Im Fokus

Der gewisse Witz

Manuel Weber trägt seit zwei Saisonen die Kapitänsbinde bei Sturm Graz. Gestern hat er am Spielfeld wieder angedeutet, dass dies durchaus gerechtfertigt ist. Leidenschaft und den Versuch spielerische Elemente ins Sturmspiel zu bringen, kann man dem Kärntner nämlich nicht absprechen.

© SturmTifo.com

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Die zweite Saison ist Manuel Weber Kapitän von Sturm Graz. Er rechtfertigt diese Rolle immer wieder. Weil er die Interviews souverän und wohlüberlegt bestreitet, weil er einer ist, dessen Wort intern sehr geschätzt wird, weil er ein exzellenter Fußballer ist. Im Juli 2009 ist der Kärntner an die Mur gewechselt und spielt seit damals eine wichtige Rolle im zentralen Mittelfeld bei Sturm Graz – egal ob neben Peter Hlinka, Mario Kienzl oder Jürgen Säumel.

Mit Peter Hyballa ist auch ein neues System nach Graz gekommen. Es besiegelt das Ende der Doppel-Sechs. Für zwei qualitativ hochwertige zentrale und defensiv orientierte Mittelfeldspieler – über die verfügt Sturm mit Weber und Säumel – ist in Hyballas Vorstellung vom Sturm-Spiel kein Platz mehr. Manuel Weber muss auf die Halbposition wandern. Gegen Red Bull Salzburg hat sich der Rechtsfuß sichtlich noch nicht sehr wohl gefühlt auf dieser Position, gestern hat das schon besser ausgesehen. Auch wenn er nur etwas mehr als 20 Minuten auf dieser Position halbrechts gespielt hat.

Aufgrund der Verletzung von Säumel spielte Weber gestern zu Beginn nämlich den zentralen Part vor der Verteidigung. Er strahlte auf dieser Position nicht die Energie aus, die Säumel ausstrahlt. Das liegt aber daran, dass die Art und Weise wie Weber und Säumel Fußball spielen eine gänzlich unterschiedliche ist. Säumel ist der körperlich stärkere, energischere Fußballer, Weber eher der feinfühlige, elegante. Wenn man weiß, dass sich die Mattersburger zur Pause lediglich gesagt haben, dass man aggressiver in die Zweikämpfe gehen muss, was ja letztlich von Erfolg gekrönt war, kann den Schluss ziehen, dass Säumel’sche Tugenden gegen die Burgenländer wohl hilfreicher gewesen wären. Und trotzdem, Weber war am gestrigen Tag noch einer der besten.

In Halbzeit eins versuchte Weber von Beginn an das Spiel an sich zu reißen, zu lenken. Er verteilte die Bälle geschickt. Dass mehr als 75 Prozent seiner Pässe auch an den Mann kamen, zeigt deutlich, wo Weber seine Stärken hat. Nämlich darin das Spiel kontrolliert aufzubauen. Und dennoch hat der Mittelfeldspieler auch das Auge für den tödlichen Pass – den packte er gestern in Halbzeit eins aber nicht aus.

Dafür einmal seinen Hammer. In der Drangperiode von Sturm Graz, die durch einen energischen Antritt von Darko Bodul eingeleitet wurde, der danach auch gefoult wurde, nahm sich Weber aus 25 Metern ein Herz und schoss mit seinem schwächeren Fuß - Thomas Borenitsch musste seine ganze Klasse aufbringen um den Ball zu parieren.

In Halbzeit zwei kam Sturm dann in der Formation aufs Feld, in der man die Grazer eigentlich von Beginn an erwarten durfte – Matthias Koch spielte die zentrale Position vor der Verteidigung, Weber auf der Halbposition. Und das funktionierte schon deutlich besser als noch gegen Red Bull Salzburg. Wobei die Mattersburger die Flankenbälle vor allem über die rechte Angriffsseite ins Abwehrzentrum der Grazer schlugen, während die Salzburger zum Bundesligaauftakt in Halbzeit eins vor allem die Achse Ulmer-Jantscher bemühten. Die Defensivaufgaben von Weber hielten sich somit gestern in Grenzen, er hatte mehr Zeit seine spielerische Qualität zu entfalten.

