Pressespiegel

Kein "Kernöl-Tiki-Taka"

Irgendwie überrascht es: In den Nachberichten zum Saisonauftakt gibt es gar keine müden Scherze über das “schnelle Balla”, mit dem die Salzburger Sturm schwindlig spielten. Aber auch so sind die Presseberichte wenig schmeichelhaft.

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© 2011 Sturm12.at

Nach den großen Worten bei der Antrittspressekonferenz konnte man erwarten, dass sich Peter Hyballa bei einem Fehlstart medialen Spott ausgesetzt sieht. Aber Österreich ist nicht Deutschland, und so halten sich die Journalisten nobel zurück. “Es wartet noch viel Arbeit auf den wortgewaltigen Sturm-Trainer“, macht die Kleine Zeitung nur eine kleine Anspielung. Etwas deutlicher formuliert es der Kurier: “Vom in steirischen Lokalzeitungen angekündigten Kernöl-Tiki-Taka war weiter weit und breit nichts zu sehen.”

Die Kronen Zeitung nimmt Hyballa sogar in Schutz: “Hyballa hat noch viel zu tun, bis sein System funktioniert. Aber es zu kritisieren, dazu ist es zweifellos noch zu früh. Und was man ihm nach diesem verhauten Auftakt zugute halten muss – er suchte keine Ausrede. Wie heißt es so schön: Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

Einigkeit herrscht aber darüber, dass die Abwehr gerade in der Anfangsphase ein Torso war. Nicht ganz einig ist man sich in der Beurteilung von Richard Sukuta-Pasu. Einerseits war er der auffälligste Offensivspieler bei Sturm: “Der dunkelhäutige Deutsche Richard Sukuta-Pasu lässt hoffen: Der bullige Stürmer aus Kaiserslautern zeigte sich wendig, dribbel- und kopfballstark, hatte mit einem Stangenschuss aus spitzem Winkel aber Pech.” (“Kronen Zeitung”) Andererseits werden Stürmer vor allem an Toren gemessen: “Im Angriff war Neuzugang Sukuta-Pasu zwar ein Unruheherd, setzte aber dort fort, wo er bei seinem Ex-Klub Kaiserslautern aufgehört hatte: Er ließ tolle Chancen ungenützt.” (“Kurier”)

Kleine Zeitung: Ungläubig schüttelte der Kollege des deutschen Boulevardblatts “Bild” den Kopf und fragte, ob dies die Standard-Abwehr des SK Sturm ist. Es war zumindest jene Formation, der Sturm-Trainer Peter Hyballa im ersten Spiel der Saison 2012/13 das Vertrauen geschenkt hat. Und wahrlich sahen die direkt vor Torhüter Christian Gratzei spielenden Herren nicht besonders glücklich aus. (…) Es waren aber nicht alleine die Abwehrspieler, die für die Niederlage verantwortlich gemacht werden müssen. Die gesamte Mannschaft ist zeitverzögert in das neue Spieljahr gestartet, war 20 Minuten nicht wirklich vorhanden. Das Mittelfeld hat wohl auf die notwendige Defensivarbeit vergessen. In der Vorwärtsbewegung präsentierten sich die Grazer konkurrenzfähiger. Und als Richard Sukuta-Pasu in der 29. Minute den Ball an die Außenstange knallte, keimte Hoffnung auf, dass es mit dem Anschlusstreffer klappen könnte. Es blieb bei der Hoffnung. Mit der Führung im Rücken ließen es die Salzburger in der zweiten Halbzeit langsamer, aber nicht ruhiger angehen (zum Artikel).

