Sturm Graz Amateure

Die Suche nach dem eigenen Weg

Am Sonntag starten auch die Amateure in die neue Saison. Acht Spieler aus der Akademie haben den Sprung nach oben geschafft, denn der Kader wurde verjüngt und befindet sich im Umbruch. Es wartet eine schwere Saison.

© 2012 SturmTifo.com

Am Sonntag, wenn die Sturm Graz Amateure auf Union Vöcklamarkt treffen, beginnt auch wieder in der Regionalliga Mitte der Ball zu rollen. Und die neue Saison wird eine “riesige Herausforderung für unsere jungen Burschen”, sagt Trainer Markus Schopp. Die Liga ist nämlich so stark wie nie zuvor. Der LASK, der unbedingt wieder in den Profifußball will, der GAK, der im Vorjahr die Regionalliga nach Belieben dominiert hat, die Austria Klagenfurt, die den Kader gehörig aufgestockt hat, und Gratkorn, wo Samir Muratovic neuerdings die Fäden zieht. Sturm hingegen stellt den jüngsten Kader: 18,2 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt bei den Amateuren. Die Mannschaft steht, wie der gesamte Verein, im Umbruch. Florian Pinnitsch ist aktuell der jüngste Spieler. Der erst 16-Jährige kommt aus dem eigenen Nachwuchs und ist diesen Sommer mit sieben weiteren Kickern aus der eigenen Akademie aufgerückt.

Neben Pinnitsch sind das die Verteidiger Erman Bevab, Jörg Jauk, Felix Schmied und Lukas Strobl, der Goalie Marc Koczi, sowie die Mittelfeldspieler Andreas Lackner und Sebastian Neumeister. Komplettiert werden die insgesamt zwölf Neuzugänge von vier Rückkehrern: Anel Kocijan, Mergim Karsniqi und Dominic Rass kamen vom SV Pachern retour nach Graz – “Sie haben die Plattform Landesliga perfekt genützt”, ist Schopp von diesem Trio überzeugt – und von Torhüter Lukas Waltl vom SV Gleinstätten, der zusätzlich auf Einsatzminuten in der Kampfmannschaft hoffen darf.

Gleich zwölf neue Spieler im Kader sind aber keine Kleinigkeit. Immerhin ist das mehr als eine ganze Elf, die nun mit den 14 letztjährigen Amateuren spielerisch ein Mannschaftsgefüge bilden soll. Der Innenverteidiger Pascal Zisser, der bereits letzte Saison bei den Amateuren kickte, sieht das aber recht locker. “Ich glaub schon, dass wir bereits eine Mannschaft sind. Wir haben nun etwa sechs gemeinsame Wochen Vorbereitung hinter uns und der Kern ist ja zusammengeblieben”, erklärt er im Gespräch mit Sturm12.at. Und “außerdem sind ja die Spieler aus Pachern nicht wirklich ‘neu’, wir kennen uns ja schon.”

Vorbereitungszeit und Testspiele: 2/3/4
Das Trainerteam Schopp/Neukirchner hat diese 26 Burschen in insgesamt acht Vorbereitungsspielen auflaufen lassen. Zwei Siege und drei Remis stehen dabei vier Niederlagen gegenüber. Beendet wurde die Vorbereitung allerdings nur mit 25 Akteuren, denn der 19-jährige Philipp Habjanic muss verletzungsbedingt passen. “Leider hat sich Habjanic in der Vorbereitung das Kreuzband gerissen”, so Schopp. Wie zufrieden der Trainer mit der Entwicklung seiner Mannschaft ist? “Für viele aus der Akademie war das der Einstieg ins Geschäft und die Möglichkeit, sich zu messen. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit der Vorbereitung“, erklärt Schopp. Außerdem meint er, dass “wir eine kleine gute Gruppe sind, die sich messen will.” Und messen werden sich die Jungs mit teils erfahren Profikickern müssen, etwa mit Samir Muratovic, der jetzt in Gratkorn zaubern will, oder dem Ex-Rieder Casanova Nacho, der seine Kickschuhe mittlerweile in Pasching schnürt. Oder auch mit dem neuen brasilianischen Trio der Linzer Athletiker.

