist gar nicht möglich, dafür reichen weder Zeitraum noch ausreichend bewertbare Handlungen aus. Die Ära Gludovatz als GF-Sport ist beendet, das ist Fakt, gescheitert ist dann doch ein ganz anderes Prädikat.

In diesem Corner schwingt weder “Pucher” mit, noch schwingt sich Heimo Mürzl zum Hobbypsychologen auf. Dass das “Experiment” PG als GF-Sport gescheitert ist, beweist die Erkrankung von PG. Er selbst hat sehr bald nach der einvernehmlichen Vertragslösung den Weg ins TV ( zu einer Sendung mit explizitem Sendungsinhalt!) gesucht und dabei einerseits seine Erkrankung bestätigt, andererseits zwischen den Zeilen zum Ausdruck gebracht, dass er nicht bereit ist “Schwäche(n)” einzugestehen. Um mir ein ganz subjektives Urteil zu bilden, brauche ich weder Psychologe noch “Hobbypsychologe” sein. All das tut aber meiner hohen Wertschätzung des Trainers, Nachwuchs-Entwicklers und Fußballfachmannes Paul Gludovatz keinen Abbruch! Als “auf zu vielen Hochzeiten tanzen müssender” GF-Sport ist er gescheitert. Wobei hier der Verein bzgl. überstürzter und wohl auch nicht 100% stimmiger Kriterien was Kandidatenkreis und Entscheidungsfindung betrifft, nicht eben gerade glücklich agiert hat.

insieme says:

Wenn wir schon dabei sind “ich weiß zwar nix genaues, aber ich scheib einmal”, dann blendest du den wesentlichsten Teil aus, das massive Mobbing von Foda und seiner Spatzenpost-Fraktion. Wenn du schon von scheitern sprichst, warum dann nicht darüber, dass es von einigen so gewollt war?
Ich bin davon überzeugt, dass Paul Gludovatz ohne diesem massiv persönlichem Medientheater, ein guter bis sehr guter GF-Sport bei Sturm hätte sein können, den Beweis dafür kann er jetzt leider nicht mehr antreten.

Bitte jetzt keine Verschwörungstheorien und Verfolgungswahnsinn! Gemobbt von Foda und Medien? Na, dann sollte und müsste sich jeder Trainer, jeder Spieler, jeder sportliche Leiter nach Kritiken “hinlegen”. Ohne die bösen Medien wäre Gludovatz der beste GF-Sport ever geworden, na klar, wenn meine Tante ein Schwanzerl hätt’, dann wäre es mein Onkel. Gludo hat als Trainer für und mit der Jugend Hervorragendes geleistet und mit Ried aufgezeigt. Aber der Neueinstieg mit 66 Jahren als Geschäftsführer Sport war eben ein zu steiler Weg. Ein Versuch eben, der leider für beide Seiten gründlich daneben ging und keine Fremdschuldigen braucht/kennt/benötigt!

Philipp says:

Hm, so eine Krankheit als “Beweis” fuer “Scheitern” zu sehen, das wuerde ich ehrlich gesagt auch nicht tun. Da ist der unbewusste Weg zu einer Stigmatisierung qua Krankheit vielleicht zu kurz, lass es mich so sagen.

Paul Gludovatz ist sicher nicht gescheitert, weil er für die Position nicht geeignet war. Er hat in seiner leider kurzen Zeit doch viel bewegt, hat den Kader der KM ordentlich ausgemistet und vielversprechende Spieler und eine absolute Trainerhoffnung verpflichtet. So ein Zusammenbruch kann einen in jedem Alter ereilen, siehe Ralf Ragnick. Über dessen Qualitäten wurde danach bei seinem Abgang von Schalke aber nicht so gelästert. Gludovatz´ Wissen, vor allem im Nachwuchsbereich, ist Gold wert und Sturm täte gut daran, es weiterhin zu nutzen.

another says:

Inwiefern Paul Gludovatz wirklich in die Transferverhandlungen usw. eingebracht war, kann jeder nur Mutmaßen, daher finde ich Kritik an der Arbeit von ihm, wie auch “Danke für alles” wirklich sehr eigenartig.

Er wurde in meinen Augen dafür geholt, einmal durchzumischen, dennoch war dass, woran er zu 100 % beteiligt war, nicht unbedingt der gigantische Aufwand – Verträge nicht verlängern (und das den Spielern in 10 Sekunden verklickern) sowie den ohnehin schon feststehenden “Ex-Trainer” zu entlassen, sind in meinen Augen keine Heldentaten – alles andere führe ich eher auf den neuen Vorstand zurück, als auf Gludovatz.

Daher – ich bin froh dass es ihm wieder gut geht und sollte er im Nachwuchsbereich Scouten für uns, wäre ich auch nicht gerade enttäuscht, aber um ihm für irgendwas zu Danken, war er zu kurz beim Verein und hat in meinen Augen auch nicht wirklich etwas gemacht – denn nochmal, inwiefern er im letzten Monat auch nur mitgewirkt hat bei Verhandlungen, können wir nur spekulieren.

So far – alles gute Herr Gludovatz.

Verweigerer says:

Warum könnte man Herrn Gludovatz denn nicht mal fragen, welchen Aufgabenbereich er sich zumuten könnte bzw. in welcher Sparte genau seine Stärken liegen. Anschließend könnte man doch maßschneidern? Gibt´s ja nicht erst seit gestern, so ein Profiling. Warum man immer alles so kompliziert machen muss… ???

archaeopterix says:

@ Verw .. Ja so àhnlich sollte das gemacht werden ! Was so herumgeistert wie Chefscout finde ich für seine Kapazitàten nicht adäquat und Damenchef als lächerlich ! Hier würde Sturm von einem Extrem ins andere fallen !!- Sturm braucht für die Zukunft einengestaltenden kompetenten Sportdirektor & das wäre Paul Gludovatz ….

sandro foda unterschreibt einen Vertrag in hartberg

maverick1987 says:

I couldn’t care less.

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