Kronen Zeitung: 13.085 Fans, trotz strömenden Regens eine würdige Kulisse beim ersten großen Schlager! Doch kaum war das Begrüßungs-Tam-tam vorbei, legte Salzburg vor Augen von Teamchef Koller, Bundesliga-Boss Pangl und Bullen-Chef Rangnick los wie die Feuerwehr. Nach sechs Minuten hätte es 4:0 für das gegenüber Düdelingen an sechs Positionen veränderte Team von Roger Schmidt heißen können: Hierländer, Mendes und zweimal Hinteregger aber scheiterten. Nach den ersten beiden gefährlichen Aktionen durch Szabics und Sukuta-Pasu wurde Sturms hoch verteidigende neue Abwehr dann erstmals tödlich erwischt. (…) Im Dauerregen schwamm die desorientierte Hintermannschaft munter weiter. (…) Offensiv zeigte das Hyballa-Team attraktive Spielzüge, traf aber nicht (Szabics vergab per Kopf aus fünf Metern den Sitzer zum Anschluss), die anfänglichen Riesenlöcher in der Abwehr aber geben zu denken. Man erzielt nicht in jedem Spiel drei Treffer!

Kurier: Aller Anfang ist schwer: Diese Erfahrung mussten am Samstag Sturm und die Bundesliga machen. Nach einer Saisoneröffnungsfeier mit Pannen verpatzten auch die Grazer ihre Heimpremiere unter Neo-Trainer Peter Hyballa. Der hatte viel versprochen, die Mannschaft konnte aber wenig davon halten. (…) Der Meister, der erstmals nach Graz geflogen war statt mit dem Bus zu fahren, spielte eine überzeugende erste Hälfte. (…) Das Spiel war insgesamt wesentlich interessanter als die von technischen Problemen geplagte Eröffnungsfeier. Die Sturm-Verteidigung wollte diese offensichtlich kopieren: Die neue Viererkette machte in Hälfte eins alles falsch, was man falsch machen konnte. Aber Ehrenreich, Vujadinovic, Madl und Klem bekamen auch keine Hilfe von ihren Kollegen. Hyballa hatte Harakiri mit Anlauf gespielt, auf eine Raute mit nur einem defensiven Mann (Säumel) umgestellt. Diese ließ die Salzburger ohne Gegenwehr gewähren. Fast jeder vertikale Pass mündete in eine Torchance. (…) Nach dem Wechsel kontrollierte Salzburg zunächst Ball und Gegner, weil die Sturm-Spieler weiter auf dem bei Dauerregen immer tiefer werdenden Platz jeden Zweikampf verweigerten (zum Artikel).

Sport10.at: Red Bull Salzburg stand gegen Sturm Graz schon etwas unter Druck. Nach der Niederlage gegen den luxemburgischen Meister aus Düdelingen und dem drohenden Aus in der Champions League reisten die Bullen nach Graz. Dort trafen sie auf eine Mannschaft, die die Salzburger gewähren ließ. Spielerisch stark und voller Spielfreude präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt, die auf sechs Positionen verändert wurde. Im Sturm musste Stefan Maierhofer Jonathan Soriano Platz machen. Der Spanier, der bis dato weit unter seinem Wert geschlagen wurde, war am Ende Salzburgs Held. (…) Scheinbar war die Umstellung für ihn groß: “Hier wird viel härter gespielt, du musst physisch viel stärker sein, als du das in Spanien sein musst. Hier wird viel mehr gekämpft, mit viel mehr Körpereinsatz. Damit hatte ich am Anfang meine Probleme. Aber ich komme damit immer besser zurecht.” (zum Artikel)

Sturm12.at
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Kommentare

archaeopterix says:

Für Sturm wird es zur Grundsatzfrage , wie die viel höheren Budgets von Salzburg, Rapid & Austria überhaupt zu kompensieren wären !?- Oder ob der 4. Platz schicksalsergeben unseren Möglichkeiten entspricht!!??– Ein exzellentes Management und glückliche Transfers a’ la SuPa können die Situation verbessern helfen – um es zu beziffern glaube ich daß wir unser Qualitätsniveau der Spieler um 20 % durch moderne Methoden & ohne mehr Budget anheben können !! ……..