Und apropos Profifußballer. Die Vorbereitungspartie mit dem größten Diskussionsbedarf war sicher der 6:2-Sieg über den FavAC. Da standen nämlich neun Reservisten aus der Kampfmannschaft eine Halbzeit lang am Feld. “Das Spiel gegen den FavAC, das war eine Extremsituation. Der Trainer der Kampfmannschaft hat mich gebeten diese Spieler einzusetzen, da sie sonst keine Spielpraxis bekommen. Aber in diesem Ausmaß, das wird es sicher nicht in unseren Pflichtspielen geben”, versichert der Coach, denn “meine Aufgabe ist es, junge Spieler spielen zu lassen. Von oben kommt nur, wer Spielpraxis benötigt. Es kann also auch unter der Saison vorkommen, dass wir mit einer Verstärkung spielen.”

Der Klassenerhalt als Ziel
Doch die neue Saison wird schwierig, das Ziel ist, wie auch in der Vergangenheit, der Nicht-Abstieg. Aber ungeachtet des Tabellenplatzes hat Markus Schopp ganz andere Wünsche: “Wenn sich zwei bis drei Spieler so entwickeln, dass sie jetzt in der Kampfmannschaft spielen könnten, dann wäre eine meiner größten Aufgaben erfüllt. Aber natürlich müssen wir auch sportlich reüssieren. Wir müssen versuchen, dass wir dagegenhalten und dass wir eine gewisse Rolle einnehmen.”

Mit dem Dagegenhalten werden die Amateure kommenden Sonntag beginnen. Dass dieses Auftaktspiel bereits jetzt ein Highlight ist, das garantiert der vorab gewählte Austragungsort: die Gruabn. Denn ein Pflichtspiel einer Sturm-Mannschaft in der Gruabn hat es seit Juni 2007 nicht mehr gegeben. Und auf eine Partie in der alten Heimstätte von Sturm freut sich Pascal Zisser besonders: “Das wird sicher was ganz anderes. Die meisten von uns haben zwar kein Spiel in der Gruabn live mitgekriegt, dafür aber das ein oder andere Amateurspiel verfolgt. Für die meisten Sturmfans und auch für uns ist dort die erste Heimat.”

Die Idee vom Spiel
Was für eine Rolle die Jungs einnehmen werden, ist laut Markus Schopp klar. Er favorisiert Union Vöcklamarkt und sieht sein Team als Außenseiter: “Die Mannschaft ist im Umbruch und blutjung.” Zudem sei die Schnittstelle zwischen der Kampfmannschaft und den Amateuren neu definiert worden, das heißt “wir übernehmen natürlich Richtlinien von oben. Wir haben aber eine gewisse Idee vom Spiel. Die Amateure sind anders, da spielen viele junge Spieler, die wir hinbewegen müssen,” erklärt Schopp das Zusammenspiel mit Peter Hyballa. Gewisse Ideen vom Fußball müssen eben weiter getragen werden, auch in den Nachwuchs, um die jungen Talente besser vorbereiten zu können. Dennoch: “Wir werden einen eigenen Weg finden. Unseren Weg.”

Links
Sturm Amateure-Kader 2012/13
Sturm Amateure-Spielplan 2012/13

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Kommentare

In einer zweiten Mannschaft eines Vereins wie dem SK Sturm wird jedes Jahr ein Umbruch stattfinden (müssen).
Es gibt meines Wissens ja die Regelung, dass eine zweite Kampfmannschaft nur vier Spieler über 24 einsetzen darf?! So ist dem Profi-ohne-Spielpraxis-Spielzeit-geben sowieso teilweise ein Riegel vorgeschoben. Was auch gut so ist. Außerdem macht Hyballa für diese Spieler sowieso immer wieder mal ein Testspiel. Mal schauen, ob das auch so bleibt. Denn nach dem 0:4 gegen Gratkorn hätten sie sich mal eine Pause verdient. :)

archaeopterix says:

Finde die Aussagen von Schopp/ Neukirchner sehr vernünftig ! Nach meiner Vorstellung sollten die jungen Amateure nicht in einen Dauer – Abstiegskampf verwickelt sein !? Daher könnte ich mir vorstellen, daß 1 bis 3 Routiniers bei schweren Gegnern doch aushelfen sollten !?? Ein Haas , der sicher noch sein Tor je Spiel bringen kann, könnte bei diesem Durchschniitsalter alter Goldes wert sein !? Andrerseits muß heutzutage ein Spieler mit 18 – 19 Jahren eigentlich schon gute Leistungen bringen können, wenn er in die Erste will !! …….

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