Natürlich ist der Kapitän der Grazer ebenso wie alle anderen Akteure in schwarz-weiß schuld daran, dass das Spiel in der zweiten Hälfte nicht mehr den nötigen Punch hatte, dass der Weg zum Torabschluss nicht intensiv genug gesucht wurde, dass das Spiel im Grunde verschleppt wurde. Wenn einer versucht hat dem Spiel einen gewissen Witz zu verleihen, dann war es Weber. Seine Pässe kamen nicht immer an, er hatte aber Ideen wie man die Mattersburger am gestrigen Tag besiegen kann. Sinnbildlich dafür ein Steilpass auf Martin Ehrenreich, der gerade eine Spur zu steil war.

Fazit
Weber scheint sich von Spiel zu Spiel auf der Halbposition wohler zu fühlen. Mit seiner spielerischen Qualität kann er auf dieser Position ganz sicher noch viel Freude bereiten. Gestern ist ihm nach der Pause schlichtweg nicht viel gelungen. Er war aber einer der wenigen, denen man über 90 Minuten die nötige Leidenschaft nicht absprechen kann. Manko in Webers gestriger Vorstellung: er hat laut Laola1.at-Statistik von 13 Zweikämpfen lediglich sechs gewinnen können. Das ist in Anbetracht der Tatsache, dass er über weite Strecken im zentralen Mittelfeld vor der Verteidigung agiert hat, zu wenig.

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Clemens Ticar (ct)

Clemens Ticar ist 1987 in der wunderbaren Oststeiermark zur Welt gekommen und bekam von seinem Onkel früh schwarz-weißes Blut injiziert. Die Champions-League Partien waren Pflichttermine, Bundesligarunden eher die Ausnahme. Am Wochenende zerriss er nämlich selbst das eine oder andere Paar Fußballschuhe in der 1. Klasse. 2007 hat er dann eingesehen, dass es aufgrund von mangelndem Talent klüger ist, das Fußballerdasein bleiben zu lassen und doch mehr zu schreiben. Tut das seit damals für unterschiedliche Medien - seit 2009 auch für Sturm12.at.



Kommentare

intoXicated says:

Ich muss ehrlich sagen, ich hätte dies ganz anders gesehen und beurteilt. Weber war (zumindest aus Stadionsicht) eine Vorgabe und hat kaum einen 10-Meter-Pass an den Mann gebracht. Er hätte durchaus einige gefährliche Aktionen einleiten können/müssen, wo die Flügel bereits sehr gut gestartet sind und hat diese allerdings mit Fehlpässen des Öfteren zunichte gemacht…

Da steckt mit Sicherheit viel mehr in ihm – und es wäre schön, dass demnächst auch einmal zu Gesicht zu bekommen.

archaeopterix says:

Ich fürchte Hyballa hat zu viele Spieler mit zu wenig Qualität bekommen ! Den besten SuPasu hat er selbst mitgebracht ! Bei Kaufmann und Kröpfl sieht man jetzt warum sie bei Foda nicht zum Zug kamen ! – In 1. HZ hatte man noch wenigstens 2 echte Torchancen durch Madl & Weber ! Ansosten zeigten wir nach dem 1. Tor zu wenig Begeisterung, ich würde sagen wir wirkten müde, wenn es nicht die 30. Minute gewesen wäre ! Unsere Angreifer bekommen einfach zu wenig brauchbare Bälle …! Auch haben wir weit & breit keinen Spieler mit der Qualität eines Naumoski …..!! Das Zweikampfverhalten war bei uns miserabel , das es anders geht zeigten die Mattersburger ! Ich weiß nicht, ob das auch eine Systemfrage ist ……

Ein Trainer muss eine Aufstellung finden die zur Mannschaft passt und ned seine Mannschaft in sein System einpassen. Wenn das System das wir jetzt spielen (wollen) qualitativ zu anspruchsvoll ist für unsere Spieler, dann ist es das falsche System.