Schau unser Spielerpotential an, das hatten wir die letzten 10 Jahre schon nicht mehr!
Aber wir müssen akzeptieren das einfach Salzburg, Rapid und die Austria auch besser geworden sind.
Heuer werden sich diese 4 Mantschaften die ersten 4 Plätze ausmachen und können alle ihre Spieler halten ist nächste Sasion wieder so ein Jahr möglich wo die Mantschaften sehr viel erreichen können in der EL und vlt sogar CL!

Markelinho says:

Seit wann hatt die austria ein höheres Budgets wie sturm die pfeifen doch aus dem letzten loch haben die lizenz nur unter auflagen bekommen

Die Altlasten stammen wohl zum Großteil aus der Akademie, welche eben nicht ausfinanziert wurde und deshalb zukünftige Überschüsse, Transfererlöse zum Beispiel, zur Deckung dienen müssen. Deshalb hat man am Papier Lizenzauflagen, wirkt sich aber auf die Höhe des Budgets nicht merklich aus, nur wenn es dann eben darum geht Spieler zu verkaufen, da hat man sicher weniger Spielraum als zb.: die grünen Nachbarn oder gar die Bullen. Aber im Notfall greift dann sowieso die Politik ein, somit also absolut risikolos.

jim_panse says:

Entgegen der Sturm12-Verschwörungstheorien schießt die Kleine Zeitung ja gar nicht gegen “Sturm-Neu”. Sehr sonderbar.

gruabnjunior says:

Mit schlechten Recherchen den Sportteil zu füllen kann man sich momentan wohl nicht mehr leisten.

Schon mal die Ärmel des neuen Trikots näher in Augenschein genommen?Wäre ja sondernbar, wenn ein Sponsor des Vereins, der “groß” genug ist um am Trikot verewigt zu sein, sich über den Verein negativ auslassen würde.

bianconero says:

Bitte wer oder welches Medium, hat mit diesem lächerlichen “Kernöl-Tiki-Taka” angefangen?!

Tomi1909 says:

Ich hab’s das erste Mal in der Kleinen gelesen. Ich hasse den Begriff!

Ich auch. >:-(
Wer sich bei solchen Platzverhältnissen schnelles, präzises Kurzpassspiel erwartet hat offensichtlich keine Ahnung von Fußball.

grazer75 says:

doch,doch,kernöl tiki-taka.nur die salzburger könen sich mit kürbisen überhaupt nicht aus

Tomi1909 says:

Weiß man schon was bzgl. Reaktion auf die Ticketpreise der Austria?

Also ich unterstütz meine Mannschaft trotz der hohen Preise gegen die Austria. Im Prinzip sind wir wenn mans genau nimmt auch nicht viel besser, weil bei uns kosten die Auswärtskarten auch nur 2€ weniger. Ein Boykott zB. hätte ja nur dann Sinn wenn alle es machen würden, da das aber nicht der Fall ist muss jeder für sich selber entscheiden ob das Spiel einem ich glaub 25€ wert ist. Mir ist es das wert, obwohl ich den heftigen Preisanstieg nicht nachvollziehen kann.

Tomi1909 says:

Mich zipft nur an, dass sie einen Einheitspreis machen und net ermäßigte Karten um sag ma mal 18€ verkaufen!

archaeopterix says:

Ob Ticki Taka bei diesen Bodenverhältnissen richtig ist !? – Jedenfalls konnte Salzburg sich sofort auf steile lange Passes umstellen, was auch Erfolg hatte …..

archaeopterix says:

Keine Bange @ Markelinho, die Austria hat trotz Lizenzproblemen ein viel höheres Budget als Sturm ……

sektor19 says:

Hab ein gutes spiel gesehen, das durch 2 individuelle fehler und unvermögen unserer stürmer entschieden und einem “auswärtsschiri” beeinflusst wurde.
mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
wir haben gegen die nominell stärkste mannschaft zuhause verloren, was solls. es wird bestimmt besser.

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