Ich sehe unsere Außenverteidiger viel zu überfordert, das wirkt sich dann leider auf unser Mittelfeld aus.

Black Boy says:

Ich versteh das auch nicht ganz. Mir hat Weber gestern überhaupt nicht gefallen.

atmurauer says:

ich kann mich mit dem “Im Fokus” leider noch immer nicht anfreunden.. nach den ersten paar sätzen sehne ich mich wieder nach dem Spielercheck. Auch wenn ich eure Gründe für die Umstellung verstehe aber trotzdem, Fokus freut mich einfach nicht mehr zu lesen.

SchwarzerRabe says:

Hier kann ich zu 100% zustimmen! Spielercheck war viel besser.

schwke17 says:

Ich wünsch mir den spielercheck auch zurück. Natürlich variierten die meinungen von autor und fans aber gerade das machte den spielercheck immer zu meiner lieblingsrubrik! Das ausdiskutieren der unterschiedlichen standpunkte brachte immer wieder würze in den alltag ;-)

Der Spielercheck war übersichtlicher von allen Spielern. :)
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Ich bin der Meinung dass die Raute im Mittelfeld (NOCH) nicht wirklich klappt. Daher würde ich entweder 4-3-3 oder 4-4-2 spielen lassen.
.
Gratzei-
Ehrenreich, Madl, Dudic/Vuja, Klem-
Hölzl, Weber, Säumel,Bodul-
SuPa, Okotie
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Wenn alle fit werden würde so ein 4-4-2 gehen, ansonsten ein 4-3-3!

Hab` schon hier vor Saisonbeginn gewarnt…das der Trainer zwar gute Ideen hat, aber die Spieler für das System nicht! Was uns fehlt sind zwei richtig gute(moderne) AV und ein AGRESSIV-LEADER(so wie der Adam Ledwon)….im Mittelfeld. Einer der das Team WACHRÜTTELT, einer vom dem der Gegner ANGST hat!!
Der Säumel ist ein guter aber zu oft verletzt.
Was Weber angeht….der ist schon länger ein totaler AUSFALL!
Der Darko Bodul soll mal nachdenken was es heißt die Nr.10 bei Sturm zu tragen, die hat ein gewisser IVO(The Legend)Vastic getragen……………….!………….!………….!………!………!
entweder der Darko gibt gas, oder sonst sollte bukva auf der 10 spielen…hat ja letzte Saison gezeigt das er dort seine stärken hat!

blacky22 says:

und so schnell die die euphorie die vor der saison zu spüren war abgeflaut..
warten wir doch noch 7-8 spiele ab, und wenn bis dahin das hyballer’sche system noch nicht funktioniert, muss man sich eh was überlgen..

madschi1988 says:

Also Weber is schon länger ein Total-Ausfall!
Die Halbposition kann er überhaupt net spielen!
Für das neue System hat Sturm einfach nicht die nötigen Spieler, um es perfekt zu praktizieren!
Am besten man spielt wieder mit zwei ZM, einen LM, einen RM und zwei Stürmer vorne!
Oder ein 4-2-3-1, aber bitte keine Raute mehr!

superivo says:

“Spielerische Qualität “von Weber daß ich nicht lache.Jeder zweite Pass ein FEHLPASS,und in der 2.Halbzeit einer der Schwächsten bei uns,ist total untergetaucht. Als Kapitän müsste er die Manschaft nach vorne treiben mitreissen,es kam aber Null von ihm.Uns fehlt ein richtiger Führungsspieler der das Spiel in die Hand nimmt wenn es darauf ankommt.

sturm1972 says:

@ct.:Ich dachte eigentlich,es geht hier um Manuel Weber ?!
Aber anscheinend habt ihr Kommentarregel 6 wieder gestrichen !

versteh ich nicht.

sturm1972 says:

@ct.:Nicht so schlimm,wenn mal einer abschweift.Aber von den12 Beiträgen und Kommentaren,haben 7 keinen Bezug zu deinem Artikel.

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